Sonne & Erde

Jakob Lorber empfing diese Worte vom Herrn im Jahr 1840


Wenn die Verhältnisse nun so liegen, wie kannst du mir da einen Vorwurf machen? Und dabei ist diese Erde gar nicht so schön, wie du glaubst; all die Landschaften, die du hier siehst, wirken nur aus gewisser Entfernung lieblich. Geh doch einmal hin, und du wirst wenig oder gar nichts Schönes oder Anziehendes an oder in diesen Landschaften entdecken, außer hier und da einem Baum oder sogar einem von Menschenhand angelegten Garten und darin vielleicht einem Palast eines reichen Menschen! Findest du diese Dinge dann noch schön und herrlich? Schau doch einmal hinauf zur Sonne; dort gibt es andere Landschaften! Eine Wüste dort ist herrlicher als ein Paradies hier! Denn wenn die Landstriche der Erde nur durch das Licht der Sonne schön, herrlich und freundlich erscheinen – weil die Erde ohne das Licht der Sonne ein Tränenmeer und ein Tal voller Schrecken wäre –, wie viel herrlicher müssen dann erst die Landstriche der Sonne selbst sein, wenn man bedenkt, dass die Erde ihren dumpfen Schein dem Glanz und der Pracht der Sonne verdankt!
Quelle: GJE1-84

 

Ich selbst (Rafael) habe bereits mehrere Welten mit kleinen Sonnen erschaffen und vollständig bevölkert. Und all diese Welten sind meist besser ausgestattet als eure Erde. Alles pflanzt sich dort genauso fort wie hier, und die Geister können dort ebenso wie hier eine große Vollkommenheit erreichen. Und warum sollten sie das nicht können? Letztlich kommt doch jeder Geist von Gott, ebenso wie die Keime der zukünftigen Pflanzen schon Milliardenfach aus den Keimen der vorhergehenden Samen reproduziert wurden.
Quelle: GJE3-03 [4]

 

Alle Sonnen formten sich selbst, ebenso wie die Erden. Und auch alles Einzelne auf den Sonnen und Erden formte sich selbst, ebenso wie ihr gemeinsames Zusammenwirken. Und so formte der Mensch sich in begrenztem Sinne, aber auch im weitesten Sinne selbst, weil die Schöpfung als Ganzes dem Menschen vollständig ähnelt und mit ihm übereinstimmt, und weil vom Kleinsten bis zum Größten alles in der geistigen und materiellen Schöpfung dem Menschen entspricht und entsprechen muss. Denn der Mensch ist die eigentliche Ursache und das Endziel der ganzen Schöpfung. Er ist das Endprodukt, das durch alle vorangegangenen Anstrengungen Gottes hervorgebracht werden soll. Quelle: GJE2-222

 

Aber lasst uns etwas höher gehen, dort auf den östlichen Hügel; von dort werden wir den Glanz eines prächtigen Sonnenaufgangs sehen; und das stärkt sowohl die Seele als auch die Glieder und erwärmt Herz und Nieren. Quelle: GJE1-173

 

Dass die Sonne am Morgen, wenn sie aufgeht, rot erscheint, liegt an der Kälte und der Feuchtigkeit der Luft, denn die Feuchtigkeit und Kälte, die dann herrschen, bringen eine rote Farbe in die Augen der Menschen. Dasselbe gilt für das Abendrot. Die Sonne erscheint dann rot wegen der Kälte der Luft, weil sie gerade untergeht. Causae et Curae – Anmerkung: Occiduus bedeutet „untergehend“, westlich, dem Tod nah. Wo die Sonne untergeht und sinkt, stirbt sie gewissermaßen, dort ist der Westen.

 

Die Sonne ist ungefähr 1000 × 1000-mal größer als die Erde, also eine Million Mal so groß wie die Erde, auf der wir leben.
Quelle: GJE2-139 – Matthäus sagt: „Herr, was sagst Du? Ist die Sonne auch eine sehr große Welt, und ist eine Wüste dort bereits unbeschreiblich herrlicher als hier ein Paradies?! Schau doch einmal auf die große Erde und setze der unbedeutenden, glänzenden Scheibe der Sonne gegenüber! Wie oft würde sie wohl auf die Fläche passen, die wir hier gerade überblicken – ein sicher sehr kleiner Teil der gesamten Erde? Und wie oft würde sie in die ganze Erde hineinpassen?“
Ich sage: „Schau, das ist so: Wenn ich mit euch über irdische Dinge spreche, versteht ihr sie nicht; wie könnt ihr mich dann verstehen, wenn ich mit euch über himmlische Dinge spreche?! Schau hin und versuche es zu begreifen!“

 

Stell dir nun einmal die Entfernung von der Sonne zu dieser Erde vor! Angenommen, ein Vogel wäre zur Zeit Adams so schnell wie möglich zur Sonne geflogen – er wäre jetzt immer noch nicht dort, sondern müsste noch viele Jahre unterwegs sein! Wenn du das verstehen kannst, dann verstehst du auch, wie es kommt, dass dir die mehr als tausendmal tausendmal größere Sonne hier auf der Erde so klein erscheint!“

 


Matthäus, völlig außer sich über diese Entfernung und Größe, sagt: „O Herr, wenn das so ist, wie kannst Du dann von dieser Erde aus so eine Welt regieren und erhalten?!“

 

Jesus sagte: „Ich werde die Sonne nun für einen Augenblick bedecken, so dass niemand auf der Erde sie sehen wird, und dann wird dir dadurch klar werden, dass ich auch von dieser Erde aus die Sonne erreichen kann!“
Achte jetzt gut darauf, ich sage nun: „Sonne, verberge dein Angesicht sieben Sekunden lang vor der ganzen Erde!“
In diesem Moment wird es stockdunkel; nur einige erste Sterne sind schwach sichtbar. Ein wenig Angst schadet dem materiellen Menschen nie. Und wir setzten unseren Weg fort, der von nun an stark bergab führte und deshalb schneller verlief als zuvor, als wir bergauf gegangen waren.
Quelle: GJE1-84