Sonnenfinsternis
Die verfinsterte Sonne
wurde auch vom früheren Judenverfolger Paulus gesehen – und zwar zwischen der
sechsten und der neunten Stunde, das heißt zwischen 12 und 15 Uhr am Nachmittag,
da bei den Juden der Tag um 6 Uhr morgens beginnt. Paulus sah, wie der Mond vor
die Sonne trat und sie verfinsterte – obwohl dies nicht dem üblichen Zeitpunkt
einer Konjunktion entsprach.
Gegen 15 Uhr begann sich
die Konjunktion von Osten her abzuzeichnen und setzte sich bis zur
gegenüberliegenden Seite der Sonne fort, wo der Mond stehen blieb und
schließlich an den zuvor durchlaufenen Punkt zurückkehrte.
Die Sonne begann sich
also im östlichen Teil zu verfinstern und erhielt durch das Zurückweichen des
Mondes im westlichen Bereich wieder Licht. Apollophanus
und Paulus beobachteten dieses Geschehen – Paulus berichtete später darüber in
Athen, nachdem er zum Christentum bekehrt worden war.
Diese Sonnenfinsternis
ereignete sich im 19. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius – auch der Evangelist
Lukas rechnet das 19. Jahr ab der Mitregierung des
Tiberius mit Augustus. Die Sonnenfinsternis fand zur Zeit der Kreuzigung Jesu
statt. Selbst Paulus und Apollophanus wurden im Jahr
32 n. Chr. Zeugen dieses Ereignisses, und Paulus legte später – als bekehrter
Heide und Christ – eine Erklärung dazu in Athen ab.
Diese Sonnenfinsternis
fiel also in das 19. Regierungsjahr des Tiberius, also in das Jahr 32 n. Chr.
Eine Sonnenfinsternis kann grundsätzlich nur bei Neumond eintreten – dann kann
es selbst am helllichten Tag sehr dunkel werden. Doch zur Zeit Jesu handelte es
sich nicht um eine gewöhnliche Sonnenfinsternis, sondern um ein besonderes,
geistiges Geschehen. Es war der 14. Nissan, der Tag vor dem Passahfest.
Es handelte sich um eine
innere, geistige Sonnenfinsternis, die sich in der gesamten Schöpfung äußerlich
manifestierte. Zur gleichen Zeit wurde auch die große Stadt Nizäa
durch ein heftiges Erdbeben erschüttert, ebenso wie zwölf weitere Städte in
Asien.
Die Sonnenfinsternis
dauerte von etwa 12 bis 15 Uhr. Matthäus berichtet, dass von der sechsten bis
zur neunten Stunde – nach jüdischer Zeitrechnung (also unserer
mitteleuropäischen Zeit zwischen ca. 12 und 15 Uhr) – eine große Finsternis
über das ganze Land kam.