(Wie eine Warnung für die Menschheit unseres Atomzeitalters kreisen zwischen
den Bahnen von Mars und Jupiter die Teile eines einst geborstenen Großplaneten.
Es ist der Schwarm der Asteroiden mit seinen vier Kleinplanetchen
Ceres, Pallas, Juno und Vesta und tausende von kleineren Trümmern, die noch
heute das Zeugnis einer gewaltigen kosmischen Katastrophe bilden. Daß die dortige Planetenmenschheit einst selbst den Grund
dazu gelegt hat, geht aus mehrfachen anderen Eröffnungen im Schrifttum Lorbers hervor. Aus den Werken »Das Große Evangelium«,
»Bischof Martin«, »Unsere natürliche Sonne« und »Naturzeugnisse« folgen einige
Auszüge zu diesem Thema. Hgb.)
Einst gab es in eurem Planetenreich
noch eine große Erde, die von eurer Sonne ihr Licht empfing und eine große
Bestimmung hatte. Als Lebenskammer im Herzen des großen Weltenmenschen war zur
Zeit der Voradamiten dieser einstige Weltkörper wirkend vorhanden. Der erste
gefallene Geist Satana wählte sich ihn aus mit der
Verheißung, sich dort zu demütigen und in die Ordnung Gottes zurückzukehren.
Darum sollte dieser Stern dereinst ein Stern alles Heils sein. Hier wollte Satana (Luzifer) ganz in sich zurückgezogen wirken, und
kein Geschöpf dieses Sterns sollte je von ihm in seiner Sphäre beirrt werden,
noch weniger andere Planeten mit ihren Bewohnern. Aber er hielt seine
Versprechungen nicht und wirkte dort in seiner ihm zugelassenen Freiheit derart
böse, daß kein Leben mehr fortkommen konnte. Er wurde
daher in das Feuerzentrum eurer Erde gebannt und die Bestimmung jenes
Planeten ist nun eurer Erde verliehen, nämlich der Hauptlebensnerv im Herzen
des großen Schöpfungsmenschen zu sein.
Als der Planet noch ganz war und reich an mächtigen Völkern, da verführte der
alte Drache ihre Herzen. Und sie entbrannten alle in wütendster Herrschsucht
und schworen sich ewigen Krieg und gegenseitige Aufreibung bis auf den letzten Mann. Die Menschen gingen in
größte Hochmut und in völlige Gottvergessenheit über. Die überhaupt noch an
Gott glaubten, suchten ihn gewisserart vom Throne
seiner ewigen Macht zu stürzen. Arge Weltweise sagten, daß
Gott im Zentrum ihrer Erde wohne. Man müsse daher Minen treiben, um ihn dort
gefangen zu nehmen. Sie gruben demnach tiefste Löcher in das Erdinnere, wobei
eine Unzahl von Menschen zugrunde ging. Als zu ihnen Boten der geistigen Welt
kamen, um sie zu warnen (s.a. =>*), wurden sie als Menschen allzeit erwürgt
und die Planetenmenschheit besserte sich nicht.
Bei ihren Grabungen stießen die Menschen auf weißglänzende Steine, und wie bei
euch Gold und Diamanten, so wurden diese Steine wahre Steine des Anstoßes. Wer
keinen weißen Stein besaß, galt bald weniger als ein unverständiges Tier. Daher
sammelten die Mächtigeren solche Steine bergweise und ließen den Schwächeren
nichts zukommen, um sie desto leichter tyrannisieren zu können. So ging diese
Habsucht weiter, bis sich die Hauptinhaber für wahre Götter hielten und sich
als solche dem Volke aufdrängten. Da unter diesen Göttern einer der höchste
sein wollte, ließ ein jeder so weit wie möglich in den Eingeweiden des
Weltkörpers wühlen, um durch den größten Besitz an Steinen seinen Vorrang zu
beweisen.
Diese Machthaber mißhandelten das Volk auf die
grausamste Weise und ließen es Tag und Nacht im Erdinneren nach den weißen
Steinen graben. Andere wieder mußten sich in großen
Rotten sammeln, um den Steinbesitz eines anderen Gottes zu verringern. Durch
solche Steinkultur blieb nun jede wahre Kultur des Landes im Hintergrunde und
die Völker samt ihren Göttern drohten in schrecklichen Hungersnöten umzukommen.
Da schufen die vier letzten und mächtigsten Herrscher ein Gesetz, wonach die
Völker des einen die anderen fangen, abschlachten und verzehren durften. Dies
aber war der Zeitpunkt ihres Endes, denn die Menschen dieses Planeten waren
sehr erfinderisch und entdeckten schon vor tausenden von Jahren eine Art
Sprengkörper, die alles zerstörten, wenn sie entzündet wurden.
Und sie handelten wie die Bewohner Hanodas vor der noachitischen Sündflut gleichfalls mit manchem Berge taten,
indem sie die inneren Wasserschleusen der Erde öffneten und dann in deren
hochgestiegenen Fluten umkamen. So führten auch jene Planetenbewohner immer
ärgere Kriege und trieben stets größeres Unwesen. Einer unterminierte des anderen
Land tief nach allen Richtungen und füllte die Minen mit Haufen solcher
Sprengkörper, die nach Entzündung ganze Ländereien zerstörten. Im weiteren
Verlauf gruben sie stets tiefere Schächte in das Innere ihrer Erde, die fast
ums Zweitausendfache größer war als die eurige. Endlich gerieten sie doch zu
tief, wodurch der Erde innere Kammern, die von Natur aus mit dem Urfeuerstoff
erfüllt sind, in den heftigsten Schnellbrand gerieten. Diese innere Feuergewalt
trieb dann den ganzen Planeten aus seinen Fugen und brachte ihn nach allen
Seiten zum Zerbersten. Und damit hatte diese Erde samt ihren argen Menschen das
Ende erreicht. Ihre Bewohner hatten sich zu gewaltig übernommen und es geschah
darum, daß über sie ein großes Gericht kam, wie es
auch schon einmal eurer Erde um nicht vieles besser erging. Jener Planet wurde
jedoch ganz zerstört und zertrümmert und mit ihm alle die maßlos stolz und
lasterhaft gewordenen Menschen.
Bei der gewaltigen Teilung des Planeten fanden viele Millionen dieser
Riesenmenschen den Leibestod. Daß diese Katastrophe
für jene Menschen ein entsetzliches Weltgericht war, ist ganz sicher, doch
trugen sie allein die ganze Schuld daran.
(Auf diese, den benachbarten Jupiter
rast um die Hälfte über treffende Größe des einstigen Planeten läßt die überaus geringe Summe der Massen aller
aufgefundenen Trümmer keinen Schluß zu. Denn die
weitaus größere Zahl jener kosmischen Bruchstücke muß
von den anderen Planeten eingefangen worden sein. Vermutlich sind die beiden
Kleinmonde des Mars, wie auch die auffallend dürftigen Kleinsttrabanten
unter den Monden des Uranus und Neptun solche Trümmer, die in den
Anziehungsbereich jener Planeten gerieten. D. Hgb.)
Die Bewohner wurden zuvor durch lange
Zeit belehrt, ermahnt und gewarnt. Es wurde ihnen gezeigt, was sie zu erwarten
hätten, doch hielten sie all dies in ihrer großen Weltklugheit für
Hirngespinste jener Seher, die angeblich solche Dinge dem leichtgläubigen Volke
erzählten, um dadurch zu Ansehen und Versorgung zu gelangen. Die Großen und
Mächtigen verfolgten sie daher mit Feuer und Schwert, ja sie stellten sich am
Ende allem Geistigen so ernst entgegen, daß ein
jeder, der es wagte, vom Geiste zu sprechen oder zu schreiben, gnadenlos
getötet wurde.
Dieser zerstörte Planet schwebte zu Anfang der sechsten Erdbildungsperiode,
umkreist von seinen vier Monden, zwischen den Bahnen der Planeten Mars und
Jupiter. An Größe kam er letzterem gleich, nur besaß er mehr Festland und auch
einen höheren Luftkreis. Ferner hatte er eine stärkere Polneigung und damit auch
eine schiefere Bahnlinie um die Sonne. (Anmkg.: Die
Astronomie bestätigt, daß die Neigung der heutigen
vier Kleinstplaneten zur Ekliptik beträchtlich größer
ist als die aller anderen Planeten! D. Hgb.)
So stand einst seine Ordnung. Dann aber erfolgte die erwähnte Zertrümmerung,
die den Planeten in zahllose kleinere Stücke teilte. Nur die vier Monde blieben
als Ganzes erhalten. Da sie aber ihren Zentralkörper verloren hatten, gerieten
sie in Unordnung und entfernten sich von einander mehr und mehr, indem sie
durch die Berstung des Planeten einen sehr merklichen
Stoß erhielten. Die Stücke des Planeten zerteilten sich in dem sehr breiten
Raume zwischen Mars- und Jupiterbahn. (1) Eine große Zahl kleinerer Trümmer
entfernte sich auch über die angezeigten Bahnen hinaus. Etliche fielen auf den
Jupiter, andere auf den Mars, einige sogar auf eure Erde, sowie auf die Venus,
den Merkur und in die Sonne.
Sogar die riesenhaft großen Menschen wurden dabei in grosser
Menge in den freien Himmelsraum geschleudert wie auch die anderen Kreaturen.
Einige verdorrte Leichname schweben noch immer im weiten Ätherraum umher,
andere liegen tot und vermodert unter den Trümmern ihrer Häuser, die auf den
größeren Planetenbruchteilen noch bestehen blieben. Etliche jener
Menschenleichen fielen sogar auf eure Erde, wo sie jedoch schon nach wenigen
Jahren vollkommen aufgelöst wurden. Von diesem Fall rührt die noch heute
überlieferte heidnische Mythe vom Kriege der Giganten gegen die Götter her. So
verstarben die ersten Menschen auf den Resten des einst größten Planeten eures
Sonnengebiets.
Die Meere des zerstörten Planeten verteilten sich bei der Berstung
mit ihren Einwohnern aller Art in größere und kleinere kompakte Massen, von
denen einige viele Meilen Durchmesser besitzen. Sie bergen dabei auch festeres
Erdreich in sich und sind noch von mancherlei Tieren bewohnt. Auf den kleinen
Trümmern aber waltet kein organisches Leben mehr außer dem der Verwitterung und
langsamen Auflösung.
Allein auf den vier Monden leben noch Nachkömmlinge der früheren Geschöpfe,
aber nurmehr in einem verkümmerten Zustand. Diese
vier kleinen Weltkörper können auch tote Planeten genannt werden, da die Zahl
der Lebewesen nur noch gering ist. Die noch vorhandenen Menschen sind ganz
besonders naturmäßig geartet und Geistiges ist ihnen nahezu fremd. Die dortige
Vegetation ist außerordentlich dürftig. Die kaum drei Spannen großen Menschen
haben den Winterschlaf mit den Tieren eurer Erde gemein, der auf diesen vier
Weltteilen manchesmal mehr als zwei Erdjahre dauert. Zuweilen auch kürzer, je nachdem sich ein
solcher Kleinplanet wegen seines unregelmäßigen Laufs mehr oder minder der
Sonne nähert. So blieben nur diese vier Monde als abgerundete kleine Welten
zurück, die noch ein kümmerliches höherorganisches
Leben tragen.
So spricht der HERR: »Auch die Menschen eurer Erde werden wieder diese
schrecklichen Sprengmittel erfinden samt einer Menge anderer
Zerstörungswerkzeuge. (Ist bereits Wirklichkeit geworden! D. Hgb.) Sie werden damit viel Verheerungen auf Erden
anrichten. Daß sie aber nicht damit in zu große
Tiefen der Erde gelangen, dafür wird von Mir aus vorgesorgt werden. Es wird
darum auf eurer Erde eine solche völlige Zerstörung niemals geschehen können.
Aber örtliche Verheerungen und Verwüstungen größter Art werden gewiß vor sich gehen. Und die Menschen werden dabei in
große Angst, Schrecken und Trübsal geraten und viele werden verschmachten vor
Furcht und banger Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen!«
(Unter den Planeten unseres Sonnensystems nimmt der Saturn eine besondere
Stellung ein, da er als einziger von einem ringförmigen Gebilde umgeben ist.
Während die Astronomie über Wesen und Zweck dieses Doppelrings nur Theorien
aufzustellen vermag, empfing Jakob Lorber darüber
lichtvolle Eröffnungen. Die genaue Beschreibung des Planeten samt seinen Ringen
und Monden findet sich in dem Werke ,>Der Saturn<, dem hier auszugsweise
die nachstehenden Schilderungen entnommen sind. - D. Hgb.)
Der Planet Saturn ist über eintausendmal größer als eure Erde. Zu seinem Umlauf um die
Sonne braucht er rund 29 Jahre. Der Durchmesser seines ganzen
Doppelringes beträgt 40 000 geogr. Meilen, die Entfernung von der Oberfläche
des inneren Ringes bis zur inneren Fläche des äußeren Ringes 545 geogr. Meilen.
Der innere Ring hat in sich noch drei Halbspalten, davon jede 20-30 Meilen groß
ist. Diese gehen nicht durch den ganzen zweiten Ring, sondern sind angefüllt
mit lauter eiförmigen Kugeln solchen Durchmessers, daß
vermöge dieser dazwischen liegenden Kugeln die drei inneren Ringteile nur einen
Ring ausmachen. Wo sich aber die Spalten befinden, geht ein freier Raum gleich
einer nach innen gebogenen Pyramide sowohl von unten nach oben, wie von oben
nach unten den ganzen Ring hindurch. Diese aneinandergereihten Kugeln in jenen
drei Spalten haben schon manchen Astronomen auf die irrige Idee gebracht, es
wäre dieser Ring zusammengesetzt aus sehr vielen kleinen Monden. Denn in einem
starken Fernrohr gleicht dieser Ring einem Rosenkranz, der auch aus lauter
kleinen Kugeln besteht.
Den Planeten Saturn umkreisen sieben, bzw. zehn Monde (drei sind Nebenmonde der
Hauptmonde. D. Hgb.) von verschiedener Größe und
Entfernung. Der erste, nächste und zugleich kleinste Mond hat nur 120 Meilen,
der letzte, äußerste und größte Mond 1120 Meilen im Durchmesser. Er ist rund
361 000 Meilen vom Planeten entfernt. Aus diesen Zahlenangaben könnt ihr
schließen, daß dieser Weltkörper dank seiner Größe,
verschiedenartigen Konstruktion und seiner zahlreichen Monde keine geringe
Bestimmung im Schöpfungsraume innehat.
Die Oberfläche des Planeten besteht zum größten Teil aus Wasser. Es gibt hier
kein eigentliches Festland, sondern zumeist unter dem Äquator abgesonderte,
bedeutend große Inseln, die freilich an sich umfangreicher sind als eure fünf
Kontinente zusammengenommen. Gegen die Pole hin ist der Weltkörper mit ewigem
Schnee und Eis bedeckt, das dort schon um 40 Grade früher beginnt als auf der
Erde. Daher ist eure sogenannte gemäßigte Zone im Saturn das Reich des Schnees,
eure kalte Zone das Reich des ewigen Eises, und eure heiße Zone ist dort die
eigentliche gemäßigte Mittelzone, die allein von Menschen bewohnbar ist. In
dieser heiteren und milden Zone befinden sich 77 große Eilande, wovon das mittelste größer ist als der Kontinent Amerika. Eine jede
Insel ist von der anderen in der Formation und in ihren Produkten bei weitem
verschiedener als euer Lappland von den südlichsten Tropenländern.
Trotz der weiten Entfernung von der Sonne erhält der Planet genügend Licht und
Wärme. Denn fürs erste hat er in dem Maße, als er die Erde an Größe übertrifft,
auch ein ebenso stärkeres Eigenlicht. Sodann umgibt
den Planeten eine tausendfach größere Atmosphäre, die beiläufig 100 000 Meilen
hinausreicht, während jene eurer Erde nicht einmal 2000 Meilen beträgt. Daher
vermag diese große Luftkugel entsprechend viele Sonnenstrahlen aufzunehmen, um
sie dann stets konzentrierter auf die Oberfläche zu führen. Darum erblicken die
Bewohner des Planeten die Sonne auch um vieles größer als ihr. Die Wärme würde
eben darum am Äquator unerträglich sein, wenn sie nicht durch den Ring derart
gemildert würde, daß dieser die am meisten
konzentrierten Sonnenstrahlen aufnimmt. Hier werden sie teils selbst
verbraucht, teils auch wieder in den Weltraum zurückgestrahlt, wodurch sich der
Ring in den Fernrohren glänzender als der Planet selbst darstellt. Der Schatten
des Rings aber wirkt höchst wohltätig, indem er die heiße Zone zur gemäßigten
macht.
Zufolge dieses Rings ist auf diesem Weltkörper auch niemals Nacht wie bei euch.
Denn da ist fortwährend Tag auf der Sonnenseite, während auf der
entgegengesetzten Seite - da der Ring von der Sonne auf der inneren Seite
beleuchtet wird - stets genügend Licht herrscht, noch dazu verstärkt von den
verschiedenartig kreisenden Monden. Zu diesem eigentlichen ,,Nachttage“ kommt
noch das Licht der Fixsterne, die wegen der reinen und weitgedehnten Atmosphäre
ums zehnfache größer erscheinen und ebensoviel
stärkeren Glanz von sich geben als bei euch die Venus im hellsten Abendlichte.
Versetzt euch im Geiste in ein Land dieser Mittelzone des Planeten und
betrachtet von da aus die großartige Herrlichkeit des gestirnten Himmels. Ihr
möget eure Phantasie noch so erhöhen, so könnt ihr euch keinen Begriff machen
vom millionsten Teile der Pracht, die da herrscht! Denn hier ist die Nacht
heller als bei euch der Tag. Und am Tage selbst vermißt
man dort unter dem Schatten des Ringes niemals den Anblick der schönen Sterne.
Besonders von den Bergen mit ihrer unermeßlichen
Aussicht ist die Wirkung des Sternenlichtes unter dem Ring so mannigfaltig in
der Farbenpracht, daß ihr euch nicht die leiseste
Vorstellung davon machen könnt.
Wie groß der Planet Saturn einst war, zeigt sein gegenwärtiger Ring, denn die
Oberfläche des äußeren Ringes war zuvor die Oberfläche des ganzen Planeten.
Einmal jedoch mußte er südlich und nördlich gewisserart abgeschnitten werden, wodurch die beiden großen
Kappen gleich zwei riesenhaften Hohlschalen in den weiten Weltraum geschleudert
wurden. Und warum? Weil auch dort auf diesen beiden Teilen die arge Schlange (Satana) einige reichlich böse Brut hingesetzt hatte! Nur
die Bewohner des heißen Mittelstrichs blieben rein, darum er auch erhalten
wurde zu einem immerwährenden Denkzeichen, daß der
große Weltenbaumeister auch einen Weltkörper erhalten kann, wenn dieser nicht
mehr in seiner ersten planetarischen Vollkommenheit dasteht.
Woher ist nun dieser gegenwärtig viel kleinere Erdkörper des Saturn nach der
Katastrophe entstanden? Merkt auf, denn ihr werdet nun einen starken Blick
nicht nur auf diesen Planeten, sondern auf alle Weltkörper werfen können: Der
gegenwärtige Weltkörper im Ringe war auch schon vor der Abkappung
vorhanden, wie es auch bei eurer Erde, wenn diese auch abgekappt würde, der
gleiche Fall wäre. Denn auch innerhalb der äußeren Erde steckt noch eine
kleinere, und darin eine noch kleinere, die mit einander nur entweder durch
Luft, Wasser oder Feuer in Verbindung stehen. Somit ist der jetzige Saturn
schon die (innere) Mitte-Kugel, weil der Ring schon zwei darstellt, allda er sich
vollkommen unberührend gespalten hat. Wenn diese
mittlere Kugel nochmals abgekappt würde, käme auf diese Art wieder ein noch
kleinerer Ring unter dem größeren zum Vorschein, innerhalb dessen sich noch
einmal ein vollkommen runder Erdkörper ebenso freischwebend befände wie der
jetzige im großen Ring.
Die sieben Hauptmonde nehmen einen bedeutenden Einfluß
auf den Planeten. So geschieht es in jenen Zeiten, da alle sieben Monde zufolge
ihrer ungleich schnellen Bewegung auf derselben Seite des Planeten zu stehen
kommen, daß dadurch das Meerwasser zu ungeheuren
Fluthöhen emporgehoben wird. Wo nur, wie bei euch, ein kleiner Mond die Erde
umkreist, wäre es freilich unklug, Flut und Ebbe dem Monde zuzuschreiben,
obgleich er zusätzlich einen unbedeutenden Einfluß
dazu ausübt. Die Gezeiten entstehen durch das Atmen der Erde, und der Mondeinfluß beträgt bei sechs Fuß naturgemäßer Steigerung
des Meeres kaum ein Zoll als Mithilfe. Bei einem Planeten wie der Saturn gibt
jedoch die Anziehungskraft der sieben Monde schon einen bedeutenden Ausschlag
von leicht siebzig Klaftern, wenn ihr die Erd-Zolle in dem Verhältnis auf den
Saturn übertragt, in dem alles Übrige des Saturn zur Erde steht. Nehmt dazu
noch die gewöhnliche Steigerung des dortigen Meerwassers zur Zeit der Flut um
sechzig Klafter an, so wäre sogar das innere Flachland auf tausende Meilen weit
gefährdet, würde nicht der Ring über dem Meere regulierend wirken. Denn durch
seine Anziehung bildet das Meer unter dem Ring bei Flut förmliche Wasserberge,
die das allzuweite Eindringen der Flut in das Uferland unterbinden. Sie haben eine große Ähnlichkeit mit
den Wasserhosen bei euch, wachsen jedoch dort zu schauerlichen Höhen an. Dabei
vollzieht sich ein großartiger Begattungsakt, wobei die atomischen
Äthertierchen des Luftraums ins Wasser aufgenommen werden, worin sie sich dann
von Klasse zu Klasse reproduzieren. So ist das Wasser des Meeres überall die
erste Wohnstätte des Tierreichs.
Es wurde euch anfangs gezeigt, daß der Saturn
eigentlich nur zwei Klimazonen besitzt; eine durchaus gemäßigte, in der alle
bewohnbaren Länder liegen, deren Breite im ganzen mehr als ein Drittel der
Polardistanz einnimmt. Diese Wohngebiete werden nördlich und südlich von
ununterbrochenen Meeren umflossen, deren äußerste Teile schon in die Region des
ewigen Eises führen.
Nun wollen wir uns dem Ringgebilde des Saturn zuwenden. Der Ring bildet für
sich einen vollkommen kompakten, festen Weltkörper, dessen Flächenraum
den des eigentlichen Planeten ums Mehrfache übertrifft. Ebenso mehrfach ist auch
sein körperlicher Inhalt. Dieser Ring hat alle Bestandteile eines Planeten:
überaus hohe Berge, große Seen und Flüsse und überall umgeben von
atmosphärischer Luft. Nur ist das Wasser und die Luft des Ringes viel leichter
und feiner als auf dem Planeten. Der Ring besitzt auch eine Achsendrehung um
den mit dem Planeten gemeinsamen Mittelpunkt, nur ist die Geschwindigkeit
seiner Drehung von der des Planeten verschieden. Wenn der Planet beinahe
zweimal um seine Achse rotiert, hat der innere Ring - der eigentlich aus zwei
Ringen besteht, die mit lauter elliptischen Sphären miteinander verbunden sind
sich kaum einmal um seine Achse gedreht Der mittlere Ring hat eine noch
langsamere Rotation; der äußerste und größte aber braucht zu seiner Umdrehung
einen Zeitraum von nahezu sieben Saturntagen.
Wenn ihr den verschiedenen Durchmesser der Ringe betrachtet, so wird euch
dieser Unterschied ihrer Umdrehungen leicht klar werden. Hätte z.B. der innere
Ring die gleich schnelle Rotation wie der Planet selbst, würde ihn diese
Schnelligkeit zufolge der Mittelpunktfliehkraft offenbar zerreißen, usw. So
aber ist deren Bewegung auf ein Haar abgewogen, damit von dem Ring kein Teil
zufolge der steten Wurfkraft in den Planeten herabstürzen oder in den Weltraum
geschleudert werden kann.
Würde der Ring des Saturn nicht beständig einen die Hitze mildernden Schatten
bald mehr südlich, bald mehr nördlich gerade auf den Teil des Planeten werfen,
wo sich sonst die heiße Zone erzeugen müßte, - so
würde gar bald ein ganzes Sonnengebiet erfahren, welcher Art, Kraft und
Machtgewalt die Urgrundgeister eben dieses Planeten sind. Durch den Ring aber
wird eine immerwährend gleichgemäßigte Zone in den Wohnländern des Planeten
erzeugt, was zur Folge hat, daß sich diese
Urgrundgeister nicht zu entzünden und somit auch keine Verheerungen in den
Weltgebieten anzurichten vermögen. Darum müssen sogar die Saturnmenschen
selbst zufolge ihrer geistigen Herkunft vor jeder zu großen Erregung bewahrt
werden. Sie müssen immerdar in der höchsten Achtung und dem pünktlichsten
Gehorsam vor dem »Großen Geiste« erhalten werden. Darum wird ihnen auch von der
Liebe nicht allzu viel gepredigt, sondern nur so viel, daß
sie zu höchster Ehrfurcht vor derselben geleitet werden. Aus demselben Grunde
ist dort sogar die Gattenliebe und die Zeugung der Kinder so gestaltet, daß dabei das Gemüt des Menschen ja nie in eine heftige
Erregung gerät.. Alles in allem müssen diese Menschen stets in größter Demut
gehalten werden.
Auch die ganze Schöpfung am Saturn vom Pflanzenreich bis zum Menschen ist in
riesig große Körper gekleidet. Diese großen Leiber sind den Saturnmenschengeistern
deshalb gegeben, daß sie durchaus keinen Materiedruck
erleiden sollen, der sie von außen nach innen drücken könnte, um sie zu
entzünden. Aus dem gleichen Grunde ist ihnen eine außerordentliche Zartheit der
Leiber verliehen, damit der leicht erregbare Geist ja nicht irgendetwas finden
soll, das seine Natur bedrücke und ihn damit zur Entzündbarkeit des Geistes
errege. Durch die Anziehungskraft des Ringes wird auch das Körpergewicht der
Menschen so gemildert, daß diese großen Körper fast
ums hundertfache leichter sind als die eurigen im Verhältnis zur Erde. So sind
die mehrfachen Zwecke des Ringes so höchst- wichtig, daß
er nicht nur als ein Reif um einen Planeten, sondern als ein starkes Schutzband
über ein ganzes Weltall betrachtet werden muß.
Wenn der Saturnmensch leiblich stirbt, wird er in
einen anderen »Kühltiegel« gebracht, und dieser ist der Ring des Planeten. Der
erste Ring dient zur Abkühlung der größten (geistigen) Hitze, der zweite zur
weiteren Abkühlung und der letzte zur Geschmeidigmachung
des Geistes, nach der ein jeder Saturnmensch erst zur
Aufnahme der Liebe fähig wird. Wenn die Geister der Saturnmenschen
aus ihrem ersten, irdischen Körper treten, stehen sie nicht sogleich als reine
Geister da, was schon aus ihrer leichten Wiedererscheinbarkeit
vor ihren Hinterbliebenen zu erschauen ist. Denn diese Geister haben bei ihrem
Übertritt in den großen Ring auch noch eine Art materiellen Leib, der freilich
viel leichter und reiner ist als der frühere stoffliche Körper am Planeten. Und
selbst dieser ätherisch reinere Leib wird dann noch reiner und geistiger, in
eine je höhere Sphäre des Ringes er übergeht.
Diese Ringbewohner leben, essen und trinken auf den Ringen gerade so wie zuvor
auf dem Planeten. Nur sind alle Produkte im selben Verhältnis subtiler und
substantieller wie die Menschen selbst, die dahin gelangen. Der Unterschied
zwischen dem Planeten und den Ringen besteht nur darin, daß
auf dieser zweiten Welt keine Tiere mehr vorkommen, wohl aber genügend
Fruchtbäume, die samenlos dem Boden entwachsen wie bei euch die Schwämme. - Die
Ringbewohner können sich auf den inneren Wunsch der Planetenmenschen auf kurze
Zeit vom Ring auf den Planeten zurückbegeben, und das mit geistiger
Schnelligkeit. Da aber die Lebensverhältnisse der Geistmenschen auf dem Ring
unvergleichlich herrlicher und angenehmer sind, haben solche Geister niemals
Lust, sich länger auf dem Planeten aufzuhalten als es dem Willen des
Großen Geistes gemäß notwendig ist. Sie geraten daher in überaus große Freude,
wenn sie wieder in die Sphären des Ringes zurückkehren können.
Zum Abschluß
noch einen Blick auf die sieben Monde des Saturn. Diese bilden geistig eine
Gradation(Abstufung), wie sie natürlich bei euch nicht sein kann, da die Erde
nur einen Mond als Trabanten besitzt. Was die Bewegung dieser Monde betrifft,
so haben sie keine Rotation um ihre Achse, sondern kehren stets das gleiche
Gesicht ihrem Planeten zu. Aus diesem Grunde ist auch ihre Bewohnbarkeit eine
doppelte, nämlich eine geistige und eine naturmäßige. Somit ist jeder Saturnmond auf der von dem Planeten abgekehrten Seite von
Menschen und Tieren bewohnt, besitzt Vegetation, Wasser und Luft und hat alles,
was zur Unterstützung des natürlichen Lebens notwendig ist,
Die Menschen, die dort naturmäßig leben, sind viel kleiner als jene des
Planeten und haben auf den kleineren Monden kaum eure Größe. Auf den größeren
äußersten drei Monden übertrifft ihre Statur die der Erdmenschen. Diese
Mondmenschen stehen mit den Bewohnern des Planeten in immerwährendem geistigen
Verbande. Die Geister derjenigen Saturnmenschen, die
sich während ihres natürlichen Lebens nicht fähig gemacht haben, sofort in den
Ring zu gelangen, haben vorher gemäß ihrer Beschaffenheit den einen oder
anderen Mond zuweilen auch mehrere durchzumachen, bevor sie in den untersten
Ring aufgenommen werden können. In die Monde kommen eigensüchtige und
heidnische Geister, die während ihres Erdenlebens den Ring als eine Gottheit
angebetet haben.
In einem jeden Mond treten diese Geister zuerst auf der naturmäßigen Seite auf.
Durch die Leiber der dort wohnenden Naturmenschen erschauen sie das
Naturmäßige, nicht aber den Ring, der ehedem ihr Abgott war. Wenn sie dadurch
den Ring gewissermaßen vergessen haben und selbst der Erinnerung ihres Planeten
losgeworden sind, dann erst ziehen sie auf die dem Planeten zugewandte Seite;
von dort aus erst erschauen sie den Planeten samt dem Ring als nahe einen
konkreten Körper. Dadurch und weil sie auch von anderen höheren Geistern
belehrt werden, daß der Ring nicht irgendeine
Gottheit oder ein Sitz derselben ist, sondern ein vom Großen Geiste zu dem
Zweck erschaffener Weltkörper, daß die Geister der
verstorbenen Planetenmenschen dort für ein höheres Leben vorbereitet werden.
Danach bekommen sie eine Sehnsucht nach dem Ring und mehr noch nach dem reingeistigen Zustand, worauf sie dann sogleich in den Ring
befördert werden.
Für Geister anderer Beschaffenheit würde wohl zur Schulung ein Mond genügen.
Für die Saturngeister jedoch, die im großen
Geistmenschen (hierüber Näheres in den Schlußkapiteln.D.Hgb.)
ihren Sitz unter einem Knie haben, genügt solches nicht. Denn die Füße sind die
Grundlage des Lebensbereiches, und an den Füßen wiederum die Gelenke. Da nun
die Bewohner des geistigen Saturns einen allerwichtigsten Fußteil
unter dem Knie des großen Schöpfungsmenschen ausmachen, muß
bei jedem einzelnen Geiste der Saturnmenschen auf
siebenfache Art gesehen werden, welcher der sieben Geister, aus denen jeder
einzelne Geist besteht, am gefährlichsten ist. Zu diesem Berufe sind eben
sieben Monde da, damit in einem jeden eine andere Art zur Ruhe und
entsprechenden Ordnung mit den übrigen sechs Geistern gebracht wird. - Das Lorberwerk »Der Saturn« enthält sehr eingehende
Schilderungen der dortigen Naturreiche und Menschenwelt, die hier wiederzugeben
der Raummangel nicht gestattet. D Hgb.
(Aus einem von Lorber am 24.10.1842 empfangenen
Diktat, das die Verhältnisse eines Planeten schildert, der erst vier Jahre
später am 23.9.1846 vorn Astronomen Laverriers in
Paris berechnet und von Galle in Berlin aufgefunden wurde. Ein handgreiflicher
Beweis für den geistigen Ursprung dieser Offenbarungen! - D. Hgb.)
»Es ist notwendig, nunmehr einem -
euch bis jetzt noch unbekannten - Planeten dieses Sonnensystems einen kurzen
Besuch abzustatten. Wie heißt denn dieser Planet? Da die Erde von ihm noch
nichts weiß, wollen wir ihm hier jenen Namen geben, den er von seinen Bewohnern
selbst erhielt. Er heißt dort »Miron«, was soviel
bedeutet als »Welt der Wunder«.
Aus diesem rechten Namen geht schon hervor, was es mit diesem Weltkörper für
eine Bedeutung hat, denn der wahre Name eines Dinges ist eben nicht so
gleichgültig, wie mancher von euch denken möchte.
Miron ist seiner Größe nach ein Planet, der zwischen Uranus und Saturn
ungefähr die Mitte hält. Was seinen Luftkreis betrifft, so ist dieser jedoch
größer als der des Jupiter und hat einen Durchmesser von nahezu 100000 Meilen.
Da der Planet eine sehr langsame Bewegung besitzt, bedarf er fast fünfhundert
Jahre*, um einmal seine Bahn um die Sonne zu vollenden, Miron hat zehn Monde
(drei Haupt- und sieben Nebenmonde), die ihn in verschiedener Entfernung
umkreisen und durch ihre Stellungen die Nachtzeit des Planeten ziemlich gut
erhellen. Die Monde sind von dem Planeten beträchtlich weit entfernt: der erste
schon über 60000 Meilen, während der letzte über eine Million Meilen von ihm
absteht.** Nach der Umlaufzeit dieses letzten Mondes, zu der er beinahe
dreizehn eurer Erdmonate benötigt, werden dort auch die Jahre gezählt. Denn da
wird nicht nach Sonnenjahren gerechnet, weil diese auf dem Planeten keine
merklichen Unterschiede hervorbringen. Auch könnten sie zufolge der kürzeren
Lebensdauer eines Mironmenschen schwer gezählt
werden, da in einem solchen Sonnenjahr wenigstens fünf bis sechs Menschenalter
inbegriffen sind.
* (Hier dürfte ein Hörfehler Lorbers vorliegen, denn die Umlaufzeit des Neptun beträgt
rund 165 Jahre. 1). Hgb.)
** in neuerer Zeit bestehen bei den Astronomen Zweifel, ob Pluto, der letzte
Planet unseres Sonnensystems, ein wirklicher Planet ist oder ein verloren
gegangener Mond des Neptun. Die starke Neigung Seiner Bahn gegen die anderen
Planeten sowie seine Masse und sein Durchmesser gaben dazu Veranlassung. Nun
haben der amerikanische Astronom Dr. Kuiper von der Sternwarte Net. Locke in
Texas sowie Astronomen am Lowell-Observatorium festgestellt, daß Pluto sechseinhalb Tage für eine Umdrehung um seine
Achse braucht. Das sei für einen echten Planeten viel zu lang. Darum deuten sie
ihn als einen Trabanten des Neptun. Die Astronomen glauben zu wissen, daß es nicht das erstemal ist, daß Neptun einen seiner Monde verloren, aber später wieder
eingefangen hat.
In diesem Planeten sind ebenso wie im
Saturn nur die Äquatorgegenden bewohnt. Seine Polarländer sind von ewigem
Schnee und Eis so überdeckt, daß hier an eine
Bewohnbarkeit nie zu denken wäre. Würdet ihr euch auf diesem Planeten befinden,
so möchtet ihr die Sonne kaum in der Größe eines Talers erblicken. Allein,
diese Planetenbewohner sehen sie dessenungeachtet
ebenso groß, wie ihr sie von der Erde aus erblickt. Der Grund liegt in der
größeren Bildung des Auges, wodurch die Pupille mehr abgeflacht erscheint und
daher auch ein größeres Strahlenbündel fassen kann als das irdische Auge des
Menschen. Der zweite Grund aber liegt in der für diesen Planeten überaus
hochreichenden Luftregion, wodurch auf deren Grenzgebiet noch immer ein
bedeutendes Quantum der Sonnenstrahlen aufgenommen wird. Nach dem Gesetz der
Strahlenbrechung fallen diese Strahlen stets gedrängter auf die Oberfläche des
Planeten, wodurch sie daselbst besonders in den Gegenden des Äquators recht
angenehme Temperaturen bewirken.
Da dieser Planet aber auch schon einer anderen Sonne - welche von ihm freilich
noch sieben »Millionen und neunhunderttausend Meilen absteht - näherkommt als
eure Erde und zudem sein Luftkreis so mächtig ist, empfängt er' auch von dort
einiges Licht und etwas Erwärmung. Auf diese Weise benutzt der Planet Miron
auch die Strahlen anderer Sonnen, wodurch auf seinen Polargebieten das
übermäßige Anwachsen des Eises verhindert wird. Das Eis besteht dann nur bis zu
einer gewissen Höhenregion. Denn wo sich die Strahlen schon wieder von allen
Seiten her begegnen, wird die Temperatur der Luft wieder mehr gemildert. Was
die polarischen Verhältnisse des Planeten betrifft, sind diese die gleichen wie
auf eurer Erde.
Das bewohnbare Land gleicht einem Gürtel. Es ist sowohl südlich wie
nördlich von beinahe unübersteigbaren Gebirgszügen eingeschlossen. Über selbe
kann niemand leicht in die Meeresgegenden gelangen, wo es schon beständig
ungefähr so kalt ist wie etwa im nördlichen Teile Sibiriens. Das Meer wird dort
dauernd vom Treibeis belastet, daher es nicht ratsam wäre, sich mit Hilfe der Schiffahrt auf dasselbe zu wagen. Der über tausend Meilen
breite Wohngürtel bildet somit ein eingeschlossenes Tal, das nur von wenigen
kleinen Gebirgszügen durchzogen ist.
Da sich der ganze Weltkörper binnen zehn Stunden um seine Achse dreht, was eine
Nacht von kaum fünf Stunden Länge ergibt, so ist dieser Gürtel so wohl
temperiert wie bei euch ein mittlerer Sommer. Diese Temperatur unterliegt
keinem Wechsel außer dem, welchen manchmal die Winde und die häufigen
Mondwechsel bewirken. Daraus läßt sich schließen, daß die Bewohnbarkeit des Miron trotz seines großen
Sonnenabstandes nicht die unangenehmste ist und zur Hervorbringung der
Pflanzen- und Tierwelt wohl tauglich erscheint.
Der bewohnbare Boden des Planeten ist im Durchschnitt mehr eben als gebirgig.
Die Ebenen werden von Flüssen und Strömen durchfurcht, die sich dann durch
irgendeine Gebirgsschlucht unter Toben und Brausen ins Meer ergießen. Sowohl an
der nördlichen wie südlichen Gebirgsbegrenzung findet man zahlreiche Vulkane,
häufig auch siedendheiße Quellen und Bäche, wodurch
die Temperatur dieses Landes bedeutend erhöht wird. Denn neben der
Lufterwärmung wird das Erdreich schon von innen her erwärmt, wodurch es sehr
fruchtbar wird und allenthalben die merkwürdigsten Pflanzen und Früchte
hervorbringt. Die Flammen der Vulkane zeigen nicht wie auf eurer Erde eine
schmutzig-rötliche Färbung, sondern eine lichtgrüne Farbe, was für die
Helligkeit und Erwärmung wohltätiger wirkt als die rote Farbstrahlung. Ebenso
erblicken die Bewohner dieses Planeten die Sonne selbst in grünlichweißem
Licht.
Der Grund liegt in der weitgedehnten atmosphärischen Luftregion und ihrer
besonderen Reinheit. Darum erscheinen dort auch entfernte Landesteile nicht
blau wie bei euch, sondern grün. Dafür aber sind die Blätter der Bäume und
Pflanzen, sowie das Gras blau, somit gerade umgekehrt wie auf eurer Erde. Zwar
findet sich die blaue Farbe schon im Saturn vorherrschend, jedoch bei Weitem
nicht so intensiv und lebhaft wie hier. Die grüne Farbe des Lichtäthers ist die
kräftigste, darum sie auch auf den der Sonne näherliegenden Erdkörpern fast die
gesamte Pflanzenwelt beherrscht. Alle anderen Farben sind weniger intensiv und
können daher nur zartere Gegenstände durchdringen. Die blaue Farbe ist die am wenigsten
kräftige, daher auch von ihr am wenigsten verzehrt wird und die Luft stets mit
ihr angefüllt sein kann. Dies ist der Grund, warum auf eurer Erde entfernte
Gegenstände stets blau gefärbt erscheinen.
Auf dem Planeten Miron jedoch ist es hinsichtlich seines großen Sonnenabstands
wie auch wegen seiner ausgedehnten Lufthülle gerade der entgegengesetzte Fall.
Die grüne Farbe des Lichtes hat bei der weiten Entfernung vom Leuchtkörper
Sonne notwendig an Intensität verloren. Auch könnt ihr annehmen, daß auf den ganzen Planeten Miron weniger Sonnenstrahlen
fallen als allein auf euren afrikanischen Erdteil. Wenn nun diese wenigen
Sonnenstrahlen auf die weitgedehnte Oberfläche der Mironluftregion
einfallen, so werden die grünen als die wohltätigsten bald von ihr aufgesaugt.
Nur der viel weniger belebende blaue Strahl wird durch die reine Luft hindurchgelassen und erreicht ungeschwächt den Boden Aus
welchem Grunde dann zumeist die Pflanzen mit Ausnahme der Blüten in der
schönsten blauen Färbung erscheinen.
Was die vegetative Welt des Miron betrifft, so ist diese für eure Begriffe
etwas wahrhaft Wunderbares. So wächst z. B. ein Fruchtbaum bis zur Höhe von
etwa hundert Klaftern zwanzig bis dreißig Mironjahre
in größter Üppigkeit fort. Dann geht mit dem Baum von einem auf den anderen Tag
eine plötzliche Metamorphose (Verwandlung) vor sich. Entweder verschwindet er
plötzlich aus dem Dasein, und an seiner Stelle entdeckt der Forscher eine Menge
neuer Insekten. Oder der Baum wirft seine Äste ab wie bei euch die Blätter und
treibt nun ganz andere Äste, aus denen mit der Zeit auch ganz andere Früchte
zum Vorschein kommen. Wird der Baum aber zu Insekten, dann leben diese eine
Zeitlang an der Stelle des Baumes. Sodann sterben sie ab und aus ihrem
verweslichen Moder entwickelt sich eine neue Pflanzengattung, die mit dem
vorherigen Baum durchaus keine Verwandtschaft hat.
Solche Metamorphosen hängen dort von verschiedenartigen Konstellationen der
Monde ab. Wie aber mit den Bäumen, so ist es auch mit den kleineren Pflanzen
derselbe Fall. Das Gesetz solcher Übergänge erstreckt sich sogar auf das
Tierreich bis zu den vierfüßigen größeren und größten Landtieren. Das Reich der
Amphibien und Insekten, wie auch die gesamte Vogelwelt ist dem Gesetz der
verwandelnden Übergänge unterworfen. Aber nicht etwa wie auf eurer Erde, wo aus
derselben Raupe stets derselbe Schmetterling und aus dem gleichen Wurm immer
dasselbe Insekt hervorgeht. Auf dem Planeten Miron erfolgt dies alles nach
Umstand der Sache und der Zeit. Daher kann dort niemand bestimmen, was hier
oder da zum Vorschein kommen wird So verlegen sich auch die Bewohner dieses
Planeten nicht viel auf Naturwissenschaft, was die Vegetation und die untere
Tierwelt betrifft. Wohl aber stellen sie Beobachtungen an, wo die Natur
konsistent (beständig) zu werden beginnt.
(Hier folgen in Lorbers
Werk »Unsere natürliche Sonne« ausführliche Darstellungen solcher »Mironwunder«, deren Einzelheiten wiederzugeben hier der
beschränkte Raum nicht zuläßt. D. Hgb.)
Die Größe der Mironmenschen ist recht
unterschiedlich. So gibt es Menschen, die eine Höhe von vierzig, und solche,
die oft kaum eine Höhe von zwanzig Klaftern erreichen. Wollen wir als
Mittelklasse einen Mann von 30 Klaftern und ein Weib von 28 Klaftern in
Augenschein nehmen:
Der Mann hat ein ernstes, aber nicht abstoßendes Aussehen. Das Haupt ist mit
langgelockten Haaren versehen, die von dunkelgrüner Farbe sind. Die Hautfarbe
ist weiß, ein wenig ins Lichtgrüne übergehend. Auch die Augen variieren in der
grünen Farbe. Der reiche Kinnbart ist gleichfalls blaßgrün,
ebenso erscheinen die Fingernägel wie starkes grünes Glas. Die Zähne sind
bläulich nach Perlmuttart, die wohlklingende Stimme ist sehr tief und in einer
für eure Ohren so sonoren Stärke, daß ihr sie in
einer Entfernung von zwei Meilen noch wie fernes Donnern vernehmen möchtet.
Auch das Weib spricht tief, doch ist ihre Stimme biegsamer als die männliche
und klingt für den Planetenmann überaus anziehend. Dies umso mehr, weil dieser
Planet gewisserart die Heimat der Tonkunst darstellt,
nicht nur wegen der beugsamen weiblichen Stimmen,
sondern auch durch mannigfache wohlklingende Musikinstrumente.
Das Weib ist gewöhnlich von ungemeiner Schönheit. Ihr Gesicht drückt eine
wunderbare Süße und Anmut aus. Rundung, Weichheit und Zartheit sind die beinahe
niemals mangelnden Auszeichnungen ihres Körperbaues. Die Haut ist zart und von
blendend weißer Farbe, nur die Wangen gehen etwas ins sanft Grünrötliche über.
Die Haare sind schwarzgrün und schillern bei Licht wie eine Pfauenfeder. Die
Fingernägel sind lebhaft grün und glänzen wie feinpoliertes Glas. Das Antlitz
rechnet nach euren Grundsätzen zu den schönsten Formen: Eine hohe Stirn,
ausgeprägte Augenbrauen, große und sehr lebhafte Augen, deren Pupille ein feuervolles
Grün mit manchmal rot durchbrechenden Strahlen spielt. Die Nase ist gerade und
sanft gerundet. Der Mund ist im rechten Verhältnis, der Hals mittellang und
rund, der Nacken ohne Knochenausdruck. Unter der vollen Brust wird das Weib bis
an die Hüfte schlank, dann wieder zunehmend bis zu den Schenkelgelenken. Die
Füße stehen ebenfalls in rechter Proportion.
Die Kleidung der Menschen ist wie bei euch sehr verschiedenartig. Auch hier
tragen Männer und Weiber je nach Land und Sitte verschiedene Röcke, Mäntel,
Beinkleider, Schuhe und Hüte. Wollt ihr die besseren europäischen und
asiatischen Nationaltrachten freilich in vergrößertem Maßstab auf die Bewohner
dieses Planeten übertragen, so gewinnt ihr eine rechte Vorstellung ihrer
Bekleidung.
Auch wohnen diese Menschen so gut wie ihr in Häusern. Ihre Häuser haben niemals
mehrere Stockwerke sondern nur ein Erdgeschoß. Die Dächer sind
zugespitzter als bei euch und gleichen darin gotischen Bauwerken. Ein Haus
besitzt nie mehr als drei Zimmer, doch ist jedes so groß, daß
es leicht eine Gesellschaft von hundert Menschen fassen kann. Das Material der
Häuser besteht durchwegs aus behauenen Steinen. Die Fenster sind mit einem
elastischen Naturglas versehen und mit Metallrahmen eingefaßt
Die Farbe des Glases ist verschieden, je nachdem es die Natur liefert. Neben
den Wohnhäusern gibt es noch eigene Kinderhäuser, sowie wirtschaftliche
Gebäude. Noch zu erwähnen wäre, daß die Menschen hier
zumeist in Dörfern beisammen wohnen.
Jedes Dorf hat einen gemeinschaftlichen Grund, der groß genug ist, um alle in
hinreichender Fülle mit allen Nährfrüchten zu versehen. Ein sonderheitliches
Besitztum erstreckt sich nur auf solche Flächen, die ein Bewohner für eine
gewisse Zeit für die Hervorbringung der Ernte bearbeitet hat. Solche Flecke
werden mit dem eigenen Zeichen des Hauses abgesteckt. Nach der Erntezeit fällt
er wieder der Allgemeinheit anheim und kann von den Bewohnern eines anderen
Hauses übernommen werden. Die Großfrüchte der Bäume aber sind sämtliche
Gemeingut des ganzen Dorfes. Auch die Haustiere zählen wieder zum allgemeinen
Besitztum, doch ihre Produkte, wie Milch und Wolle werden nur mit der
Nachbarschaft geteilt. Mineralische Produkte und Jagdgewinnste
werden zu gleichen Teilen verteilt, doch müssen zu diesen Arbeiten eine gleiche
Anzahl von Arbeitern von jedem Hause beigestellt werden. Erzeugnisse der
häuslichen Kunst sind jedem Hause eigentümlich und können nur durch Geschenk
oder Tausch an ein anderes Haus übergehen. Dazu gehören hauptsächlich
musikalische Instrumente, sowie andere mechanische Produkte nützlicher Art.
Ein eigentlicher Vorstand für ein Dorf besteht nicht, sondern alles beruht auf
gegenseitigem Übereinkommen. Dennoch werden die Ältesten des Dorfes, die
zugleich Priester und Lehrer sind, in wichtigen Fällen als Ratgeber
herangezogen. Haben diese etwas gemeinsam beschlossen, wird eine solche
Entscheidung unwiderruflich von der ganzen Gemeinde angenommen. Auch gibt es
weder Könige noch sonstige Herrscher. Jedes Dorf in seiner Allgemeinheit ist in
allem sein eigener Herr. Daher kennt man hier auch keine Steuern und keine
Kriege. Zudem sind die Dörfer meist so weit voneinander getrennt, daß ein jedes Dorf zu seinem Unterhalt ein Landgebiet
besitzt, das nicht selten größer ist als euer Kaisertum Österreich.
Im Zusammenleben der Familien heißt die erste Regel: Achtung auf Achtung, Liebe
auf Liebe, Freundschaft auf Freundschaft. Danach richtet sich alles in einem
Hause. Der Vater ist das Oberhaupt für den männlichen, die Mutter für den
weiblichen Teil der Familie. Diese beiden Pole aber vereinigen sich zu einem
Wirkungspunkte, da nur aus der gegenseitigen Achtung die wahre Liebe
hervorgehen kann. So achten und lieben demnach auch alle Kinder ihre Eltern und
umgekehrt. Dieses Band der Achtung und Liebe drückt sich in einer gegenseitigen
überaus herzlichen Freundschaft aus. Alle Teile einer Familie stehen so
zusammen, daß da von einem Zank wohl nie die Rede
sein kann. Und je mehr Familien in einem Hause beisammen wohnen, desto inniger
und gesegneter geht es da zu. Die Menschen sind wahrhaft so verliebt
ineinander, daß sie sich eher alles antun ließen, als
einander im geringsten nahezutreten.
Aus diesem Grund lieben die Menschen auch die Musik so sehr, weil sie unter
allen Künsten ihrem Charakter am meisten entspricht. Die Musik zählt daher zu
den Hauptbeschäftigungen eines Hauses. Ihre musikalischen Instrumente haben
durchaus keine Ähnlichkeit mit den eurigen, weshalb die Musik dort anders
klingt als bei euch. Blas- und Saiteninstrumente sind nirgends anzutreffen. Statt
ihrer verwenden sie eine Art Glockeninstrumente, ferner gewisse Scheiben- und
Kugelinstrumente. Die Töne der Glocken werden auf doppelte Weise entlockt:
entweder durch das Anschlagen mit einem weichen Hammer, oder durch Reiben mit
den Fingern, die zuvor in etwas gesalzenes Wasser getaucht werden. Dieses von
Männern gespielte Instrument dient hauptsächlich zur Begleitung des
harmonischen Gesanges der Weiber. Das Scheibeninstrument ist aus Glas
verfertigt. Die Scheiben stecken auf Spindeln, bei deren Drehung der Ton durch
das Reiben mit beharzten Fingern erzeugt wird. Der
Ton ist durchdringend und wird zur Verstärkung der Harmonie des Glockenspiels
gebraucht. Das vorzüglichste Soloinstrument aber ist das Kugelinstrument. Es
ist zusammengesetzt aus gewundenen Röhren, die gegen innen zu eine vollkommen
runde Gestalt annehmen. Die Pole der Kugel sind trichterförmig offen, die Kugel
ruht auf einem offenen Dreifuß, unter dem ein starkes Windgebläse angebracht
ist. Der Wind wird durch Ventilklappen in die verschiedenen Röhren verteilt.
Was ihre Religion betrifft, so gibt es nirgends einen zeremoniellen sogenannten
Gottesdienst. Ihr ganzes Religionswesen ist die innere Erkenntnis eines Gottes.
Sie haben sogar keine Gebete, sondern an deren statt pflegen sie die alleinige
innere Bildung des Geistes. Ihr Leben und Handeln danach ist der einzige
Gottesdienst, den sie allezeit begehen. Wenn ihr diese Religionsgrundsätze nur
ein wenig in euch beachtet, werdet ihr auch verstehen, daß
ein Paulus lehrte: »Betet ohne Unterlaß.«, d.h. lebet
ständig in der Ordnung Gottes! - Auch die Astronomie der Mironbewohner
ist eine Art Gottesdienst. Denn daraus lernen sie die Allmacht, Größe und
Ordnung des Schöpfers erkennen. Daß auf dem Felde der
Sternkunde hauptsächlich die Monde ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist
leicht begreiflich. Denn wegen der großen Entfernung des Miron von der Sonne
vermögen die Bewohner von allen der Sonne näherstehenden Planeten höchstens den
Uranus zu erblicken. Die Monde dieses etwas außergewöhnlichen Planeten Miron
haben die Eigenschaft, daß sein erster Hauptmond
selbst zwei weitere Nebenmonde besitzt, die sich um ihn bewegen und
gemeinschaftlich ihre Bahn um den Planeten ziehen. Der zweite, höherstehende Mond hat ebenfalls wieder zwei Nebenmonde und
ist größer als der erste. Der dritte und entfernteste Mond hat sogar drei
Nebenmonde als Trabanten, wodurch er von den beiden anderen Hauptmonden leicht
unterschieden werden kann. Durch seinen Umlauf wird die euch schon bekannte
Jahreszeit des Planeten berechnet. - Damit seien die Eröffnungen beendet,
soweit es sich um das Grundsätzliche dieses noch unentdeckten Planeten handelt.
Die moderne Wissenschaft betrachtet die Sonne als einen ungeheuren glühenden Gasball, dessen Hitze von Millionen Graden aus unablässig
stattfindenden Atomexplosionen resultiert, wobei eine Kernspaltung des
Grundelements Wasserstoff vor sich geht. Wie aber kann dieses Weltbild
übereinstimmen mit der Tatsache, daß unsere Sonne die
Mutter alles natürlichen Lebens auf allen Planeten ist?
Dieser materialistisch-mechanischen Theorie stehen geistige Eröffnungen
gänzlich anderer Art gegenüber. In Lorbers Werk
»Unsere natürliche Sonne« findet sich eine genaue Darstellung ihrer wahren
Beschaffenheit, wobei manches Rätsel gelöst erscheint, das heute für die exakte
Naturwissenschaft noch unbekanntes Land bildet. Nachstehend folgen einige
gekürzte Auszüge aus wesentlichen Abschnitten des genannten Werkes.
D. Hgb.
Die Sonne ist im Hinblick auf die umkreisenden Erdkörper wohl ein Fixstern. Für
sich aber ist sie nur ein vollkommener Planet, indem sie selbst sich samt allen
ihren Trabanten um einen größeren Zentralsonnenkörper, den Stern Sirius bewegt.
Zur Vollendung dieser großen Bahn benötigt die Sonne nahezu 28 000 Erdjahre. Als ein vollkommener Planet muß
die Sonne sicher alle jene planetarischen Bestandteile in vervollkommnetem Maße
in sich fassen, die auf den sie unikreisenden Planeten in sehr verminderten
Potenzen zu finden sind. Die Sonne ist somit naturmäßig der vollkommene
Inbegriff aller ihrer Weltkinder. Daher kommt in ihr all das
lebendig-vollkommen vor, was immer in einem Planeten, Mond oder Kometen
enthalten ist.
So ist z. B. das Erdreich der Sonne nicht steinig und sandig, sondern weich und
elastisch wie das Fleisch eines Menschen. Daher ergreifen sich die einer
Pflanze zugehörigen Teile ohne Samen schon unmittelbar im Erdreich selbst. Sie
sprossen dann in zahllosen nützlichsten Gewächsen empor, deren Schönheit und
Güte alles Erdenkliche auf allen anderen Planeten um das Vielfache übertrifft.
Das alleinige Samenkorn für alle Vegetation ist dort der menschliche Wille.
Daher wächst nur da ein Baum oder eine Pflanze aus dem Erdboden der Sonne, wo
ihn ein Sonnenmensch haben will und wie gestaltet er sich das Gewächs in seinem
Inneren vorstellt.
Die Sonne als planetarischer Körper besteht eigentlich aus sieben Sonnen, von
denen immer eine kleinere in der folgenden größeren ruht wie eine Hohlkugel in
der anderen. Nur die innerste als gleichsam das Herz des Sonnenplaneten ist von
der Oberfläche bis zum Mittelpunkt kompakt. Zwischen jeder Sonne ist ein freier
Zwischenraum von ein- bis dreitausend Meilen. Die Materie des Sonnenkörpers
ist, was das Äußere betrifft, ein etwas fester gehaltenes seelisches Organ, in
dem zahllose Geister gleichsam in geringer Haft gehalten werden.
(Ätherisch-substantieller Feinstoff.)
Die Lichthülle ist der eigentliche atmosphärische Luftkreis um den
Sonnenplaneten herum. Er ist nur an der äußersten Oberfläche so stark glänzend;
gegen den Sonnenboden zu wird er immer dunkler, so daß
von hier durch diesen Lichtstoffkreis ebenso ungehindert in den freien Weltraum
hinausgeblickt werden kann wie von irgendeinem anderen Planeten. Von aussen her aber verwehrt die Fülle der Lichtmasse jeden
Einblick in den Sonnenkörper. Der strahlende Lichtglanz der Sonne, wie sie von
den Planeten aus erscheint, ist nichts anderes als zuerst eine Aufnahme aller
Strahlen von Milliarden anderer Sonnen, die sich auf der überweit gedehnten Sonnenluft-Spiegelfläche
jede für sich abspiegeln. Da die Sonne über eine Million mal größer ist als
eure Erde und zudem einen ungeheuer großen und reinen Luftätherkreis besitzt,
so leuchtet es ein, daß alle noch so ferne stehenden
Sonnen dieses Sonnenalls darauf ein bedeutendes Lichtbild hervorrufen müssen.
So zwar, daß selbst die Sonnen fernstehender
Sonnengebiete, die auf eurer Erde selbst dem scharf bewaffneten Auge nur als
ein Nebelfleck erscheinen, dort einen Durchmesser von mehreren Zoll erreichen
und so intensiv erstrahlen, daß ihr ein solches Bild
nicht eine Sekunde lang mit freiem Auge betrachten könntet.
vergleiche auch: =>Anastasias Aussagen zur Aussendung von Licht
Es entsteht nun die Frage: ,,Woher
haben dann die anderen Sonnen ihr Licht und was ist die Grundursache dieses
Gegenstrahlens?« Entsinnt euch der euch schon bekannten Hülsenglobe (ein
vielfaches Milchstraßensystem, dessen Organisation hier in einem späteren
Kapitel dargestellt wird. D. Hgb.), deren für eure
Begriffe unendliche Umfassung aus einer Art ätherischen Wassermasse besteht.
Der Mittelpunkt jeder Hülsenglobe ist eine endlos große Zentralsonne, die
allein selbstleuchtend ist. Denn sie ist auf all ihren unmeßbar
weiten Flächen immerwährend von intensivst
leuchtenden Feuerflammen umgeben, die da herrühren von der regen Tätigkeit der
Urgeister, welche von hier ausgehen oder rückkehren. Das Leuchten dieser großen
Zentralsonne dringt bis zu den vorgenannten Wänden der Hülsenglobe und wird von
da zurückgeworfen durch die unendlichen Räume der Sonnengebiete. Auf diesem
Wege wird eine jede Sonne schon zur Hälfte erleuchtet. Wird das Licht dann von
den entgegengesetzten Wänden der Hülsenglobe zurückgeworfen, erhellt es die
andere Seite der Sonnen, die sich sodann auch noch zahllosfältig gegenseitig
beleuchten.
Dennoch besitzt jede einzelne Sonne aus dem Bereiche der ihr innewohnenden
Geister ein Eigenlicht, jedoch bei weitem nicht von der
intensiven Art, wie ihr das Licht der Sonne erblickt. Dieses zusätzliche Licht
bewirkt hauptsächlich eine stete Reinigung der Luftoberfläche des
Sonnenkörpers, damit diese desto vollkommener die Ausstrahlungen der anderen
Sonnen in sich aufnehmen und weitergeben kann. Aus diesem Grunde bestehen auf
jedem Sonnenkörper eine Menge von Vulkanen, besonders in der Gegend des
Äquators, welche durch ihre Tätigkeit die Luftatmosphäre zur Aufnahme des
Lichtes stets fähig erhalten.
Was ist nun der Grund des Leuchtens
einer Flamme, da zuvor von dem Eigenlicht einer
Hauptzentralsonne als einem Flammenlicht gesprochen
wurde? Ihr wißt, daß
Geistiges als absolut betrachtet nicht bestehen kann ohne irgendeine äußere
Umfassung als ein Organ, durch das es sich erst zu „äußern“ imstande ist. Jede
äußere Umfassung aber ist nichts anderes als der göttliche Liebeswille, der das
Geistige (die Gedanken Gottes) umgibt und ihm irgendeine Ordnung setzt zur
Erreichung eines Zweckes, der der Absicht der ewigen Schöpfungsordnung entspricht.
Wird nun eine geistige Kraft, verborgen unter der Einhülsung,
durch was immer für Umstände angeregt, gerüttelt oder gestoßen, so gerät sie
dadurch aus ihrer festgesetzten Ordnung. Sie gerät aus ihrem Gleichgewicht und
fühlt sich dadurch beeinträchtigt. Daher sucht sie dann entweder ihre frühere
Lage wieder herzustellen (Gesetz der Trägheit!), oder wenn sie zu sehr erregt
wurde, sogleich ihr ganzes Organ zu zerreißen (Explosion!) und dadurch in den
absoluten Zustand überzugehen.
Nun bedenkt, daß der Durchmesser einer
Hauptzentralsonne eine Linie bildet, zu deren Durchwanderung
selbst das Licht mehr als eine Trillion Erdjahre zu
tun hätte. Wenn aber das Volumen dieses Sonnenkörpers für eure Begriffe
geradezu unfaßbar ist, wird da nicht auch das Gewicht
der Materie einen unbegreiflich schweren Druck gegen den Mittelpunkt ausüben?
Bedenkt doch einmal auf eurem nichtigen Weltkörper allein die Schwere eines
einzelnen Berges Denkt euch dann erst eure ganze Sonne, die um eine Million mal
größer ist als eure Erde und somit auch eine Million mal stärkere
Anziehungskraft in sich birgt. Wäre solches nicht der Fall, so vermöchte sie
wohl nicht ganze Planetenkörper in Billionen Meilen Entfernung so anzuziehen, daß sie nicht aus ihrem Gebiete entweichen können. Wie aber
auf einem Weltkörper die Anziehung, so auch die Schwere. Da nun alle
Zentralsonnen, Sonnen, Planeten, Monde und Kometen zusammen kaum den
millionsten Teil einer Hauptzentralsonne ausmachen, wie mächtig muß da ihre Anziehungskraft sein und wie ungeheuer stark
der Druck gegen ihr Zentrum?
Woraus besteht denn die Materie? Sie
ist nichts anderes als eine Gefangenschaft des Geistigen oder der Geister. Wenn
aber schon auf dem Erdkörper durch das Zusammenschlagen zweier Steine oft
mehrere hart gefangene geistige Potenzen zum Ausbruch kommen (Funkenbildung!),
und wenn im Inneren der Erde der mächtige Außendruck heftigste Ausbrüche von
Vulkanen und zuweilen alles verwüstende Erdbeben bewirkt, - was geschieht, wenn
ihr diese Miniaturverhältnisse eures Planeten auf die Zentralsonne übertragt?
Allda würdet ihr erst erschauen, welchen Druck die dort eingeschlossenen
Geister zu ertragen haben, und zwar aus dem erbarmenden Grunde, damit sie als
materiell Gefangene durch den mächtigen Druck wieder zu neuem Leben und zu neuer
Tätigkeit erweckt werden.
Aus diesem Grunde ist dann auch die Zentralsonne überfüllt von den größten
feuerspeienden Bergen, von denen der kleinste einen Durchmesser besitzt, daß in seinem Krater mehr als dreißigtausend Millionen
eurer Sonne Platz hätten! Nun wisset, daß das
Leuchten durch die Vibrationen der geistigen Kraft innerhalb der sie
umschließenden Hülse bewirkt wird. Je heftiger eine darin gefangene geistige
Potenz durch einen äußeren Druck, Stoß oder Schlag angeregt wird, in desto
heftigere Zuckungen geht sie über. Und desto greller und intensiver wird auch
die Erscheinlichkeit als Leuchten eines Funkens oder
einer Flamme. Wo aber können solche Geister heftiger erregt und gedrückt werden
als auf eben dieser Zentralsonne? In solchen Verhältnissen leuchtet dort ein
Funke so überaus stark, daß ihn kein menschliches
Auge auch nur einen Augenblick ertragen könnte. Wenn sich da ein korngroßer
Funke bei euch in tausend Meilen Höhe mit derselben Lichtheftigkeit entwickeln
würde wie auf seiner Hauptzentralsonne, so würde seine Ausstrahlung die ganze
Erde in einer Sekunde wie einen Wassertropfen auf glühendem Eisen
verflüchtigen.
Denkt euch somit die ganze ungeheure Hauptzentralsonne mit solch allerstärksten
Lichtflammen überzogen und urteilt danach, wie weit wohl ihre Strahlen als
Ausflug freigewordener Geister reichen mögen! Damit könnt ihr ersehen, wie eine
solche Sonne gar wohl ein allgemeiner Leuchter in dem großen Sonnenweltengemach
einer Hülsenglobe sein kann. Daraus geht hervor, auf welche Weise dann auch
jede kleine Planetarsonne, wie auch jeder Planet für
sich ein eigenes Licht entwickeln kann, dessen Eigentümlichkeit und Stärke sich
allzeit nach der Größe seines Volumens und seiner Schwerkraft richtet.
Es ist öfters zu beobachten, daß die Sonne zumeist
auf ihrem Äquator zuweilen einen oder mehrere verschieden große Flecken
aufweist, um die sich dem bewaffneten Auge eine wallartige Verbrämung zeigt.
Hinter derselben breiten sich dann nach allen Seiten Lichtwellen aus, die von
den Astronomen Fackeln genannt werden. Die Sonne ist eine Kugel von rund 200000
Meilen Durchmesser, die sich in ungefähr 29 Tagen um ihre Achse dreht. (Anmkg. Die Astronomie gibt hierfür 25,2 Tage an, doch
vermag sie nur die schnellere Rotation des Luftkreises zu messen. D. Hgb.) Durch diese Schnelligkeit entsteht am Äquator eine
große Wurfkraft, die alle etwas flüchtigeren Teile der inneren Sonnenmaterie
unter den Äquator drängen mit dem Bestreben, die oberste Kruste des
Sonnenbodens zu durchbrechen, um sich dann mit unglaublicher Heftigkeit von der
Sonne in den Weltraum zu entfernen.
Ihr habt anfangs vernommen, daß das Erdreich der
Sonne nicht so hart und spröde wie das eurer Erde ist, sondern überall
elastisch, besonders im Gebiete des äquators. Wäre
das Erdreich spröde und zerbrechbar, so würden zufolge der enormen Fliehkraft
ein Berg und ein Landstück um das andere mit größter Wucht von der Oberfläche
der Sonne in den unendlichen Raum geschleudert werden. Da jedoch das
Sonnenerdreich zäh und elastisch ist, ist solches nicht möglich, auch wenn die
Rotation doppelt so schnell vor sich ginge. Was aber kann dennoch der Fall
sein, wenn sich dir Drang von innen her auf vorgeschilderte Art auswirkt und
hier und da gewaltige Andrängungen und gewisserart Verhärtungen unter der Oberfläche erzeugt?
Gleichsam als eine Krankheit der Sonne, denn auch Weltkörper können physisch
erkranken. Dadurch können solche verhärtete Knollen auf einem oder dem anderen
Punkte durch ihren Drang nach außen, sich dabei entzündend, die Oberfläche
durchbrechen, um sich dann mit größter Gewalt näher oder fast endlos weit vom
Sonnenkörper zu entfernen.
Das ist die Ursache der darauffolgenden schwarzen Flecken der Sonne. Denn bei
dem gewaltigen Durchbruch wird nicht nur die Erdkruste des Sonnenplaneten,
sondern auch seine Lichthülle derart auseinandergerissen, daß
sie auf einem solchen Punkte nicht fähig ist, das aufgenommene Licht der
anderen Weltsonnen aufzunehmen und zu reflektieren. Ebenso wenig vermag sie
dann ihr Eigenlicht ausströmen zu lassen, das sich
fortwährend am Boden der Sonne entwickelt, solange er nicht auf die
beschriebene Weise eine Zeitlang auseinandergerissen wurde. Der um die
schwarzen Flecken entstehende Wall ist der jeweilige Aufwurf einer solchen Verhärtung,
die nach allen Seiten gleich einer trichterförmigen Mauer aufgeworfen wurde. Daß dieser Wall aber gegen den eigentlichen schwarzen Punkt
matt erleuchtet erscheint, hat folgenden Grund: Wenn sich auch über den
zerrissenen Teilen keine eigentliche Glanzluft befindet, entwickeln sie selbst
durch ihre heftigen Schwingungen etwas Eigenlicht,
das dem ursprünglich eigentümlichen Lichte der Sonne gleichkommt. Daraus könnt
ihr ersehen, wie gering eure Sonne leuchten würde ohne Beihilfe des allgemeinen
Sternenlichtes.
Die sogenannten Fackeln sind Sonnenlichtwellen, die durch das bei einem
Durchbruch bewirkte Wogen der atmosphärischen Glanzluft entstehen. Da spiegelt
sich eine Lichtwoge in der anderen, wodurch ihr Glanz vielfach potenziert
erscheint, während die Wogenfurchen notwendig matter
erscheinen. - Infolge seiner Elastizität beginnt sich das Erdreich langsam nach
solchen Durchbrüchen wieder zu schließen, wodurch die schwarzen Sonnenflecken
verschwinden. So verheilen auch planetarische Wunden ähnlich aufgebrochenen
Geschwüren im menschlichen Körper. - Manche dieser Flecken sind von solchem
Umfang, daß in ihrem schwarzen Raume leicht dreißig
Erden nebeneinander Platz fänden. Bei den größten Sonnenflecken kann man
annehmen, daß der kubische Inhalt der hinausgeschleuderten
Massen wenigstens tausend Erdkörper groß ist.
Es entsteht damit die Frage: Wenn das gesamte Volumen der Sonne den
millionenfachen Inhalt der Erde beträgt, müßten
tausend solcher aufeinanderfolgenden Großflecken doch die Masse der Sonne völlig
aufzehren?« Die Antwort darauf lautet: »So wie eine Eiche im Verlaufe von
zweihundert Jahren ein Mehrfaches ihres Volumens in Form von Blättern, Zweigen
und Früchten abgibt, und dennoch dabei an Umfang und Größe zunimmt,
ebenso ersetzt die Sonne die abgegebenen Massen durch beständige Aufnahme von
kosmischer Nahrung aus dem sie umgebenden Äther!«
Es wurde bereits anfangs erwähnt, daß die Sonne kein
vollkommen kompakter Körper ist, sondern daß sie aus
sieben inneren Sonnen besteht, zwischen denen jeweils ein hohler Raum von
mehreren tausend Meilen sich befindet. Alle diese Innensonnen sind auch
bewohnt. Sind die Bewohner nun leibliche Menschen oder haben sie etwa
Ähnlichkeit mit den Naturgeistern der Luft, des Feuers, des Wassers und der
Erde? Keines von beiden, sondern diese Bewohner sind Geistermenschen, die mit
der Zeit erst ins naturmäßige Leben übergehen können:
Entweder auf der Oberfläche der Sonne (als materielle Sonnenmenschen), oder im
ungünstigeren Fall in das Außenleben auf den Planeten.
Am besten werden sie mit dem Namen Sonnen-Grundlichtgeister bezeichnet. Sie
sind unter sich selbst erscheinlich wie natürliche
Menschen untereinander und können sich dazu aus der dortigen Luft einen Leib
bilden, wie und wann sie wollen. Machen sie von diesem Zustand ihrer
Selbständigkeit und Freiheit einen rechten Gebrauch, so werden sie nach und
nach fester in ihrer ganzen Wesenheit. Sie können dann sogleich auf die
Oberfläche der Sonne auf dem Wege der Zeugung und Geburt übergehen. Gebrauchen
jedoch die Geister der inneren Sonne diesen intelligenten Freiheitszustand auf
eine der göttlichen Ordnung nicht angemessene Weise, so gestalten sie sich auch
unordentlich, und ihre Formen sind dann von unaussprechlich verschiedener Art.
Sehen sie den günstigen Ausgang der in der Ordnung aufgestiegenen Geister,
rotten sich dann die Unordentlichen haufenweise zu Trillionen zusammen. Denn
sie wollen sich ebenfalls erheben und mit Gewalt die Oberfläche der Sonne
erreichen und mit dieser die absolute Freiheit.
Am grellsten zeigen sich die Unterschiede auf der letzten inneren Sonne, die
erste nach der sichtbaren Außensonne. Von der allerinnersten kompakten Sonne,
die gewisserart das Herz des ganzen Sonnenkörpers
darstellt, strömen diese geistigen Wesen in allerlei Formen bis zur obersten
Sonne, so wie das Blut vom Herzen in alle Teile des Leibes übergeht, den
Nährstoff absetzt und das Unbrauchbare und Ungeläuterte
wieder zurückführt. So geschieht es beständig, daß
die Geister der Widerordnung, wenn sie auch bis zur Oberfläche gedrungen sind,
wieder umkehren müssen, und zwar durch die Pole. Auf diese Weise werden sie
dann wieder mit dem Herzen der Sonne vereinigt, um nach langen Zeiten einen
neuen Aufstieg anzutreten.
Das Aufsteigen durch die inneren
Sonnen ist mehr ein geistiges, zum größten Teil unverspürbares
Emporsteigen und ist daher mit keinen Eruptionen verbunden. Der gewaltsame
Durchbruch von der letzten inneren Sonne auf die Oberfläche äußert sich jedoch
stets auf eine überaus gewalttätige Weise. Den Effekt davon habt ihr schon bei
Erklärung der Sonnenflecken kennengelernt. Wie solches auf
intelligent-geistigem Wege erfolgt, sei hier kurz erörtert: Fühlen sich solche
Geisterverbände genügend stark, dringen sie bis an die innere Fläche der
äußeren Sonne vor und lavieren da durch ihr Gefühl, wo diese am schwächsten
wäre. Haben sie eine solche Stelle gefunden, die zugleich eine Menge Adern und
Kanäle aufweist, so dringen sie dorthin ein. Hier beginnen sie sich mehr und
mehr intensiv zu entzünden und erglühen damit auch die Fläche, wo sie sich
angesetzt haben. Hier verbinden sie sich zudem noch mit den in dieser Materie
gebannten Geistern und üben nach und nach eine solche Gewalt aus, daß ihnen am Ende die einige tausend Meilen dicke äußere
Sonnenkruste weichen muß, und muß
sich endlich auftreiben und durchbrechen lassen. Da diese Geister, durch ihr
widerordentliches Bestreben sich verdichtend, gewisserart
ein materielles Gewicht erhalten, kommt ihnen dieser Umstand insofern zustatten,
indem sie sich damit auch den wuchtigen Umschwung der Sonne um ihre Achse zu
Nutzen machen.
Wenn diese ausbrechenden Geister auf gewaltsame Weise die gewünschte Freiheit
erlangt haben, schwärmen sie zu Abermillionen hinaus in den unermeßlichen
Raum. Dort werden sie gewisserart abgekühlt, womit
auch ihr Bestreben ruhiger wird. Nun braucht aber auch ein jeder Geist zu
seinem Fortbestand irgendeine Nahrung. Erhält er diese nicht, gerät er endlich
in den Zustand einer Bewußtlosigkeit, die einem
tiefen Schlafe gleicht. Ein solcher Zustand ist auch die Folge der mit Gewalt
errungenen Freiheit jener unordentlichen Sonnengeister. In dieser Lage werden
sie bald zur Beute der überall lauernden Anziehungskraft der Planeten, denen
sie zur willkommenen Sättigung dienen.
Einen Teil solcher geistiger Ausreißer wird jedoch schon bei ihrem Durchbruch
wieder von der Kraft der Sonnengeisterwelt zur Umkehr genötigt und fällt zur
Besänftigung und Abkühlung in die großen Sonnenmeere zurück. Ein noch größerer
Teil, der sich etwas weiter von der Sonne hinweg wagte, wird von der mächtigen
Polarität der Sonne ergriffen und dadurch wieder in den Urzustand, d. h. in das
eigentliche Sonnenherz zurückgeführt. Auch die von den Gewässern aufgenommenen
Geister machen mit der Zeit eine rückgängige Bewegung, manche aber werden auch
zur Bildung der äußeren, materiellen Sonnenoberfläche verwendet.
Diejenigen Geister der inneren Sonne,
die schon mehrmals nach erfolglosen Durchbrüchen zurückgeführt wurden,
verbinden sich nicht leicht wieder mit jenen, die einen Durchbruch am Äquator
unternehmen wollen. Sie suchen auf Seitenwegen gegen die Polargegend zu
gelangen, um dort in kleineren Partien ihren Zweck zu erreichen. Die dort
befindlichen zahlreichen Vulkane bilden ihren Austrittsort, doch können sie
sich dort kaum so weit von der Sonne entfernen, daß
sie die Glanzluft erreichen. Bald hernach werden sie jedoch von der Kraft der
Pole wieder eingefangen und aufs neue den inneren
Sonnen zugeführt. Es gibt auch noch allerlei andere Geister, die von den Polen
der Sonne aufgenommen werden. Diese sind zum Teil Ausbrecher aus der die Sonne
umgebenden Planeten, teils aber auch solche aus anderen Sonnen, die bei
Eintritt in unser Sonnensystem von der Polarkraft der Sonne ergriffen und
angezogen werden.
Nur wenn sich solche Grundlicht-Geisterverbände in
irgendeiner weitentfernten Sphäre des Sonnenbereichs vergesellschaften und
damit naturmäßig zu Kometen werden, können sie sich zuweilen durch längere Zeit
planetarisch bewegen. Kommen sie jedoch auf ihrer Bahn der Sonne zu nahe,
werden sie auf jeden Fall von ihr eingefangen und gleichsam verzehrt. Denn was
die Sonne einmal mit ihrer polarischen Kraft ergriffen hat, das ist so gut wie
eine vollkommene Beute für sie. Denn sie zehrt dann beständig durch ihre Kraft
an einem solchen Gast, schwächt ihn von Jahrtausend zu Jahrtausend und zieht
ihn endlich in ihren weiten Feuerschoß. Solches könnt ihr auch an den
gegenwärtigen Stellungen der Planeten erkennen,, deren heutige Bahnen sich von
früheren sehr unterscheiden.
So bahnte vor vielen Millionen Jahren der Planet Merkur an Stelle eurer Erde,
der Planet Venus ungefähr an Stelle des gegenwärtigen Mars und eure Erde an der
Stelle des Jupiter. Nun berechnet, um wieviel die
Anziehungskraft der Sonne diese Planeten ihr angenähert hat. Ihr könnt daraus
leicht ersehen, daß sich die Sonne einmal aller noch
freischwebenden Planeten bemächtigen wird, damit auch die hartnäckigsten
Geister solcher Weltkörper wieder zu ihrer ordentlichen Lösung oder
zur weiteren Erprobung in die Sonne gelangen.
An Stelle solcher von der Sonne vollends aufgenommenen Planeten treten wieder
andere ins Leben. Dies könnt ihr schon aus dem Umstand ersehen, daß um eure Sonne allein ein Heer von wenigstens
zehntausend Millionen Kometen schwärmt, aus denen dann immer ein oder der
andere mehr ausgebildete Komet in den Stand eines Planeten übergehen kann. Es
gibt sogar jetzt schon eine Menge gediegener Kometen im weiten Sonnengebiete,
die schon zum größten Teil bewohnt sind; wenn auch noch nicht von Menschen, so
doch von der Pflanzenwelt und mannigfachen Vortieren. So ist demnach die
Weltenordnung für eure Begriffe unendlich, vor Gottes Auge aber bildet der
Anfang wie das Ende eine Einheit. Wie aber die Sonne ihre Planeten wieder löst,
so können auch Zentralsonnen ihre Nebensonnen lösen, und endlich die
Hauptzentralsonne ganze Heere von Sonnengebieten und Sonnen-Allen. An Stelle
der aufgelösten werden immer wieder neue gesetzt, so daß
dadurch der Gang in der Ordnung der Dinge ewig nimmer aufhören wird zu schaffen.
So spricht der HERR: »Ich als Gott denke ewig und Meine Gedanken sind die
Wesen. In Meiner Unendlichkeit hat auch Unendliches Platz und wird den Raum
ewig nimmer erfüllen, wenn auch der beständige Wesenszuwachs noch
unaussprechlich größer wäre und zahlloser, als er zufolge der bestehenden
Ordnung ist. Denn euer guter, heiliger VATER ist größer, mächtiger und
vollkommener, als sich Ihn ein schwacher Erdengeist selbst in seinen feierlich
höchsten Momenten je vorzustellen vermag«.
Die Lehre von einem Fall eines Teils der urgeschaffenen Geister ist im
Christentum weitaus stärker ausgeprägt als in anderen Religionen. Aber erst in
dem Lorber geoffenbarten »Großen Evangelium Johannis«
finden sich darüber Belehrungen Jesu Christi, welche Zusammenhänge zwischen
diesem Geisterfall und der dadurch bedingten materiellen Schöpfung ursächlich
bestehen:
»Als Gott im Voranfang seine
reifgewordenen Schöpfungsideen als Geister hinausstellte und sie so mit seiner
Kraft erfüllte, daß sie selbständig zu denken und zu
wollen begannen, da mußte ihnen gleichzeitig eine
Ordnung gezeigt werden, nach der sie handeln sollten. Mit dieser gegebenen
Ordnung mußte aber auch der Anreiz zu ihrer
Nichteinhaltung in diese ersten Wesen gelegt werden, ansonsten sie von ihrem
freien Willen niemals hätten Gebrauch machen können. Erst dieser in sie gelegte
Anreiz brachte eine wahre Lebensregung zustande, der zufolge sie zu wählen, zu
wollen und zu handeln anfingen. Der Reiz zur Widerordnung hob nun viele der
ersten Geister aus der angezeigten Ordnung. Die Folge war, daß
sie endlich im stets mächtigeren Widerstreben verhärten mußten
(Selbstbezogenheit!) und auf diese Weise den Grund zur materiellen
Weltenschöpfung legten.
Alles, was Materie ist, war dereinst Geistiges, das freiwillig aus der
göttlichen Ordnung trat und sich in den verkehrten Anreizungen begründete.
Materie ist demnach nichts anderes als ein gerichtes
und Geistiges. Oder deutlicher: sie ist eine gröbste und schwerste Umhäutung (Einhülsung) des
geistigen Kerns. Geist selbst kann jedoch trotz noch so fester Umhülsung nie selbst zu vollkommener Materie werden,
sondern lebt und besteht in der Materie fort, welcher Art sie auch sei. Ist die
Materie(= durch den Willen Gottes festgehaltene Zustände des Äther-Urstoffs)
sehr hart, so ist auch das geistige Leben in ihr sehr gebunden und kann sich
nicht weiter äußern und entfalten, wenn ihm nicht irgendwie Hilfe von außen
gegeben wird.
So kann z. B. im harten Gestein das innewohnende Leben erst dann zu einer
Äußerung gelangen, wenn er in einer langen Zeitreihe durch das Einwirken der
Elemente stets brüchiger wird. Dann entflieht etwas seines Lebens als Äther in
die Luft, ein anderer Teil bildet sich eine neue und leichtere Umhülsung in Form der zarten Schimmel- und Moospflanzen.
Indes wird die anfangs zarte Umhülsung durch die
Tätigkeit der eingeschlossenen Geister, die mehr und mehr das drückend
Materielle zur Seite schaffen, auch wieder härter und gröber. Daher trachtet
das geistige Leben stets weiter nach aufwärts und bildet durch alle Naturreiche
hindurch immer neue und höhere Lebensformen bis zum menschlichen Leibe, der
einen Träger billionenfacher Seelenintelligenzen
darstellt.
Alles, was Welt und Materie heißt, ist ein Verkehrtes, der wahren Geistordnung
aus Gott Widerstrebendes, weil es ursprünglich als eine Gegenreizung zur
Erweckung des freien Willens in der belebten - und als Selbstwesen aus Gott
hinausgestellten und geformten - Idee in sie gelegt werden mußte.
(Die Dualität oder Polarität alles Geschaffenen!) Und so wurden auch die der
Ordnung widerstrebenden Urgeister eingehülst in die
Materie zuerst der Hauptzentralsonnen, aus denen endlich alle anderen Sonnen
und Weltkörper samt allem Leben auf ihnen hervorgingen.
Solche Urgeister haben sich zuerst abgesondert in große Vereine und stellten
sich im unendlichen Raume in menschlich undenkbar großen Entfernungen auf. Eine
jede solche Geistvereinigung wollte wegen ihrer Eigenliebe von einer zweiten
nichts mehr hören und erfahren. Durch dieses stets wachsende Eingehen in die
Selbstsucht, in Hochmut und Herrschsucht schrumpften die zahllos vielen
Lebensformen endlich nach dem Gesetze der Schwere (Zusammenziehung aus
Ich-Bezogenheit!) zu einem übergroßen Klumpen zusammen - und die materielle
Urzentralsonne einer Hülsenglobe war entstanden. Nun aber gibt es im
unendlichen Raum eine Unzahl solcher Welt- Systeme oder Hülsengloben (vgl. die
Spiralnebelflecken der Astronomie!), wo überall eine solche Urzentralsonne zahlreichen
Weltgebieten zum gemeinsamen Mittelpunkt dient. Solche Ursonnen
sind somit die zusammengeschrumpften Urgeistervereine, aus denen in äonenlangen
Zeiten alle anderen Sonnenalle, Sonnengebiete, Nebenzentralsonnen, Planetarsonnen, Planeten, Monde und Kometen hervorgegangen
sind.
Wie ging das zu? In der Urzentralsonne wurde vielen grossen
Geistern der Druck ihrer Einhülsung zu mächtig. Sie
entzündeten sich daher im Zorn und machten sich vom Urdrucke los, wobei sie
beinahe endlos weit von ihrem ersten Vereinsklumpen flohen. Eine Zeitlang
schwärmten sie frei und ungebunden im Raume umher und machten Miene, wieder in
die reingeistige Ordnung zurückzukehren. Weil sie
jedoch des Elements der Eigenliebe nicht ledig werden konnten, fingen sie
wieder an, auf neue zu einem festen Klumpen zusammenzuschrumpfen, Dadurch
entstanden die Zentralsonnen zweiter Ordnung in einer jeden dieser
Hülsengloben.
In diesen Zentralsonnen zweiten Ranges ergrimmten mit der Zeit die Hauptgeister
wieder ob des zunehmenden Druckes, entzündeten sich und machten sich in
zahllosen Massen von dem gemeinsamen Klumpen zweiter Ordnung frei. Nach einem
Ansatz zum reingeistigen Übergang fanden sie dennoch
wieder allzu großes Wohlgefallen an sich. Sie wuchsen dadurch abermals im
materiellen Gewichte (Verdichtung der Masse!) und schrumpften nunmehr zu
Zentralsonnen dritter Ordnung zusammen. Bald erhob sich hier der gleiche
Anstand: Die höheren Geister, geringer an Zahl, wurden von den zahlreicheren
untergeordneten Geistern zu mächtig gedrückt, ergrimmten wieder und rissen sich
zu vielen Millionen mit größter Gewalt vom gemeinsamen Klumpen los mit dem
festen Vorsatz, nun endlich ins völlig reingeistige
Leben überzugehen. Undenkbar lange Zeiten schwebten sie als voneinander
getrennte Ätherdunstmassen im weiten Schöpfungsraume. Aber in dieser untätigen
Freiheit fingen sie mit der Zeit an, eine Nahrung von außen her als Sättigung
zu suchen. Denn die Begierde ist gleich dem Magnetstein, der alles Eisen mit
unwiderstehlicher Gewalt an sich zieht.
Was war davon die unvermeidbare Folge? Ihre Wesenheit fing sich wieder sehr zu
verdichten an (Ätherzuwachs!) Damit erwachte bald wieder die Eigenliebe und ihr
Gefolge, was eine neue Zusammenschrumpfung zu einem Klumpen bewirkte. Freilich
war hierzu stets eine Unzahl von Erdenjahren nötig. Aus den letztbeschriebenen
Schrumpfungsvorgängen entstanden und entstehen noch die Planetarsonnen,
deren eine jene Sonne ist, die unserer Erde leuchtet. Diese Art Sonnen sind
zwar in ihrer Wesenheit viel zarter und besänftigter als die Zentralsonnen.
Allein, sie haben dennoch eine ungeheure Masse von schwerer Materie als Folge
der Eigenliebe ihrer Äonen von Geistern. Den edleren und besseren solcher
Geister in diesem Leuchtklumpen wird im Laufe der Zeiten der Druck jener
gemeinen Geister, die ganz Materie geworden sind, wieder viel zu schwer und
unerträglich. Die Folge davon ist, wie bei den früheren Sonnen, Gewalttätigkeit
in Form von eruptiven Ausbrüchen, womit sich die edleren Geister aus deren
Verband frei machen. (Geistige Begründung der bekannten Sonnen-Protuberanzen!)
Geistervereine, die sich aus dem Sonnenklumpen losmachten, aber sich
trotz besten Vorsätzen von ihrer Eigenliebe nicht ganz befreien konnten,
wurden dadurch abermals zusammengeballt. Als dunstige Kometen mit langem
Schweif wurden sie materiell ersichtlich. Ein Kometenschweif zeigt den Hunger
schon materiell werdender Geister als die Gier nach materieller Sättigung an.
Diese Gier zieht aus dem Äther das ihr zusagende Materielle, und so ein Komet
irrt dann viele Jahrtausende im großen Ätherraume umher und zieht ständig neue
Nahrung an sich. Dadurch aber wird er schwerer und dichter und wird mit der
Zeit von jener Sonne, von der er ausging, wieder insoweit angezogen, daß er ordnungsgemäß um sie kreisen muß.
Einmal in eine solche Ordnung eingereiht, wird er zu einem Planeten, deren jede
Planetarsonne mehrere zu ihrem Bereiche zählt.
Noch einmal ist der mehrfach beschriebene Vorgang von Geisterausbrüchen
möglich, wobei sich die von der Erdmaterie zu beengten Geister befreien, jedoch
nach dem Gesetze der Eigenliebe aufs neue verhärten und zu Monden (Trabanten
von Erden) werden. Vor vielen Millionen von Erdjahren war unsere Erde
körperlich noch bedeutend schwerer und ihre eingeschlossenen Geister wurden
sehr gedrückt. Da ergrimmten die ärgeren Geister und trennten sich - diesmal
sogar mit viel gröbstmaterieller Erdmasse
- von ihr und schwärmten viele Jahrtausende hindurch in sehr ungeordneter Bahn
um diese Erde.
Da aber all die Teile dennoch bis auf einige Klumpen ganz weich und zur Hälfte
flüssig waren und sich die ganze Masse in beständiger Rotation befand, so
gestaltete sich selbe endlich zu einer großen Kugel. Ihre Achsenumschwingung
war jedoch für ihren kleinen Durchmesser viel zu langsam, um auf ihrer
Oberfläche die Flüssigkeit gleichmäßig zu erhalten, weil der Umlauf der
Mondkugel um die Erde ein sehr rascher war, demzufolge alles Flüssige stets auf
dem der Erde abgekehrten Teil Aufenthalt nehmen mußte.
Dadurch verschob sich der Schwer- punkt dieses
Mondklumpens stets mehr nach jener Seite hin, wo sich gleichfort alle
Flüssigkeit befand. Als der Klumpen selbst dichter wurde und die mitgenommenen
Wogen an den entstandenen hohen Bergwänden zu widerhaltig anbrandeten, mußte die immer langsamer werdende Achsenumdrehung endlich
ganz aufhören. Seit diesem Geschehen zeigt der Mond seiner Erde, von der er
ausgeworfen wurde, stets nur ein und dieselbe Seite.
Es wurde nun dargelegt, wie die ganze materielle Weltenschöpfung vor sich
gegangen ist, bis zu den Monden der Planeten, die fast überall, wo sie
bestehen, die gleiche Natur haben und demselben Zwecke dienen. Wie aber
ursprünglich aus in sich gefallenen Urgeistern die gesamte materielle
Weltschöpfung bis zu den Monden herab vor sich ging, auf die gleiche Weise sind
mit der Zeit auf den hart gewordenen Weltkörpern die Berge als die ersten
Riesenpflanzen einer Welt - und danach alle Pflanzen, Tiere und zuletzt der
Mensch selbst hervorgegangen. Bessere Geister entwinden sich gewaltsam dem
stets zunehmenden Druck der Materie, indem sie ihre eigene Materie kraft ihres
Willens auflösen. Sie könnten sogleich in die Ordnung der reinen Geistwelt
übergehen, aber der alte Reiz übt noch immer seine alte Gewalt aus. Die
Eigenliebe wird stets wieder wach: die Pflanze saugt, das Tier frißt, und des Menschen Seele sucht zumeist gierig
materielle Kost und träges Wohlbehagen. Und sie würde wieder zur härtesten
Materie, wenn Gott nicht in ihr Herz einen Wächter, ein Fünklein seines Liebesgeistes eingepflanzt hätte.
Obgleich der Anreiz zur Widerordnung in den urgeschaffenen Geistern zur
Willensprobe notwendig war, so war als Folge die sündige (= absondernde!)
Werdung des materiellen Weltalls durchaus keine Notwendigkeit! Sie war nur eine
aus der göttlichen Ordnung zugelassene Folge dessen, daß
so viele Geister dem Reize nicht widerstehen wollten, obschon sie es vermocht
hätten) ebensogut, als es sechsmal so
viele Urgeister vermochten in der ihnen gegebenen Ordnung Gottes zu
verbleiben.
Also entstanden die Sonnen und Erden alle für sich, und jedes einzelne auf
Sonnen und Erden für sich, aber dennoch auch im allgemeinen Zusammenhang. So
entstand auch der Mensch in engstem Sinne für sich und ebenso im allgemeinen.
Denn die Schöpfung ist in ihrer Gesamtheit, vom Größten bis zum Kleinsten aller
geistigen und materiellen Welten gleich und entspricht völlig einem Menschen,
weil der Mensch der eigentliche Grund und das Endziel der ganzen Schöpfung
bildet. Da der Mensch dasjenige ist, was Gott durch alle die zahllosen
Vorschöpfungen erreichen wollte und auch erreicht hat, so entspricht alles in
den Himmeln und auf sämtlichen Weltkörpern in allem und jedem einem Menschen, -
wie es auch Moses in seiner Schöpfungsgeschichte bildlich dargestellt hat.
Dieser große Weltenmensch in seinem ganzen Gehalte ist der gefestigte
Seelenleib des urgeschaffenen Lichtgeistes, den die Schrift Luzifer, d. h.
Lichtträger nennt. Daß aber dieser Geist in lauter
feste Hülsengloben* gesondert ist, das ist sein selbstgeschaffenes Gericht.
Sein Leben - dadurch in beinahe endlos viele abgeschlossene Teile getrennt -
ist als kein Ganzes mehr, sondern als ein höchst geteiltes Leben anzusehen.
Denn nur innerhalb jeder Globe ist Leben, außer ihr
aber kein anderes als jenes des ewig unwandelbaren Gotteswillens.**
Da der große „Welten- oder Schöpfungsmensch“ in genauem Entsprechungsverhältnis
zu dem Mikrokosmos »Mensch« steht, so ist die Analogie in allen Einzelteilen
wie in der Gesamtheit gegeben. Die Glieder, Organe und Funktionen des menschlichen
Zellenstaates finden sich daher in jenen größeren und kleineren Weltsystemen
wieder, über die Lorber wie folgt schreibt:
(So spricht der HERR) .. »Die Sonne
ist um eine Million mal größer als diese Erde. Aber schon die nächste
Zentralsonne ist mehr denn eine Million größer als diese Planetarsonne
und hat mehr Körperinhalt als alle ihr zugehörigen Planetarsonnen
samt ihren Erden, Monden und Kometen zusammen, die sich in für euch undenkbar
weitgedehnten Kreisen um solch eine Zentralsonne mit größter Schnelligkeit
bewegen. Besonders die entferntesten Sonnen benötigen oft Millionen von
Erdjahren, um nur einmal ihre Umdrehungsbahn zu durchlaufen.
* Bemerkung Lorbers:
»Hülsenglobe» ist die Benennung der Zusammenfassung von Dezillionen
mal Dezillionen Sonnen, die als Zentralsonnen erster,
zweiter, dritter und vierter Ordnung samt ihren zahllosen Planetarsonnen
- wie die unserer Erde ist- sich alle um einen gemeinsamen Mittelpunkt (eine unermeßlich große Hauptmittelsonne) in weitgedehnten Bahnen
bewegen. Ungezählte solcher Hülsengloben, die für uns Menschen in undenkbar
weiten Entfernungen von einander abstehen und den unendlichen Raum erfüllen,
führen den gemeinsamen Namen »der große Weltenmensch«. -
** Über die Erlösung (Vergeistigung)
des materiellen Weltenmenschen und Wandlung zum Großen Himmelsmenschen siehe Schlußkapitel! (D. Hgb.)
Nun gibt es noch eine zweite Gattung
von Zentralsonnen, um die sich in endlos größeren Bahnen ganze Sonnengebiete
mit ihren Zentralsonnen bewegen. Ihre entferntesten Teile benötigen schon ein
Äon von Erdjahren, um diese zweite Zentralsonne nur einmal zu umkreisen. Eine
solche Zentralsonne zweiter Ordnung, um die nun ganze Sonnengebiete mit ihrem Angehör kreisen, wollen wir samt ihren Millionen
Sonnengebieten ein Sonnenweltall nennen.
Denkt euch wieder eine ebenso große Anzahl solcher Sonnenweltalle. Diese haben
wieder in unmeßbarer Tiefe und Ferne gleichfalls eine
gemeinsame Zentralsonne, die als Weltkörper um zehnmillionenmal größer ist als
die Sonnenweltalle, die um sie in unermeßlich weiten
Kreisen bahnen. Diese Zentralsonne der dritten Gattung wollen wir ein
Sonnenall-All nennen.
Solcher Sonnenall-Alle gibt es wieder in einer für euch nicht zählbaren Menge,
und alle haben in einer endlosen Tiefe wieder eine ungeheuer große Urzentralsonne,
um die sie ohne Störung ihrer speziellen Eigenbewegungen wie ein Körper in
einer nur für Engelgeister meßbaren weiten Bahn
umkreisen. Ein solches Sonnen- und Weltensystem um eine Urzentralsonne sei eine
Welten-Hülsenglobe genannt, weil sämtliche vorbezeichneten All-alle nach allen
Richtungen um diese Urzentralsonne kreisend - eine unermeßlich
große Kugel darstellen. Infolge ihrer fast gedankenschnellen Bewegung und der
dadurch bewirkten Wurfkraft bilden sie nach außen hin eine Art Hülse, deren
Dichte eurer atmosphärischen Luft gleichkommt und von innen bis außen einen
Durchmesser besitzt, der nach den Größenmaßen dieser Erde zu messen mit
Millionen von Äonen noch viel zu gering angenommen wäre.
Warum wird nun diese Umhülsung als gemeinsame Umfassung
der zahllosen All-alle gebildet? Jedes in sich Ganze, vom Größten bis zum
Kleinsten, muß zur Deckung und zum Schutze seines
Inneren eine Umhäutung besitzen. Diese hat weiter den
wichtigen Zweck, vom inneren Mechanismus eines belebten Körpers das Reine in
sich aufzunehmen und das Unreine - als ein zum organischen Leben Untaugliches -
nach außen abzuleiten, von wo sie dafür geläuterten Lebensnährsstoff
(Äther!) aufsaugt und dem inneren Körperlebensmechanismus zuleitet.
Fragt aber nicht nach Größe und nach Länge des Durchmessers einer solchen
Hülsenglobe! Denn für die menschliche Rechnung dürfte schwerlich je eine Zahl
denkbar sein, durch die man - die Entfernung Erde zur Sonne als Einheitsmaß
genommen - diese äonenhaften Weiten bestimmen könnte. Solch eine Weltenglobe
ist jedoch nur ein einziger Punkt im großen Schöpfungsraume. Denkt euch
außerhalb dieser großen Hülse oder äußersten Haut einer vorgenannten Globe, den weiten, endlosen Raum wie völlig leer. Und das
so, daß jemand selbst mit schärfstem Auge von der
Nachbar-Hülsenglobe nur ein schimmerndes Lichtpünktchen entdecken würde. Das
gäbe dann ein Maß der Raumweite zwischen zwei gleichgroßen Hülsengloben, die
durch die ungeheure Entfernung zu einem kaum mehr bemerkbaren Schimmerpunkte zusammenschmelzen.
Solche Hülsengloben gibt es im unermeßlichen
Schöpfungsraume in einer für den Menschenverstand unfaßbaren
Anzahl. In ihrer Gesamtumfassung aber stellen sie nach Gottes Ordnung genau
einen Menschen mit all seinen Organen dar! Wie groß muß
nun jener Schöpfungsmensch sein, wenn schon eine einzige Hülsenglobe (einer
menschlichen Zelle entsprechend!) so endlos groß ist, und noch äonenmal größer die Entfernung einer Globe
von der anderen! Aber auch dieser universelle Mensch ist in seiner äußersten
Umfassung genau wie jede Hülsenglobe mit einer Art ätherischer Haut umgeben.
Freilich ist selbe um vieles fester als die einer Hülsenglobe und hat dennoch
für das große Ganze denselben Zweck wie die Haut einer einzelnen Globe.
Außerhalb dieses Weltenmenschen reicht nach allen Richtungen der freie
Ätherraum ewig fort, den dieser Mensch in einem für euch endlos großen Kreise,
durch Meinen Willen getrieben mit unbegreiflicher Schnelligkeit durchfliegt. -
Dies eben wegen des Nährstoffes aus dem ewigen Äthermeer, das er gewissermaßen
wie ein Fisch durchschwimmt. Da es aber im freien Ätherraume nirgends ein Oben
oder Unten gibt, noch die eine oder andere Seite, so steht dieser Mensch gleich
gut und fest im Raume wie diese Erde, die Sonne und alle äonenmal
Äonen Sonnen in einer Hülsenglobe. Seine handelnde Bestimmung ist es, alle die
in ihm enthaltenen großen Gedanken und Ideen Gottes auszureifen für die
einstige freie und selbständige Geistlebensentfaltung. - (Aus dem Gr. Evang. Bd. VI)
(Noch einmal scheint das Thema vom großen
Weltenmenschen und seinen kosmischen Organen im Lorberwerke
»Robert Blum" in erweiterter Form auf)..
»Die vielen Millionen Planetarsonnen, um die sich Planeten wie eure Erde bewegen,
machen mit ihrer eigenen Zentralsonne (Z. 1) ein Sonnengebiet aus. (Z 1 ist
nach Lorber der Fixstern Sirius, unser hellster Stern
am Himmel. D. Hgb.) Jede solche Zentralsonne ist
stets so groß, daß sie den Körper- Inhalt ihrer sie
umkreisenden Sonnen samt deren Planeten und Monden manchmal ums hundertfache
übertrifft; zuweilen auch ums millionenfache, denn es gibt größere und kleinere
Sonnengebiete. Je größer ein Gebiet, umso größer auch seine Zentralsonne, um
ihre Nebensonnen wegen der entfernteren Bahnen im bestimmten Abstand zu halten.
Denn in welchem Verhältnis sich Anzahl und Entfernung der Nebensonnen mehrt, im
gleichen muß auch das Volumen einer Zentralsonne
ansteigen, um Meister aller sie umbahnenden Planetarsonnen zu bleiben.
Viele Sonnengebiete zusammen haben wieder eine gemeinsame Mittelsonne und bahnen, von ihr getragen, in unvergleichbar größeren
Kreisen um dieselbe. Diese Sonne muß natürlich wieder
ums vielfache größer sein als all ihre Sonnengebiete zusammengenommen, deren
oft viele tausende um eine solche Zentralsonne (Z. 2) kreisen. Die Gesamtheit
solcher Sonnengebiete mit ihrer gemeinsamen Mittelsonne ergeben ein Sonnen-
All.
Und wieder haben viele tausende Sonnen-Alle einen zentralen Mittelpunkt: eine
Mittelsonne, die im gleichen Verhältnis wieder um das vieltausendfache an
Volumen größer ist als alle sie umkreisenden Sonnen-Alle. Solch eine
All-Mittelsonne (Z. 3) ist das Zentrum eines Sonnenall-Alls, und ihr Licht
steigert sich im gleichen Verhältnis wie ihre Größe gegenüber den gesamten
Sonnen-Allen ihres Bereiches.
Ihr könnt das Verhältnis ungefähr so annehmen: Ist z.B. eine
Planetar-Mittelsonne (Z. 1) so groß, daß ihr
Durchmesser eine Billion irdischer Wegmeilen zählt, so beträgt der Durchmesser
einer Sonnengebiets-Mittelsonne (Z. 2) schon das millionenfache, also eine
volle Trillion irdischer Meilen. Und eine Mittelsonne eines Sonnenall-Alls (Z.
3) wächst dann wieder - je nachdem sie mehr oder weniger Sonnen-Alle beherrscht
ums millionenfache, ja zuweilen sogar ums billionenfache im entsprechenden
Verhältnis an Größe und Licht. Ihr Durchmesser kann dann eine Quatrillion bis Quintillion Meilen Ausdehnung besitzen.
Sonnen dieser Art haben schon ein eigenes Feuerlicht
und sind zur Bewohnung für materielle Wesen auf ihren
unermeßlichen Oberflächen nicht mehr geeignet. Dafür
wohnen desto mehr Feuergeister in ihrem gewaltigen Feuermeer und haben allda
ihre Herrschgebiete. Wohl bewohnen auch Körpermenschen eine solche Sonne,
jedoch nicht ihre äußerste Oberfläche, sondern eine mehr innere. Denn alle
Sonnen bestehen aus mehreren Sonnenkörpern, die sich inwendig in der äußeren
Sonne ungefähr so befinden wie der Planet Saturn innerhalb seiner Ringe.
Die Tätigkeit dieser Feuergeister besteht naturmäßig in der Zubereitung
allerreinsten Gases in den großen untersonnischen
Behältern, deren es Trillionen gibt. Dieses Gas muß
stets in Überfülle vorhanden sein und ergibt entzündet das Eigenlicht
solcher Sonnen. Auch auf der Erde bereiten gewisse Geister in den inneren
Kammern der feuerspeienden Vulkane brennbares Gas und entzünden es, wenn es in
genügender Menge unter Druck steht. Das Gas besteht im Grunde aus puren einfachen_Naturgeistern, die eine solche Läuterung im
Brennvorgang durchmachen müssen, ehe sie in eine bestimmte Wesenheit übergehen
können.
Der Zentralpunkt einer Hülsenglobe aber ist eine Haupt- und Urzentralsonne (Z.
4), um die sich mehrere Millionen von
Sonnenuniversa (= Sonnenall-Allen) bewegen. Bei der euch hier geistig gezeigten
Ursonne sind es genau sieben Millionen solcher Universa. Diese Urka genannte
Sonne ist um eine Million mal größer als die Gesamtheit jener sieben Millionen
Sonnenuniversa. Ihr Durchmesser beträgt bei zwei Oktillionen
irdischer Wegmeilen. Das Licht in seiner elektromagnetischen Schnelligkeit (je
Sekunde zwölftausend Meilen - 300 000 km D. Hgb.)
hätte eine Trillion Erdjahre zurückzulegen, um von
einem Pol dieser Ursonne zum anderen zu gelangen. Und
doch ist diese Sonne geradewegs die kleinste unter allen. Eine Dezillion Meilen genügt, um sie - von eurer Erde aus
gesehen - bis zum scheinbaren Durchmesser der Venus zusammenzudrücken.
Was ist nun das Tätigkeitsfeld der dortigen, für euch wahrhaft riesigen
Feuergeister solch einer Urzentralsonne? Neben der Ausgeburt stets neuer
Planetar- und Mittelsonnen reicht ihr Wirkungsgebiet bis an die äußersten
Grenzen einer Hülsenglobe. Wie schon gesagt, ist jeder Komplex von Sonnen- und
Weltuniversen, die sich in weitesten Kreisen um ihre Ursonnenmitte bewegen, mit
einer festen Hülse umfangen, durch die kein materielles Wesen dringen kann.
Diese Hülse besteht aus einer eigenen diamantartig-durchsichtigen Materie
(ätherisches Wasser. D. Hgb.) und ist nach innen
höchst spiegelglatt. Alles Licht, das von den zahllos vielen Sonnen ausstrahlt
und von keiner Erde oder Sonne reflektiert wird, fängt diese Hülse auf und
wirft das Licht wieder in das Innere der Globe
zurück. Da aber die Hülsenumfassung im Verlaufe der Zeit auf ihrer inneren
Spiegelfläche dennoch matter und matter werden könnte, so werden eben von jener
Urzentralsonne stets solche Lichtbälle von den Feuergeistern mit ungeheurer
Macht hinausgeschleudert. Sie gelangen bis zur erwähnten Hülsenfläche und
werden dort zur Reinigung der Kristallhülse verwendet. Reiniger sind dort
eigens dazu befähigte mächtige Geister, die in größter Zahl vorhanden sind.
Denn alles, was da natürlich geschieht in der ganzen Unendlichkeit, erfolgt
durch Gottes Geister und große Engel.
Jede Hülsenglobe hat ihren festen Platz im großen Weltenmenschen (wie die
Zellen im menschlichen Körper! D. Hgb.)
Sie rotiert jedoch um ihre Urzentralsonne als ihre eigene Achse, damit ihre
Außenhaut sich fortwährend an dem sie allenthalben umgebenden Äther des Raumes
reibt. Durch solche Reibung wird die nötige Menge elektrischen Feuers gleich
dem Blitze erzeugt, das als Hauptnährstoff für alle Weltkörper einer
Hülsenglobe dient.
Die Gesamtheit aller Hülsengloben bildet den großen Weltenmenschen
(Makrokosmos), dessen großes Geheimnis ihr noch vernehmen werdet. In jeder
Hülsenglobe kreisen Dezillionen mal Dezillionen Sonnen, Planeten, Monde und Kometen. Die
Entfernung einer Globe von der anderen beträgt
durchschnittlich genommen fast stets eine Million Durchmesser einer
Hülsenglobe. Die Bewegung des großen Weltenmenschen ist ein Kreisen im freien
Ätherraum. (Um ein verborgenes Zentrum, das dem Willen der Gottheit entspricht.
D. Hgb.) Die Schnelligkeit seiner Bewegung in einem
unendlich großen Kreise ist so außerordentlich, daß
er in einem Augenblick tausend Hülsenglobenweiten weitergerät, dabei aber doch
hundert Millionen Sonnenjahre nötig hat, um wieder an der alten Stelle
anzugelangen. Und damit ist durch die Macht, Weisheit und Ordnung in Gott
gesorgt, daß auch der gesamte Weltenmensch für all
seine Nerven und Fibern die nötige Ernährung empfängt.
(Unser linsenförmiges Milchstraßensystem stellt trotz seiner riesenhaften
Ausdehnung erst einen Baustein einer Hülsenglobe dar. Es muß
im Sinne der Gliederung nach Lorber nur als ein
Sonnengebiet angesprochen werden. Daher hätte - entgegen den Annahmen der
Astronomie - Sirius, der hellste Stern am Firmament als die Zentralsonne
unserer Milchstraße zu gelten. Alle außerhalb derselben sichtbaren
Weltengebilde (Sternenhaufen und Nebel) zählen somit zu unserer Hülsenglobe, da
von Nachbargloben kein Licht zu den anderen zu dringen vermag;
Über die Urzentralsonne Regulus, das Zentralgestirn unserer Hülsenglobe, mit
seiner alles menschliche Fassungsvermögen übersteigenden Größendimension finden
wir bei Lorber nachstehende beachtenswerte Hinweise.
D. Hgb.)
»Kennt ihr das Sternbild des Löwen
mit seinem Hauptstern Regulus? Was ist er eurem Auge? Ein schimmerndes
Pünktchen! Und doch ist er dort, wo er im Raume schwebt, ein so großer
Sonnenweltkörper, daß ein Blitz über eine Trillion Erdjahre zu tun hätte, um die Strecke von seinem Nord zum
Südpol zu durchqueren.
Sein eigentlicher Name ist URKA (ur Licht, ka = Kraft. D. Hgb.) oder besser
noch OURIZA (our Lichtfeuer, za
Zeugung. D. Hgb.) Regulus ist der Anfang der
Schöpfung von äonenmal äonen
Sonnen, die Seele und der Schwerpunkt in einer endlos weit umhülsten
Schöpfungsglobe, die aber an sich nur einen Nerv im
großen Weltenmenschen bildet. Er ist die Urzentralsonne eurer Hülsenglobe,
darin die Erde wie ein kleines Stäubchen ihre Planetarsonne
umbahnt. Seine für eure Begriffe unberechenbar weite
Entfernung von hier hat ihn zu einem kleinen Punkt, einem glitzernden Fixstern
unter Millionen anderen zusammenschrumpfen lassen.
Auf der Urzentralsonne Regulus haben menschliche Wesen schon existiert, ehe die
Erde noch ihrer Sonne abgetrennt ward. Aber diese Menschenwesen haben eine
andere Lebenszeit als die Erdenmenschheit. Wenn ein solcher Urkamensch
nur zehn Urkajahre alt ist, so ist er schon älter als
diese ganze Erde. Daraus ist leicht zu entnehmen, daß
die Erstgeborenen dieses Riesenweltkörpers noch wohlerhalten bis zu dieser
Stunde leben können. Und einige, die jetzt dort geboren werden, werden so lange
leben, als diese Erde bestehen wird.
Diese Ursonne ist mehrere Dezillionen
von Erdjahren älter als eure Erde, die doch auch schon ein Alter von einigen
Quintillionen Jahren besitzt. Aber der göttliche Geist im Menschen vermag sich
nicht nur über diese Schöpfungszeiten, sondern auch über alle nahezu unendlich
weiten Hülsengloben, ja sogar über den ganzen großen Weltenmenschen hinauszu schwingen... -- -
(Aus dem »Gr. Evang.« Bd.
IV und VI und »Erde und Mond«)
(Doppelsterne im astronomischen Sinn sind gewisse eng zusammenstehende
Fixsterne, die einander umkreisen und nur im Teleskop als zwei getrennte Sonnen
erkennbar sind. Ein Beispiel hierfür ist der Stern Kastor im Sternbild
Zwillinge. Manche Doppelsterne werden nur durch ihren Lichtwechsel als solche
erkannt, indem periodisch die kleinere Sonne vor die größere tritt. Beispiel:
Algol im Sternbild Perseus. - Über diese Doppelsonnen finden sich in Lorbers Gr. Evang.
Bd. VI nachstehende Eröffnungen. D Hgb.)
Es gibt eine eigene Gattung von
Sonnen, die in jedem einzelnen Sonnengebiet mehrfach vorkommt. Das sind die
sogenannten Doppelsonnen, die jedoch niemals Zentralsonnen, sondern nur etwas
seltenere Planetarsonnen darstellen. Eine von beiden
ist stets um ein bedeutendes größer als ihre Begleiterin. Beide Sonnen sind
voneinander selten mehr als sechzig Millionen Stunden geraden Wegs entfernt.
Die kleinere Sonne bahnt um die größere wie ein Planet, jedoch bewegen sich um
jede der beiden Sonnen auch eine Anzahl von verschieden großen Planeten.
Auf den kleineren Planeten haben deren Bewohner recht gute Daseinsbedingungen.
Denn sie haben dort beinahe niemals eine volle Nacht, noch eine strengere Kälte,
und dies besonders bei jenen Planeten, deren Durchgang zwischen den beiden
Sonnen erfolgt. Bei den größeren Planeten fällt dieser Vorteil weg, da selbe um
beide Sonnen eine große elliptische Bahn beschreiben.
Diese Doppelsonnen haben in jedem Sonnengebiet eine sehr wichtige Bestimmung.
Sie sind die natürlichen Ordner der Bewegungen aller einfachen Planetarsonnen und außerdem die Austeiler des bekannten
Nährstoffes für ein ganzes Sonnengebiet. Die Ordnung dieser Gestirne ist so
gestellt, daß auf je siebenhundert bis tausend Einsonnen eine solche Doppelsonne kommt.
(Zum Verständnis dieses Kapitels ist die Kenntnis der alten Entsprechungslehren
erforderlich, die in dem Ausspruch der hermetischen Geheimlehre »Wie oben, so
unten« ihren Ausdruck finden. Danach ist der Mikrokosmos Mensch ein Ebenbild
des makrokosmischen großen Schöpfungsmenschen, und zwischen beiden herrscht
eine Analogie in all ihren Organen und Funktionen. In der umfassenden
Schöpfungslehre Lorbers wird - natürlich und geistig
- oftmals auf diese Wahrheit Bezug genommen, und nur durch jene inspirierten
Eröffnungen wird eine Brücke geschlagen zum geistigen Erfassen der großen
Bedeutung unseres kleinen Wohnplaneten. D. Hgb.)
(Aus den Lehren Jesu im Gr. Evangelium):
»Seht, wie im kleinen ein jeder Mensch zu seinem leiblich kurzen Probeleben
eingerichtet ist, also ist entsprechend auch in großen Umrissen der ganze große
Schöpfungsmensch beschaffen. Nun wisset, daß
ebendiese Hülsenglobe, in der sich eure Erde mit der Sonne und zahllos vielen
anderen Weltkörpern befindet, zur Einrichtung des Herzens im großen
Weltenmenschen zählt. Wie aber ist das Herz des leiblichen Erdenmenschen zu
seiner Funktion eingerichtet?
Eines jeden Menschen Organismus hat nahe der Herzmitte seinen Lebensnerv: ein
kleinstes Klümpchen, von dem aus der ganze Leib belebt wird. Die Teile dieses Herznervklümpchens sind dafür eingerichtet, den Lebensäther
aus dem Blut und der Atemluft derart an sich zu ziehen, daß
sie selbst überaus lebenstätig bleiben und sodann diese Lebenskraft dem ganzen
Organismus mitzuteilen vermögen. Im menschlichen Herzen befinden sich zwei
überaus kleine Kämmerlein, die den beiden großen Blutkammern entsprechen. Sie
bedingen durch ihre Einrichtung das Leben des Herzens und dadurch des gesamten
Leibes. Das erste Kämmerlein ist das positive des Geistes und Lebens; das
zweite, negative entspricht der Materie und ist nur ein Aufnahmegefäß für das
Leben, das es vom positiven Pol empfängt.
Nun ist eben eure Sonne mit ihren sie umkreisenden Planeten das bejahende
(positive) Lebenskämmerlein des großen
Weltenmenschen. Und in diesem Kämmerlein bedingt gerade die Erde den
eigentlichen geistigen Grundlebensstoff - was wohl nie ein Weltweiser entdecken
kann!
Ich selbst bin von Ewigkeit her der Grund alles Lebens und Seins im Herzen der
Unendlichkeit. So Ich nach Meiner Liebe, Weisheit und Ordnung beschlossen habe,
in dieser Schöpfung das Leiblich-Menschliche anzuziehen, so konnte Ich dies im
großen Universalmenschen doch nur auf dem Punkte verwirklichen, der Meinem
Urwesen völlig entspricht, im Lebensnerv des großen Weltenherzens.
Es ist zwar nicht gesagt, daß gerade diese Erde den
eigentlichen Hauptbejahungspunkt im Schöpfungsmenschen darstellen müßte. Das könnte auch ein anderer, zu dieser Sonne
gehöriger Planet sein. Und wirklich war dazu einstmals schon eine andere Erde
bestimmt; aber ihre Bewohner haben sich um vieles unwürdiger benommen als nun
die Bewohner dieser Erde, und so wurde jener Planet verworfen und verwüstet
samt seinen Bewohnern. (Vgl. dazu »Katastrophe im Planetenreich«! D.Hgb.) Da aber nun eure Erde seit den Zeiten Adams dazu
auserkoren ward und auf ihrem Boden Ich das leibmenschliche Kleid angenommen
habe, wird sie als das auch verbleiben bis ans Ende der Zeiten der gerichteten
Geister in aller Materie.
Ihr habt vernommen, wie das gewisse unansehnlichste
positive Herzkämmerlein das eigentliche Grundlebensprinzip des Menschen
darstellt und schon in sich das Licht, die Wahrheit und das Leben ist. Ebenso
verhält es sich auch mit den Menschen dieser Erde. Sie sind gegenüber den
Menschen anderer Weltkörper höchst unansehnlich, verdreckt, finster, klein und
ohnmächtig. Von den Geistern der anderen Welten sind sie wie ungekannt und
kennen sich im Grunde selbst nicht. Aber in ihrer verborgenen Lebenstiefe sind
sie aus Mir der Grundlebenspunkt des ganzen Großschöpfungsmenschen und können
darum allerhöchste Lebensfähigkeit entwickeln, die bei den - Menschen anderer
Erden nur in einem sehr einseitigen und untergeordneten Grade vorkommen. Wie
aber der Mensch seine gesamte geistige Ausbildung nur aus dem Leben seines
Herzkämmerleins empfängt, in gleicher Weise erhalten die Menschen anderer
Welten die ihnen bestimmte Ausbildung auch nur aus dem Herzlebenskämmerlein des
großen Schöpfungsmenschen. Denn die anderen Weltkörper mit ihren Menschen, die
Hülsengloben mit ihren Sonnenallen und Bewohnern verhalten sich zu dieser Erde
und ihrer Menschheit wie die anderen Leibes- und Seelenteile zu dem positiven
Herzlebensnerv, von dem alles Grundleben seinen Ausgang nimmt.
Bei all den zahllos vielen Vorschöpfungen, die alle einen Urgroßweltmenschen
darstellten, habe Ich Mich nicht auf irgendeinem Weltkörper ins Fleisch gehüllt
nach Meinem Willen, sondern verband Mich mit ihren Menschengeschöpfen nur durch
reinste Engelsgeister. Allein diese Schöpfungsperiode hat den für euch noch
unerkennbaren Vorzug, daß sie in der ganzen ewigen
Unendlichkeit die einzige ist, in der Ich als Schöpfer aller Welten die
menschliche Fleischnatur vollkommen angezogen habe. Ich habe Mir im ganzen
großen Schöpfungsmenschen diese Hülsenglobe, in ihr des Sirius
Zentralsonnenallgebiet und von den zweihundert Millionen ihn umkreisenden
Sonnen eben diese eure, und von ihren sie umbahnenden
Erdkörpern gerade eure Erde erwählt, um auf ihr selbst Mensch zu werden. Hier
nahm Ich für das Hauptlebenszentrum Meines göttlichen Seins das Fleisch der
Materie an, um Mich euch, Meinen Kindern, als schau- und fühlbarer VATER zu
zeigen und euch selbst aus Meinem Munde und Herzen die wahre göttliche Liebe
und Weisheit zu lehren. Hier will Ich für alle künftigen Zeiten und Ewigkeiten
Mir völlig ähnliche Kinder erziehen, die zusammen mit Mir dereinst beherrschen
die ganze Unendlichkeit.« (Das ist der wahre Sinn der Schöpfungsverse Moses
vorn Menschen als dem Ebenbild Gottes und als Krone der Schöpfung. D. Hgb.)
(Zu dem Begriff Hülsenglobe tritt in der Schöpfungslehre Lorbers
jener des großen Weltenmenschen, auch Schöpfungs- oder Universalmensch genannt.
Mit der Eröffnung, daß das materielle Weltall in
seiner Gesamtheit die Gestalt eines Menschen besitzt, vollendet sich die
geistige Schau des Kosmos. Wohl wird die Astronomie mit ihren beschränkten
Möglichkeiten diese Wirklichkeit niemals bestätigen können, doch bekräftigt und
erweitert Lorber damit uralte Geistlehren, die von
einer Übereinstimmung des Universums als Makrokosmos mit dem Mikrokosmos Mensch
sprechen.
Die nachfolgenden Auszüge entstammen verschiedenen Werken Lorbers
und sind hier zu einem Ganzen zusammengefügt. Ihnen ist zum ergänzenden
Verständnis eine Kundgabe Gottfried Mayerhofers
vorangestellt, der im Jahre 1871 gleichfalls durch das Innere Wort ein Diktat
über diese Schöpfungsgeheimnisse empfing.
D. Hgb.)
»Hier wollen wir das Warum des
materiellen Weltenmenschen erörtern, der - mit dichter ätherischer Haut
umkleidet - ein Begrenztes im Unbegrenzten darstellt Siehe, wie er mit
Gedankenschnelle seinen Flug im unermeßlichen Raum um
ein ihm selbst unbekanntes Zentrum vollzieht. Siehe, wie er mit all seinen
Organen, den ungezählten Hülsengloben aus dem ewigen Uräther
alles Lebensfähige aufnimmt und das Verbrauchte dem Äther wieder zurückgibt.
Seine Form und Gestalt gleicht der eines Menschen. Warum aber hat er gerade
diese Form?
Die menschliche Gestalt als Meine eigene göttliche habe Ich als den Grundtypus
in der ganzen Schöpfung aufgestellt. Demgemäß sind auch alle Wesen von der
kleinsten Tierwelt bis zum Menschen geschaffen, indem sie stufenweise diese
Gestalt nach und nach entwickeln. Alle tragen wenigstens in dem einen oder
anderen Teil als Grundidee Anklänge der Grundformen eines menschlichen Körpers
an sich. Gemäß ihrer Eigentümlichkeit und Lebensweise rücken sie zu stets
vollkommeneren Formen vor, bis als Ende der Entwicklungsstufen der
Kulminationspunkt, die menschliche Körperform erreicht ist.
Als Ich die materielle Welt in ihrem ganzen Umfang und Bereich dachte und
schuf, da ward ihre fernere Selbständigkeit und Selbsterhaltung bestimmt. Um
diese herzustellen, mußte Ich jedem Wesen neben
seiner Außenseite eine innere Organisation verleihen, die diese Bedingungen zu
erfüllen vermag. Was da im Kleinen geschah, ersiehst du auch im Größten, wo da
kreisen der Schöpfungsmensch in Dimensionen, die nur einem hohen Geiste faßbar sind. Auch in ihm pulsiert ein Herz, das alles
erhält und seine Lebenskräfte bis in die äußersten Sonnensysteme hinaustreibt.
Auch er hat eine Lunge, um die ätherischen Substanzen wie die menschliche Luft
in seine eigenen brauchbaren Elemente zu wandeln. Auch er besitzt alle Organe
wie ihr, und in diesen Organen leben ebenfalls Wesen wie in denen eures Leibes,
der auch eine Welt für euren Augen unsichtbare Lebewesen ist. Ähnlich wie bei
eurem Körper machen im großen Weltenmenschen alle Organe zusammen ein Ganzes aus:
überall herrscht die nämliche Ordnung wie im menschlichen Organismus.
Wesen, die im entsprechenden Organ Leber oder Lunge des Weltenmenschen leben,
können nicht zu Herz- oder Nierenmenschen geformt werden. Sie sind glücklich in
ihrer Existenz und erwarten dort wunschlos ihre Verwandlung, um wie alle
geschaffenen Wesen nach Ablegung ihres Leibes in ähnliche Organe des geistigen
Großmenschen versetzt zu werden oder schon im Weltenmenschen in edleren Organen
ihrer Bestimmung näherzurücken.
Alle Organe des Weltenmenschen vollziehen die gleichen Aufgaben wie jene des
menschlichen Körpers. Hier treibt das Herz mit neuen Lebenskräften
geschwängertes Blut durch das Adern- und Venensystem. Dort ist das große
Sonnensystem, das dem Herzen gleicht, mit eben den Mitteln ausgerüstet, um das
aus dem Äther entnommene neue Lebensprinzip allen anderen Teilen des
materiellen Weltenmenschen mitzuteilen und so seinen Bestand zu sichern. Die
Lungen, andere Sonnen- und Planetensysteme verschiedener Beschaffenheit,
empfangen das Verbrauchte des Weltmenschenblutes. Durch die Einatmung des unermeßlichen Äthers verkehren auch sie das Verbrauchte
wieder in Lebendiges und stoßen durch Ausatmung das Unnütze in den weiten
Ätherraum aus.
Die großen und kleinen Kanäle, die als Adern-, Venen- und Kapillargefäße den
menschlichen Körper durchziehen, werden dort durch untergeordnete Systeme und
Kometen vertreten. Besonders letztere sind die Licht- und Lebensbringer, die -
während sie mit ihrer eigenen Bildung beschäftigt sind - durch ihre langgestreckten
Bahnen den Lebensstoff bis zur Außenhaut jeder Hülsenglobe hinaustragen und das
Abgelebte entweder selbst verdauen oder zum entsprechenden Organ eines
Sonnenalls wieder zurückbefördern. Deswegen sind sie fast frei von der
Anziehungskraft, die Planeten zwingt, in kurzen Bahnen um ihre Sonnen zu
kreisen. Nichts hält den Kometen auf, seinen Zweck zu vollführen, bis auch er
schwerer und dichter wird und seinen Lauf verkürzt. Als umkreisender Planet
schließt er sich dann einer Sonne an, wo er eine neue Entwicklungsperiode
durchmacht, die ihn zur Lösung höherer Aufgaben befähigt.
Das Gehirn des großen Schöpfungsmenschen erfaßt
geistige Strahlungen und gibt sie an die in seinen Organen lebenden Wesen ab,
welche sie durch die Nerven als geistige Leiter in die anderen Sonnen-Alle
verbreiten. Das Auge blickt hinaus in die Weite der Unendlichkeit, sieht von
ferne das Ziel und teilt es dem Weltengebilde mit. Es ist der Vermittler des
Äußeren zum Inneren und teilt die Eindrücke durch das Gehirn den im ganzen
Organismus lebenden Wesen mit. Im Weltenauge brechen sich die sieben Farben im
Licht- und Sehprozeß. Dort in jenen Konstellationen
sind diese Farben in ganze Weltsysteme verteilt, die je eine andere Farbe
vertreten. Dort im großen Weltenmenschen gibt es Sonnen von den verschiedenen
Farben des Regenbogens. Die Menschen selbst sind dort in Farbe entsprechend
geformt. Dort sind Wunder in Größe und Intensität, wovon ihr irdischen
Geschöpfe keine Ahnung je haben könnt.
Das Weltenohr vernimmt die großen Harmonien der Sphären und ergötzt durch selbe
die geistigen Bewohner seines Organs. Was im Auge durch Licht bewirkt wird,
ersetzt in diesem Sonnenkomplex der Ton. Und wie im menschlichen Organismus
stets ein Organ in Verbindung mit den anderen steht, so auch im Weltenmenschen,
wo ein geistiger Genuß in einem Organ dem anderen
fühlend mitgeteilt wird. Im Organe dieses Ohres sind die Harmonien und ihre
Gesetze so ausgebreitet und vollkommen, daß eure Art
der Musik nicht den mindesten Vergleich damit aushält.
Im Gehirnkomplex mit seinen großen
Zentral-Sonnenallen ist alles Licht und Weisheit. Dort sieht und versteht der
geistige Bewohner den ganzen Weltenmenschen, kennt dessen Mission und kennt
auch Mich als den größten Geist. Wie im menschlichen Gehirn der Phosphor, so
ist dort in diesem System alles Licht, so zwar, daß
Schatten zu den nicht gekannten Dingen zählen.
Im Herzen , dem Sitz des Lebens, bewegt sich alles und treibt die große
Weltmaschinerie. Die schönsten und erhabensten Gefühle der Seligkeit sind dort
bleibend. Alles kennt Meine Liebe und weiß, was ihre Aufgaben sind. Besonders
der kleine anregende Bewegungsnerv des Weltenherzens ist auch der Ort, wo nicht
ferne davon euer kleines Sonnensystem Platz hat.
Alle anderen Organe, selbst die der Ausscheidung und Zeugung, sind dort
entsprechungsweise zu denselben Zwecken bestimmt wie ihre Funktionen im
menschlichen Körper. Die Analogien der Bewohner dieser unermeßlichen
Welten sind so verschiedenartig wie ihre Organe selbst; sie euch begreiflich
und faßbar zu machen, wäre vergebliche Mühe. Ein
unendlicher Gott kann nur Unendliches schaffen; daher verlangt keine
Beschreibung von Weltengebieten und ihren Einwohnern, wo keine Beschreibung
ausreichen würde, auch nur die Wunder einer kleinsten Welt zu schildern. Solche
Einzelheiten können nur mit geistigen Augen erfaßt
und mit Geistesgedanken gedacht werden. Solange ihr in der irdischen Hülle
lebt, ist diese Verständigung nicht möglich, doch werdet ihr im Jenseits mit
der gesteigerten Sehkraft des Geistes einst leichter begreifen. Es genüge euch
zu wissen, daß überall, wohin eure Gedanken
hinreichen würden, ihr die menschliche Gestalt als einzig allein herrschende
Form feststellen könntet. Und bedenkt dabei, was ihr selbst in bezug auf den Nervenkomplex des Weltherzens werden sollt:
die bewegende allgemeine Triebfeder Meiner ganzen Schöpfung!
Die Funktionen des großen Weltenmenschen müßt ihr
euch jedoch nicht so denken wie die eures Körpers, sondern in analogen
Entsprechungen. Dort drücken ganze Sonnensysteme durch ihre Anzahl,
Beschaffenheit und Stellung das aus, was ein oder das andere Organ im
menschlichen Körper in bezug auf das Ganze zu
vollführen hat. So ist z.B. die Milz der elektrische Feuerherd, wo das Blut
nach seinem kleinen Kreislauf wieder neu belebt wird. Auch im großen
Schöpfungsmenschen ist das entsprechende Sonnenall mit seinen abertausenden
Sonnen und Planeten nichts anderes als der zentrale Lebensverteiler an viele
andere ihm nahestehende und von ihm abhängige Welten. Diese verteilen dann
wieder ihren Überschuß an Kraft und Licht durch
millionenweite Lichträume an andere Sonnen und Welten. Deren
magnetisch-elektrische Ausstrahlung gibt wieder einen Impuls zu tausenderlei
verschiedenen Prozessen und so fort, bis alles seinen Kreislauf vollzogen hat
und das Verbrauchte mittels der Ausscheidungsorgane wieder dem Äther
zurückgegeben wird.
Dieses ist der Erhaltungsprozeß des großen
Weltenmenschen, der durch seine schnelle Bewegung im unendlichen Raum mittels
der Reibung die im Äther liegenden Lebenselemente erweckt und sie dann durch
Billionen von Aufsaugungsorganen gleich den Poren der menschlichen Haut den
inneren Organen übergibt. So lebenerweckend und
-gebend flieht der große Schöpfungsmensch im Raume ohne Grenzen Äonen von
Zeiträumen fort, bis auch er sich dereinst innerlich und äußerlich abgenützt
haben wird und seinem Verfall entgegengeht. Dann wird er gleich dem
menschlichen Körper aufgelöst werden in andere Elemente. Andere kosmische
Produkte werden sich aus seinen Resten bilden, die zu neuen Schöpfungen
hinleiten.
Die Materie, aus der er geschaffen ist, wird sich scheiden lassen müssen: das
Geistige darin wird geistige, und das Materielle wird stoffliche Verbindungen
eingehen. Jedes für sich wird dann von neuem einen großen Kreis der Entwicklung
antreten und wird sich wieder unter der Form eines menschlichen Leibes
organisieren. So geht aus dem Ende des jetzigen Weltenmenschen ein anderer
hervor, der aus feineren geistigen Elementen zusammengesetzt ist und wieder ein
neuer Weltenmensch sein wird. Aber im Zuge der Vergeistigung werden all seine
Bewohner und lebenden Wesen stets mehr geistiger Natur sein. Was im Körper des
Menschen die in ihm gebundene Seele und der Geist als Leiter des Ganzen waren,
das wird im Weltenmenschen der Antrieb sein, der alles materiell Geschaffene
seiner Erlösung und alles Geistige zu stets höherer Vergeistigung antreibt.
So geht es fort in unendlichen Zeiträumen, wo Millionen Jahre den kleinsten
Zeitabschnitt bilden. Aus all diesem Werden, Bestehen und Vergehen entwickelt
sich das in der Materie Gebundene zu höheren geistigen Stufen. Es verfeinert
sich von Potenz zu Potenz, wird reiner, geistiger, göttlicher, bis es in den
ums unendliche größeren Geist-Weltenmenschen überzugehen vermag, wo eine neue
Stufenleiter beginnt, die aufwärts führt bis zu Mir und Meinem ewigen Reiche
der Himmel.« - Wer ist der Weltenmensch?
(Der HERR); Nachdem Ich euer
geistiges Auge geöffnet habe, erblickt Ihr den großen Schöpfungsmenschen als
eine vollkommene Menschengestalt. Die Knie sind etwas vorgebogen, die Hände
hängen untätig herab. Das Haupt mit langen Haaren ist wie das eines Trauernden
vorwärts geneigt, in die bodenlosen Tiefen des Abgrundes blickend. Die Lenden
sind mit einer zerrissen aussehender Schürze dürftig bedeckt und die ganze Gestalt
macht einen wehmütigen Eindruck. Dieses Bild stellt nach Meiner ewigen Ordnung abbildlich das Universum dar. In der euch gezeigten Art ist
es von niemanden außer Mir in seiner wahren Wirklichkeit erschaulich.
Die ungeheure Gestalt, die alle Tiefen des endlosen Raumes auszufüllen scheint,
besteht aus lauter kleinsten glitzernden Pünktchen, die wie Sandkörner dicht aufeinandergestreut erscheinen. Die Zahl dieser Schimmerpunkte ist offenbar eine unendliche oder doch eine
solche, die sich kein geschaffener Geist vorzustellen vermag. In diesem Bilde
des großen Weltenmenschen ist jedes dieser glitzernden Pünktchen materiell
betrachtet eine ganze Hülsenglobe voll Sonnen und Welten, und doch jede nur
kaum ein Nervenwärzchen seines Gesamtwesens.
Von einem äußeren Gesamtleben dieses
Großmenschen ist nichts zu entdecken: es erscheint euch nur wie ein
Phosphorbild, hingehaucht durch die Allmacht des Schöpfers ans unendliche
Firmament. Und wenn sich dieser Mensch in seiner ganzen Größe nur als ein Leben
empfindet, besteht er darum wirklich nur aus einem ungeteilten Leben allein? 0
nein, dieser große Weltenmensch lebt ein gar vielfaches Leben. Denn alle
Hülsengloben mit ihren Zentralsonnen und untergeordneten Weltsystemen sind doch
Körperteile und Organe, die für sich - ebenso wie ein jeder ihrer Bewohner -
ein abgeschlossenes Leben in sich bergen.
Wer ist nun dieser Schöpfungsmensch im Lichte des Geistes gesehen? Vernehmt
alle das große Geheimnis! Jener Mensch in seiner ganzen Gestalt ist das
gefestigte Seelenkleid des urgeschaffenen Geistes, den die Schrift LUZIFER, den
Lichtträger nennt. Zwar ist sein Geist nach seinem Fall noch immer im
Vollbesitz seines Selbstbewußtseins, aber nicht mehr
im Besitze seiner Urkraft. Er ist durch die Materie gefangen und gerichtet in
all seinen Teilen. Nur ein Weg steht ihm stets frei, der zu Meinem Vaterherzen.
Für jeden anderen ist er so gut wie tot und vermag keinen Fuß und keine Hand
nur um ein Haar breit weiter wohin zu bewegen.
Das aber, was euch wie glitzernde Sandkörnchen erschien, sind lauter
Hülsengloben, in deren jeder Dezillionen mal Dezillionen von Sonnen, und dazu noch ums millionenfache
mehr Planeten, Monde und Kometen eingehülst sind. Die
Entfernung einer Hülsenglobe von der anderen beträgt durchschnittlich fast stets
eine Million Durchmesser einer solchen Globe. Daß sie hier im Bilde dicht aneinandergereiht erscheinen,
bewirkt die große Entfernung, aus der ihr die Figur betrachtet. Auch für das
irdische Auge gleicht der gestirnte Himmel einer gewölbten Fläche, die mit
dicht aneinandergereihten Sterngruppen besät ist, während in der Wirklichkeit
oft zwei scheinbar dicht nebeneinander stehende und eigentlich hinter einander
befindliche Sterne gut mehrere Trillionen Meilen gegenseitig abstehen können.
Daß aber dieser Geist nun in lauter solche feste
Globen gesondert ist, das ist sein eigentliches Gericht. Sein Leben, das
dadurch in beinahe endlos viele abgeschlossene Teile getrennt wurde, ist als
kein ganzes, sondern als ein höchst geteiltes anzusehen. Denn nur innerhalb
jeder Globe ist Leben, außerhalb ihrer aber kein
anderes als das Meines ewig unwandelbaren Gotteswillens. Jede Hülsenglobe steht
fest und kann ihr Standverhältnis gegen ihre Nachbargloben nicht im geringsten
ändern.
Zu allerunterst in der kleinen linken Zehe des
Weltenmenschen erseht ihr einen etwas rötlich glitzernden kleinen Punkt. Das
ist eben jene Globe, in welcher sich naturmäßig eure
Erde innerhalb ihres großen Sonnengebietes befindet. Und nur auf diesen Punkt
ist nun das gesamte Geistleben jenes größten urgeschaffenen Geistes gebannt.
Will er sich dort demütigen und als der verlorene Sohn wieder zu Mir
zurückkehren, so soll sein einstiges Urleben wieder
freigegeben werden, und der große Weltenmensch würde dann wieder von freiestem
Leben durchweht sein. Will aber dieser Urgeist Meiner
Schöpfung in seiner hochmütigen Widerordnung verharren, so mag er darin für
ewig verbleiben, oder wenigstens so lange, bis sich die ganze Materie in ein
neues Seelen- und Geisterleben wird aufgelöst haben.
Gleich wie ihr als Erdenmenschen werden noch zahllos viele Geister aus dem
materiellen Weltenmenschen erlöst hervorgehen, und das so lange, bis alles in
ihm Gerichtete und Gefangene in ein freiestes Geistleben übergegangen sein
wird. Wie aber könntet ihr die Zahl der Jahre ermessen, die bis zur Auflösung
des gesamten Weltenmenschen vergehen wird! Die Umlaufzeit dieser Sonne um ihre
Zentralsonne Sirius beträgt ungefähr 28 000 Erdjahre,
was somit ein Sonnenjahr ausmacht. Für die Vielheit solcher schon verflossener
Sonnenjahre kennt ihr in eurer Rechnung wohl keine Zahl. Noch weniger würde
eine Zahl zu ermitteln sein dafür, wie oft sie ihren großen Kreislauf bis zu
ihrer eigenen Äuflösung noch zu machen hat:
Äonenmal Äonen von Sonnenjahren wären da als beinahe
nichts zu betrachten!
Was aber ist das Alter einer Planetarsonne gegen das
einer Sonnengebiets-Zentralsonne, die endlos lange früher bestand. Was ist
wieder diese Bestanddauer gegen eine Sonnenall-Zentralsonne und deren Dauer
gegen ihre nächsthöhere Zentralsonne. Und wie nahezu gar nichts die Dauer
selbst dieser Sonne gegenüber jener Urzentralsonne in einer Hülsenglobe, die im
Grunde die urerste Mutter aller ihrer Sonnen- und
Weltenkinder ist! Wieviele Sonnengebiete sind schon
aus ihr hervorgegangen, die schon längst aufgelöst wurden; und wieviele neue sind schon vor undenklich langen Zeiten an
ihre Stelle getreten und werden in fernsten Zeiten noch hervorkommen?
Aber auch diese Urzentralsonne (Urka / Regulus. D. Hgb.) wird einst, nachdem alle anderen Sonnen aus ihren
endlos langen Zeiträumen ihr Ende finden, aufgelöst werden. Aber noch lange
nicht sobald der gesamte große Weltenmensch. Denn wie das Altern und Absterben
eines Menschen allmählich vor sich geht, so ist es der gleiche Fall bei dem
Schöpfungsmenschen.
Wenn einst eure Erde nach undenklich vielen Jahren wird alle ihre gefangenen
Geister hergegeben haben, so wird sie dann selbst im Lichtmeere der Sonne in
eine geistige umgewandelt werden. Auch die anderen lichtlosen Planeten, wie
Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und noch mehrere andere; die zu eurer
Sonne gehören samt den unzähligen Kometen (die späterhin auch Menschenwesen
tragende Planeten werden), alle diese werden nach Äonen von Erdenjahren in der
Sonne ihre Auflösung finden. So schreitet diese Auflösung von einer Sonne bis
zur nächstgrößeren Mittel- und Zentralsonne durch Äonen (dezillionenmal
Dezillionen) eurer kleinen Erdenjahre fort, bis
endlich alles in der einzigen Urzentralsonne - deren körperhafte Größe für eure
Begriffe unermeßlich ist - seine Auflösung findet. Wo
aber wird diese selbst aus ihrer Materie entbunden? Im Feuer Meines Willens!
Aus dieser stufenweisen Auflösung werden dann alle Weltkörper geistig in ihre
früheren Ordnungen und Bestimmungen zurücktreten und geistig ewig fortbestehen
in all ihrer Pracht, Größe und Wundertätigkeit Trotz
solcher für euch unfaßbar langen Zeitdauer des großen
Weltenmenschen wird dereinst sein materielles Dasein beendet sein. Damit wird
abermals eine Schöpfungsperiode abgeschlossen, worauf in einem anderen im Raume
endlos weit entlegenen Gebiete zu einer neuen Schöpfung geschritten wird. (Aus
„Gr. Evang.“, „Robert
Blum" und „Die zwölf Stunden“)
(Während der große Weltenmensch das Wesen des materiellen Universums
verkörpert, in dem die seelischen Potenzen des gefallenen Urgeistes Luzifer (Satana) im Durchgang durch alle Naturreiche eine Läuterung
erfahren, stellt der Himmelsmensch, zuweilen auch Geistmensch
genannt, das Endziel der Schöpfung dar:
die Lösung alles in der Materie fixierten Geistes; die Erlösung alles Geschöpflichen, das seelisch von Luzifer abstammend, über
den geistig wiedergeborenen Menschen zur Wiedervereinigung mit Gott
zurückfindet.
Hier folgt zunächst wieder der zweite Teil der bezüglichen Kundgabe G. Mayerhofers, denen sich Auszüge aus den Werken Jakob Lorbers anschließen. - D. Hgb.)
(Der HERR): .. „Das Streben der in
der Materie gebundenen geistigen Macht dauert so lange an, bis alles darin
Gefestigte wieder entbunden ist. Wenn sich im großen Weltenmenschen die den
menschlichen Organen entsprechenden WeItsysteme
ausgelebt haben und alles Lebendige, für Licht und Wärme Aufnahmefähige
entflohen ist, bleibt nur das gleichsam zu hartem Stein gewordene übrig. Ist
dieser Zustand eingetreten, so wird durch Meinen mächtigen Willen der große
Weltenmensch aufgelöst. Es geht daraus wieder - wie der Phönix nach einer alten
weltlichen Sage - eine neue und schönere Geistwelt hervor, die alles enthält,
was der frühere Weltenmensch besaß: all seine Organe und Funktionen, jedoch
feiner und vergeistigter. Ein neues stufenweises Schaffen beginnt. Leben und
Wärme strömt wieder in den neu sich lebendig bewußten
Weltenmenschen ein. Es beginnt ein neuer Lebenslauf, in dem Tod und Zerstörung
nicht mehr als Grundprinzip zur Unterlage einer neuen Schöpfung dienen muß Nur ein sanfter Übergang von einer Stufe zur anderen
kennzeichnet das Vorwärtsschreiten, wo das Materielle aufhört und die geistige
Welt ihren Anfang genommen hat.
Dort beginnt das Leben im großen Geistesmenschen, dort bewegt sich der nunmehr
vergeistigte Weltenmensch um Meine im tiefsten Hintergrunde leuchtende
Zentralsonne, das Herz der ganzen geistigen Welt. Er saugt nun nicht mehr
Ätherisches, sondern Geistiges an und vergeistigt so sein Inneres, das sich
damit nach und nach. in seiner Individualität entsprechende Organe des
übergroßen geistigen Weltenmenschen umbildet. Indem dieser ebenfalls sich in
den unendlich weiten Räumen fortbewegt, nimmt er aus dem ihn umgebenden
feineren geistigen Äther (dem Atem Gottes. D. Hgb.)
seine eigenen Lebensprinzipien auf und begründet dadurch ein ewiges
Fortschreiten, Verwandeln, Neuschaffen und Neubeglücken der auf solchen Welten
lebenden Geister.
Im großen Geistesmenschen ist der Lebenszweck aller geschaffenen Geister, die
noch Minderfähigen zu leiten; ihre Sphären zu vervollkommnen und ihre Seelen
Mir näher und näher zu führen. Und siehe, als Ich die große Geisterwelt mit
ihrer unermeßlichen Ausdehnung erschuf, da stellte
Ich den größten Geist, geboren aus Mir wie Weisheit aus Liebe, aus Mir hinaus
in die weite Schöpfung. Ich übertrug ihm alle Geisterwelten, befähigte ihn zum
Wirken und Schaffen und gab ihm den Namen Luzifer oder Satana
in der himmlischen Sphärensprache. Allein, seiner ungeheuren Macht sich bewußt, verblendete ihn seine Eigenliebe und er verleitete
Millionen von Geisterheeren zum Abfall von Mir, dem Ursprung allen Lebens.
Und so ward dieser Urgeist aus dem ewigen Reiche des
Geistesmenschen, aus Meinem Himmelreiche verbannt, weil ihm die dort herrschende
himmlische Ordnung der Liebe und des Friedens nicht behagte. Weit floh er
hinaus in die Unendlichkeit. Damit er aber trotz seines Gegensatzes zu Mir
dennoch meinen Schöpfungsplan erfüllen muß,
erschuf Ich eine materielle Welt aus seinen und seiner Geister Substanzen. Ich
kleidete ihn und die Seinigen in die Schulungsstätte Materie ein, damit er
geläutert - wenn nicht als Ganzheit, so doch in kleine Seelenparzellen
aufgelöst - wieder zu Mir zurückfinden könne. Sein Geist selbst mit dem, was
ihm nach der Materialisierung seiner seelischen
Kräfte verblieb, ist nun auf und in eure Erde gebannt als jenem Weltkörper, wo
Ich schon vor Äonen Jahren bestimmt hatte, das große Erlösungswerk für alle
Menschen und Geister selbst zu vollbringen.
Im großen geistigen Schöpfungsmenschen webt stets fort das tätige Organisieren
und Schaffen Dort leben die Geister ebenfalls in den allen Organen des
materiellen Weltenmenschen entsprechenden Himmeln. Jedoch ist dort alles anders
wie im ersten Schöpfungsmenschen: Was im selben in Form der Materie ausgedrückt
ist, lebt und besteht dort im Geistigen. Dort ist die gröbste Materie Licht,
und die feinste reiner Geist. In Meinem Geist-Schöpfungsmenschen ist Liebe und
Weisheit die Hauptsubstanz, wie beim Weltenmenschen Licht und Wärme und beim
irdischen Menschen Blut und Luft. Die Liebe als Licht, wie das Blut im
menschlichen Körper, durchzieht die Adern des geistigen Himmelsmenschen,
überall Heil, Segen und Leben verbreitend. Die Weisheit erleuchtet Meine Wunder
dem forschenden Geiste. Was Meine höchsten Engel und Geister im großen
Himmelsmenschen klar erschauen, das ahnen die Sonnen- und Weltenbewohner des
materiellen Weltenmenschen nur und suchen die Forschenden in den geistigen
Kräften der Natur.
Im Weltenmenschen sind zahllose Geister und Menschen, die der Erlösung harren.
Sie alle gehen dem Verwandlungsprozeß zum
Geisterreich entgegen. Im geistigen Himmelsmenschen aber, jenseits der
Grenzsteine des Todes, ist Seligkeit und ewiger Austausch alles Geschaffenen.
Dort herrscht nur Liebe mit Weisheit gepaart, und dort erleben die vollendeten
Geister als Gotteskinder erst jenes Wonneleben, das allen bereitet ist, die
nach den Lehren der ewigen Schöpfungsordnung leben und tätig sind. (Aus
„Schöpfungsgeheimnisse“)
(Der HERR): ... „Was soll es mit dem
materiellen Nährboden, wenn sich alles intelligente Leben einmal aus ihm
freigemacht hat? Soll es als gewisserart ausgebrannte
Schlacke, aller weiteren Bestimmung bar, etwa wie völlig tot im unendlichen
Raume kreisen? Oder könnte es in den Sphären der lebenden und vollendeten
Geister etwas sein? Um aber von einer Bestimmung zu reden, muß
man doch von einer geistig ewig-dauernden reden, da es eine materiell-ewige
Bestimmung nimmer irgendwo geben kann. Jede Materie als ein räumlich und zeitlich
für sich abgeschlossen Begrenztes ist vergänglich. Hat sie ihrer Bestimmung in
einer Entwicklungsperiode entsprochen und hat einem höheren Lebenszweck
gedient, und ist dabei als brauchbares Gefäß morsch und löcherig geworden - was
sollte dann aus diesem Bimsstein noch weiter werden?
Was aber mit der materiellen Erde einst geschieht, das wird selbst einer
Urzentralsonne widerfahren: alle materiellen Weltkörper werden aufgelöst, und
aus ihnen werden umgebildet geistige Weltkörper zur Bewohnung
freiester seliger Geistwesen. Solche Weltkörper werden jedoch dann nicht
auswendig, sondern viel mehr inwendig bewohnt sein in allen, den früheren
organisch-materiellen Formen entsprechenden inneren Lebenstempeln. Da werden
die Menschen als vollendete Geister erst die innere Beschaffenheit der sie
einst tragenden Welten vollkommen kennen lernen und in großer Freude ihre
überaus kunstvolle Einrichtung der kleinsten wie größten Organe bewundern.
Natürlich dürft ihr euch die Auflösung des großen Weltenmenschen und seine
Wandlung zum geistigen Himmelsmenschen nicht so vorstellen, als würde dies
schon in naher Zukunft vor sich gehen. So ihr für jedes Sandkörnlein,
so viele die Erde faßt, ein Erdenjahr nähmet, so
reichte das kaum für den Zeitraum des materiellen Erdbestandes aus. Nicht zu
reden von dem unmeßbar längeren Bestande aller Sonnen
von eurer Planetarsonne bis zur Ursonne
einer Hülsenglobe, die stets noch ganze Heere von Weltkörpern ausgebären. Aber
trotz ihrer äonenlangen Weltdauer wird dereinst auch ihre Zeit ablaufen und
damit abermals eine Schöpfungsperiode abgeschlossen sein.
Groß ist alles, was ihr nun vernommen und geschaut habt, nur für die noch
jungen Bewohner Meines ewigen Reiches. Werden sie aber einmal mit ihrem
innersten Leben, das da ist Meine Liebe in ihnen, vertrauter, dann wird ihnen
alles, das der gerichteten Materie angehört, ganz klein erscheinen. Das
Kleinste aber, das in sich Gottes Kraft und Leben birgt, ist größer als eine
ganze tote Unendlichkeit. Und so schauet denn den großen Himmelsmenschen der
zweiten Schöpfung!
Ihr seht ihn als einen endlos großen Menschen, von sanftestem, lieblich
strahlendem Lichte umflossen. Aus der Gegend des Herzens dringt ein mächtiges
Licht hervor, das im Auge ein überaus beseligendes Gefühl hervorruft. Unter dem
linken Fuße dieses Himmelsmenschen ist in einer halb liegenden Stellung eine
ganz kleine Menschengestalt zu ersehen, die von einem mattrötlichen Schimmer
umgeben ist.
Da habt ihr die erste und die zweite Schöpfung in einem Bilde, denn die kleine
Gestalt unter dem Fuße stellt den euch bekannten großen Weltenmenschen dar. Der
große Lichtmensch aber ist die neue geistige Schöpfung: ein neuer Himmel und
eine neue Erde, die sich nicht mehr in der kleinsten Fußzehe befindet, wie dies
beim materiellen Schöpfungsmenschen noch der Fall ist, sondern im Herzzentrum
dieser neuen Schöpfung. Das mächtige Licht aus der Gegend des Herzens entstammt
der neuen Erde, die ein ewiges Wohnhaus Meiner Liebe und all Meiner Kinder
bleiben wird.
Wenn ihr diesen übergroßen Geistmenschen voll hellsten Lichtes genauer
betrachtet, werdet ihr leicht entdecken, daß auch er
aus zahllos vielen herrlichsten Sternen besteht, sein Gewand sowohl als sein
ganzer Leib. Von diesen Sternen ist jeder einzelne um unberechenbar vieles
größer als der ganze früher gezeigte Weltenmensch mit all seinen Hülsengloben,
in denen doch überall Aberdezillionen Sonnen und
Welten kreisen. Denn diese Sterne sind Vereine seligster Geistmenschen, deren
jeder kleinste tausendfach größer und mächtiger ist als jener erste Mensch,
dessen Bild ihr hier im richtigen Verhältnis zu diesem zweiten Himmelsmenschen
unter seiner Fußzehe gleich einem gekrümmten Würmchen erseht. Er ist gegen die
wirkliche Größe dieses zweiten Menschen kaum das, was da ist ein Sandkorn gegen
die Größe des ganzen Hülsenglobenmenschen. Dieser zweite, geistige
Himmelsmensch aber stellt im Grunde des Grundes Mich Selbst in Meiner
schöpferischen Wirkung dar.
Ihr seht ferner, daß auch die Form dieses
Himmelsmenschen notwendig eine Begrenzung haben muß,
ansonsten ihr daraus keinen Menschen erschauen könntet. Was aber erseht ihr
über diese Form hinaus, die in all ihren Teilen pures Leben ist? Ihr seht Licht
und Licht, soweit euer geistiges Auge reicht! Das ist alles Mein Geist, Meine
Macht, Meine Liebe! In dieser werden noch zahllose Myriaden solcher
Großmenschen geräumigsten Platz finden, denn Mein unendlicher Geist kann nur
Unendliches schaffen.
Und wieder zeigt das Bild einen vollendeten Menschengeist in Meinem neuen
Reiche und ist hier in einem rechten Verhältnis zum ersten Schöpfungsmenschen
dargestellt. Es zeigt das vollkommene Maß eines Menschen (Ebenbildlichkeit zu
Gott! D. Hgb.), das unendlich erhabener ist als das
ganze euch früher gezeigte Universum in Gestalt des verlorenen Sohnes. Denn
nicht als Ganzer wird der gefallene Geist Luzifer wieder zurückkehren. Wäre
solches möglich gewesen, es hätte niemals eine materielle Schöpfung
stattgefunden. In einem jeden einzelnen Menschen, der im Geiste wiedergeboren
wird durch das Wort und die Erlösung, kehrt dieser Verlorene zurück ins ewige
Vaterhaus. Wahrlich, jeder Menschengeist, der mit Mir eins geworden ist, ist
unendlichmal mehr, als der Urgeist Luzifer es jemals
war in seiner euch unbegreiflichen Größe!
Kein erschaffener Geist erfaßt die Ganzheit des Himmelsmenschen,
gegen dessen Größe sich der erste Schöpfungsmensch so verhält wie der
trillionste Teil eines Atoms gegen den ganzen großen Weltenmenschen. Das
himmlische All ist so unendlich, daß all die
zahllosen Milliarden Hülsengloben des ersten Schöpfungsmenschen im Rohr eines Häärchens des himmlischen Geistmenschen genügend Raum
hätten, um sich dort frei zu bewegen. Wieviele
Einzelleben, muß dann dieser Mensch schon in den
kleinsten Teilen seiner Organe haben, wieviel erst in
seinem Herren und wieviel in seinem ganzen
Leibeswesen! Und dennoch denkt dieser Himmelsmensch nur wie ein für sich allein
bestehender Mensch, während doch in ihm Abermilliarden
der vollkommensten Engel und Geister abgeschlossen für sich leben und denken
wie der ganze Großmensch. In ihm gibt es noch andere Verhältnisse, wonach
völlig gleichdenkende und gleichliebende Wesen gewisserart
einen Verein bilden, der für sich genommen wieder einen vollkommenen Menschen
bildet Auch dieser kann ebenso für sich denken und fühlen, als wäre er nicht
nur ein Teilorgan des großen Himmelsmenschen, sondern ein einzeln für sich
dastehender Mensch.
Ja, Ich sage euch noch hinzu: Es gibt in Meiner Unendlichkeit sogar mehrere
solche Himmel und jeder ist für sich ein vollkommener Mensch. All diese Himmel
bilden zusammengenommen einen Menschen von solcher Unendlichkeit, daß er von niemand gedacht und empfunden werden kann denn
allein von Mir. Denn im Grunde ist er Mein Leib selbst, oder Gott in Seiner
Unendlichkeit, der da Sein Selbst und Seine All-Einheit auf das allerklarste
denkt und fühlt.
(Aus »Gr. Evang.«, »Robert Blum« und »Die zwölf Stunden«)