Die Menschwerdung des Göttlichen Zentrums in und als Jesus


                                            Bearbeitet von Wilfried Schlätz


                            Vortrag gehalten in Hohenwart, 2010

 

 

                                          Afbeeldingsresultaat voor foto menswording god

 

 

 [JJ.01_299,01]
Daran anschließend heißt es in der Heiligen Schrift (Lukas 2,52): „Er nahm zu an Jahren und an Gnade bei Gott und den Menschen und war Seinen Eltern untertan, bis Er Sein Lehramt antrat …“

[JJ.01_299,02]
Frage: Wie konnte Jesus, der doch das alleinige ewige göttliche Wesen war, noch an Gnade und Weisheit zunehmen vor Gott und den Menschen – Er, der doch der Gott von Ewigkeit war?

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Und wie insbesondere vor den Menschen, da Er doch von Ewigkeit her das absolut vollkommene Wesen war?

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Um dies richtig zu verstehen, dürfen wir Jesus nicht ausschließlich als den alleinigen Gott betrachten,

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sondern vielmehr müssen wir Ihn uns als einen Menschen vorstellen,

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in dem sich die alleinige, ewige Gottheit gleichsam gefangen gab, scheinbar untätig – ebenso wie der Geist (der göttliche Funke im Menschen) in jedem Menschenwesen gefangen liegt.

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Und alles, was ein Mensch – gemäß der göttlichen Ordnung – zu tun hat, um seinen Geist in sich selbst zu befreien,

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das war auch die ernste Aufgabe des Menschen Jesus, um das Göttliche in Sich Selbst zu befreien …, um Eins damit zu werden.

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Und genau so, wie es beim Menschen der Fall ist, so war es auch beim Gottmenschen Jesus.

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Seine [Jesu] Seele war wie die jedes anderen Menschen,

[JJ.01_299,17b]
ja, sie war sogar mit noch größeren Schwächen behaftet, weil der allmächtige Geist Gottes Sich Selbst in die allerschwersten Fesseln schlagen musste, um in Seiner Seele festgehalten zu werden.

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Die Seele Jesu musste also die allergrößten Versuchungen durchstehen, um – in Selbstverleugnung – die Entfesselung Seines Gottesgeistes zu bewirken und sich dadurch hinreichend stark zu machen, um mit dem Geist aller Geister in vollkommener Freiheit eins zu werden.

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Darin bestand also das Zunehmen an Weisheit und Gnade der Seele Jesu vor Gott und den Menschen,

[JJ.01_299,19b]
nämlich in dem Maß, in dem sich der göttliche Geist [das ursprünglich gefangene Göttliche Zentrum] langsam, aber sicher, mehr und mehr mit Seiner natürlich göttlichen Seele vereinte – mit dem erschaffenen, relativ göttlich-alltäglichen Ich Jesu –, die der eigentliche [geschaffene] Sohn ist.

[GEJ.10_207,05]
Nun denkst und sprichst du vielleicht bei dir: „Wie ist das möglich? Dann bleibt doch der höchste und vollkommenste Geist ewig nichts im Vergleich zu Mir!“

[GEJ.10_207,06]
Ja, Ich sage dir: Du hast recht! Für Mich ist zwar alles möglich, aber ein zweites, Mir völlig gleiches, vollkommenes Ich kann Ich nicht erschaffen – ebenso wenig wie einen zweiten unendlichen Raum oder eine zweite ewig dauernde Zeit.

[JJ.01_000,08]
Erst durch den Tod Jesu wird Gott Selbst vollständig Mensch – auch ein vollkommen geschaffener Mensch – und durch und aus diesem höchsten göttlichen Gnadenakt wird der geschaffene Mensch zu einem relativ neugezeugten Kind Gottes – zu einem Gott.

Der erschaffene Mensch Jesus als der Sohn

Haushaltung Gottes I, 2:10

 

Dies aber sage Ich jetzt: dass Ich der einzige, ewige Gott bin, gemäß Meiner dreifachen Wesensart: Als Vater bin Ich es durch Meine [ungeschaffene] Göttlichkeit, als Sohn durch Mein vollkommenes [erschaffenes] Menschsein und als Geist durch alles Leben, Wirken und Erkennen.

[JJ.01_300,01] Wie lebte der Herr Jesus also von Seinem zwölften bis zu Seinem dreißigsten Lebensjahr?

[JJ.01_300,02a] In Sich Selbst fühlte Er unablässig und auf die lebendigste Weise [in Seinem allmächtigen natürlichen Ich], dass Er die Allmächtige Gottheit war [im Anfangszustand des noch gebundenen Gotteszentrums].

[JJ.01_300,02b] Auch wusste Seine Seele [als natürliches Ich], dass alles, was in der unermesslichen Unendlichkeit existiert, für ewig Seinem geringsten Wink untertan ist [dem leisesten Impuls aus dem gebundenen Gotteszentrumsanfang].

[JJ.01_300,03] Dadurch entstand in Seiner Seele [in Seinem erschaffenen natürlichen Ich] ein überaus starker Drang, über alles zu herrschen.

 

Jesus durfte nie einen eigenen Willen in sich aufkommen lassen

[GEJ.06_088,11a] … doch weil Ich, offen gesagt, Meinem innersten geistigen Wesen nach [durch das inwohnende Gotteszentrum] mehr war als nur ein [erschaffener] Mensch, war Mein Weg als solcher umso schwerer …

[GEJ.06_088,11b] Denn Ich durfte als [erschaffener] Mensch dieser Erde niemals einen eigenen Willen in Mir aufkommen lassen, sondern musste stets ganz genau dem Willen Dessen folgen [des göttlichen Zentrums], der durch Mich in diese Welt kommen und den Menschen das ewige Leben bringen und schenken wollte.

[Er.01_070,08a] … ebenso wie Ich Selbst, als Ich im Fleisch auf Erden war, nichts tun konnte oder durfte, was Ich wollte, sondern nur das, was Der wollte, der Mich gesandt hatte. Dieser [das ungeschaffene göttliche Zentrum] war wohl in Mir, wie Ich in Ihm; aber es war der Geist Gottes als der ewige Vater. [= das Gotteszentrum]

[Er.01_070,08b] Ich aber war und bin dessen Seele [= dessen erschaffenes natürliches Ich]. Diese [Seele = das natürliche Ich Jesu] besitzt wohl eigene Erkenntnis und Fähigkeit, da sie die höchste und vollkommenste aller Seelen ist [das höchste vollendete natürliche Ich].

[Er.01_070,08c] Dennoch durfte diese Seele [dieses höchste vollkommene natürliche Ich Jesu] nicht tun, was sie selbst wollte, sondern nur das, was Der wollte [das ungeschaffene göttliche Zentrum], von dem sie ausgegangen war.

[Er.01_070,08d] Selbst wenn diese Seele [das vollendete natürliche Ich] den letzten bitteren Kelch hätte abwenden wollen, so wollte Er [das ungeschaffene göttliche Zentrum], der in Mir [in diesem vollkommenen natürlichen Ich] war und ist, das nicht;

[Er.01_070,08e] darum tat Meine Seele [Mein höchst vollendetes natürliches Ich] auch nur das, was Er [das ungeschaffene göttliche Zentrum], der in Mir ist und bleibt, wollte.

 

[JJ.01_300,06] Seinen Stolz demütigte Er durch Armut; doch bedenken wir, wie hart dieses Mittel für Ihn gewesen sein muss, dem alles gehörte und der dennoch nichts Sein Eigen nennen durfte!

[JJ.01_300,07] Seinen Herrschtrieb bezwang Er durch den gehorsamsten Willen gegenüber jenen, die im Vergleich zu Ihm kaum von Bedeutung waren.

[JJ.01_300,08] Seiner ewigen, absoluten Freiheit tat Er selbst Gewalt an, indem Er Sich – so unsäglich schwer es war – dem Menschen übergab, zur demütigendsten sklavischen Arbeit.

[JJ.01_300,09] Seinen starken Drang nach einem angenehmen Leben bekämpfte Er durch häufiges Fasten – sowohl aus Not als auch durch die freiwillige Selbstzucht Seiner Seele.

[JJ.01_300,10] Seine Neigung zum Weiblichen unterdrückte Er durch schwere Arbeit, karge Nahrung, Gebet und den Umgang mit weisen Männern.

[JJ.01_300,11] Gerade in diesem Punkt hatte Er besonders viel zu bewältigen, da Sein äußeres Erscheinungsbild und der Klang Seiner Stimme überaus anziehend waren,

[JJ.01_300,12] sodass die fünf Töchter des Cyrenius durchweg tödlich in Ihn verliebt waren und untereinander wetteiferten, Ihm am meisten zu gefallen.

[JJ.01_300,13] Diese Art der Liebe gefiel Ihm wohl, doch zwang Er Sich immer wieder, jeder Einzelnen zu sagen: „Noli me tangere!“ (Rühre Mich nicht an, lasse Mich in Ruhe!)

[JJ.01_300,14] Darüber hinaus durchschaute Er die Schlechtigkeit der Menschen auf den ersten Blick und erkannte ihre Hinterlist und Heuchelei ebenso wie ihre Schlauheit und ihren Egoismus.

[JJ.01_300,15] Da ist es verständlich, dass Er sich schnell erregen ließ und besonders leicht verletzbar und erzürnbar war;

[JJ.01_300,16] doch durch Seine Liebe beruhigte Er immer wieder Sein göttliches Gemüt, sodass daraus erneut Barmherzigkeit hervorging.

[JJ.01_300,17] Sein Leben führte Er ausschließlich in der schwersten Selbstverleugnung, um so die entwurzelte ewige Ordnung wiederherzustellen.
[JJ.01_300,18] Daraus ist leicht zu erkennen, dass Jesus diese achtzehn Jahre als wahrer Mensch – mit einer von Gott erschaffenen menschlichen Natur – unter unaufhörlichen Versuchungen und deren Überwindung verbrachte.

 

Jesus – wahrer ungeschaffener Gott und zugleich geschaffener Mensch

[GEJ.08_027,04] Wie ihr Mich nun als Gottmensch bei euch seht, bin Ich mit Meinem ganzen urzentralen Wesen vollkommen und ungeteilt mitten unter euch – hier in dieser Speisehalle auf dem Ölberg – gegenwärtig. Ich bin also zugleich höchst wahrer, ungeschaffener Gott und höchst wahrer, geschaffener Mensch und nirgends sonst körperlich gegenwärtig.


[GEJ.08_027,04b] Nicht auf dieser Erde und noch weniger auf einer anderen; doch durch die von Mir ausgehende Kraft – den Heiligen Geist – erfülle Ich alle Himmel und den gesamten materiellen wie geistigen Schöpfungsraum mit Meinem Wirken. Ich sehe darin alles, vom Größten bis zum Kleinsten, kenne alles, weiß alles, bestimme alles und erschaffe, leite und regiere alles.

 

Jesus ist das göttliche Zentrum

[GS.02_013,02a] Ich sage euch: Jesus ist so unermesslich groß, dass beim Aussprechen dieses Namens die ganze Unendlichkeit vor Ehrfurcht erbebt.


[GS.02_013,03a] Jesus ist der wahrhaftige, eigenste, wesentliche Gott – sowohl als ungeschaffener göttlicher Ursprung als auch als in der Zeit geschaffener Mensch. Wie Strahlen aus der Sonne hervorgehen, so geht aus Ihm die gesamte Gottheit hervor – als Geist unendlicher Macht, Kraft und Gewalt, der die Unendlichkeit ganz erfüllt.


[GS.02_013,02c] Mit dem Namen „Jesus“ bezeichnet ihr das vollkommene, mächtige Zentrum Gottes.
[GS.02_013,03b] Jesus ist demnach das allumfassende Wesen der Gottheit – oder: in Jesus wohnt die Gottheit wahrhaftig, leiblich und wesentlich in ihrer unendlichen Totalität.

 

Die Menschwerdung des göttlichen Zentrums in Jesus und als Jesus

(nach Wilfried Schlätz – Vortrag in Hohenwart, Dld, 2010)

 

Der ewig unendliche Raum

[GEJ.02_008,05] Seht, die Erde schwebt im unendlichen Raum! Selbst wenn ihr mit der Geschwindigkeit des Gedankens diese Erde verlassen und in gerader Linie fortfliegen würdet – und das über Ewigkeiten hinweg –, so würdet ihr dennoch niemals ein Ende erreichen.


[GEJ.08_033,02] Ich sagte: „Der Raum ist wie eine äußerste Hülle – der Träger aller Himmel und aller Geisterwelten, da sich diese auf keine Weise außerhalb des unendlichen Schöpfungsraumes befinden können.“


[GEJ.08_033,03] Was das sogenannte individuelle Wesen eines Geistes betrifft: Auch dieses kann sich – ebenso wie Ich – nicht vollständig außerhalb von Raum und Zeit befinden.

 

Die unendliche, formlose Gottheit

[GEJ.04_119,01] RAPHAËL sprach: „Gott ist in Sich Selbst ewig und unendlich. Der unendliche Raum ist allein von Ihm erfüllt. Er ist von Ewigkeit her der höchste, reinste und größte Gedanke und die vollkommenste Idee – in und aus Sich Selbst.“


[GEJ.01_140,05] Obgleich der Raum in der Ewigkeit nirgends endet und nach allen Seiten unendlich ist, so gibt es doch in den Tiefen und Fernen kein Pünktchen, an dem der Geist der Weisheit und Macht Gottes nicht ebenso gegenwärtig wäre wie hier unter euch.


[GEJ.08_028,12] Daraus erkennt ihr, dass der Schöpfungsraum notwendig in alle Richtungen ewig unendlich war und niemals einen Anfang gehabt haben kann. Und da Gott, Raum und Ewigkeit identisch sind – wie Ich euch schon sagte –, so ist Gott, Der all diese Begriffe in Sich vereint, ebenfalls ohne Anfang; denn ein Anfang Gottes wäre ebenso unvorstellbar wie ein Anfang des unendlichen Raumes und der ewigen Zeit.

 

Das persönliche göttliche Wesen = das göttliche Zentrum

[Fl.01_007,07] In diesem Zentrum liegt alle lebendige Kraft der ganzen Unendlichkeit, und diese Kraft geht aus dem Zentrum wieder in die ganze Unendlichkeit zurück.

[HGt.01_005,02] Die Gottheit war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit durchdringende Kraft – und ist es ewig – und wird es ewig sein. Inmitten Ihrer Tiefe war Ich von Ewigkeit her die Liebe und das Leben Selbst in Ihr.
[HGt.02_139,20] Was ihr die Unendlichkeit des Raumes nennt, ist der Geist Meines Willens, Der seit Ewigkeiten diesen Raum geschaffen und mit Wesen aller Art erfüllt hat.

[HGt.02_139,20b] …Und dieses Machtzentrum des unendlichen göttlichen Geistes ist die Liebe – und diese Liebe bin Ich von Ewigkeit her.

 

Das Gotteszentrum als unerschaffener Urmensch

[GEJ.04_257,10]  ICH sage: „Ja, wenn ihr das nun immer noch nicht begreift, dann habt ihr Meine früheren Offenbarungen über den freien Lebensäther des Geistes noch nicht genügend verstanden!


Ihr werdet doch wohl begriffen haben, dass der ewige Schöpfungsraum ewig und unendlich ist, und dass dieser mit nichts anderem erfüllt ist als überall, ewig und allezeit mit Meinem Geist, der aus lauter Liebe besteht – also aus Leben, Licht, Weisheit, dem reinsten Selbstbewusstsein und einem ganz genauen Fühlen, Empfinden, Sehen, Hören, Denken, Wollen und Wirken.“

 

[HGt.02_138,26] Allein die Liebe ist ein Maßstab Meiner Gottheit, und mit keinem anderen Maßstab bin Ich zu messen; denn Ich bin wahrhaftig ein unendlicher Gott.


Aber Meine räumliche Unendlichkeit ist nur eine durch die Zeit bedingte Erscheinung – im Geiste aber ist das nur die Vollkommenheit der Macht Meines Willens, Meiner Liebe und Weisheit.

 

[GEJ.07_072,09] Gott Selbst aber ist der ewige Urgeist und der ewige, ungeschaffene Urmensch in Seinem Zentrum.

 

[GEJ.04_056,01] (Zorel:) „Gott Selbst ist der höchste, vollkommenste und ewigste ungeschaffene Urmensch aus Sich Selbst. Wenn du aber noch fortwährend fragst: ‚Ja, wo ist denn Gott, und wie schaut Er eigentlich aus?‘, so sage Ich dir, dass niemand das eigentliche göttliche Wesen sehen und dabei lebendig bleiben kann – denn Es ist unendlich und darum auch allgegenwärtig. Es ist als etwas rein Geistiges auch das Innerste eines jeglichen Dinges und Wesens, das heißt durch die Wirksamkeit des Lichtes Seines Machtwillens. In Sich aber und an Sich ist Gott ein Mensch wie Ich und auch du, und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, das in der Geisterwelt die „Gnadensonne“ genannt wird. Diese Gnadensonne ist Gott jedoch nicht Selbst, sondern sie ist die Ausstrahlung Seiner Liebe und Weisheit.“

 

[GEJ.06_088,03] In Sich Selbst und an Sich ist Gott aber ein ungeschaffener Mensch wie Ich und auch du.

 

[GEJ.02_144,04] Wer Gott nicht als einen vollkommenen, ungeschaffenen Menschen liebt, der kann noch weniger seinen Nächsten lieben, der ein noch ganz unvollkommener, geschaffener Mensch ist! Wenn aber geschrieben steht, dass Gott den Menschen nach Seinem Ebenbilde geschaffen hat – was soll denn Gott anderes sein, wenn der Mensch Sein Ebenbild ist – als auch ein Mensch, aber dann natürlich ganz vollkommen und ungeschaffen?

 

Die geschaffene Menschwerdung des Gotteszentrums

 

[RB.02_292,05]
Nur ein Erstes kann ein Erstes schauen, ein Zweites nur ein Zweites; und das Zweite kann erst dann ein Erstes schauen, wenn das Erste die Gestalt eines Zweiten angenommen hat.

[RB.02_292,06]
Darum könnt ihr Mich als ein rein göttliches Wesen nimmer schauen.

Da Ich aber eine zweite körperliche Form angenommen habe, könnt ihr Mich schauen – insofern Ich ein vollkommenes, bleibendes zweites Wesen (Geschöpf) aus Mir Selbst geworden bin.

[Ste.01_008,06]
Der Ewige schuf Sich Selbst hier zum ersten und zum letzten Male zu einem geschaffenen Menschen.

 

Der Kampf des geborenen und wahren Menschen Jesus

[Verborgene Texte.01_008,14–15]

 


Sein Handeln [Jesu] ging nur aus Seiner anhaltend großen Liebe zum Göttlichen hervor – und somit auch aus Seiner Liebe zum Nächsten.
Jedes Handeln war ein Opfer an Gott, und Er handelte so, dass Er dabei nie Seinen eigenen Vorteil, sondern nur das Wohl Seiner Nächsten vor Augen hatte.


Dabei widmete Er jeden Tag drei Stunden der allgemeinen Ruhe in Gott.


Die in aller Fülle in Ihm schlummernde Gottheit weckte Er so stets mehr in Sich auf und machte sie – je nach der Art und dem Maß Seines Handelns – sich zinsbar.

[JJ.01_000,01] Wie bekannt, lebte Ich bis zu Meinem dreißigsten Lebensjahr, wie jeder andere wohlerzogene Knabe, Jüngling und Mann lebt.


Auch Ich musste, indem Ich Mein Leben nach dem Gesetz Moses einrichtete, erst das Göttliche in Mir erwecken – das in Mir schlummernde Zentrum der Gottheit – so wie jeder Mensch Mich in sich zum Leben erwecken muss.

 

Das geschaffene und das ungeschaffene Ich in Jesus

[JJ.01_000,02] Wie jedes andere redliche Menschenkind musste auch Ich selbst damit beginnen, an Gott zu glauben. In immer größerer Selbstverleugnung musste Ich Ihn zunehmend erfassen und Mich mit stets wachsender Liebe der Gottheit [dem göttlichen Zentrum] allmählich vollständig unterwerfen.

[JJ.01_000,03a] So war Ich – als der Herr selbst – ein lebendiges Vorbild für jeden Menschen. Darum kann jeder Mensch Mich nun auf genau dieselbe Weise anziehen, wie Ich selbst in Mir die Gottheit [das göttliche Zentrum] angezogen habe…

[PH.01_013,08a] In jenen Momenten strömten alle Einflüsse menschlicher Leidenschaften auf Mich ein – allein dadurch, dass Ich ganz Mensch wurde und das Göttliche [das göttliche Zentrum] sich in Mein Innerstes zurückzog…

[PH.01_013,08b] …konnte Ich Meinen Geistern ein Beispiel geben, wie man siegreich sein und allen Anfechtungen standhalten kann. Ich wollte durch diese Prüfung allen als ewiges Vorbild vorangehen.

 

Gottfried Mayerhofer, 10. Juni 1870

[Vers 2f]  Ich musste also, als Ich auf diese Welt kam, ein vollständiger [geschaffener] Mensch sein und darum als [geschaffener] Selbst-Mensch auch Meine Leidenschaften und Mängel – die Ich weislich in Mich selbst gelegt hatte – im Leiden bekämpfen und, wie Ich es auch von den Menschen verlange, selbst überwinden.

[Vers 2g] Nun versteht ihr sicher, dass Ich, als es auf die letzten Augenblicke ankam, in denen Ich als [geschaffener] Mensch dem Tod entgegensah, auch als [geschaffener] Selbst-Mensch die Todesangst überwinden musste – wie jeder andere [geschaffene Mensch].

[Vers 3] Während Meines gesamten Lebenslaufs auf Erden war das göttliche Prinzip in Mir nur insofern wirksam, als Ich während Meiner Lehrzeit Wunder benötigte – wie etwa die Voraussicht und Veredelung jener Gefahren, die Meine Feinde gegen Mein Leben richteten…

 

Das doppelte Ich in Jesus

 

[Himmlische Gaben.01_41.04.09,08] Was Mein Leiden betrifft, so habe Ich an Meinem Körper wie jeder andere Mensch gelitten. Doch weil das [geschaffene] menschlich leidende Ich in sich ein weiteres, [ungeschaffenes] göttliches Ich trug, war dieses Leiden ein doppeltes: äußerlich physisch, innerlich göttlich.

 

Redaktionelle Anmerkung: Für Leser ohne Lorber-Vorkenntnis: Der Autor meint, dass Jesus – als ewiger Schöpfer – Sich selbst als [geschaffenen] Menschen durch die in Ihm wohnende Gottheit verkörperte. Als Mensch musste sich die Gottheit in Ihm zurückhalten, um die Liebe der Gottheit – das Sohnessein – für die Menschheit auf die Probe zu stellen, so wie auch der Mensch geprüft wird.

 

[GEJ.09_136,17] Wenn aber in der Schrift steht, dass Gott den Menschen nach Seinem Ebenbild geschaffen hat, und dass Abraham Gott in der Gestalt eines Mannes gesehen hat – ebenso wie Jakob (Israel) –, warum sollte man sich dann an der männlichen Gestalt des Herrn Jesus von Nazareth stoßen und nicht vielmehr glauben, dass in Ihm derselbe Herr wohnt, der Moses auf dem Sinai rief und ihm die Gesetze für Israel gab?!

[GEJ.11_075,09] Gott war, bevor Er Sich in Jesus mit Fleisch bekleidete, unpersönlich. Vor Seiner Menschwerdung wohnte Gott in einem unzugänglichen Licht und war keinem geschaffenen Wesen sichtbar. Selbst die reinsten Engelgeister konnten die Gottheit nie anders schauen als in der Gestalt einer Sonne. (vgl. Die geistige Sonne II/13:7)


In Sich selbst aber ist Gott von Ewigkeit her ein Mensch, nach dessen Ebenbild Er den Menschen geschaffen hat.
(vgl.
Das große Johannes-Evangelium VI/88:3; Genesis 1,27; Haushaltung Gottes II/138:26 und 139:20; Erde und Mond 54:9 u. a.)

 

Daher konnte Ihn niemand anschauen, sondern nur Sein Wesen als Licht fühlen. Denn Gott ist in Sich selbst reines Licht, das Seine Strahlen ausbreitet. Wo Licht ist, ist alles durchdrungen; es belebt alles. Doch dieses Licht ist keine konzentrierte Quelle wie bei einer Sonne, sondern ein unbegrenztes Lichtmeer ohne Zentrum.


Wesen, die geistig in das göttliche Sein eindrangen, konnten es nur als Leben im Licht erfahren: ein Schweben, Ruhen, ein wunschloses Einswerden mit dem Licht.


Erst als der Mensch Jesus zur Personifikation Gottes wurde, wurde das Nahen zur Gottheit ein Nahen zu einem Menschen.
Deshalb hatten sowohl die alten Seher recht – als auch die neueren, die nach Mir lebten.

 

Alles klar! Ich überarbeite den gesamten Text stilistisch und sprachlich, ohne ihn zu kürzen oder inhaltlich zu verändern. Dabei achte ich auf Grammatik, Satzbau, Lesefluss und klare Ausdrucksweise. Ich setze Anführungszeichen und korrigiere Formatierungen, Zahlen und Rechtschreibung. Los geht’s:

 

Warum erfolgte die Menschwerdung Gottes auf unserem Planeten Erde? von Wilfried Schlätz, Deutschland - Kurzer Auszug – Foto der Redaktion

 

Der HERR zeigt uns in Seiner Neuen Offenbarung durch Seinen Schreiber Jakob Lorber, dass nicht nur alle Planeten unseres Sonnensystems – mit Ausnahme von Pluto –, nicht nur die planetarischen Sonnen, die unserer Sonne gleichen, sondern auch die umkreisenden Sonnen (mit einem Durchmesser von etwa 1 Lichtjahr und Zentralsternen spiralförmiger Nebel) und die größten Sonnen (mit einem Durchmesser von einer Million Lichtjahren, also 10^6 Lichtjahren, und Zentralsternen in Millionen von Galaxien) von Menschen unserer materiellen Art bewohnt sind.

 

Der HERR hat den großen materiellen Schöpfungsmenschen in Form von unendlich vielen erschaffenen Erdkugeln aufgebaut, der nichts anderes ist als die in der Materie eingefrorene größte Seele; das ist der urerschaffene, aber gefallene Geist Luzifer. Und der Herr sagt am Ende des zweiten Teils von „Robert Blum“ [Himmel und Hölle] über die Bedeutung unseres Planeten im großen materiellen Schöpfungsmenschen:

 

„Dieser Mensch ist seinem ganzen Gehalt nach der ursprüngliche Geist, den die Bibel Luzifer (Lichtträger) nennt, und dieser ist noch im vollen Besitz seines großen Selbstbewusstseins, aber nicht mehr im Besitz seiner elementaren Urkraft. Er ist in all seinen Teilen gefangen und gerichtet. Nur ein Weg steht ihm stets frei, und das ist der Weg zu Meinem Vaterherzen! Für jeden anderen ist er jedoch verurteilt und so gut wie tot und kann weder einen Fuß noch eine Hand auch nur einen Zentimeter bewegen.“

 

„Dass dieser Geist nun in sich geschieden ist, wie gezeigt, und in derart festen Erdkugeln, liegt sein Gerichtet sein darin. Und sein Leben, das dadurch in fast unendlich viele abgeschlossene Teile geschieden ist, kann nicht als ein Ganzes betrachtet werden, sondern als ein sehr zerteiltes Ganzes. Denn nur in jeder Erdkugel ist Leben, aber außerhalb davon ist jedoch nichts anderes als nur Mein ewig unwandelbarer fester Göttlicher Wille.“

 

„Wenn er sich dort demütigen und zu Mir zurückkehren will, dann muss sein ursprüngliches Urleben wieder neu freigegeben werden. Und dieser große materielle Schöpfungsmensch wird dann von einem ganz freien Leben eingehaucht werden. Aber wenn dieser ursprüngliche Geist Meiner Schöpfung in ihrer arroganten Halsstarrigkeit weiterbestehen will, dann kann diese Ordnung, wie sie jetzt geordnet ist, auch so lange bleiben, bis alle Materie in ein neues, unendlich vervielfältigtes Seelen- und Geistesleben aufgelöst ist.“ (Robert Blum II, Kap. 6 und 8–10) = Himmel und Hölle, Teil 2.

 

Im Buch „Geistige Erde“ gibt der HERR nun die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: „War auch die Seele Luzifers noch so groß, so konnte doch in ihr nicht mehr als nur ein Geist wohnen, und dieser eine Geist, der seinen eigenen Fall verschuldet hat, kann nicht in all den zahllos geteilten Compendien seiner einst konkreten Urseele wohnen. Seine Wohnung ist nur auf diese von euch bewohnte Erde beschränkt. Alle anderen Himmelskörper, obschon sie Teile dieser ehemaligen Seele sind, werden von seinem Geiste nicht bewohnt.

 

Darum auch können die Menschen jener Himmelskörper, obschon ihre Natur meist besser ist als die der Menschen der Erde, doch nie jene vollkommen gottähnliche Höhe erreichen wie die Kinder dieser Erde. Obgleich diese im Geiste von Gott am weitesten abstehen und die allerletzten sind, so sind sie gerade darum im Falle der Verbesserung die allerhöchsten und können am meisten Gott ähnlich werden.

 

Und aus diesem Grunde erwählte Ich, als der HERR, gerade diese Erde zum Schauplatz Meines größten Erbarmens und schuf auf ihrem Grund und Boden alle Himmel neu.“ (Geistige Erde 531, 10/11)

 

Erhellend und deutlich hat der HERR in intimeren Kreisen Seiner gereiften Schüler die kürzlich gestellten Fragen noch einmal mit folgenden Worten beantwortet: „Bei all jenen ewigen zahllosen Vorschöpfungen, welche alle eine urgroße menschliche Urform von geschaffenen Welten bildeten und bestimmend waren, bin Ich nicht einfach auf irgendeinem Planeten durch die Kraft Meines Willens auf dieser Erde als Mensch im Leibe umhüllt gekommen, sondern Ich kam nur mit ihren menschlichen Geschöpfen in Kontakt, die vor jener Schöpfung schon als reine Engelgeister erschaffen waren.“ (GJE4-255:2)

 

„Nur diese Schöpfungsperiode hat Mir zum Ziele gestellt, Mich auf einem beliebigen, kleinen, irdischen Himmelskörper, der nun eben diese Erde ist, um für alle vorausgegangenen sowie für alle in der nie endenden Ewigkeit und nachfolgenden Schöpfungen von Mir Selbst belehrt zu werden in Meinem ewigen, urgöttlichen Wesen in einem Körper und in der schmälsten Form.

 

Ich wollte Mir für alle zukünftigen Zeiten und Ewigkeiten nicht nur, wie gewöhnlich, wahre und wirkliche, Mir vollkommen ähnliche Kinder schaffen, sondern sie durch Meine väterliche Liebe echt auserwählen, auf dass sie dann mit Mir über die ganze Unendlichkeit herrschen möchten.

 

Um das aber zu erreichen, hüllte Ich, der unendliche, ewige Gott, das vornehmste Zentrum Meines göttlichen Wesens in den Körper, um Mich euch, Meinen Kindern, als sichtbaren und tastbaren Vater zu präsentieren und euch Selbst aus Meinem höchst eigenen Mund und Herzen die wahre, göttliche Liebe, Weisheit und Kraft zu lehren, wodurch ihr dann, Mir gleich, nicht nur über alle Wesen dieser gegenwärtigen Schöpfungsperiode herrschen sollt und werdet, sondern auch über die der vorausgegangenen und alle noch kommenden.

 

Und darum hat diese Schöpfungsperiode im Verhältnis zu allen anderen das von euch noch lange nicht deutlich genug erfasste Vorrecht, dass sie in der ganzen Ewigkeit und Unendlichkeit die einzige ist, in der Ich Selbst die menschliche, fleischliche Natur ganz angenommen habe und Mich innerhalb des ganzen, großen Schöpfungsmenschen, innerhalb dieser Hüllkugel, in diesem Gebiet, wo Sirius die Zentralsonne ist, aus den zweihundert Millionen ihn umkreisenden Sonnen nun gerade diese und von den vielen Erdkugeln, die sie umkreisen, nun gerade diese, auf der wir uns jetzt befinden, auserwählt habe, um darauf Selbst Mensch zu werden und euch Menschen als Meine wahren Kinder für die ganze Unendlichkeit und Ewigkeit, sowohl vor- als rückwärts, auserwählt habe.“ (GJE4-255, 2–5)