Geistigen Reich
Vorwort
Dieser Schrift soll ein Wort aus
dem Propheten Daniel Kap. 12, 9 vorangestellt werden, wo es heißt: Denn es
ist verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit." Diese Zeit
erlebt die Menschheit heute. Auf allen Gebieten des menschlichen Lebens, sowie
in der Natur zeigt sich, dass wir in der großen Wendezeit leben, von der die
Seher aller Zeiten und vor allem die prophetischen Aussagen der Heiligen
Schrift künden. Da zerbrechen auf der einen Seite nicht nur die morbiden
Strukturen, einer sich selbst verzehrenden Welt, sondern es wird der Menschheit
auf der anderen Seite auch Neues aus den Himmeln geschenkt. Zu diesen
neuzeitlichen Offenbarungen gehört auch das in diesem Buch dargelegte Wissen
über die jenseitigen Entwicklungsstufen.
Was ist geoffenbartes Wissen?
Diese Frage wird sich dem Leser sofort aufdrängen. Und es ist verständlich,
wenn in einer Zeit, in der die Menschheit vom zweifelnden Verstand gelenkt und
geleitet wird, nach einer klärende Antwort gefragt wird.
Der Verstandeskraft steht eine im Menschen
schlummernde und noch wenig gepflegte Kraft gegenüber: Die Herzenskraft. Sie
ist der direkte Zugang, zum in uns schlummernden, göttlichen Geistfunken. Diese
Herzenskräfte tun sich entscheidend auf, wenn die Seele erwacht, nach dem Sinn
und Ziel ihres Lebens zu fragen und zu forschen beginnt. Wenn ein Mensch die
geistigen Wege aufrichtig und aus innerer Sehnsucht betritt, so wird der
göttliche Geistfunke im Menschen sich mehr und mehr zu regen beginnen. Es ist
das Geistfeuer, von dem Jesus Christus sprach, dass Er gekommen sei es im
Menschen anzuzünden. Wenn dieses Geistesfeuer im Herzen lebendig wird, werden
die Voraussetzungen geschaffen, dass der Geist Gottes solche Seelen als
Einsprachegefäße, oder Vermittler benutzen kann. Solches auf diesem Wege
erlangte geistige Wissen nennen wir göttliche, oder geistige Offenbarung. Es
ist das himmlische Manna, mit dem die Kinder Gottes in der geistigen Wüste der
Welt immer wieder gespeist werden. Es ist als das innere Worte bekannt
und in der Religionsgeschichte, sowie durch die Mystiker vielfach zu belegen.
Das geoffenbarte Wissen, wenn es durch wirklich geläuterte Seelen fließt, ist
dazu angetan, viel Segen in die Herzen der Menschheit zu tragen. Daneben hat
uns der Herr Jesus Selbst den Heiligen Geist verheißen, der uns in alle Tiefen
der Weisheit und Wahrheiten Gottes einführen wird. Das der Heilige Geist dies
oftmals auch mittelbar durch glaubensreife Menschen tut, zeigt die
Religionsgeschichte immer wieder. So sind solche, von Gott erwählten Gefäße,
ein Segen für alle gläubigen oder suchenden Menschen, da sie praktisch als
Postboten für die himmlisch-geistige Welt fungieren.
Bei der vorliegenden
Niederschrift handelt es sich um eine auf diesem Wege erhaltene Offenbarung.
Dem Leser werden tiefste Einblicke in die geistigen Welten bzw. in die einzelnen Himmelsstufen gewährt. Ja,
noch mehr, er wird in Gottes Werkstatt schauen und Wahrheiten über erhabenste
Gottesgeheimnisse vermittelt bekommen, wie sie die Menschheit in dieser
Kürze, dabei aber auch Weite und Tiefe bisher nicht geschenkt bekam. Das
Herz erahnt hier oft in heiligem Zittern, was der Verstand noch gar nicht
richtig einordnen kann.
Der Nur-Gehirn-Mensch wird
allerdings mit diesem Wissen nichts anfangen können. Wir haben deshalb
Verständnis dafür, wenn er das Buch zur Seite legt. Möge er es aber ohne Kritik
und Herabsetzung tun. Wenn das geistige Auge und die Herzenskräfte noch
schlummern, ist eine Aufnahme rein geistiger Kost nicht möglich. Diejenigen
aber, die geöffnet sind, werden Kräfte verspüren, die von diesem hier
übermittelten Geistesgut ausstrahlen, welche sie in eine heilsame Unruhe zu
versetzen vermag. Sie werden ein Drängen und Sehnen in der Seele wahrnehmen,
das ihnen Anstoß sein möge, alle in der Welt verstreuten Gedanken und Kräfte zu
sammeln, um sich wieder auf die wesentliche Aufgabe unseres Erdenlebens zu
konzentrieren. Wer in diesem Sinne den Inhalt der Schrift aufnimmt, der wird
reichen Segen ernten. Mögen viele Seelen die schon auf dem Wege sind, oder
vielleicht noch nach einer Orientierung suchen, aus dieser Schrift eine
Hilfe für ihren weiteren Lebensweg erhalten.
Hebräer 1,13-14
Die Engel sind dienstbare Geister, ausersehen
zum Dienste an denen, die das Himmelreich ererben sollen.
In der folgenden Einleitung
werden wir durch einen Engelsgeist in die Art und Weise, wie dieses Buch zu
lesen ist, eingewiesen.
Der Herausgeber
Der Religio-Verlag der diese Schrift einmal
herausgegeben hat, existiert inzwischen nicht mehr. Insofern lies sich der
Herausgeben nicht feststellen.
Der geschätzte Leser möge sich nicht von der
Bezeichnung der einzelnen Stufen (z. B. Land der Macht) abschrecken lassen,
sicher ließen sich dafür auch – entsprechend den sieben Geistern – die
Bezeichnungen
Land der Ordnung, des Willens, der Weisheit
des Ernstes der Geduld, der Liebe und Barmherzigkeit wählen. Auch ist Melchisedek nicht, wie in der Schrift (siebte Stufe)
beschrieben, einer der sieben Erzengel, sondern einer der drei obersten
Urschöpfungsgeister (auch „Vater-Ur“ genannt), die noch vor den sieben
Erzengeln geschaffen wurden.
Von solch kleinen Unstimmigkeiten einmal
abgesehen, ist diese kleine Schrift ein in dieser Kürze und Komprimiertheit
äußerst wertvoller Beitrag zu einem Einblick in das Weiterleben im Jenseits von
den Anfängen bis hin zur Vollendung. (Dieter Ulmer)
Es gehört zum wahren Jüngerleben, dass die
Seele sich ausstreckt nach ihrer ewigen Heimat. Wie das Kind sich nach der
Heimat der Eltern sehnt, so auch die Seele des Jüngers nach der Heimat des
ewigen himmlischen Vaters. Und wie ein Kind danach verlangt zu wissen, wie das
Vaterhaus gestaltet ist, so auch die Seele des Menschen.
Man muss sich nur die Augen
öffnen lassen für das, was geschrieben ist, dann wird sich eine Fülle von
Licht über jede Frage ergießen. Du hast bisher oft danach gefragt und viel
gesucht und du tust gut daran, wenn du alles was dir begegnet, ernst nimmst und
prüfst. Es wird wohl so sein, dass dir manches vor die Augen kommt, was nicht
in der Ordnung zu sein scheint. Aber sei getrost, wenn du nur alles in das
prüfende Licht des Himmlischen stellst, dann wirst du nichts Falsches
aufnehmen. Und wenn dies sogar vorkommen sollte, dann wird solches sehr schnell
klargestellt werden, wenn du nach Hause kommst (dies ist geistig zu
nehmen und kann in jedem Augenblick geschehen, wo ich mein Herz zum Himmel
erhebe). Es ist nur wichtig, dass du die Bilder nicht einfach für die
Sache nimmst, da wir nicht anders können, als zu euch in Bildern reden. Da
geht es immer wieder nach dem Ausspruche des. Apostels: „Ich hörte
unaussprechliche Worte."
Du darfst aber deshalb nicht ängstlich werden,
sondern musst deiner Seele die Flügel wachsen lassen, dass sie sich mit uns
erheben kann in die ewige Heimat. Wir freuen uns ja so sehr, wenn wir einen
Freund haben, den wir einführen können in das Leben der Heimat. Oh mein Freund,
halte dich daran, dass du vorwärts kommst in der Erkenntnis des Ewigen und
Göttlichen. Glaube mir, es gibt keine Wissenschaft in dieser Welt, die für
dich so nützlich, ist wie der Umgang und das Erforschen des Himmlischen. Darum
wenden sich viele Gläubige ab, weil das in ihren Augen eine unfruchtbare
Spekulation ist. Sie vergessen ganz, dass in ihren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen
viel mehr Spekulationen und Unklarheiten sind als in dem Ewigen, das sie
erkennen könnten, wenn sie ihre Augen recht gebrauchen wollten. Lass dich auch
nicht beeinträchtigen durch sogenannte „bescheidene Christen", die so
bescheiden sind, dass sie wohl nach irdischen, vergänglichen Ehren geizen
können, aber den Fragen nach der Heimat die Berechtigung absprechen und meinen,
die Ewigkeit sei noch lange genug für solcherlei Fragen. Lass vor dem Ewigen
das Zeitliche zurücktreten und suche in allem das Ewige, dann bleibst du vor
vielem bewahrt, was andere zu Fall bringt.
Dem himmlischen Kreise deiner
Freunde geht es darum, dir und deinem Kreise so zu dienen, dass ihr dabei dem
Herrn ähnlich werdet. Ja, dass ihr hier auf dieser Erde schon das Leuchten der
Heimat seht. Sei ein treuer Führer, der sich allezeit seiner Berufung bewusst
ist und das tut, was der Herr von ihm fordert, dann wirst du selber dabei am
meisten gewinnen.
Es geht mir nicht darum, dass
euer Kreis allerlei erfährt, was euch wohl auf Erden interessant sein könnte,
sondern darum, dass ihr durch diese Mitteilungen angesprochen werdet der
Heiligung nachzujagen und euch ausstreckt himmlisch zu werden. Du hast kaum
eine Vorstellung davon, wie wenige es sind, die sich danach sehnen. Man möchte
wohl einst bei dem Herrn sein, aber man will nicht den Ernst anwenden, der
nötig ist zu solcher Gemeinschaft.
Deshalb „sursum
corda!", die Herzen empor! Dann kommst du und
die andern aus der Erdatmosphäre heraus. Dann erst lasst ihr den Dunstkreis der
Erde hinter euch und kommt einmal in die himmlischen Stufen hinein. Sei nur
mit ganzem Ernst darauf aus, allein nach dem Herrn und seiner Ordnung der Liebe
zu fragen. Dann lässt du das andere weit hinter dir. Und so muss es werden! Ihr
sollt auf Erden schon die himmlischen Stufen durchwandern, die ihr einst
einnehmen wollt. Und nur so weit, als ihr hier gekommen seid, könnt ihr dort
direkt teilhaben an der Herrlichkeit, ansonsten ihr im jenseitigen Reich noch
viele Stufen weit mühsamer durchwandern müsst, als es auf der Erde der Fall
ist.
Deshalb nur vorwärts im
lebendigen Glauben der Liebe. Dann eilt ihr mit den Flügeln der Hoffnung der
Heimat entgegen! Auf diesem Fluge ist dir unsere ganze Aufmerksamkeit und Liebe
zugewandt. Du wirst nie allein sein, sondern immer werden dir aus der höchsten
Heimatstufe deine Freunde nahe sein. Es wird dir gegeben werden, was du
brauchst. Suche vor allem in der Stille zu leben, im Ruhen deines Herzens in
Gottes Geist. Lass nichts in dich hineintreten, was die Verbindung mit uns
stören könnte. Sei allzeit darauf aus jede Selbstverleugnung zu üben. Denn
durch alles, was du aufgibst an Zeitlich-Materiellem, machst du dir Raum für
Ewig-Himmlisches. Alles, was du mit fleischlich-weltlichen Begierden
festhältst, versperrt dir den Weg zu neuen Ufern der Erkenntnis.
Deshalb nur vorwärts und aufwärts. Der Weg zur
Höhe ist für den leicht, der keinen Ballast mit sich herumträgt. Wer die
Flügel der Sehnsucht hat, der kommt rasch vorwärts. Wer aber den Ballast
der Welt tragen will, der mag machen was er will, er wird immer dazu verurteilt
sein, unten kleben zu bleiben. Ich möchte so gerne, dass du mit deinen Freunden
rasch aufwärts steigst. Wende dazu vor allem die heiligen Verheißungen des
Herrn an, dann wirst du mit großer Freude das himmlische Ziel erreichen. Und
habe auch recht genau acht auf die zarten Mahnungen der himmlischen Freunde,
denen es darum geht, dich in ihre eigenen Sphären hinaufzuziehen.
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
Einleitung des Engels_____________________________3
Die erste Stufe
Das Land der
Barmherzigkeit_______________________ 6
Die Zweite Stufe
Das Land der Gerechtigkeit
_______________________ 10
Die dritte Stufe
Das Land des Friedens
___________________________ 15
Die vierte Stufe
Das Land des
Gehorsams_________________________ 21
Die fünfte Stufe
Das Land der Liebe
______________________________ 29
Die sechste Stufe
Das Land der
Macht______________________________ 36
Die siebte Stufe
Das
Land der Herrlichkeit _________________________ 44
Die erste Stufe
Das Land der Barmherzigkeit
Du weißt, dass in dieser Stufe
die wohnen, die es aufrichtig mit Gott und ihrer Seele gemeint haben, und das
sind doch sehr viele. Unter allen Völkern gab es und gibt es zu allen Zeiten
Menschen, die mit Aufrichtigkeit nach Gott fragten. Ihre Seelen gaben sich
nicht zufrieden mit den religiösen Formen und theoretischen Dogmen, sondern sie
strebten nach dem Wohlgefallen des lebendigen, persönlichen Gottes. Sie kamen
zu Gott auf dein Wege des geistigen Gebetes und der persönlichen Opfer und der
Herr hat sie daher auch in Gnaden angenommen.
Dieser Vielgestaltigkeit ihrer
religiösen Einstellung und ihrer persönlichen Erkenntnis entsprechend, ist
diese Stufe eine ungeheure Welt. Ja, man kann sagen, sie besteht aus Welten.
Diese Himmelsstufe grenzt an die Erdatmosphäre des Totenreiches (Hades). In
den unteren Sphären dieser Stufe geht es noch recht irdisch zu und auch recht
unruhig. Gewiss, diese Welten gehören schon zu den Geistesbezirken, aber es
sind Grenzbezirke mit all den Gefahren, die dieser Grenze innewohnt. Wenn sie
auch (räumlich) über der Erdatmosphäre liegen, so muss doch gesagt
werden, dass der Fürst dieser Welt noch recht hineinwirkt. Wundere dich darüber
nicht, sondern denke an die Tatsache, dass der heilige Seher einen großen Kampf
im Himmel schildert, den der Drache mit seinen Engeln kämpft gegen Michael und
dessen Engel. Und dieser Kampf findet in höheren Stufen statt als nur in der
ersten. In dieser Stufe geht noch vieles nach der Beeinflussung von unten.
Dadurch werden auch die Beziehungen der Bewohner untereinander beeinflusst. Du
weißt, dass dort noch viel eigensinnig gekämpft wird, auch um dogmatische
Meinungen und kirchliche Gegensätze. Um dessentwillen habe ich immer wieder auf
dich eingewirkt, dass du dich nicht durch menschliche Systeme und kirchliche
Voreingenommenheiten trennen lassen sollst von anderen, die dem Herrn mit
gleicher Treue auf andere Weise zu dienen trachten.
Ich will dir heute nicht von den gewaltigen
Welten dieser Stufe erzählen, die anderen, nichtchristlichen Bewohnern zur
Verfügung stehen. Schon seit
deiner Jugend ist dir unter unserer Beeinflussung klargeworden, dass der Herr
für die ernsten Gottsucher aller Völker eine Gelegenheit gibt, die sie zur
Gottnähe führen wird. Heute will ich dir nur sagen von den Verhältnissen
derer, die aus der christlichen Welt hierher eingehen.
Aber gerade die sogenannten
christlichen Bewohner dieser Stufe zeichnen sich nur durch ihre Aufrichtigkeit
aus. Sie wollten zu Gott kommen, sie waren von der Welt unbefriedigt, aber sie
waren noch nicht über ihre eigenen FrömmigkeitsIdeale hinausgekommen. Ihnen
fehlte das göttliche Ideal. Deshalb ist es so wichtig, dass du den Menschen das
göttliche Menschheitsideal zeigst, welches in Jesus Christus damals auf Erden
verkörpert wurde, damit sie sich danach ausstrecken lernen. Wenn du es sehen
könntest, mit welcher Hartnäckigkeit man hier noch Glaubenssätze verteidigt,
du würdest erschrecken, wie diese Dinge Seelen voneinander und dadurch auch
von dem Herrn scheiden können. Da gibt es alle Kirchen und Gemeinschaften, denn
die meisten haben doch wirkliche Wahrheitsmomente, die sie nun mit Ernst
festhalten, aber daneben oft genug die alten Irrtümer von der Erde her. Dort
hindert die Seelen ihr falscher Glaube, dass sie den Herrn und den Nächsten in
heiliger Liebe erfassen. Doch gerade ihre Aufrichtigkeit wird dann zu
irgendeiner Zeit für sie der Weg, weiter zu suchen und zu streben. Denn auch
den Bewohnern dieser Stufe erscheinen ja die Wiedergeborenen, um ihren Brüdern
und Schwestern den Weg der Liebe nach oben zu zeigen. Das geht aber oft sehr
schwer. Die angeborene Trägheit feiert da oft unter dem Einflusse des Feindes
ihre Triumphe.
Es ist viel schöner als auf der
Erde, man ist die drückenden Sorgen los. Man lebt in einer Gemeinschaft, die
einem Freude und Befriedigung schenkt, und hat dabei alle kulturellen
Einrichtungen, die einem auf Erden Befriedigung brachten. Man hält sich in
seinen kirchlichen Grenzen aber ebenso exklusiv, wie man das bisher auf Erden
getan hat.
Dort gibt es wenig Allianzbestrebungen, also
Bestrebungen einander im Glauben näher zu kommen. Erst in den höheren Sphären
dieser Stufe werden die Seelen dahin geführt. Deshalb ist es nötig, dass man
der brüderlichen Liebe soviel wie möglich das Wort redet. Wer in dieser
Richtung arbeitet, der arbeitet an der Verbesserung der Verhältnisse der ersten
Stufe. Seid ihr schon auf Erden hierfür Werbende! Auch die Familien
leben dort auf lange Zeit, Jahrhunderte oft, in einem Verbande. Man freut sich
dieses Zusammenseins und des Friedens, den man auf Erden wegen materieller
Widerstande so oft vermisste. Die sozialen Verhältnisse auf dieser Stufe tragen
einen unverkennbaren Fortschritt. Das Leben bewegt sich auf viel ideellerer
Ebene. Man hat viel Kraft, sich dem Schönen und Edlen zuzuwenden. Die Kraft der
Freude ist gewachsen. Der Mensch ist, mit einem Wort gesagt, erst einmal selig.
Alles das ist für viele ein
Grund zur Sesshaftigkeit. Man kann hier solche nicht verstehen, die sich in
diesen Verhältnissen immer noch nicht zufrieden fühlen und nach mehr verlangen.
Aber je höher die einzelnen in ihrer Erkenntnis steigen, desto mehr fragen sie
auch nach dem Weiterkommen, d. h. Jesum näher zu kommen. Und so kommt es auch
dort vor, wie auf Erden nicht zu häufig, dass ein Glied der Familie weitergeht
und dadurch die anderen in Unruhe versetzt, damit auch sie aus ihrem
Genussleben erwachen und suchen weiterzukommen.
Hier findest du auch viele
kranke Seelen, die über gewisse Dinge in ihrem Leben nicht hinweggekommen sind.
Hier sind die Sanatorien dieser Ebene. Lass es dich nicht wundern, dass ich dir
solches sage. Es gibt so vieles, was die Menschen für unmöglich halten. Aber es
ist so. Wie viele kommen hinüber, die in ihrem Herzen einen Schmerz tragen, der
sie hindert, zu wahrer Freude zu kommen. Darum werden sie hingeführt in diese
Sanatorien, die unter der belebenden Krafteinwirkung vom Throne des Herrn
stehen. Dort werden sie seelisch gepflegt und werden gesund. In diesen
Sanatorien werden die Seelen geheilt mit den Blättern der Lebensbäume, die am
kristallenen Strome blühen und Frucht tragen. Diese Orte zeigen dir auch, dass
es dort noch allerlei Arbeit gibt zur Pflege der Seele. Und solche Arbeit tun
vom Herrn dazu Beauftragte. Es sind zumeist solche Seelen, die diese Arbeit auf
Erden gemieden haben. Das trifft zu für Priester- und auch Königsseelen. Hier
gibt es viel Gelegenheit, sich in Geduld zu üben und das abzulegen, was einen
Aufstieg in höhere Sphären verhindert. Ja, unser himmlischer Herr hat für alle,
die aufrichtig zu Ihm wollen, stets die rechten Mittel, um mit ihnen dies
heilige Ziel zu erreichen!
Für die, welche nach oben drängen,
gibt es Schulen aller Art. Von der einfachsten bis zur anspruchsvollsten
Betätigung können sich dort die Seelen weiterbilden. Dem Herrn geht es in
erster Linie um die Vollendung. Darauf ist auch der ganze Unterricht
zugeschnitten. Die Seelen sollen zum Anschauen des Herrn in Seiner Herrlichkeit
geführt werden. Und das ist gar nicht so leicht! Denke nur daran, wie genügsam
die Menschen in göttlichen Dingen sind. Alles andere ist ihnen wichtiger,
was ihnen zeitweilige Genüsse und Vorteile bietet. Von dieser Trägheit
kommt ein Mensch auch drüben sehr schwer los. Dazu gehört auch seine leidige
Neugier. Wenn aber der Mensch einmal in seinem Geiste erwacht ist, er seine
Endbestimmung erkannt hat, dann erst eilt er auch vorwärts. In diesen Schulen
sind meist Vorsteher, die auf Erden so mancherlei versäumten und nun an ihren
Schülern diese versäumten Lektionen lernen können und müssen. Da erst lernt
mancher Geduld, Stillesein und die schwerste Lektion der Demut. Ach, wenn
mancher Lehrer auf Erden wüsste, wie schwer das jenseitige Nachlernen ist. Er
würde mit mehr Fleiß zusehen, das Ziel zu erfassen:
„Kommt
her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid ICH will euch erquicken!
Nehmet auf euch Mein Joch und lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von
Herzen demütig! Nur so werdet auch ihr Frieden finden für eure Seelen. Denn
Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht!"
Aber
so köstlich es ist, dass der Mensch hier nachholen kann. Noch köstlicher ist
es, wenn er weiter vordringen darf. Überhaupt ist die Ungeduld und die
Auswirkung ihrer unbeherrschten Affekte für viele der Grund, dass sie hier
versuchen müssen, diese Eigenheiten los zu werden. Und dies geschieht häufig
erst nach Durchwanderung der Sphären der zweiten Stufe, wenn auch unter
erschwerten Umständen. Sie müssen Dinge tun, von denen sie sich auf Erden keine
Vorstellung machen. Aber der Herr will gründliche Selbsterkenntnis und völlige
Reinigung von allem Eigenwillen und -wollen, da Sein Wille regieren will als
der Herr allen Seins in Freiheit aller Seiner Kinder.
Der
kirchliche Betrieb geht in der ersten Stufe vielfach so weiter wie auf der
Erde. Da wechseln Feste mit gewöhnlichem Gottesdienst; da versammelt man sich
zu Konferenzen, Synoden und treibt Reichsgottesarbeit. Da gibt es auch noch
Verketzerungen und Unduldsamkeit. Aber je höher die Seelen emporsteigen, desto
klarer und wärmer und brüderlicher wird der Umgang mit allen. Also gibt es auch
hier Allianzversammlungen und Einigkeitsbestrebungen. Und diese werden je
höher desto liebewärmer. Da geschehen auch sogenannte Bekehrungen, die immer zu
einer gewissen Freiheit führen. Bei diesen Gelegenheiten ist der Platz dann
nicht mehr von Geistern der ersten Sphäre allein besetzt. Hier redet dann
meistens der Himmel in seiner höheren Sphärensprache. Und da zu den höheren
Sphären nur solche kommen, die ein Verlangen haben weiter zu kommen, so kann
manches getan werden. Hier erst gibt es für Seelsorger viel zu tun. Da kommt
es zu Aussprachen, die zur Freiheit führen und den Weg frei machen zu höherem
Aufstieg. Was sich aber sonst zeigt, ist nicht von großer Bedeutung; es sei
denn, ein solcher Geistlicher erwartet Hilfe von oben und lässt sich beraten
und helfen von Freunden aus den höheren Heimatgefilden. Aber sonst ist hier
viel, sehr viel Genügsamkeit bei früheren Geistlichen und den Herden. Du hast
den Eindruck, dass dies kaum ein Himmelreich zu nennen sei. Ja herrlich ist es
hier nicht. Die Landschaft ist wohl schöner als auf Erden. Das hast du ja
damals in deinem Traume, in dem du deine Jugendfreundin Maria gesehen hast,
erkannt. Wunderbare Palmen zieren die Gefilde, auch sonst ist die Natur voller
Herrlichkeit. Liebliche Berge wechseln mit wunderbaren Seen und hochragenden
Gebirgsketten, welche die erste Stufe von der zweiten trennen. Es gibt allerlei
Freuden, so schön wie sie eure Erde in diesem Falle nicht hat. Freilich ist es
den Seelen unmöglich, höher zu steigen als ihr Reifegrad ist. Da aber diese
Gebirge so unermesslich weit ausgedehnt sind, weil sie auch mit denen anderer
Religionen benachbart sind, so kann nicht nur der Reiseverkehr, sondern auch
der Missionsbetrieb fortgesetzt werden. Hier ist also Gelegenheit, sich für
Jahrhunderte aufzuhalten, wenn die Seele keinerlei Sehnsucht nach Jesus Selbst
im Herzen hat. Aber der Missionsbetrieb ist insofern erschwert, da die
Angehörigen der anderen Religionen wohl erkennen, dass auch die Missionare aus
dieser Stufe nicht weiter sind als sie. Dann kommt erst so recht die Mahnung,
sich um die eigenen Fehler, um sich selbst zu kümmern. Und solche Erlebnisse
müssen dann oft mithelfen, die Seelen zur Selbsterkenntnis, Bescheidenheit
und Achtung gegen Andersgeführte zu bringen. Dann kommt doch manchem die
Sehnsucht an, weiterzukommen und sich selbst erst mal nach Helfern aus höheren
Sphären umzusehen und den Weg zu finden, weiter aufwärts und näher zur
eigentlichen Heimat - Jesum Selbst - zu gelangen.
Deine Freundin ist sehr rasch
vorwärts gekommen und hat bald das erdbraune Kleid mit dem himmlischen Weiß
vertauscht erhalten. Und dass du sie gesehen hast, war eine Hilfe. Wenn die
Seelen weiter kommen, kehrt in sie der Hunger ein nach der Liebeskraft des
Herrn; sie will teilhaben an den Segnungen des Herrn, der auch von Zeit zu Zeit
fast menschlich verhüllt hier schon sichtbar wird. Seine unverhüllte
Herrlichkeit könnte hier niemand ertragen.
So weckt der Himmel auf jede erdenkliche Weise
die Sehnsucht nach oben und lockt die Seelen immer wieder, sich bereitzumachen
auf die Heimkehr. Dazu benutzt der Herr auch die unerwarteten Einbrüche des
Feindes auf das Nachdrücklichste. Es wird klar, wie vieles ihnen noch fehlt.
Besonders wenn der Herr Selbst in Seiner Herrlichkeit oder Seine Himmlischen
den Feinden entgegentreten und Er sie alle überwindet durch den Hauch Seines
heiligen Mundes. Danach wird ihnen auch klar, dass diese Feinde in ihrem Leben
viel verwüstet und verdorben haben. Das wiederherzustellen macht viel Mühe. Das
weckt dann tiefe Buße. Und diese Buße ist auch im Himmel der Weg zur Freiheit
und zum Sieg im Geiste der Liebe des Herrn.
So kommen dann die Seelen auf
die gebirgigen Höhen der ersten Stufe. Unterweisung und vor allem Beispiel
hilft ihnen ganz besonders die demütige Haltung ihrer Lehrer, die ihnen
Handreichung darbieten zum Erfassen der göttlichen Wahrheiten, des Heils und
der Erlösung. Wenn sie dann auf diese Gebirge kommen, dann muss sich erst
erweisen, ob sie so weit gefördert sind, dass sie sich über diese steilen Kämme
hinweg wagen können. Das Licht, das ihnen dort begegnet, ist für ihre Augen so
durchdringend, dass sie in demselben ihre große Prüfung sehen. Ist ihre
Aufrichtigkeit jetzt mit Entschiedenheit gepaart, um alles zu verlassen, dann
mag es sein, dass sie unter dem Jubel ihrer Führer hinwegschreiten in das Licht
der zweiten Stufe.
Die Zweite Stufe:
Das Land der Gerechtigkeit
Wer aus dem Lande der Barmherzigkeit in das
Land der Gerechtigkeit eintritt, den umfängt eine andere Luft und ein anderes
Licht. In diesen Sphären kommt der Seele die Herrlichkeit des Himmels in ganz
anderer Weise nahe. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit in heiliger Liebe! Wenn
die Seele diese Wahrheit erkennt, dann ist für sie ein neuer Anfang gegeben.
Schon der Übergang von der ersten Stufe in die zweite ist bemerkenswert.
Ungleich herrlicher ist hier das Leben und das Licht hat eine Tiefenwirkung,
wie das in den Sphären der ersten Stufe nicht der Fall war. Aus diesem Grunde ist
es auch unmöglich hier zu leben, wenn man nicht bereit ist, den Forderungen
des Herrn in allem nachzugeben. Deshalb gehen so viele wieder zurück, die sich
schon über die Höhen der ersten Stufe geschwungen hatten. Man kann eben nicht
in jenem Lichte wandeln ohne den ernsten Willen zu völliger Selbstaufgabe, um
ein Lichtträger des Willens des Herrn zu sein. Wer aber bereit ist, zu allen
Forderungen des Herrn freudig und liebend Ja" zu sagen, um danach zu
handeln, dem wird in wunderbarer Weise das Herz froh. Nun sieht er den
Himmelsweg offenbart, Gottes Herrlichkeit kommt ihm näher. Die erste Wirkung
dieser Herrlichkeit des Herrn ist die Enthüllung. Das ist eine Prüfung, wie sie
der ehrliche Erdenmensch dann und wann erlebt. Aber hier ist sie so unglaublich
ernst und tief. Wenn so ein himmlischer Fürst im Auftrage des Herrn der Seele
ihr bisheriges Leben enthüllt, dann würde sie verzagen, wenn nicht gleichzeitig
die ewige Liebe ihr einen unwiderlegbaren Beweis dafür geben würde, dass sie ja
Emporeführt werden soll zu den Höhen der Herrlichkeit
Gottes. Trotz ihrer Not gewinnt sie dadurch einen großen Ansporn, vorwärts zu
gehen um jeden Preis. Der Herr ist in Seiner Liebe ja stets gewillt, jeder
Seele aufzuhelfen, die sich nach IHM ausstreckt. Die Prüfung bezieht sich
zunächst auf die persönliche Haltung, auf das, was der Mensch im Lande der
Barmherzigkeit erlangt haben kann, ohne selbst barmherzig zu sein. Darauf
bezieht sich die erste Enthüllung. Es kommt niemand über die Höhen der ersten
Stufe, der nicht in gewisser Hinsicht schon das ernste Verlangen hat, nach den
Ordnungsgesetzen der Himmel zu leben. Aber es ist noch vieles in der Seele, was
dem Betreffenden ganz verborgen ist. Da wird nun der Mensch geprüft, oder er
wird in Lagen gebracht wo er sich selbst prüfen kann in seiner innersten
Gesinnung. Und auf Grund dieser Prüfung der Gerechtigkeit des Herrn geschieht
die Einweisung in die verschiedensten Grade und Heilanstalten dieses Landes. Es
sind wirklich Heilanstalten! Hier werden die Seelen mit allen Hilfsmitteln
versehen, um auch in den tiefsten Tiefen ihrer Herzen frei und rein zu werden
und damit zu gesunden von aller Sünde, die ihnen bisher anklebte. Hier gibt es
Arbeit in Hülle und Fülle.
Die
Seelen werden von den Priestern des Herrn an den Altar von Golgatha geführt.
Dort geht ihnen zunächst das Opfer des Herrn in ganz neuer Weise auf. Sie
lernen verstehen, dass der adamitische Schaden der Seelen so tief ist, wie sie
es vorher nie geahnt hatten. Sie begreifen, dass es nie ohne das Blut Jesu
Christi geht, das auf Golgatha an ihrer Statt geflossen ist. Das führt in
immer tiefere Buße! In nichts anderes. Es kommt über die Seele ein heiliger
Ernst, der sich mit Abscheu von allem abwendet, was der Herrschaft der
Gerechtigkeit des Herrn im Wege steht. Dieses geht vielfach sehr schnell, wie
die Seele meint. Auf Erden kann man im Glauben aber viel schneller und
leichter zur völligen Reinigung der Seele kommen als dort in den himmlischen
Sphären. Wie viele müssen da, um loszukommen von ihrer fleischlüsternen Gebundenheit,
in das Grab zurück, um das Verwesen ihres Leibes anzusehen, oder, wenn er schon
verwest ist, die Hinfälligkeit und Ohnmacht des Fleisches zu erkennen. Ach, das
ist eine unsagbare Not! Aber der Seele, der es ernstlich darum zu tun ist,
herauszukommen aus aller Unlauterkeit, die lässt sich einführen in die
Schlupfwinkel des Verderbens, um sich reinigen zu lassen. Viel Not macht immer die
Ichsucht. Diese Selbstvergötzung (alles dreht
sich nur um das eigene Wohl, den eigenen Genuss und Vorteil. Solche Menschen
können nicht selbstlos geben, sondern sie verbinden auch soziale Handlungen
immer mit einem erhofften Vorteil fair sich selbst) schließt unfehlbar aus
dem Reiche der Himmel aus. Sie wird auch nicht in der ersten Stufe aus dem
Herzen ausgeschieden. Sie findet sich als die Hauptwurzel des Verderbens in
allem; sie hat den Seelengrund verunstaltet und verhärtet. Deshalb muss der
Kampf gegen sie am härtesten geführt werden. Und das vermag am besten das Blut
Jesu Christi, als des Sohnes Gottes. Es ist köstlich, wie die Seelen, wenn sie
einmal die Kräfte des Blutes Christi erkannt haben, dasselbe anwenden, um frei
zu werden von dieser falschen Ich-Gottheit (Selbstsucht). Auf Erden ist
im gesegneten Taufwasser des Bundes mit Gott und im gesegneten Weine des
Gedächtnismahles, dieses Blut wirksam. Es hat sich zuweilen in seiner
mannigfaltigen Heilkraft erwiesen für Seele und Fleischleib. In diesen Sphären
wird die Seele umgewandelt durch die Kraft Gottes. Heiliger Dienst der
Himmlischen führt sie immer tiefer ein in die Herrlichkeit der Gerechtigkeit
Gottes. Sie lernt erkennen, dass es nichts Größeres gibt, als wenn der Herr die
rechte Stelle im Leben des Menschen bekommt. Wenn die Seele dann dem Herrn
gibt, was Ihm schon immer gehörte, dann wird sie gemäß ihrem Ernst und Streben
weitergeführt.
Aber was diese Sphären zu geben haben, ist
dann noch lange nicht erreicht. Aus dieser ersten Enthüllung und Klärung des
eigenen Lebens und Lebensgrundes ergibt sich eine andere. Das ist die Prüfung
der Lebenshaltung dem Nächsten gegenüber. Auch in jener Welt zeigt die Gnade
Gottes nicht mit einem Male das Ganze. Es geht stufenmäßig vorwärts. Erst muss
der Mensch die rechte Haltung jedem Menschen gegenüber finden. Diese
zweite Enthüllung ist oft noch schmerzlicher. Nun wird auf einmal erkannt, dass
die falsche Haltung dem Herrn gegenüber, auch eine unrechte den Menschen
gegenüber zur Folge hatte. Wie viele halten etwas besonderes auf ihre
Gerechtigkeit; und doch ist das nichts anderes als Rechthaberei, die mit der Gerechtigkeit
der Himmel wenig zu tun hat. So wenig wie eine Erdenpfütze mit dem Himmelstau.
Es kommen die Handlungen, Worte und Gedanken unter das prüfende Licht des
Himmlischen. Aber auch da zeigt der Herr, dass diese Prüfung nur Liebe ist. Am
deutlichsten kommt ihnen das vielfach an ihren Lehrern zum Bewusstsein. Diese
zeigen ihnen die Not an ihrem eigenen früheren Erdenleben. In vielen Fällen
sind sie ja schon in höheren Sphären. Dort müssen sie nachholen, was sie auf
Erden versäumt hatten. Der Lehrer Demut und Gerechtigkeitswillen ist ein
lebendiger Ansporn, ihnen ebenso nachzueifern. So kommen sie vorwärts, auch in
schweren Augenblicken. Besonders schwer ist es für viele, das wieder
gutzumachen, in dem sie gefehlt haben auf Erden. An dieser Forderung zerbrechen
viele. Es erscheint ihnen unmöglich, ihre Fehler zu bekennen und dann um
Vergebung zu bitten. Aber wer dazu nicht willig ist, der kommt eben nicht
vorwärts, näher dem Herrn, und wenn er noch so viel darum beten möchte. Die
Ordnung der Gerechtigkeit ist eben unveränderlich. Der Herr vergibt nur da
völlig, wo die Seele bereit ist zu gleichem Vergeben. Wo sie aber in der
Gerechtigkeit Gottes zum Ziele kommen soll, da muss sie auch allen Menschen
geben, was ihnen zusteht und gehört. Leicht sind diese Ausräumungsarbeiten
nicht. Es gibt Erschütterungen der Seele, die buchstäblich den ganzen Menschen
bedrohen. Und viele gehen dann lieber zurück in die erste Stufe, um noch einmal
zu beginnen und dann später den Aufstieg nochmals zu wagen. Wo aber die Seelen bereit
sind, die wagen. Wo aber die Seelen bereit sind, die Versäumnisse, Ungerechtigkeiten
und Sünden zu bekennen, da gibt es eine wunderbare Befreiung durch die
Kraft des erstehenden Lebens aus Christus. Es wird dann offenbar, was das Blut
Jesu Christi vermag, wenn der Mensch im gehorsamen Glauben alles nach dem
Willen und Wohlgefallen des Herrn ausrichtet. Daher trägt dieses Land
seinen Namen, das der Gerechtigkeit.
Wie viele sind eitelstolz auf
ihre Sachlichkeit und Rechtschaffenheit. Dort wird es jedoch offenbar, dass
ihre Worte und Taten meist aus der Selbstgerechtigkeit und ihrem unreinen
Urgrunde geflossen sind. In jenen Sphären sind alle Schulen Spezialschulen. In
jeder wird in besonderen Gebieten unterrichtet. Eine der hervorragendsten ist
die der Selbsterkenntnis und die der Gotteserkenntnis. Durch
diese müssen alle hindurch, die sich danach sehnen weiter zu kommen. In der
Schule, die Geist und Seele in besonderer Weise bekannt macht mit der
Herrlichkeit des Heilandswesens, geht allen erst so recht der Sinn Seines
Lebens auf. Sie merken dann, dass in Seinem Leben gar nichts von dem war, was
ihnen selbst in den Schulen der Selbsterkenntnis abzulegen schwer war; dass
bei Ihm jede Selbstgefälligkeit und eitle Empfindlichkeit fehlt. Dieses Vorbild
treibt die Seele dann an, mit um so größerem Ernste danach zu streben, dass sie
frei wird von diesen Eigenheiten, die sich bis hinauf auf die höchsten Sphären
der zweiten Stufe ziehen. Und immer wieder ist es die Kraft des Blutes Christi
und die Herrlichkeit der Gerechtigkeit des Herrn, die die Willigen hinaufzieht
zur größeren Klarheit.
Eine ernste Prüfung, besonders
für die sogenannten Reichsgottesarbeiter, ist die, den Wert ihrer Arbeit
festzustellen. Es wird vieles zerschlagen, was für die Ewigkeit bestimmt
schien. Diese Prüfung gibt unmissverständliche Klarheit, dass der Herr nicht
anerkennt was dem Gesetz der göttlichen Liebe-Gerechtigkeit entgegensteht. Da
wird gründlich aufgeräumt mit all den irdischen Bestrebungen, so dass dann
absolut kein Raum mehr ist für das Ergebnis dogmatischkirchlich-sektiererischer
Zeitbestrebungen und Bindungen. Alles, was dem Gesetz der
Gottesgerechtigkeit widerspricht, muss fallen und darüber hinaus muss auch Buße
getan werden. Da muss mancher Priester seine früheren Gemeindeglieder um
Verzeihung bitten und sie einer ernsten Neuarbeit unterziehen, in der es ihm
von vielen nicht leicht gemacht wird, weil sie sich von ihm betrogen und
hintergangen fühlen. Oh, wie viel ehrgeiziges Wesen wird dort offenbar, was auf
Erden als treue Pflichterfüllung und heiliges Streben verherrlicht wurde! Es
bleibt eben gar nichts in dieser Prüfung, was nicht vom Herrn befohlen und
durch Seinen heiligen Liebegeist gewirkt wurde. Wie mancher Prediger würde mit
ganz anderem Ernst arbeiten, wenn er nur daran dächte, dass alles geprüft wird
auf den Gehalt an Gerechtigkeit des Herrn und Seines Opfers. Dann verbliebe
viel mehr von seiner Erdenarbeit für die Ewigkeit erhalten. Diese Erkenntnisse
und Bekenntnisse bringen der Seele viel, viel Weh und Schmerzen. Wenn man sehen
muss, dass vieles, sehr vieles zu Staub wird, dann geht ein Klagen durch das
Herz, wie der Mensch es sich auf Erden gar nicht vorstellen kann. Aber je mehr
sich der Mensch beugt unter dieses Liebegericht des Herrn, desto mehr
kann von seiner Erdenarbeit für den Herrn gerettet werden; desto mehr wird für
seinen Verlust die stellvertretende Liebe des Heilandes wirksam zum Besten
der Seele. Jeder merkt, wie ernst und entscheidend diese Stufe ist, und wie
leicht die Seele zurücksinken kann auf die niedere Stufe, wenn sie nicht bereit
ist, der Gerechtigkeit Gottes ganz Raum zu geben. In dieser Stufe ist jeder mit
sich selbst beschäftigt. So sehr, dass keiner um den anderen sich kümmern kann.
Da muss die Seele hinein in das totale Selbstgericht, in das Einzelexamen. Und
da gibt es viel zu lernen und in Ordnung zu bringen. Viele würden da den Mut
verlieren, wenn ihnen nicht immer wieder von den Lehrern Mut gemacht und von
dem Baume des Lebens Blätter zur Gesundung gereicht würden. Aber das stärkt den
Ernst und den Willen auszuhalten, bis man zum Ziele kommt. Unter solcher
Führung kommen die Seelen dann weiter und steigen mit der Kraft des Herrn immer
höher empor. Das wirkungsvolle Licht wird immer heller und die Seele dabei
immer leichter und lichter. Denn wenn der Urgrund des Menschen gereinigt ist
durch das Blut Jesu Christi, dann kann alles durch und durch leuchtend werden.
Denn das ist ja der Wille des Herrn, dass der Mensch ganz Licht werde. Das ist
aber nur dann möglich, wenn alles was verborgen war ans Licht gekommen ist. Und
wenn alles hinweggetan ist, dann erst kann die Verklärung erfolgen.
In den höheren Sphären dieser
Stufe erkennt dann die Seele, was die Liebegerechtigkeit Gottes mit ihr vorhat.
Da lernt sie erkennen, was der Herr in sie wunderbar Göttliches als Keim
hineingelegt hat, das zur Entfaltung und Vollentwicklung kommen soll. Das ist
eine Himmelsoffenbarung für sie. Da lernt die Seele das Jauchzen! Überhaupt
ist die Gerechtigkeit im Herrn der Anfang aller Herrlichkeit und aller
Amtswürden. Deshalb muss hier die Grundlage geschaffen werden für die
Herrlichkeiten der siebenten Stufe. Aber gerade diese hohe Zielsetzung wird
erst in den höheren Sphären klarer erkannt, so wie der Glanz der Metalle erst
bei ihrem Polieren hervortritt.
In den oberen Sphären merkt man
nicht mehr so viel von den Einflüssen der Unterwelt. In diesen Höhen ist der
satanische Einfluss nicht mehr so hinterhältig und listig wirksam. Wo der
Gerechtigkeit Gottes Genüge getan wird, da verliert Satan sein Anrecht. Und
wenn er schon versucht, eine Seele zu überfallen, so sind genug himmlische
Streiter bereit, um sie zu schützen. Nötig ist nur, dass die Seele sich allen
Forderungen des Herrn unterwirft und sich dem heiligen Willen völlig überlässt
als Sein Werkzeug.
Die Wohnungen sind in diesen
Sphären nicht viel angenehmer als in der ersten Stufe, denn hier geht es ja um
die Reinigung, Umwandlung und Verklärung. Da ist für das gemütliche
Zusammensein, das in der ersten Stufe vorherrscht, kein Raum. Aber herrlicher,
leuchtender sind die Bauten und durchsichtiger entsprechend ihren Einwohnern.
Auch der Jubel der Vögel klingt hier anders. Es liegt schon ein unbeschreiblicher
Vorglanz auf den Höhen der höchsten Sphären der zweiten Stufe. Menschenseelen,
die sich lange fremd geblieben waren, werden hier Freunde und wandeln
miteinander den höheren Stufen entgegen. Das Wort unseres Herrn von den „vielen
Wohnungen in des Vaters Hause" wird hier schon überherrlich offenbar als
köstliche Wahrheit. Alle Wohnungen sind entsprechend dem Inneren ihrer
Bewohner. In ihnen ruhen und forschen sie, um tüchtig zu werden zum höheren
Lichte. Man wohnt hier in Gemeinschaften. Obwohl jeder seine Wohnung hat, so
sind doch alle durch gleiche Erfahrungen und gemeinsame Schulung zu einer
Gemeinschaft und Einheit berufen. So muss es ja auch sein! Wie sollten sie
ohne diese Gemeinschaft die oft so unscheinbaren Verästelungen der
Eigenliebe und Selbstsucht erkennen? Da müssen andere mithelfen, das ihnen
Verborgene ans Licht zu bringen. Aber das erfreut nun alle in herrlicher
Harmonie und Zugeneigtheit.
Der Himmel tritt hier schon ganz
anders in Erscheinung als in der ersten Stufe. Um daran gemeinsam Anteil zu
haben, gibt es als herrliche Verheißung neuartige Freuden, um das Land der
Herrlichkeit des Herrn zu erreichen. Und wenn der Herr Selbst bisweilen in
diese Sphären eintritt, um die Bewohner zu begrüßen und aufzumuntern, so
bedeutet dies Freudenherrlichkeiten unsagbarer Größe. Mit Ihm kommt der Himmel
mit seinen Erquickungen und bringt der sich selbst verleugnenden Seele den Ruf,
weiterzuschreiten und es zu wagen, sich auf die letzten Höhen der zweiten Stufe
zu begeben, um hinüberzukommen in das Land des Friedens. Welche Freude ist es
doch für die begleitenden Königs- und Priesterseelen, die den Strebenden dazu
die Bedingungen und ihre Erfüllung leicht gemacht haben! Unter der Führung
solcher Himmlischen geht es dann weiterer Herrlichkeit entgegen. Auch für diese
Führer bedeutet das erfolgreiche Durchschreiten dieser Stufe eine Herrlichkeit,
ein Weiterschreiten zu Höherem. So ist der Jubel doppelt groß. Der Einzug in
die dritte Stufe ist neue Offenbarung. So ist jede Stufe ein Durchgangsland zu
höherem Leben. Der Heiland und Erlöser in Seiner wunderbaren Blutskraft ist
stets der Weg zur Seligkeit und Herrlichkeit! Das Sehnen und die Unruhe, die Er
in der Seele weckt, bringt es mit sich, dass sie nicht anders kann, als sich
Ihm ganz hinzugeben. Auf den Höhen der zweiten Stufe schaut die Seele mit einer
so tiefen Dankbarkeit auf den Herrn und Heiland, dass Er alles wohl getan hat
und Seine Gerechtigkeit für sie in jeder Weise das Heil bedeutet. „Ja,
Gerechtigkeit ist Seines Thrones Feste!" Der Herr schenke dir und jedem
Leser nach dir diese Haltung!
Die dritte Stufe
Das Land des Friedens
Wenn die Seelen unbeschwert von
allen Früher unerkannten Sünden und Unreinheiten über die hohen Grenzen der
dritten Himmelsstufe schreiten, dann hebt in Ihnen ein Freuen an, wie sie es
bis dahin noch nie gekannt haben. Das erste Land, das sie kennen lernten, war
voller Barmherzigkeit, dem Ausruhen von Erdenleid und Sorgen und der Freude,
alte Verwandte wieder zu sehen und zu sprechen. Dann kam die oft unerträgliche,
aber notwendige Reinigungssphäre.
Jetzt kommen sie in das Land des
Friedens und der Freude. Jede dieser Stufen ist so verschieden, dass man dies
in irdischen Wortbildem nicht ausdrücken kann.
Dementsprechend ist auch die Herrlichkeit der Freude. Die Seelen merken hier
erst so recht, was für eine furchtbare glückseligkeitshemmende Macht die Sünde
in ihrem Leben hatte, die sie von allen Herrlichkeiten Gottes ausschloss. Und
mit dieser Erkenntnis wächst in ihnen eine neue, reine, himmlische Freude und
Dankbarkeit dem Herrn gegenüber ins fast Unendliche des Herzens.
Es wird ihnen bei dieser
Herrlichkeit der dritten Stufe so ganz klar, was der Herr bisher für sie alles
getan, gelitten und in Geduld ertragen hat, und dass sie eigentlich jetzt erst
beginnen darüber Klarheit zu erhalten. Der Friede, der die Seelen hier umgibt,
ist von einer wunderbaren, untrübbaren Harmonie. In
den unteren Stufen ist ja immer wieder der störende Einfluss höllischer Mächte
zu spüren, die Eingang hatten durch die noch unerkannt in den Seelen rastenden
Sündenneigungen. Und wenn dieser Einfluss die Seele auch nicht von des Herrn
unverdienter Gnade trennen konnte, so war er doch trübend und hinderlich und
immer wieder Ursache zur Beugung und weiterer Reinigung. In dieser dritten
Stufe ist die Seele stille geworden, zur Ruhe gekommen, da sie die Not der
Sünde nicht mehr fühlt. Ihr Friede ist nicht mehr zu stören, weil alle Sünde
hinweggetan ist und das Herz zur völligen Vereinigung mit dem Geiste des Herrn
gekommen ist.
Die Widerstände, die sich früher immer wieder
in der Gemeinschaft mit den Menschen zeigten, sind überwunden. Es ist alles in
Ordnung gebracht, was an Schuld und Sünde vorhanden war. Da niemand in die
dritte Stufe eingehen kann, der noch etwas gegen andere Menschen im Herzen hat,
so ist tatsächlich hier ein paradiesischer Frieden, ähnlich dem, den die
ersten Menschen in Eden vor dem Falle hatten. In der zweiten Stufe wurde der
Heilungsprozess so vollendet, dass keinerlei Schmerzen irgendwelcher Art
zurückblieben. Wer hier eingeht, ist in Wahrheit erst gerecht geworden, gerecht
gegen seine Mitmenschen, denen er alles wiedererstattete, was er an ihnen
verschuldet hatte. Gerecht gegen den Herrn Selber, den er erst jetzt anfängt zu
erkennen in der Herrlichkeit der von IHM erwirkten Erlösung durch Seine Liebe;
gerecht aber auch gegen sich in aller Strenge und ganzem Ernst.
Trat in der zweiten Stufe das
Blut Christi in seiner reinigenden Kraft vor die Seele der Menschen, dann wirkt
es sich hier aus in seiner wunderbaren Lebenskraft. In der zweiten Stufe wurden
die Krankheitsherde beseitigt, hier aber wirkt sich die neugestaltende Kraft
des göttlichen Lebens aus. Wie bei einem Kranken zuerst die Krankheit
überwunden werden muss, ehe sich Gesundheit und neue Lebensfrische offenbaren
können, so ist es auch hier. Deshalb ist in dieser Stufe eine wunderbare
Veränderung wahrzunehmen an denen, die hier eingehen dürfen. Sie kommen zur
Verklärung in das Bild Jesu Christi. Darum ist hier der Jungbrunnen, der
das ganze Wesen neugestaltet. Die Seelen treten hier in eine Herrlichkeit ein,
die ihnen selber als eine nie geahnte Offenbarung der Liebe Gottes erscheint.
Hier erkennen sie auch die wunderbaren Veranlagungen, die der Herr in ihre
Wiedergeburt gelegt hat. So wie jedes Menschenkind eine Erbanlage mit sich
bringt wie ein Samenkorn auf eigenem Mutterboden, aus dem immer neue
Eigenschaften, Kräfte, Möglichkeiten erstehen, so hat auch jede Seele in der
Wiedergeburt Anlagen und Kräfte göttlicher Natur mitbekommen. Hier erst
wird es ganz klar, dass auf dieser Erde schon herrliche Anlagen in den einzelnen
schlummern, die erst in der dritten Stufe beginnen hervorzutreten und sich
entfalten. Dann merken die „Großen" erst so recht, dass „die Armen im
Geiste" über eine Liebe-Kraft verfügen, deren sie unfähig sind, dass sie
diese ganz unterschätzt hatten. Schöpferordnungen treten hier ans Licht von
einer Herrlichkeit, die alles Denken übersteigt, die die Seele aufjauchzen
lassen in ewiger Dankbarkeit und himmlischer Freude.
Und eine andere Klarheit weist
sich da noch aus: Auf Erden gelten ja die verschiedensten Berufe je nach
Ansehen, das die Menschen in ihrer Tätigkeit darin haben. Dort wird es auf
einmal offenbar, dass jeder Beruf und jede Tätigkeit ein höheres Gesetz
verkörpert, das je nach der Treue und Liebe zu Jesus Christus, eine den
Menschen kaum vorstellbare Herrlichkeit schafft. Ihr kennt z. B. das Gesetz -
man möchte es das Gesetz des Geistes nennen -, dass in der Kohle ein Diamant
steck; wenn die Kohle entsprechend behandelt wird, im Sande ein Opal, im Lehm
ein leuchtender Saphir. So hat jeder irdische Beruf ein höheres Zielgesetz
inne, das seinem Träger bei rechter Treue und Liebe leuchtende Herrlichkeit
gibt. Aber vielfach wird dieses Gesetz erst hier in der dritten Stufe zur
Entfaltung gebracht und bringt dann eine Herrlichkeit zustande, die alles
menschliche Denken übersteigt. Das Klassenwesen, das auf Erden herrscht und
viele Menschen voneinander trennt, ist im Himmel gründlichst außer Kraft
gesetzt. Dass es unter solchen Umständen hier Verbrüderungsfeste gibt, die am
Throne Gottes Beachtung und Freude auslösen, das kann man sich denken.
Dementsprechend sind auch hier die Schulen. In den unteren Stufen haben
vielfach noch Himmlische unterrichtet, die nachholen mussten, doch hier sind
bisweilen schon Könige und Priester an der Lehrarbeit, um den Seelen zu dienen.
Und erst der Unterricht! Da braucht sich keiner zu plagen, weil ihm die
Voraussetzungen für den Unterricht fehlen. Nein! Hier ist die Gabe und Anlage
Voraussetzung für den Unterricht. Und mit welcher Lust wird hier gearbeitet! In
den Bewohnern der dritten Stufe ist ein größerer Drang vorwärts zu kommen, als
in den unteren Stufen. In ihnen lebt die Sehnsucht nach ihrem Herzenskönige
Jesus so stark, dass sie alles dahinten lassen, was sie aufhalten könnte.
Die
dritte Stufe ist so recht eine Hochschule der Menschenerkenntnis. Das
göttliche Menschheitsideal ist ein sehr wichtiger Unterrichtsgegenstand,
dem ganz ernstlich nachgedacht wird. Dort wird der Mensch in sehr eingehender
Weise eingeführt in die Bedeutung des Wortes: „Ein Bild, das uns gleich
sei." Das Studium des Menschen ist immer ein bedeutsames, aber dort erst
recht.
Da
Gottes Ziel mit dem Menschen Gemeinschaft mit Ihm ist, kann die rechte
Menschenerkenntnis nur von Gott her gewonnen werden. Und da ist es wiederum der
Herr, der sie uns vermitteln kann. Da gewinnt das Christentum reale Bedeutung,
da wird es in Wahrheit Christusähnlichkeit! Obwohl sich diese Entwicklung bis
hinauf in die höchste Stufe fortpflanzt, so ist dafür hier der Anfang. Christus
ist der Mensch nach Gotte s Willen. Wie in Adam alle Anlagen der gesamten
Menschheit keimartig vorhanden waren, so sind auch in Christus Jesus alle
Herrlichkeiten der Gottheit vereinigt, die der Mensch durch den inneren
Christus gleichfalls keimartig in sich trägt. Darum wird hier der Herr erkannt
als der, in dem alle Schönheit der Himmel und der Erden ihren wirklichen
Heimatgrund haben. Die Seelen werden eingeführt in das Wunder des Lebens und
des Charakters Jesu Christi. Und wie groß erscheint ihnen die Tatsache,
dass auch in ihnen selbst solche herrlichen Anlagen durch Sein lebendiges
Ebenbild vorhanden sind, die nun herausentwickelt werden sollen zu göttlicher
Vollkommenheit und Herrlichkeit. Dies geht aber nicht so schnell, wie manche
sich das denken, denn hier fällt das großfördernde Moment weg, das des
Glaubens ohne zu schauen. Hier lebt man ja schon im Schauen, ohne im
schmutzigen Schlamme der gefallenen Menschheit auf Erden im sterblich-versuchlichen Fleische zu sein und dadurch in recht
demütig-abhängiger Gemütsstimmung gehalten zu werden. Hier wird sich der Mensch
seiner göttlichen Hoheit bewusst. Das kann nicht ganz ohne Hochgesinnt-Sein
ertragen werden, und das erschwert das Fortkommen und das Wachstum. Niemand
kann sich auf Erden vorstellen, dass gerade der Glaube, der unter Nichtsehen
vorwärts geht, das Wohlgefallen des Herrn hat, weil vertrauensvolle Demut seine
Wurzel ist. Dort geht es auf anderem, nicht leichterem Wege, den die Ewige
Liebe, Jesus erdachte, um Seine Sprösslinge weiter zu führen. Oh, wenn doch die
Menschen auf Erden anerkennen würden, wie viel schneller sie wachsen könnten im
treuen Glaubensgehorsam zu den Geboten der Liebe, dann würden sie viel
größeren Ernst anwenden!
Es
geht auch dort von einer Klarheit in eine höhere und größere. Freilich wird in
dieser Stufe offenbar, dass noch vieles wachsen muss, um aus den schwachen
Ansätzen zur vollstarken Entfaltung und Christusgestaltung zu gelangen. In der
zweiten Stufe können den dortigen Seelen diese Herrlichkeiten und ihr Ziel noch
gar nicht gezeigt werden, weil sie es nicht ertragen könnten, da ihnen die
Festigkeit und die Demut dazu mangelt. Sie könnten dieses in seiner Wahrheit
auch gar nicht erfassen.
Die Reinheit und die Klarheit des Lebens Jesu
wird dort so deutlich, dass die Seelen fast geblendet sind von dieser
Wesenheit. Was die Jünger auf Tabor und Johannes auf Patmos erlebten, das wird
dort vielfach erlebt, nur dass dabei der Tod nicht mehr nach der Seele greifen
kann. Aber auch die Seligkeit des Lebens des Herrn strömt dort so stark aus, dass
die Freude daraus so übermächtig wird, wie es keiner auf Erden sich vorstellen
kann. Der Mensch Gottes, der innere Christus, der in der dritten Stufe aus
seinem seelischen Kleide herauswächst, ist himmlisch rein und herrlich.
Herrlicher noch, wie die seit Urbeginn nie Gefallenen. Denn sie kommen mit
vielen kostbaren eigenen Erfahrungen aus dem Lande der Sünde, des Todes und der
Gottesfeme als einst verlorene, nun aber heimgekehrte Kinder der ewigen Liebe
des Vaters. Doch hier erst können sie heranwachsen zu göttlicher Größe der
Unendlichkeit, wie die Gottheit Selbst es ist. In dem Maße, wie die Seele in
das göttliche Ebenbild kommt, gewinnt sie auch einen Begriff von dem, was die
Herrlichkeit und Majestät der Himmel ist. Diese wird ihnen dann zu einem Maßstabe
der göttlichköniglichen Höhe, zu welcher der Herr sie erhebt.
Ein anderer
Unterrichtsgegenstand ist das Geheimnis der Wege Gottes mit den Menschen. In
dieser Schule werden die Seelen noch tiefer eingeführt in die Weisheit der
Liebe Gottes. Es ist wunderbar, wie unter diesen Erkenntnissen der Friede und
die Freude in den Seelen wachsen und sie völlig umgestalten auch nach außen
hin. Was in der zweiten Stufe immer wieder störend eingriff war die Frage: „Was
wird aus meinen Sünden und meinem Unrecht an anderen und gegen Gott, die ich
nicht mehr gutmachen kann? Jetzt kommt für die Seelen die Erkenntnis, dass der
Herrn auch diese Dinge ganz auf sich genommen hat auf Golgatha und es nun Seine
Sache ist, auch dieses in der göttliche Ordnung auf zu lösen. Wie groß ist dann
die Freude, wenn sie erkennen dürfen, dass der Herr auch das Böse im Leben der
Menschen als starken Dünger gebraucht für die Heiligung. Wodurch es zu einer
Ursache der grenzenlosen Dankbarkeit IHM gegenüber wird. Es ist für euch
Erdenmenschen noch unausdenkbar, wie groß die Freude der Seele ist, wenn sie
sieht, dass der Herr nicht nur alles vergeben hat, sondern darüber hinaus im
Leben der anderen alles Unrecht zu gebrauchen weiß, um in des andern Leben
Seine Gnade voll auswirken zu lassen. Auch dies ist wieder ein neuer Grund zu
größter Dankbarkeit und Freude. Dort wirkt der himmlische Friede in der Tat wie
ein Strom, in dem jede Erinnerung an das alte, böse und verkehrte Wesen der
Sünden ganz ausgelöscht wird aus der Erinnerung und es wird offenbar an und in
denen, die „nach Hause kommen".
In der dritten Stufe wirkt sich
die Schuld nicht mehr aus, da ist Frieden geworden infolge der tatsächlich
vollen Erlösung durch den Herrn. In diesem Frieden wird der Mensch ein Wesen
voller Harmonie und Ausgeglichenheit, wie es auf Erden im Laufe der
Jahrtausende nur wenigen gelang, die den Tod nicht schmeckten, sondern überkleidet
entrückt wurden in die himmlischen Sphären.
Diese Erkenntnisse führen auch die dortigen
Seelen einander immer näher. Unvorstellbar sind die dort zustande kommenden
Freundschaften, die überreich und seligst machen in der gemeinsamen,
anbetenden Betrachtung des himmlischen Herrn und Schöpfervaters und im
gemeinsamen Dienst. In Verbindung damit wächst der reine Wille immer mehr zu
seiner göttlichen Bestimmung empor. Er lernt Seinen Herrn kennen in der Kraft
der Weisheit und Herrlichkeit; er beugt sich immer mehr in Anbetung und Hingabe
in allem. Er geht mit einer unbeugsamen Entschlossenheit darauf ein zu lernen,
was die ewige Liebe von ihm erwartet. Dadurch reift er immer mehr. Bei aller
Freude und bei dem Frieden, der unausdrückbar ist, ist der Eigenwille immer
noch so stark, dass er sich in mancher Hinsicht in der Gemeinschaft noch
behauptet. Doch nicht mehr dergestalt, wie in den unteren Stufen, aber doch so,
dass bei aller Freundschaft noch verschiedene, unterschiedliche, ja
entgegengesetzte Meinungen zu Tage treten. Damit zeigt sich, dass die höhere
Weisheit und Erkenntnis noch nicht allgemein ist, sondern der Weg höher gehen
muss.
Durch die Schulen, in denen die
einzelnen auf ihre höheren Aufgaben vorbereitet werden, wird ja eine solche
Gemeinschaft geboten, die restlose Befriedigung gewährt, so dass kaum eine
innere Not entstehen könnte durch Begegnung mit Andersartigen. Schon die
Ausbildung bringt es mit sich, dass die Gruppen geschlossen sind, was sich
durch Abgegrenztheit anderen gegenüber äußert. Nicht wie in der ersten Stufe
mit erdgebundener Haltung, sondern nur aus der Beziehung zur eigenen
Aufgabenbestimmung. Deshalb können auch die einzelnen in höheren Sphären mit
verschiedenen Aufgaben zusammentreffen. Hier sind die Grade noch bedeutsamer
als in der ersten und zweiten Stufe. Die Berge leuchten hier noch heller und
wunderbarer. Sie trennen von der vierten Stufe. Auch hier gibt es Seelen, die
sitzen bleiben und nicht weiterkommen. Aber immerhin ist der Prozentsatz
derer, die weiterstreben, größer als weiter unten.
Der Freude entsprechend gestalten sich die
Feste hier in ganz besonderer Weise. Denke dir zunächst einmal die großen
Feste der vereinten Seelen, die sich hier treffen und dem Herrn Jesu innerlich
zujauchzen, dass Er sie völlig erlöst hat. Alle Erdenfreuden verschwinden vor
der Stärke dieser Empfindungen. Man kann gar nicht anders, als sich immer wieder
zu freuen, dass der Herr so Großes getan hat und die Seelen zusammenführte,
deren Wesen und Gleichartigkeit der Führung sie zu besonderen Familien- und
Geister-Gruppen vereinigte. In solchen Gruppen erscheint dann der Herr, wenn
auch nicht in Seiner Herrlichkeit der höchsten Stufe, aber doch so, dass die
Seelen einen tiefen Eindruck bekommen von der Klarheit und Herrlichkeit Seines
Wesens. Sein Kommen bedeutet für alle Bewohner die höchste Freude und den
größten Gewinn. Von IHM gehen Strahlen aus, die in deinem Innern die Freude
einer unstillbaren Sehnsucht wecken, IHM Näherzukommen. So ist Sein Kommen
Freude und auch Lockung. Dort ist eine Stunde zu Seinen Füßen das Herrlichste.
ER allein ist die Quelle des Lebens und der reinsten Glückseligkeit zugleich.
Gegen diese Feste sind eure Feste, auch wenn sie noch so schön sind, nur
Schatten, die das wahre Fest nur ahnen lassen, aber nicht wahrhaft darstellen
können.
Menschenherzen im Fleische sind nicht
imstande, jetzt schon das Glück zu ertragen, das damit verbunden ist.
Herrlich sind die Wohnungen in dieser Stufe.
Es lässt sich auf Erden kein Vergleich ziehen, der einigermaßen die Schönheit
deutlich machen könnte. Hier ist man schon jenseits der irdischen Baustoffe.
Wenn sie auch an die Erde erinnern, weil sie noch nicht durchsichtig sind wie
in den höheren Stufen und Sphären, so ist doch das Material so köstlich und
wertvoll, die Farben so leuchtend und lebendig, dass sie schon mehr himmlisch
sind. Und diese Wohnungen des Lichtes und der Freude werden von solchen
bewohnt, die gemeinsam den Erdenweg gegangen sind oder so gleichartig sind in
ihrer Zielrichtung, dass sie nicht nur die Freude der Gemeinsamkeit haben,
sondern gleichzeitig auch die Hilfe für das Weiterstreben. Und je höher es in
den Sphären hinaufgeht, desto mehr ist diese Geistesverwandtschaft
vorherrschend. Störend wirkt hier keiner mehr für den anderen. Wenn eine Seele
sich zurückziehen will, um in der Gemeinschaft seines himmlischen Lehrers oder
in stiller Betrachtung des Herrn allein zu sein, dann ist der andere von solch
zarter Rücksichtnahme, dass Menschen nur staunen könnten. Es geht eben hier
nicht mehr um den geschöpflichen Menschen, sondern um
den Herrn Selbst und um Sein lebendiges Abbild im neuen Menschen aus Gott.
Wunderbar ist auch das
Verhältnis der Lehrer zu den Schülern. Es ist eher ein Freundschaftsverhältnis,
wenn es auch dem Schüler nie einfallen wird, sich dem Lehrer gleichzusetzen.
Aber gerade diese Hochachtung, die der Schüler seinem Lehrer entgegenbringt,
ermöglicht es den Lehrern, sich ihnen so freundschaftlich zu nahen. Sie haben
die große Aufgabe, die Liebe und das Streben der Jünger ganz dem höchsten
Ziele, dem Herrn Selbst, zuzuwenden. Da gibt es natürlich große Unterschiede.
Die einen lernen rascher als die anderen. Aber es soll ja nur vorwärts gehen.
Ich will dir noch von den leuchtenden Blumen
erzählen, die hier in einer Lieblichkeit strahlen, die jedes Auge entzückt. Die
Farbenpracht ist so herrlich, dass man nicht nur von Farbtönen sprechen kann,
sondern von Farbsymphonien. Und die Luft mit ihrem Balsam vollbringt wahre
Wunder des erneuernden Lebens, das ganze Innere wird erquickter. Die
Herrlichkeiten der Sphären mit ihren Schöpfungswundern, die den Bewohnern die
Größe des allmächtigen und unendlich liebevollen Schöpfergottes vor Augen
führen, helfen alle mit, dass die Freudefähigkeit dauernd wächst und daraus
die Anbetungskraft.
Wie von starken Magneten werden
die Seelen angezogen von den Herrlichkeiten der Sphären und je nach ihrer
Beschaffenheit und Willigkeit dadurch nach oben gezogen. Wenn sie daher auf den
letzten Grenzen stehen und hinüberschauen in das Land des Gehorsams, dann
werden ihre Augen noch leuchtender und erfüllt von der Sehnsucht nach dem Herrn
ihres Lebens, sie jauchzen dem Kommenden entgegen. Wenn aber die Lehrer mit
ihnen hinübertreten in das herrliche Land, dann kommen ihnen dort jene Bewohner
entgegen und bringen ihnen den Willkommensgruß des Herrn zu höherem Glanz.
Ihrem Charakter und ihrer Liebekraft entsprechend sind dort die Kleider, als
Kennzeichen ihrer inneren Reife. Dort entscheidet nicht nur der Geschmack,
sondern die Gesinnung Im Himmel kann man sich keine Kleider anschaffen wie auf
Erden. Der Glanz der Seele, die Reinheit des Charakters entscheiden über die
leuchtenden Gewänder. Das ist für viele zuerst ein schmerzliches Erkennen, und
damit auch Erkennen ihrer bisher noch unerkannten leisen Eitelkeit. Aber es
entspricht der Gerechtigkeit des Herrn, der auch hier einen wunderbaren
Ausgleich schafft für die Eitelkeiten des Geschöpfes, das von der Erde kommt.
Deshalb siehe du zu, dass auch du dort das leuchtende Gewand tragen darfst, das
den Seelen zugehört, die ihre Kleider, d. h. ihre Gesinnung gewaschen haben
im Blute der Demut des Lammes. Die sich Seine Demut zu eigen machten, welche
als Frucht die göttliche Liebe hat. Auszeichnungen sieht man hier noch nicht
viele, sie fehlen aber nicht ganz. Alles, was einem der Herr geben kann, das
gibt Er auch. Aber wie dort alles von der Vereinigung und Ähnlichkeit mit
Christus abhängt, so ist dies auch im Falle Seiner Auszeichnungen. Es ist wohl
denkbar, dass Seelen, die hier in einer Sphäre über eine gewisse Stufe nicht
hinausgekommen sind, in den höheren Sphären einen herrlichen Schmuck bekommen,
ihn aber erst dann tragen können, wenn sie dort sind.
Doch viel wichtiger als
Auszeichnungen, so sehr sie auch erfreuen mögen, ist die Hineingestaltung in
das Bild Jesu. Das allein ist ausschlaggebend. Und wenn auch nicht alle
Gesichter gleich aussehen, so ist es doch gewiss, dass alle IHM im Wesen
ähnlich sein müssen oder es werden müssen, je höher sie zu IHM emporsteigen,
empor zu der Größe Seines Wesens. Daher eile der Herrlichkeit des Herrn
entgegen, damit wir dich einst mit Freuden begrüßen können in der Herrlichkeit
der Herrn im Lichte.
Die vierte Stufe
Das Land des Gehorsams
Den
Bewohnern der dritten Stufe, die sich über ihre Grenzen begeben, um in das
Land der vierten Stufe eingehen zu dürfen, tönen Jubellieder entgegen, die die
Liebesherrlichkeit des Herrn besingen, wie ihr Erdenmenschen es noch nie gehört
habt. Dazu leuchtet das Licht und die Herrlichkeit der Paläste in einem Glanz,
dass die Neuen es kaum ertragen können. Wenn die sie begleitenden Engel nicht
bei ihnen wären, dann könnten sie kaum weitergehen. Hier im Lande des
vollkommenen Gehorsams verstehen sie erst so recht, was das Wort des Herrn
bedeutet. Von dieser Stufe redet der Herr auf Erden so manches Mal. Aber man
hat IHN damals nicht verstanden und versteht IHN auch heute noch nicht darin.
Wenn ER davon sprach, dass es Seine Speise sei, den Willen des Vaters zu tun,
dann sprach ER von der Gesinnung derer, die in der vierten Stufe sind. Darauf
bezieht sich auch die Bitte im Vaterunser:
Dein Wille geschehe auf Erden
wie im Himmel! Was wissen die Menschen schon von Seinem Willen, und wie tun die
danach, die sich nach Christi Namen nennen! Und doch ist der Gehorsam die
Lebensverbindung mit dem Herrn. Das sollten die sich „Jünger Jesu" Nennenden
ganz anders praktisch beachten und sich stets danach richten. Wer sich nicht im
steten und ganzen Gehorsam übt auf Erden schon, dem ist der Aufstieg in diese
herrliche vierte Stufe verschlossen. Sein Gehorsamsgeist verkümmert, und er hat
dann mehr verloren als die ersten Menschen im Paradiese. Ausnahmen kennt der
wahre Gehorsam nie! Durch den Gehorsam kommen die Menschen erst in die
rechte Lebensbeziehung zum Herrn. Das Wort von der Speise ist nicht eine
bildliche Redewendung oder Entsprechung, sondern eine Tatsachse von der
allergrößten Bedeutung. Wer dem Herrn ganz gehorsam wird, der kommt dadurch
erst in die rechte Lebensverbindung mit den Quellen des Thrones Gottes. Der
nur hat den Anschluss, die Vereinigung mit dem ewigen Leben aus Gott gefunden!
Deshalb gilt in der vierten Stufe nichts mehr, als der Alleinwille des Herrn
und die Offenbarung desselben durch Sein Wort.
Bei diesen Bewohnern ist der Gehorsam die
innere Haltung, aus der ihr ganzes Leben fließt. So war es bei Maria, der
Gebärerin des Fleisches des Herrn, als sie im Glaubensgehorsam sagte: „Siehe,
ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie, du gesagt hast!" Diese innere
Haltung lehrt, dass die Herrlichkeit des göttlichen Willens zuerst voll
erkannt und dann ungeändert und stets erfüllt werden muss Wer im Ungehorsam
des eigenen Willens, und sollte dies in noch so fromm getünchtem Kleide sein,
beharrt, der hat keine Ahnung, was für eine wunderbare Herrlichkeit und
Glückseligkeit im Willen des Herrn verborgen ist! Sein Wille ist immer auf
die Vollendung Seiner Herrlichkeit in der Schöpfung gerichtet. Und dieses
hat man in der vierten Stufe ganz klar erfasst. Dort hat man nicht nur gelernt,
„Ja" zu sagen zum Willen des Herrn, sondern man hat wirklich gelernt von
der Haltung der höchsten Engel. Diese erfüllen mit größter Freude und heiligem
Ernst stets und in allem den Willen des Herrn ohne die geringste Abänderung.
Was hingegen die Erdenmenschen in vermeintlicher Verbesserung oder
Anpassung an die derzeitigen Verhältnisse glauben tun zu dürfen oder gar zu
müssen. Das ist nie des Herrn Wille, sondern der Eigenwille der Menschen! Also
Ungehorsam und Unglaube! Wer im Ungehorsam des eigenen Willens, selbst im
gläubig-frommen Kleide, verharrt, der hat keine Ahnung wie er sich selbst
schadet.
Deshalb stehen diese Bewohner in
einer ganz anderen Rangordnung wie die der unteren Stufen. Sie werden an die
Seite des Herrn gerückt. Unten ging es vielfach noch um die Errettung aus den
Schlingen des Unfriedens und der Ungerechtigkeit, aber hier geht es um mehr:
Um das Tun des Willens des Herrn in Seiner Herrlichkeit, in der völligen
Erkenntnis, dass Sein Wille die allergenaueste Ordnung enthält. Der in den
allergeringsten und allerkleinsten Dingen der Unendlichkeit, die Unendlichkeit
in Harmonie erhält. Hier wird die völligste Gottesherrschaft gepflegt, wie in
keiner der unteren Stufen. Die Einigkeit des Willens zum ganzen Gehorsam belebt
alles und ist den Seelen hier zur Natur geworden. Dadurch kehrt die Seele in
das Ebenbild Gottes zurück und bekommt wieder ihre ursprüngliche
Gottesverklärung und Kraft.
Aus diesem Gehorsam heraus, der ein ganz neues
Verhältnis zum Herrn schafft, gibt es auch ein ganz anderes Licht. Hier ist
schon mehr direktes Licht vom Throne Gottes, während die unteren Stufen nur
indirektes Licht empfangen. In diesem unmittelbaren Gotteslichte leuchtet nun alles,
besonders die Paläste, denn von Wohnungen kann hier nicht mehr geredet werden.
Klarheit und Herrlichkeit prägt sich hier aus in allem. Die Bewohner leuchten
und sind verklärt, so dass sich vor ihnen die Bewohne der oberen Stufen nicht
zu überschatten brauchen. Ach, dass die Erdenmenschen doch erkennen, was es
heißt und was es ist, dein Herrn wirklich gehorsam zu sein? Übe dich, der du
jetzt dies liest, immer mehr im freudigen Vollgehorsam in steter Treue, damit
du reif wirst für diese Herrlichkeiten. Jede Gehorsamsübung vermehrt auf Erden
schon das himmlische Kraft-licht in dir. Während jeder Bruch des Gehorsams die
höllische Finsternis und den Abstand vom Herrn in dir vermehrt und dich in der
göttlichen Liebe erkalten lässt.
Das Licht bringt hier auch ganz
andere Blüten hervor. Die Früchte, die hier reifen, weisen eine Vollkommenheit
an Herrlichkeit auf, die ein Erdenbürger nicht verstehen könnte. Sie sind
Entsprechungen des inneren Standes der Bewohner. Ein Gleichnis vermag dieses
nur unvollkommen zu erklären. Die Blüten und Früchte im Süden eurer Erde und
die im kalten Norden. Welch ein Unterschied? Viel vollkommener ist dieser
Zustand zwischen denen der Herrlichkeit der vierten Stufe und denen eurer
finsteren Erde. Verwunderung und Erstaunen über und über für alle, die von
eurer Erde aufsteigen in diese Stufe.
Die Blüten hier sind von einer
solchen Lichtschönheit und Farbenunendlichkeit, dass
sie allein die Seelen aufjauchzen lassen. Dabei tragen und spenden sie einen
Duft, der unbeschreiblich ist und seinesgleichen sich nur andeutungsweise auf
eurer Erde vorfindet. Diese Blumen können nie mehr welken und sterben, denn sie
sind unmittelbare Boten des alles Leben ausstrahlenden Herrn; auf ihren Blütenblättern
sind oft genug die Botschaften des Herrn geschrieben. Alles hat hier Anteil an
der himmlischen Offenbarung des Willens ihres Schöpfen. Ein harmonischer
Lobpreis in herrlichem Akkord, als beseligender Schöpfungsjubel der Ewigkeit!
Und wie es mit den Blumen ist,
so ist es auch mit den Früchten. Sie sind von einer lebensfrische, Herrlichkeit
und unendlichen Vielfalt, die wunderbare Erquickungen bringt. Der Genuss einer
solchen Frucht ist göttliche Kraftmitteilung und Beseligung aus der Hand der
EWIGEN LIEBE. Beachte daher jetzt und merke es dir: Jeder Genuss, der dich von
der Gemeinschaft des Herrn trennt hier auf Erden, er wird dich auch trennen von
dem Genuss dieser Herrlichkeiten. Daher vermeide sie alle aus Liebe zum Herrn
und um deiner Seligkeit willen?
Die Früchte vom Baume des Lebens sind
entsprechend dem heiligen Organismus und unvergleichlich in ihrer Wirkung. Wer
nun wissen möchte, ob man dort auch noch andere Nahrung hat, so sei gesagt,
dass in den unteren Sphären außerdem vielerlei Speisen geboten werden. Doch je
näher zur Herrlichkeit des Herrn, desto ausschließlicher dienen als Nahrung die
himmlischen Früchte. In seinen Höhen finden sich Tischgemeinschaften, die alle
Harmonie und Schönheit unfassbar weit in den Schatten stellen und geradezu wiederum
eine Seligkeit für sich bedeuten. Der Herr hat jeden Menschen erschaffen,
damit er in der Gemeinschaft mit IHM und untereinander lebe. Deshalb finden
sich auch in den himmlischen Stufen Dörfer und Städte. Sie entstehen aus dem
heiligen Liebewillen himmlischer Baumeister. Der Baustoff ist hier Kristall.
Auch er ist verschieden an Klarheit, Schönheit und Farbe. Diese Siedlungen
strahlen sonnenartiges Licht aus. Die einzelnen Paläste sind verschiederartigste, denn jeder entspricht der Eigenart
ihrer Einwohner. An der inneren Ausgestaltung und Einrichtung sind himmlische
Engel nicht unwesentlich beteiligt. Sie bringen nicht nur, das Bild eures
Wesens dem Himmel zur Kenntnis, sondern auch eure Lieblingsneigungen und
Hoffnungen. Es ist ganz wunderbar wie. Da wird gar nichts übersehen, was Freude
und Erquickung für die Einwohner bedeutet. Alles entsprechend dem treuen
Gehorsame in Selbstverleugnung des Inhabers. Dort werden die getreuen
Erdenpilger einmal alles vorfinden, was sie bewusst und unbewusst in ihrer
liebe zum Heiland gern zu Seiner Freude und Verherrlichung geübt und gepflegt
haben. Was an Licht und Liebe in der Seele schlummerte, das kommt auch hier
zur Offenbarung. Und es drückt sich auch dann in seiner Häuslichkeit aus.
Wie die einzelnen Wohnungen
sind, so auch die Gemeinschaften, in denen man lebt. Dort entscheidet nicht
mehr die Rasse, Blutverwandtschaft, der Stand oder die Verstandesbildung,
sondern nur die Wirkung des Blutes Jesu auf die Liebe des damit Gewaschenen und
Erlösten; der heilige Liebegeist, in dem man vereint wird und vereint bleibt
Das sind dann Gemeinschaften von wunderbar beseligendster Art. Bei allen ist
hier der gleiche Gehorsam, das gleiche Ziel, die gleiche Herrlichkeit in der
gleichen Erkenntnis des alleinigen Willens des Herrn. Dort findet jeder Mensch
die Seelen, mit denen er am besten der ganzen Herrlichkeit des Herrn nacheilen
kann. Es fehlt aber auch nicht an Hemmungen, die in der unaussprechlichen
Schönheit des Landes selbst begründet sind und deshalb die Seele hier aufhalten
können. In den einzelnen Sphären ist so mancher Unterschied zu bemerken durch
die Verschiedenheit der Herrlichkeit.
Diese Gemeinschaften hier dienen nicht nur der
Freude und dem Gedankenaustausch, obwohl dies ein hervorragender Zug dieser
Stufe ist, sondern auch der Arbeit. In dieser Stufe gibt es noch viel zu
lernen, um reifer zu werden für die höheren Stufen. Darum sind die Dörfer und
Städte auch Arbeitsgemeinschaften von gleichgearteten Wesen, die der Herr
zusammengeführt hat, entsprechend der Vielfalt Seines himmlischen „Leibes",
und die nun ihrer ewigen Endbestimmung auch untereinander näher gebracht
werden.
Wie herrlich sich diese
Gemeinschaften in ihrer gesammelten Liebeskraft auswirken, das kann jeder
Erdenpilger daran erahnen, der auf Erden die Segenskraft erlebt, die er in
gleichgearteten Kreisen spürt. Da ist es jedem eine Wonne, dem anderen zu
helfen und zu dienen. Nichts behält der Helfer und Liebende für sich zurück,
keine Gnade, keine Erfahrung, keine Unterweisung, alles wird weitergegeben zum
Besten der Nächsten.
Hier hat man ja endlich völlig
erkannt und anerkannt, dass jede Seele das lebendige Abbild des Herrn Selbst in
sich trägt, und das alles, was man dem Nächsten tut, das gibt man eigentlich ja
freudig dem Herrn. Denn jede Hilfereichung ist heiliges Opfer, das man dem
Herrn auf dem Altar des anderen darbringt. Daraus entstehen dann auch jene
seligen Verbindungen, aus denen Freundschaften hervorgehen, die die Erde nicht
kennt, noch ahnt.
Was diese himmlischen Siedlungen
besonders herrlich macht, das ist der Strom des Lebens, der durch sie
dahinfließt. Der Herr gibt durch diesen Strom eine hohe Lebensoffenbarung.
Kräfte der heiligen Dreieinigkeit wirken in diesem Lebenswasser. Nur einiges -
nicht alles - darf den Erdenmenschen darüber gesagt werden.
Ein Gleichnis: Wie Erdenmenschen
durch den Gebrauch von Heilquellen Kräfte in sich aufnehmen und dadurch in
ihnen so manche unerwartete und gute Veränderungen vor sich gehen, so ist es
auch bei dem Strom des Lebens der Fall. Das Untertauchen in diesem Strom
bedeutet nicht nur Erquickung, sondern erneute Lebensmitteilung vom Throne
Gottes her. An manchen Stellen weitet sich der Strom zum lieblichen See, der
wie ein kristallenes Meer erscheint, durchsichtig wie die Luft hier. An seinen
Gestaden befinden sich die Hochschulen der an ihnen erbauten Stadt, die
Anstalten Jesus der ewigen Liebe Gottes, in denen Unterricht erteilt wird von
den Bewohnern höherer Stufen.
Wenn ich dir, lieber Leser,
diese Landschaften und die mit Palästen gekrönten Hügel zeigen könnte, du
würden wohl nicht mehr auf deiner dunklen Erde weiter leben wollen. Aber wir
freuen uns, dich einst nach Absolvierung der Erdenschule dort einführen zu
dürfen zu deiner und des Herrn Freude, um dir zu zeigen, was du im sterblichen
Leibe nicht ertragen noch ahnen kannst.
In den Schulen dieser Stufe wird besonders
Gotteserkenntnis gelehrt. Da gibt es wunderbare Entdeckungen für die
Seligen im Wesen des heiligen Gottes. Der unaussprechlich gute und gnädige
Gotteswille leuchtet da himmlisch klar auf in allen Lebensführungen der
Einzelnen. Und so lernt jedermann den Herrn kennen und daraus noch inniger
lieben. Der alles geordnet in ihrem Leben, um einst IHM sogar gleichförmig zu
werden in allem als Sein ausgewachsenes wahres Kind.
Aber nun wird auch der
unendliche Unterschied erkannt, der trotzdem zwischen ihnen und dem Herrn
Selbst noch besteht und der unbedingt überwunden werden muss. Denn ehe sie in
die nächsthöhere Stufe übergehen können, müssen sie auch in größter Not, in
der Anfechtung, dem Herrn ähnlich werden. Der doch völligen Gehorsam darin
geübt hat bis zu Seinem Gerichtstode, und der für eine völlig gefallene
Geschöpfeswelt Selbst in das bitterste Gottverlassensein und Gericht
hineinging.
Sie müssen erkennen, dass ihr
ganzes Ich-Wesen durch die Wesensart des Herrn Jesus verwandelt werden muss
Die Treue des Herrn, die besonders in Seinen wunderbaren Führungen mit
ihnen zum Ausdruck kommt, ist für sie ein Grund hehrster Liebesanbetung. Hier
geschieht „das Wachstum in das vollkommene Mannesalter Christi", da wird emporgeführt zur göttlichen Größe. Neben dem herrlichen
Gehorsam wird in dieser Stufe also die Erkenntnis der Weisheit des Herrn
vermittelt.
Wenn die. Seele das Licht des
Bildes Jesu Christi in sich aufleuchten sieht, dann lernt sie mit den himmlischen
Fürsten und Engelsmächten die Herrlichkeit der Gottweisheit anbeten. Dort
werden alle bisherigen Rätsel gelöst und jedes „Warum" zum Schweigen
gebracht. Jetzt lernt die Seele verstehen, dass sie auf keinem anderen Wege der
Gottesgnade zum Ziele gebracht werden konnte. Der Herr musste gerade den Weg
mit ihr durch so viele Dunkelheiten gehen, die aber doch alle verklärt waren
durch die der Seele unsichtbare Gegenwart des Herrn und Seiner Liebeskraft über
Tod und Teufel. Das schafft nun ein Vertrauen und eine Anbetung des Herrn wie
nie zuvor. Diese Bewohner dringen immer tiefer ein in die geheimsten Wege
des Herrn und steigen so höher hinauf auf die Höhen zur fünften Stufe.
Deshalb liegen auch diese Sphären in einer wunderbaren Ruhe, in die keine
Ausstrahlung des Feindes mehr eindringen kann. Man schreitet der himmlischen
Herrlichkeit, der Ebenbildlichkeit Gottes entgegen und sieht alles in dem
Lichte ewiger Gnade liegen. Der Wille des Herrn wird je länger je mehr zur
lebendigen Quelle des Lebens und der Erkenntnis hinführen, der in den höchsten
Sphären der vierten Stufe dann seine Krönung findet.
Lieber Leser, der Herr hat dir
diese Zeilen zugeführt, damit auch du dadurch angeregt wirst, in allem den
Willen des Herrn in dir zu erforschen und zu erfahren, um Ihm dann gehorsam zu
werden ohne Eigenwilligkeit. Je besser du dieses auf der Erde gelernt hast,
desto leichter und schneller kannst du drüben aufsteigen. Dabei kommt der
Ballast deines Eigenwollens heraus, der nur deinen Aufstieg, deine Vollendung
hindert. Du selber kannst also vieles dazu beitragen, dass deine vom Herrn
gewollte Vollendung rascher vor sich geht. In Verbindung damit wirst du auch
mehr und mehr königlicher Priester, lernst das Beten nach dem Willen des Herrn
und wirst eingeführt in das Gebet des Herzens und der innigsten
Liebesgemeinschaft mit dem Herrn Selbst. Die Seele lernt Blicke tun in das
Herz des Herrn und in die geheimen Liebesgedanken Gottes, der nichts anderes
begehrt, als die Seelen Seinem Sohne ebenbildlich zu machen. Hier haben diese
Priester eine wunderbare Kleinarbeit die doch unendlich Großes hervorbringt.
Wenige Menschen auf Erden kennen
die göttliche Macht des wahrhaft priesterlich, tragenden Gebets und die Gesetze
eines erhörlich-priesterlichen Gebetes. In der
Gebetsgemeinschaft mit jenen königlichen Priestern aus der sechsten und
siebenten Stufe lernt die Seele nicht nur den rechten inneren Herzensumgang mit
dem Herrn, die heiligen Umgangs- und Wesensformen, die Sitten und Gebräuche des
Heiligtumgebetes, sondern auch die bisher
verborgenen, geheimen Liebeswege Gottes mit den Menschen erkennen. Er lernt
hieraus die rechten Folgerungen zu ziehen, nach diesem Liebewillen recht zu
bitten. So hatten Elias und Henochs innigste
Herzensgemeinschaft mit dem Herrn und daher geschah auch stets und ungemindert
das, was diese beiden erbaten. Mit wie wenig Takt und Hochachtung vor dem Herrn
beten doch oft die Erdenmenschen zu Gott! Im Himmel wird des Herrn und Seines
Herzensheiligtums in ganz anderer Weise gedacht. Dort kommt es vor dem Herrn
zur völlig ich-gelösten Versenkung in des Herrn Herz. Noch ist dies nicht
so möglich wie in den höheren Stufen, aber hier ist der Anfang dieser
wunderbaren Entwicklungen. Die Möglichkeit der Vereinigung der Seelen mit dem
Herzen des Herrn ist so herrlich beglückend, dass ihr auf Erden mit diesen
Möglichkeiten der Vereinigung gar nicht rechnet. Die Kraft und Innigkeit dieser
Herzensvereinigung mit dem Herrn im Gebet wird im Johannesevangelium Kap. 17
nur angedeutet, und wird in der vierten Stufe bis ins Tiefste enthüllt und
praktisch geübt. Und es ist für die königlichen Priester eine heilige Aufgabe,
himmlische Sitten, Möglichkeiten, Gesetze und Freuden ihren aufstrebenden
Brüdern und Schwestern zu lehren, zu zeigen und lebendigst nahe zu bringen. Die
Mitteilungen dieser herrlichen Führer über die Zustände und Bleibestätten in
der höheren Herrlichkeit muten sich an wie die Schilderungen ferner Länder.
Bei diesen Unterweisungen über die volle Vereinigung mit dem Herrn und der
Seligen untereinander wird die Sehnsucht der Zuhörer nach oben immer
stürmischer. Die Gnadenauszeichnungen welche die Lehrer tragen, zeigen den
Bewohnern dieser Stufe Würden und Ehrungen aus den früheren, treuen
Selbstverleugnungen ihrer Lehrer, die ihre demütige Herrlichkeit erst so recht
offenbart. Das macht ihnen die eins große Wahrheit kund: „Alle Schönheiten des
Himmels und der Erde sind zusammengefasst in JESUS."
Deshalb verlangen die Schüler
auch nach nichts mehr als nach IHM und der Vollendung in Sein Bild, um dann mit
Ihm untrennbar vereint zu bleiben. Und das treibt sie immer wieder an, sich in
IHM zu versenken und die verborgene Quelle Seines Herzenslebens im eigenen
Herzen aufzunehmen. Dort wird auch die herrliche Wirkung des Herzenslichtes
Jesu so recht sinnfällig. Du weißt aus den Neuoffenbarungen, dass alle Blüten
und Früchte nichts anderes als verklärte Welten darstellen. Dort wirst du erst
in aller Enthüllung erfahren, was die gütige Sonne vermag, wenn sie in ihrem
himmlischen Kraftlichte auf der neuen himmlischen Erde Blüten und
Früchte hervorbringt. Kannst du dir vorstellen, was dieses beinhaltet? Nein!
Aber ich sage es dir schon heute, damit du dich beim Erreichen dieser
Herrlichkeiten dankbar des Herrn erinnerst. So viel Licht und Lichtschöpfungen
in solcher Endlosigkeit an Schönheit und Mannigfaltigkeit, kann ein
Menschenherz in seiner größten Phantasie nie erdenken. Um wie vieles weniger
wirklich davon erfassen und ertragen. So freue dich darauf und eile mit aller
Herzensgewalt, um bald dort schon Bürger zu sein!
Über den Dienst im Kinderreiche,
der dort viele Aufgaben bringt, hast du aus den Neuoffenbarungen gehört. Der
Dienst, der von ganz hervorragenden Erziehern getan wird, macht viel Freude. Es
ist auch ein wichtiger Dienst, denn es geht ja darum, dass die künftigen Träger
der Herrlichkeit als Seine Beauftragten herangezogen werden in aller Erkenntnis
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. In diesen Erziehungsstätten
singt und klingt es, wie das nur im Himmel möglich ist. Die Kinderseelen jauchzen
hier noch ganz anders wie auf eurer Erde. Hier ist das Leben in aller
Freiheit der Seelen in ganz anderer Kraftfülle offenbar und macht sich
dementsprechend frei. Die Schulen im Kinderreiche haben einen wunderbaren
Lehrplan, mit dem sich kein irdischer vergleichen lässt. Schüler und Lehrer
sind ganz aufeinander abgestimmt.
Die Lehrer sind hier die vertrauten Freunde
ihres kleinen und kleinsten Schüler, gewisserart ihre
liebenden Eltern des Geistes, die teilhaben an ihrem sich entwickelnden Leben,
Streben und Wünschen.
Dort werden auch alle
Fachwissenschaften gelehrt, die man auf Erden hat Alle Lehrgegenstände sind
vorhanden und sind ja schließlich die Ergebnisse der Beziehung des Menschen
zum Geschaffenen und zu dessen Schöpfer. Diese Beziehungen sind aber dort viel
klarer und ertragreicher als auf eurer gefallenen, finsteren Erde.
In diesen Schulen werden die Denker und Forscher
erzogen, die in ganz anderer Weise, wie sie das einst auf Erden gekonnt hätten,
die Ordnungen und Gesetze des Alls, des Menschen, der Seele und des Geistes
erforschen und beherrschend benutzen sollen. Wie sehnsüchtig schauen sie nach
den Riesen der Gebirge mit ihren Firnen und Gletschern, nach den bunt
strahlenden, glänzenden fernen Gestirnen. Drüben wird das Besuchen und Erforschen
dieser Schöpfungen für die meisten nicht ihr Beruf sein, sondern
Ferienerlebnisse im unendlichen All. Das von den Ferien klingt nun ganz irdisch
und doch ist es so. Auch der Herr ruhte am siebenten Tage. Für die Bewohner der
vierten Stufe ist die Erholung geradezu eine Notwendigkeit, um all das neu in
sich Aufgenommene zu überdenken und miteinander in rechte verbindende
Beziehung zu bringen. Sie sollen ja eingeführt werden in alle Werke des Herrn.
Dazu brauchen sie auch ein wachsendes inneres Aufnahmevermögen und in diesen
Ferien können sie es wachsen lassen. Da geschieht der große Austausch, die
notwendige Verknüpfung der einzelnen Sonderwissenschaften. Die Forscher, die
Himmel durchstreifend, gehen dort zu den Priestern, um an deren Werken mit teilzuhaben;
und diese wiederum gehen mit hinein in die Wunder der Schöpfungen des
Unendlichen. Auf jeden Fall ist es so, dass jeder Geist universell ausgebildet
wird. Das sind Unterrichtsstunden für Lehrer und für Schüler, die mit Stunden
der gemeinsamen Erholung abwechseln. Niemals wird dabei übersehen, dass auch
Schwierigkeiten im Lehrstoff sind.
Auch Schwierigkeiten des vom Herrn gegebenen
unterschiedlichen Charakters treten auf Die Anlagen, welche die Kinder vor
ihrem Erdentode hatten, sterben mit diesem nicht ab. Sie müssen genau so
beschnitten werden und in die rechte Stellung zu Gott und den Nebenmenschen
gebracht werden, wie bei den Nutzbäumen und - sträuchern.
Weil aber dort kein höllischer Feind mehr verhindernd einwirken kann, so ist
der Korrektur- und Veredelungsprozess viel leichter und schneller. Aber im
Gehorsam müssen sie genau geprüft und gestählt werden, wie die Erdenmenschen
durch völliges Auf-sichselbst-gestellt-werden. Dabei
haben dann die Erzieher als priesterlich Beauftragte manchen Kummer und rechte
Not, wenn sie nicht verhindern dürfen, dass dann in diesen Entscheidungen all
ihre lebendigst angewandten Lehrbeispiele in den Wind geschlagen werden und das
entgegengesetzt Falsche und Arge getan wird. Die Seelen, welche als Kinder hinübergehen,
sind dadurch vielen Gefahren enthoben worden, aber sie sind dadurch noch nicht
zu bewussten, festen Überwindern geworden. Dieses können sie im Kinderreiche
unter viel größeren Schwierigkeiten jedoch werden. Recht willig sich führen
lassen und treugläubig gehorchen bringt auch hier Erfahrungen, die das Tun nach
Gottes Ordnung dann nach sich zieht. So können auch sie emporsteigen zur
Herrlichkeit Gottes, um zubereitet zu werden für den Ewigkeitsdienst, den
ihnen der Herr zugedacht hat und für den ER alle Veranlagungen in sie
hineingelegt hatte, vor Grundlegung der Welt.
In dieser Stufe erhalten auch
viele Künstler Arbeiten in Edelmetall und Edelgesteinen. Sie arbeiten nach
Aufträgen vom Throne Gottes, um Schmuck herauszuarbeiten, den der Herr den
Seinen als Zeichen Seiner anerkennenden Liebe schenkt. Was dort geschieht in
diesen Künsten, das lässt alles verblassen, was die Erdenkünstler schaffen.
Diese Auszeichnungen sind dann Offenbarlegungen des innersten Charakters ihres
Trägers. Auf Erden werden die Auszeichnungen statt dein Verdienste verliehen,
in den himmlischen Sphären sollen sie jedoch die betreffenden Kräfte des
Charakters der Liebe ihrer Träger offenbaren. Jede Stufe bringt Steigerung
dieser Liebeskräfte mit sich.
Noch etwas Wichtiges aus dieser
vierten Stufe: Wer in die höheren Sphären aufwärts steigt, der kommt dadurch
zu immer völligerer Verklärung. Dem wird dadurch auch die Möglichkeit
gegeben zu herrlicherem Dienst in den unteren Stufen bis hinab zur Erde. Der Herr
beruft hier die Seelen, entweder ganz persönlich oder durch eine leuchtende
Schriftbotschaft auf Tafeln erscheinend, die in einem besonderen Raume ihres
Palastes sind Nun fängt eine neue Herrlichkeitsoffenbarung für sie an, die sie
überglücklich macht. Größer, beseligender als alles zuvor Erhaltene. Durch das
Dienen nach des Herrn Willen und Liebesordnung steigen sie empor zu den Höhen
der Herrlichkeit Was sie dort an den Grenzen der fünften Stufe erleben, ist die
Herrlichkeit Gottes in Seinem Sohne Jesus Christus.
Sie stehen vor den Wundem einer neuen Welt,
die sie jauchzend aufsingen lassen in den Glückstönen der Himmel. Und wie diese
Lobgesänge klingen! Aus ihnen schallt der Triumph des Herrn, dass Seine
Gnade, Seine Geduld, Sanftmut, Demut und Barmherzigkeit zum Ziele in ihnen
gekommen ist. Der Gehorsam Seinem Worte gegenüber wird offenbar als die Ursache
der Herrlichkeit, die sie nun erlangt haben durch ihre eigene vom Herrn so treu
geförderte Liebe und vor allem durch die Liebe des Herrn selbst. Die
herüberstrahlende Herrlichkeit der Fünften Stufe zieht sie hinüber über die
letzten Höhen, um einzugehen in den Glanz der weiteren Vollendung. Viele, viele
kommen in Jahrtausenden nicht zu dieser Klarheit und Tragfähigkeit Andere
jedoch eilen vorwärts mit der Sehnsucht einsamer Adler am Firmament, denen
dieser Flug nach oben das Lebenselement ist.
Einst wird der Tag kommen, an
dem auch du den Höhen dieser Stufe gegenüberstehst, dich nicht durch sie
aufhalten lässt, und weiterziehst dem Urlichte Gottes entgegen. Lerne aus
jedem Wort des Herrn für dich den Lockruf Seiner Vaterliebe zu vernehmen. Und
entnehme aus jedem Seiner Gebote die Sehnsuchtskraft des Adlers, der in die
höchsten Höhen fliegen muss, um gestillt zu werden in IHM, JESUS. Bei Ihm ist
deine bleibende Heimat, dieser eile zu! So vernimm denn auch, dass alle deine
dir noch unsichtbaren Freunde wünschen, dass auch deine Sehnsucht so groß
werden möge, um in allein zur Tat im völligen Gehorsam zu schreiten. Dann
können wir als Vollzahl vereint dienen in Seiner Kraft nach seinem Willen.
Daher entsage, entfliehe allen zeitlich-sinnlichen Genüssen, die doch nur
deiner Eigenliebe Nahrung geben. Sie halten dich auf. Nichts, gar nichts in der
Welt ist so wichtig wie das Eine: Des Herrn Wohlgefallen zu erlangen durch
völliges Eingehen in Seinen Willen, der dich ja herrlich machen will in Seinem
Bilde. So jage auch du nach dem Ziele, das droben ist. Lasse dir die
Liebesschwingen deiner Seele wachsen durch stetes Betrachten des Wesens des
Herrn und der Abkehr von deinem törichten Ich-Wollen.
ER ist der alleinige Herr der Unendlichkeit und auch der Deine! So
wirst du getragen durch die Schwingen deiner himmlischen Sehnsucht zu IHM.
Die fünfte Stufe
Das Land der Liebe
„Die Liebe ist die größte unter ihnen!", mit diesen
Worten beschließt Paulus das Hohe Lied der Liebe im 1. Korintherbrief 13.
Diese Wahrheit ist auch in den
himmlischen Welten höchste Erkenntnis. Aber diese Liebe erschließt sich nur
dem, der im Gehorsam zu Gottes Liebewillen ganz treu ist. Sie macht den
Menschen dem Herrn ähnlich und lässt ihn wachsend teilnehmen an der
Herrlichkeit und Kraft Seines Wesens, um zuletzt Ihm gleich zu sein und Ihn zu
erkennen im allerinnersten Herzensgrunde, wie ER ist. (1. Joh. 3,2).
Deshalb ist der Übergang von dem
Reiche des Gehorsams in das Reich der Liebe eine Beförderung von großer
Bedeutung. Mit dieser Stufe kommt die Seele eigentlich erst zum Heiligtum der
Himmel, in dem die Herrlichkeit Gottes sich offenbart. Alles, was sich in den
unteren Stufen an Licht und Schönheit zeigte, findet hier seine Zusammenfassung
und helle Steigerung.
Wie du manchmal in den Bergen
beim Sonnenuntergang noch einmal die ganze Schönheit der Sonnenstrahlen in den
Firnen sich spiegeln siehst, so ist es auch hier. Die Lichtfülle und Harmonie
ist unbeschreiblich, die den Seelen entgegen glänzt und sie blenden müsste,
wenn ihre Augen nicht durch den Liebeeinfluss des Herrn dazu vorbereitet wären.
Die Einführung der Neuhinzugekommenen ist jedesmal ein großes Fest. Sie kommen mit ihren Lehrern, die
in einer höheren Lichtfülle erglänzen, sobald sie die Grenzen dieser Stufe
überschreiten. Aber auch die neuen Bürger dieser Ebene erstrahlen im gleichen
Augenblick. Ihr Angesicht wird noch mehr leuchtend verwandelt in das Bild Jesu
Christi, es leuchtet die Liebe in beseligender Milde. Das Land der
Vollkommenheit ist erfüllt mit dem Jubel seiner Einwohner, die den Herrn Ihres
Lebens preisen, der so unaussprechbar wunderbar ist in Seinen Liebeplanungen
und -führungen. Ein besonders Wunderbares ist der Willkommengruß, der den
Ankömmlingen entgegengebracht wird. Lob, Preis und Anbetung sei dem Herrn
dargebracht, der auch dich für dieses hohe Ziel bestimmte. Nirgends und in
nichts wirst du auf Erden Befriedigung finden. Nur dort wird sie dir werden, wenn
du mit dem Ursprung alles Daseienden vereint bist.
Wenn du schauen könntest, was der Herr für die Seinen dort bereitet hat, dann
würdest du verstehen, dass es sich aller Mühe der Selbstverleugnung wahrlich
lohnt, alles Hindernde zu meiden und von ganzem Herzen zum Ziele der Vollendung
bei Ihm zu eilen.
Die Heimgekehrten kommen in
einen neuen Kreis der Vollendung und haben alles von einem leuchtenden
Feuerkristall in sich, von dem in der Offenbarung. Johannes Kapitel 13 die Rede
ist. Es sind alles Seelen, die auf Erden durch viel Leid, Not, Verfolgung und
Enttäuschungen gegangen sind, doch ohne Widerstreben und in Gelassenheit ihres
erkannten Zieles wegen. Ohne Klagen oder Rachegedanken gegen ihre Feinde. Sie
sind berufen zur steten Gemeinschaft mit dem Lamme und haben gelernt, das Leid
zu ertragen, weil es sie fester an Jesus binden hilft. In ihrer Seele ist
die Kreuzträger-Natur ausgeprägt, sie verherrlicht ihren großen Vorgänger.
Sie wissen, dass keine Seele erlöst werden kann, ohne dass sie bereit ist, mit
Seiner stillduldenden Lammesnatur am gleichen Leidensstamme des Querholzes
befestigt zu sein wie ihr ewiger Erlöser. Nur so können auch sie wirken als
Bannerträger des ewigen und vollkommenen Opfers Jesu. Niemand und nichts kann
eine Seele erlösen, nur der Herr, das Lamm Gottes Diese erlösten Seelen werden
nun Teilhaber am großen Erlösungswerke in dem himmlischen Weinberge des Herrn,
auch im Mitleiden-Dürfen in Seinem Liebeleiden. Und die Erlösten dieser Stufe
tragen diesen herrlichen Leidenscharakter Seiner Sanftmut und Demut, der sich
wunderbar zeigt in seiner Klarheit. Deshalb können in diese Stufe keine Seelen
aufrücken, die sich weigerten, ein Opfer für Christus zu sein, teilzuhaben an
Seinen unverschuldeten Leiden. Jetzt sehen sie die Erfüllung des Wortes:
„Leiden wir, so werden wir dadurch auch mit herrschen."
Und nach dem Maße des Leidens
tragen sie auch Seine Herrlichkeit. Auf Erden ist es der Seele oft schwer,
wenn sie verkannt, verachtet wird im Gehorsam zum ganzen Willen des Herrn. Hier
wird ihr das der Grund ewiger Glückseligkeit. Wie viele haben in ihren letzten
Stunden auf Erden in eingetretener Erleuchtung ausrufen müssen: „Wenn ich noch
einmal auf diese Erde kommen würde, ich würde viel, viel mehr leiden wollen um
des Herrn willen. Doch nun ist es zu spät dazu !" So ist es in Wahrheit.
Deshalb wehre dich nicht mehr zu
leiden, lieber Leser! Zu leiden um der Liebewahrheit willen, wenn du anders
handelst wie die Unwissenden. Achte es schon dann für eitel Freude und
danke dafür dem Herrn. Nichts, gar nichts wird hier im Lichte übersehen und
vergessen. Bedenke, auch nichts Arges, Liebloses und Gottwidriges.
Aber alles, was der Mensch leidet um Jesu
willen, das wandelt sich hier in Herrlichkeit. Darum freue dich und sei dankbar! Der Herr wertet dein
Leben nach diesen Gesichtspunkten und nicht nach denen der blinden Menschen.
Wie viele dunkle Wolken auf Erden werden in den Himmeln zu einem leuchtenden
Kristall. Aber wie viele Täler von materiell-seelischer Sorge, in denen die
Tränen materiellzeitlichen Dingen und Genüssen nachgeweint wurden, sind doch
wertlos und hinderlich für sie! Doch die Tränen der Sorge in betender Angst um
das ewige Heil der anderen Seelen, diese werden hier offenbar als perlenklare
Leuchten der Herrlichkeit, an den Ufern des Lebensstromes liegend. Jede Sorge,
jede Angst für anderer Seligkeit findest du hier herrlichst erhalten!"
Daher weigere dich nie mehr zu leiden für Jesus. Hingegen danke Ihm für diese
besondere Art von himmlischen Segnungen.
Aber nicht nur das Leiden für
Jesus, sondern jedes Leiden, wenn es kein Leiden aus der Sünde geboren ist,
verklärt die Seele, wenn sie es im Sinne Jesu und um Jesu willen in Geduld und
Vertrauen zu Ihm erträgt. Solche Leiden haben nun einmal eine wunderbare
Verwandlungskraft, von der viele auf Erden sich nennende Christen gar
wenig wissen, noch erfahren wollen, sonst würden sie leidenswilliger sein und
sich allen Leiden, Trübsalen, Entbehrungen, ja, ererbten Krankheiten
selig-hoffnungsfreudiger ergeben. Die Tage der Erdenfreude und des
Wohlgenusses erbringen selten Ewigkeitsfrüchte. Denke du nur an den reichen
Mann und den armen Lazarus. Die Tage des Leidens, des Entbehrens, des
Zerschlagens irdischer Hoffnungen sind bei rechter Betrachtung stets
früchteschwer. Doch all diese Leidensfrüchte werden hier im Lichte des
Landes der ewigen Liebe wiedergefunden und Lebenstriefend der Seele als
himmlische Nahrung dienen.
Vergiss daher nie, dass Dulden,
Erdulden und Ertragen im Geiste des Herrn, den Verlorenen Seinen himmlischen
Liebegeist in und an dir offenbaren sollen. Dann wird dein Platz auch für dort
bestimmt, wo die Herrlichkeit der ewigen Liebe weilt, hier im Lande der Liebe.
Jeder kann sich denken, dass es
hier für die Überwinder eine jubelnde Überraschung gibt. Ihnen wird dadurch
die Liebe ihres Herrn so groß, dass sie anbetend in heiligem Schmuck
niedersinken. Sie merken jetzt, dass der Meister ihnen in ihrer dunkelsten
Erdenzeit am nächsten war. Sie erkennen auch, dass Seine Weisheit ihr Leben so
gestalten musste, um die herrlichen Auswirkungen Seiner Gedanken in ihnen zu
erzielen. Die Zeiten dunkelsten Glaubens werden ihnen nun zu Offenbarungen
lichtester Herrlichkeit. Und die Schmerzen ihrer Seele, von denen sie oft
meinten, dass sie zu heftige für sie seien, erweisen sich jetzt als Boten der
Liebe des Herrn, die heilige, heilende Arbeit zu tun hatten, um die Seele von
der Zeit der Vergänglichkeit in die Endlosigkeit des Geistes zu geleiten. Hier
gibt es keinerlei Schmerz mehr, auch den des zu späten Reueschmerzes nicht. Keine
Not, keine Entbehrung, keine Enttäuschung, kein Kreuz, alles ist voller
Glückseligkeit. Dort ist alles überwunden. In diesem Lande der Liebe erschließt
sich ihnen erst so recht die Liebe des Herrn in ihrer führsorgenden,
vorsorgenden, tragenden und alles erhalten wollenden und könnenden und zum
Besten dienenden Wesenheit. Durch alle Stufen hindurch haben sie der Liebe des
Herrn gedacht und sind durch sie erhalten und genährt worden. Aber hier
erkennen sie diese Förderungskraft erst in ihrem rechten Sinne. Sie ist ja die
Ursache ihrer Glückseligkeit und der Grundzug ihres eigenen Wesens geworden, da
sie einst ganz anders ausgerichtete Wesen waren. Und alles preist den Herrn.
IHM singen die Vögel ihre Lieder und die Blumen, als Welten selbstbewusster Kleinwesen,
verkünden Seine Weisheit. Groß und wunderbar ist die Schöpfung, in der die
Vollendeten und aus dem Herrn Gerechten glückselig wandeln mit den Himmlischen
in nun erst klarstem Wissen. Alles ist nur rein geschenkte Liebe, Gnade,
Weisheit und Barmherzigkeit Und darin unterrichtet hier alles, die Lehrer und
die Schöpfung. Am herrlichsten jedoch erkennen die Vollendeten diese Liebe des
Herrn in sich selbst. Schon die Erwählung von Ihm, ehe dieser Schöpfung Grund
gelegt war, leuchtet auf als himmlisches Licht. Die Erfahrungen, die in den
unteren Stufen vorausgingen, haben ihr jetziges Wissen vorbereitet. Die Seele
wird gewahr, dass sie erschaffen wurde, um in ihm und mit Ihm zu sein und für
alle Ewigkeiten ein Glücklichsein zu genießen, das rein göttlich ist und
nichts Geschöpfliches mehr an sich trägt, als nur
Sein Kind zu sein. Von hier aus erfasst die Seele die Erlösung vom Geschöpf zum
Selbstschöpfer ganz anders, als es vorher möglich war. Ihr erschließt sich der
bisher geheimnisvolle Zusammenhang zwischen Seele und Geist, und auch der
Unterschied zwischen den nie gefallenen Engeln und den der erlösten,
heimgekehrten, erfahrungsreichen, an sich völlig zerbrochenen Seele, die das
nun geschenkte Seligkeitsleben dadurch erst recht zu werten weiß.
Die Erlösung
von Ewigkeit her wird ein selig Besitz. Der irdische Weg unseres Herrn und
Lebensmeisters, angefangen von dem Verlassen Seiner Herrlichkeit bis zu Seiner
Wiederaufnahme des Thrones der göttlichen Majestät, leuchtet als Kronjuwel auf
Kein Mensch kann ermessen, was es für den Herrn bedeutet hat, diesen Weg zu
gehen. Und nun sind wir in diese Liebe hineingestellt, das wird uns allen hier
zur bewussten, aber unaussprechlichen Glückseligkeit. Jetzt erst wird Sein
Kreuz als der Thron göttlicher Liebeweisheit erkannt, an dem das Gericht über
jede Sünde und den gefallenen, ersten Engel vollzogen und vollendet wurde.
Deshalb wird IHM hier, als dem Lamme Gottes Anbetung zuteil, wie sie nur
Vollendete und ganz Eingeweihte in ihren Herzen haben können. Von hier aus
steigen wie warmleuchtende Strahlenbündel die Herzensergüsse empor zum Throne
Gottes, und Engel begleiten sie in hehrem Staunen ob solcher Schätze in den
Herzen der Erlösten aus der Tiefe.
Wenn die Seelen die Liebe als
die tiefste, höchste, letzte und stärkste in alle Räume der Unendlichkeit noch
dringende Kraft erkennen, dann kommen sie auch zur lebendigsten Erkenntnis,
dass in ihr alle Lebensanfänge sein müssen. So stehen sie mitten drin in der
Herrlichkeit des ewigen Lebens unendlicher Schöpfungswunder dieser Liebe
Gottes. All Sein Tun wird dann zu einer neuen Liebesoffenbarung. Der Umgang
mit den Seligen wird dann zum Lobpreis Seiner Liebe. Die Beschäftigung mit der
Kreatur und der Schöpfung wird Anlass, sich immer tiefer hineinzuversetzen in
die heilige Gottesordnung Seiner Liebe. Dass in solcher Lebenshaltung eine
Gemeinschaft mit dem Herrn entsteht und mit den Seligkeiten daraus, wie sie die
Erde nicht hat und verstehen kann, das ist verständlich. Hier gibt es
Vereinigungen mit dein Herrn und Seinen Vollendeten, wie sie nicht zu schildern
sind. Das muss man selbst erlebt haben. Aber bedenke, dass auch schon bei euch
auf Erden der Ausdruck geprägt wurde: Zwei Herzen und ein Gedanke. Das ist nur
ein Schatten der Herrlichkeit himmlischer Herzensvereinigung, ein schwacher
Hinweis auf die vollendete, vollkommene Herzensgemeinschaft der Himmel.
Nur die göttlich-heilige
Liebe kann das Wesen, das Herz und die Weisheitsgedanken in der unendlichen
Schöpfung des Herrn verstehen. Deshalb
ist der Unterricht ganz auf dieses Ziel eingestellt. Alles soll die Liebe des
Herrn erhöhen und das Echo dafür in Seinen Kindern erhöhen. So sind auch die
himmlischen Lehrer, die von dem Throne Gottes kommen, darauf aus, der Seele die
Zusammenhänge dafür zu erschließen. Sie führen hinein in den heiligen
Liebesdienst, der auf die Seligen wartet. Diese dürfen in einem viel höheren
Maße wirken, als sie dieses bisher konnten. Der Herr gebraucht sie schon zum
Dienst auf Erden. Aus dieser Stufe kommen viele von ihnen zu euch hernieder,
um an euch Seelen in göttlichem Sinne einzuwirken. Ihr verdanket diesen
Himmlischen sehr, sehr viel. Ohne euren Freien Willen anzutasten, sprechen sie
euch himmlische Ordnungsgedanken ein, bringen euch Trost, geben euch warnende,
tröstende, erleuchtende Träume, bewahren euch vor Unglücksfällen und Gefahren
mancherlei Art. Sie führen euch solche Wege, die euch, wenn auch durch euren
Willen beeinflusst, letztendlich doch zu einer größeren Selbsterfahrung und
Selbsterkenntnis führen und damit durch echte, wahre Buße dem Herrn näher. Sie
beten und ringen für euch um vermehrte Gnadenströme. Ihr Herz ist erfüllt von
solcher Liebe, dass sie mit Freuden ihre herrlichen Lichtwohnungen verlassen,
um wie ihr Herr und Meister den Menschen zu dienen oft in einer Atmosphäre, die
für sie ärger ist als der Gestank tiefster Hölle. Wie wenige wissen doch von
euch diesen Engeldienst zu beachten und zu würdigen. Wenn die Erdenmenschen
mehr damit rechnen würden, dann könnte der Herr in ganz anderer Weise ihnen
helfen in allen Lebenslagen. Aber so sorgen die Menschen in vermeintlicher
eigener Kraft für sich, und Er kann dann nicht mit Seiner Kraft himmlisch für
sie sorgen.
Der Engeldienst ist verschieden,
je nach den Bedürfnissen der Menschen. Deshalb ist das Dienstleben meist einem
höheren Führer unterstellt, der nach dem Plane des Herrn solche Vollendeten
herbeiruft, welche die große Autorität oder Vollmacht haben, nach dem
Ordnungswillen des Herrn zu wirken. Und je wichtiger, wertvoller eine Seele
ist, d. h. je mehr sie sich von oben zurichten zu lassen willens ist, desto
mehr und stärkere Hilfe erhält sie aus dem Heiligtum. Wer das einmal erkannt
hat, der will mit großer Treue vor dem Herrn wandeln, damit er nicht wieder
verliert und durch weltliche Lust verscherzt, was der Herr ihm gegeben hatte.
Höret!
Im Lande der Liebe wird mit
erhöhtem Ernste von den Königen und Priestern gearbeitet. Die Erkenntnis der
Ordnungspläne Gottes ist hier besonders gefördert. Es soll ja einmal die ganze
Schöpfung hineingeführt werden in den Reichtum Seiner Liebe. Dazu braucht Er
königliche und priesterliche Tätigkeit der Vollendeten, d. h. von völlig
Eingeweihten. Beide Klassen, die der Könige und die der Priester, tragen das
Panier von Golgatha, so wie das schon während der Leidenszeit Jesu erwähnt
wurde. Nicht umsonst wurde dort die Königsfrage aufgerollt und dem ewigen
Hohenpriester das Herz gebrochen. Wenn das Reich Gottes aufgerichtet wird in
seiner Herrlichkeit, dann wird erst so recht offenbar werden, wie notwendig
diese Königs- oder Hohepriesterklasse für die Menschheit ist.
So strecke
auch du dich schon auf Erden aus mit treuem Vollernste nach dieser Klarheit
und gehorche den zarten Herzensmahnungen aus der Himmelswelt. Dann wirst du
recht geschickt werden zu diesem Dienste wahrer Seligkeit himmlischen Dienens.
Die Bewohner dieses Reiches werden nicht nur teilhaben, sondern haben schon
jetzt teil an der ersten Auferstehung, über sie hat der zweite Tod jede Macht
verloren. Darum preist die Schrift sie auch als Selige und Heilige, denn der
Herr ist mit ihnen zu vorbestimmtem Ziele gekommen, was Er eigentlich allen
Wesen zugedacht hatte, Seine erwachsenen, voll in Seiner Liebe erstarkten
Kinder zu werden. Nun hat Er sie ganz ausgefüllt, ausgestattet mit Seiner
Herrlichkeit und Gottesmacht. In die Sphären dieses Reiches der Liebe, die noch
gewaltiger sind als die unteren, dringt keinerlei Schatten der Hölle mehr. Der
Kampf Satans kommt nicht bis hierher. Es sind daher Sphären, die keine
Heerscharen des Herrn nötig haben, sondern geschützt sind durch die Kraft
heiliger Gottesliebe und völliger Erlösung. (vgl. 1. Joh. 3, 6-9; 5, 18.)
Dem herrlichen Zustande der
Bewohner entsprechend ist auch die himmlische Kleidung. Das Weiß der Kleider
ist unbeschreiblich in seinem Sonnenglanze. Von dem Verklärungskleide Jesu
Christi heißt es: „Es war so weiß, dass kein Färber auf Erden es hätte machen
können." Und es ist nicht nur die Farbe sondern auch das Gewebe das den
leuchtenden Glanz hat. Kein Mensch könnte die Strahlen ertragen. Diese sind so
durchdringend, dass irdische Geschöpfe geblendet würden. Aber hier gibt es noch
andere Farben, aber alle sind so strahlend, dass es nicht angeht, sie zu
schildern. Dementsprechend sind auch die Auszeichnungen. Alles was auf Erden
für den Herrn getan wurde in stetig-stiller Selbstverleugnung, das findet hier
seinen übergroßen Lohn. Und dieses wird durch die betreffende Art der
Auszeichnung geoffenbart. Was der Herr den einzelnen zugedacht hat, das wird
von himmlischen Künstlern ausgeführt und das empfängt der Heimgekehrte hier im
ewigen Leuchten. Mancher wird erst hier erkennen, dass die Liebe ihm
übergenug Kräfte verliehen, wenn er nur mehr erwartet und erbeten hätte.
Wenn dort Feste gefeiert werden,
was zur Freude und Ehrung des Herrn oft geschieht, dann ist es ein Leuchten,
gegen das euer irdisches Licht die barste Finsternis ist. Alle Hoffeste der
Erde mit allen Diademen und Orden sind dagegen armseligste Eitelkeit.
Deshalb blicke auch du weg von
allen Ehrungen, welche dir Menschen bereiten könnten und vergesse nie, dass
der Herr die ganze Erde mit all ihrer Herrlichkeit dem Ihn versuchenden Fürsten
dieser gefallenen Erde ausgeschlagen hat. Nur so kommst auch du zum himmlischen
Ziel und zur Herrlichkeit dieser Stufe. Lasse alles beiseite und zurück, was
nicht mit will zu diesem Ziele hin. Der Herr will es und wir deine Freunde
auch!
Und die
Wohnungen dieser Stufe! Dafür fehlt mir ein gleichnismäßiger
Sprachschatz aus eurer gefallenen Erdensprache um sie zu schildern. Sie
erinnern schon an den Kristallsonnenglanz der Herrlichkeiten der Stadt Gottes,
dem himmlischen Jerusalem, und doch kommt er diesem nicht annähernd gleich. Die
Durchsichtigkeit, entsprechend der Durchheiligung ihrer Einwohner, ist noch
nicht so klar sonnendurchglänzt wie in der sechsten und siebenten Stufe. Und
trotzdem ist alles wunderbarst, unbeschreiblich. Und die Einrichtungen! Sie
verkünden jedem Besitzer und Besucher den Geschmack und die innere Gesinnung
ihres Einwohners. Da aber auch hier gleichgesinnet
Seelen am nächsten beieinander wohnen, so ist auch die zusammenhängende
Harmonie dieser Kristallpaläste unaussprechlich schön.
Du merkst ja schon auf Erden,
wie selig man sein kann, wenn man unter Gleichgesinnten ist und wie wohl du
dich fühlst in dieser harmonischen Gemeinschaft. Dort ist all dieses
unbeschreiblich herrlicher. So hilft auch die Inneneinrichtung mit, dass diese
Gemeinschaften aufs beste gefördert werden. Jeder dient nach der Art und dein
Maße seiner Herrlichkeit. Keiner neidet dem anderen dessen Besonderheiten der
Herrlichkeit, sondern freut sich über diese Besonderheiten, da er darin ja den
Herrn Selbst erkennt in Seiner Liebeweisheit. So dient jeder in seiner Art und
sie dient ihm so am besten. Und er selbst ist dabei am glücklichsten. Köstlich
ist hier das Zusammenwirken, wobei der Herr gepriesen wird.
Wo die Liebe in ihrer vollen
Reinheit die Triebfeder ist, da werden alle ihr innewohnenden Kräfte zur
Entfaltung gebracht. Das ist schon auf Erden der Fall, um wie vieles
vollkommener erst in den Himmeln. Diese mannigfaltigste Weisheit Gottes! Und
die lichtvolle Schöpfung! Sie erfordern aber auch große und unendlich weit
gesteckte Ziele der Arbeit, die getan wird von den Vollendeten des Himmels.
Deshalb sind die Lehrer mit fasst zu sagen, unendlichster Erkenntnissen
angefüllt, die ihren Schülern die Himmel erschließen und erklären auf allen
Gebieten. Hier werden die Seelen eingeführt in das Denken des Herrn. Und Seine
Gedanken sind lichte Kraftstrahlen, die dann die Seelen mit großer Freude und
tiefem Glück erfüllen. So werden sie nämlich hinaufgeführt zur völligen
Liebesvereinigung mit ihrem Herrn und werden dabei immer mehr Ihm ähnlich an
Wesen und Kraft. Er wartet ja darauf so sehnlichst, dass sie alle hinaufkommen
zu Seiner Herrlichkeit!
Die Dienste
werden je umfangreicher auch immer vielfältiger, damit alle vordem kleinsten
Eigenarten und Gaben voll zur Entfaltung kommen. Die Lehrer, die dem höchsten
Kreise um den Thron angehören, tragen die Demutswürden des Lammes. Sie sind
daher auch bestrebt, dass ihre Schüler, ihrem Vorbilde nacheifernd, ebenso
kraftvoll-tüchtig werden wie sie und zu dem gleichen Erbteile der Göttlichkeit
gelangen. Du kannst nicht erfassen, wie viel Herrlichkeit schon in dieser Stufe
vorzufinden ist. Sie ist maßlos groß und den Seelen die darauf nicht
vorbereitet sind unerträglich. Es sind schon zuweilen solche hierher geführt
worden, und sie fielen wie ein Blitz wieder zurück in ihren Kreis.
Die hier Wohnenden gehören zum
Hochadel der Himmel. In dieser Stufe leuchtet nicht nur alles im Lichte der
Herrlichkeit, hier ist auch alles eine harmonisch tönende Musik. Wo die
Harmonie so weit gediehen ist wie hier, da ist alles ein herrliches Klingen und
Tönen - „Sphärenmusik" - die zuweilen Erdenpilger hörten. Die Akkorde der
Himmel erfiillen den Äther und die ganze Schöpfung
atmet sie ein mit wonniger Lust. Ich wünsche, dass du einmal teilnehmen kannst
an dieser Glückseligkeit und an dem Lobpreise des ewigen Lammes Gottes! Dann
wüsstest du, was Anbetung im Himmel ist. Es würde dir dabei klar werden, dass
du jetzt noch vieles abzulegen zu lernen hast, was dieser völligen
Herzensreinigung und Verklärung hinderlich ist.
Der Dienst des Königspriesters
wird hier in seiner Bedeutung erst so recht erkannt und ausgeübt. Von hier aus
sendet der Herr die Seligen, damit sie dienen sollen auf Erden den
Erdenpilgern, um ihnen den Himmel begehrenswert und bereit zu machen. Das ist
nur möglich, wenn diese Vollendeten selbst zubereitet sind, ausgerüstet mit
allen Gaben göttlicher Liebe in Vollkommenheit.
Weil in den Sphären dieser Stufe
nichts mehr von Eigenliebe ist, die das Reingeistige stets verdrängte, so
kommt die wahre Demut des Herrn zur Entfaltung. Daher betrachte auch du des
Herrn Demut und mache sie dir zu eigen durch totale Selbstverleugnung in allen
deinen Sonderwünschen und bisherigen Ergötzungen, dann wird dein reines Lieben
auch immer gereinigter von aller geschöpflichen
Eigenliebe werden. So können sich die Seelen hier in ungeahnter Weise in
Jesu Bild entwickeln unter der Leitung der himmlischen Lehrer.
Dieses ist das Land, wo die
göttlichen Geheimnisse offenbar gemacht werden. Und da gibt es viel zu lernen.
Deshalb werden die Schüler schon soviel auf Erden zum Dienste gebraucht, damit
sie viel Gelegenheit haben zur Bestätigung ihrer neuen himmlischen Erkenntnisse
und um die Wahrheit der im Lichte enthüllten Geheimnisse zu erleben. Je tiefer
sie in diese Geheimnisse eindringen, desto mehr empfangen sie Vollmacht und
werden so geschickt zum Eintritt in das Land der Macht Keiner geht über die
Grenzen dieser Stufe, der auf dem Gebiet der ewigen Liebe nicht die Reife
erlangte. Deshalb ist es töricht, wenn die Menschen irgend etwas höher
achten als die Liebe Jesu Christi.
In jedem Liebedienst wird die
Seele immer herrlicher, göttlicher und fähiger zum Dienste am Throne Gottes.
Alles drängt schließlich zum Herrn aller Herrlichkeit. Jede Fähigkeit wird nur
durch die Liebe verklärt und empfängt das Siegel der Gnade: „Höheres Licht über
das Herz des Herrn." In dieser Liebe strebt die Seele immer mehr nach
Höhen, wo sie den Herrn Selbst in Seiner Vollendung weiß. Wo sie geht und
steht, wo sie arbeitet oder ruht, macht sich der Zug der Liebe des Herrn in den
Herzen immer stärker geltend, um volle Vereinigung zu gewinnen und dann Seine
Klarheit zu schauen. Wenn es dadurch zur Fülle dieser Sehnsucht gekommen ist,
und alles in der Seele auf den Herrn ausgerichtet ist, dann kommt der
Augenblick, in der sie höher zu steigen befähigt ist, gleich dem
vorangegangenen Herrn, als Er Sich von der staubigen Erde abhob, um dem Himmel
entgegen wieder nach hause zu gehen.
So kann nichts mehr die Seele
aufhalten. Ihr ganzes Sein liebt den Herrn mit aller Kraft der Liebe. Der sie
ja zuerst geliebt hat, herausgeliebt aus der dunklen, kalten Erdensphäre. Nun
ist sie ausgerichtet mit neuen Gnadenströmen. Sie ist aufgebrochen und zieht
weiter, um einzugehen in das Land der Macht.
Die sechste Stufe
Das Land der Macht
Hoch über der fünften
Himmelsstufe erhebt sich die sechste Stufe im Glanze der Herrlichkeit des
Herrn. Wenn hier so oft von „Herrlichkeit" gesprochen wird, so meint dies
bei zunehmender Schilderung dieses Berichtes auch eine Steigerung der
himmlischen Herrlichkeit Das Strahlen, Leuchten und Widerstrahlen der seligen
Gefilde und ihrer herrlichen Wohnstätten ist anzusehen wie das Mittagslicht
ewiger Sonne. Wer von der fünften Stufe hinübergehen darf, dem wird es zum
großen Ereignis. Doch nur solche überschreiten die Grenzen, die in der Liebe
die Fülle in sich aufgenommen haben durch ihre Demut. Sie haben die Reife
erlangt. Bei ihnen ist alles durchglüht von der Liebe Jesu Christi, die IHN
erfüllte, als Er sterbend für Seine Mörder flehte: „Vater, vergib ihnen, denn
sie wissen nicht, was sie tun." Und da Er stets erhörlich
betete, so haben dadurch Seine Mörder eine Vergebung erhalten, die den
Erdenmenschen als unwahrscheinlich vorkommen muss, weil die Rechtfertigung
durch Jesu Liebe über die Gerechtigkeit Gottes noch weit, weit hinausgeht Nur solche,
die diese Liebeswahrheit in sich zu ihrem Lebensgrundsatz erhoben haben und
vergeben, wo eigentlich nur noch ein Grund für die nackte Gerechtigkeit
vorhanden ist, nur solche können eingehen in das Land der Macht.
Auf Erden ist es doch so, dass
der, der die größte Macht besitzt, auch die meisten Mittel hat, diese anzuwenden.
Und er wendet sie an, wo er kann. Vor solcher Macht beugen sich die Menschen
und erkennen sie an. Die Reiche der Erde haben in ihren Wappen zumeist
Raubtiere als Symbole dieser Macht. Irdische Gewaltmacht ist deshalb meist mit
Grausamkeit und Blutvergießen verbunden. Dort sagt man auch: Wer gesiegt hat
über den Schwächeren, der ist im Recht. Das ist die Gewalt und die
Gerechtigkeit der Hölle. In der biblischen Prophetie erscheinen alle
Weltreiche unter Tiergestalten, das letzte unter dem Zeichen eines Drachen. Der
Drache beherrscht in der Menschenvorstellung alle Tiere und stellt den
listigsten und grausamsten Geist Satans dar! Diese Macht wird sich kurz vor der
Erscheinung des himmlischen Königs am stärksten entfalten!
Im Lande der göttlichen Macht
erscheint der große Gegensatz zwischen Himmel und Erde. Irdische Gewalt
gegründet auf Lüge, Gewalt der Heere und Waffen unter stärkster Knebelung des
freien Willens der Menschen. Sie kann nicht ewig dauern. Wenn die göttliche
Liebe einmal ihre Macht und Herrschaft über die Welt in den Händen hat, dann
wird diese Macht auf kein böses, der Liebe trotzig widerstrebendes Volk mehr
kommen.
Der
Gegensatz ist freilich so groß, dass ihn Menschen nicht begreifen können. So
wie die Weisheit nur von Weisheit verstanden werden kann, so kann göttliche
Liebe nur verstanden werden von denen, die diese Liebe in sich frei und
ungezwungen aufnehmen. Alle Grundsätze dieser Liebe sind schon im Leben unseres
Herrn und Heilandes in tätigste Erscheinung getreten und haben sich in
göttlicher Macht ausgewirkt über Tod, Sünde und Satan in der ganzen sichtbaren
und unsichtbaren Geisterwelt. Die ganze Schöpfung wurde umgestaltet, die
gesamte Geisterwelt fing seither an heimzukehren in das Herz der Liebe Gottes.
Und so wie es im Unendlichen ist, so geschieht es seither auch im Leben der
einzelnen Menschen. Die göttliche Liebe, verkörpert in der Person Jesu,
überwand damals alles und besiegt seither meist unsichtbar den blinden
Menschen. Voran gehen einzelne, dann folgen Gruppen, darauf Völker und zuletzt
die gesamte Menschheit.
Es
ist immer so, dass der Gottesliebe die größte Überwindermacht innewohnt. Sie
allein kann und wird Friede Freude und Seligkeiten über alles Verstehen
bringen. Das erleben die neuen Ankömmlinge in diesem Reich der Macht, der
sechsten Stufe. Alles was sie sehen und erleben ist so erhaben, so
unaussprechlich schön und herrlich, da ihnen die unteren Himmel kein
Annäherndes bieten konnten.
Das Land ist in seinen Gliederungen und in
seiner Anlage schon nahe am Throne des Herrn und ihm so verwandt. Was nutzt es,
wenn ich von Diamantengebirgen und -Palästen erzähle, was verstehst du unter
den Bildern von Perlenfenstern, und Lichtsymphonien. Das geht über das irdische
Denken, Sinnieren und Phantasieren hinaus. Sie sind nur armselige Behelfsworte
ohne das wahre Leben dieser Stufe wirklich ausdrücken zu können. Verwandt sind
die Paläste an Klarheit und himmlischer Schönheit denen der siebenten Stufe und
ihr Inneres offenbart das Innere ihrer Bewohner. Auch hier wohnt man in Gemeinschaftssiedlungen.
Doch nicht so, dass sie auf Grund ihrer inneren oder irdischen Verwandtschaft
in Wohnungen beisammen sind. Nein, es sind ja alles Gleichgesinnte, deren
Lebensentwicklung sie erst hier zusammenführte. Doch in welcher himmlischen
Mannigfaltigkeit. Sehr groß sind die Gesellschaften hier nicht, aber innerlich
um so lebendiger und machtvoller; nach außen hin stiller und in sich gekehrter.
Das ganze Streben ist darauf eingestellt, die Grundsätze der göttlichen
Liebemacht praktisch anzuwenden. Man geht hier den verborgenen Wegen und
Kräften der Liebe Gottes nach, die alle Menschenherzen zu erreichen sucht. Auf
diesem Wege erst erkennen sie so eigentlich die Weisheit dieser Gottesliebe,
die ganz andere Wege geht, als geschöpfliche
Geister es erahnen oder wie es die irdischen Machthaber in ihrer Eigenliebe
erzwingen wollen.
Haben die Bürger dieser sechsten
Stufe in den unteren Stufen gelernt im Gehorsam gegen die Gebote der
Gottesliebe und Weisheit stets Ja" zu sagen, so lernen sie hier, das
göttliche „Warum", das „Woher" und das „Wozu" erst recht
erkennen und anzuerkennen, als alleinige Ordnung zum ewigen Leben in größter
Freiheit und Glückseligkeit.
Hier werden ihnen die Quellen
aller Lebensgeheimnisse eröffnet. Ihre früher durchgemachten Drangsale und
Schwierigkeiten sehen sie jetzt als Ausflüsse dieser göttlichen Liebesmacht,
welche sie nur auf diesem Wege zu dieser Herrlichkeit empor führen konnte.
Daraus ergibt sich ein allerinnerstes und doch stärkstes Lobpreisen dieser Gottesgnade,
das sich würdig einfügt in das große Te Deum der
Herrlichkeit am Throne Gottes. Dort wirst du wissen, dass dein Erdenleben so
verlaufen musste und nicht anders. Dein freier Wille wurde in keiner Weise
angetastet dabei, doch bist du stets geführt worden, und Arges, Unangenehmes
musste dir als Dünger dienen zur Selbstdemütigung, zur Selbsterkenntnis und zum
Herzenszerbruch. Letztendlich zur völligen und immer
völligeren Umkehr zur Liebesordnung deines Herrn, Heilandes und Vaters im
Himmel. Du musstest gerade dort hindurch. In den Hochschulen ewiger Weisheit,
die auch hier vorhanden sind. Um die Vollendeten weiter zu führen, lernen sie
die Grundsätze der göttlichen Liebemacht in Gottes Wegen tiefst begreifen. Dort
sind auch die Lichtarchive, in denen die Wege dieser Gottesliebe auf Erden
geschildert sind für jedes einzelne Himmelskind. Hier liegen auch die Pläne
der zukünftigen Machtoffenbarungen des Herrn, in denen jeder unterwiesen wird
um tüchtig zu werden für seine Aufgabengebiete in der Ewigkeit. Das unendliche
Reich unseres Herrn braucht Könige und Priester, die theoretisch und praktisch
wohl unterrichtet und bewandert sind in der Macht, Größe und Weisheit ihres
Herrn.
Wenn ihr die Grausamkeit Satans und dessen
Helfern ersehen könntet, dann würdet ihr entsetzt sein von dessen Plänen.
Erdenmenschen würden ihr Leben verlieren, wenn sie in dessen Herzensabgrund
schauen könnten. Aber die Bewohner der sechsten Stufe wissen, dass Satan schon
den Kampf verloren hat, und dass der Herr gerade sie teilhaben lässt an Seinem
Siege über Satan und alle trotzig widerstrebenden Geisterscharen. Ihnen ist
der Sieg des Herrn ein wunderbarer Beweis der völligen Bezwingung des Feindes
und seiner höllischen Macht.
Viel Freude macht es diesen
Königsseelen eingeführt zu werden in die göttliche Erlösungsstrategie. Sie
lernen erkennen, dass der Herr dem Satan immer wieder Raum gibt entweder
umzukehren von seinem Widerstreben, oder im Gegenteile, um ihm um so
gründlicher alle seine ihm einst gegebenen Macht zu nehmen. Nun erkennen sie,
dass des Satans Scharen, wie mächtig sie einst auch waren und noch sind in
ihrem Rest von Macht, nicht mehr imstande sind, den Heerscharen der Liebe
Gottes zu widerstehen. In überlegener Stärke werden die Schlachten von den
Heeren des Herrn siegreich beendet. Auch da, wo Satan immer noch zu siegen
hofft und das zeitweilige Oberwinden von Erdenpilgern die Horden der Hölle
aufjauchzen lässt. Die dann einsetzenden Trübsalzeiten der Überwundenen und
Lauen, in denen sie das Ziehen der Gottesgnade nicht mehr spüren, wird auch sie
in tiefster Reue und Scham zurückfinden lassen zur Ewigen Liebe.
Auf Erden wird manchmal die Frage aufgeworfen:
„Warum hat Gott die Menschen erschaffen, da Er doch wusste, dass so viele von
ihnen ein Opfer Satans würden? In dieser Stufe gibt es dafür eine ebenso
restlose Erklärung wie für die Frage: „Warum hat Gott den Satan erschaffen und
warum hat Er ihn noch nicht einfach ausgeschaltet durch seine Macht? Der Zweck
dieser Schrift ist dazu da, um Menschen, die den Herrn Selbst suchen, die
geistige Welt erstrebenswert zu schildern. Aus diesem Grunde daher hier nichts
weiteres über das große Heer der Gefallenen und deren Treiben. Ja, der Herr
hätte wohl alle Macht, Seine Widersacher sofort zu vernichten, aber der Herr
zwingt den Satan, mit der ihm weise noch belassenen Macht auch gegen seinen
Willen mit zu arbeiten, an der Durchführung der Ewigkeitspläne. Nämlich durch
die Anfechtungen bewährte und erstarkte Kinder zu erhalten, die alles erlebt
haben, gleich wie der Herr es im Gleichnis vorn verlorenen Sohn sagt, der
heimgekehrt, völlig kuriert war von allen seinen Untugenden, Wünschen und
Eitelkeiten. Der in allem erfahren, ein nun gehorsamstes Kind des Vaters wurde,
das bewusst das Glück bei seinem Vater sein zu dürfen noch mehr empfand, als
sein stets daheim gebliebener Bruder. Daher wird die Seligkeit der
Heimgekehrten maßlos größer sein, als das der stets im Himmel ungefallenen
höchsten Geistwesen. Was mit Satan und den ihm weiter Gefolgsamen einst
geschehen wird, darüber geben die Bibel einen kleinen und die neuen
Offenbarungen einen größeren Ausblick. Aber nur der himmlische Vater weiß, was
dereinst mit den Verdammten nach der Wiederbringung aller Dinge geschehen wird.
Solches weiß auch kein Engel, selbst der höchste fürs Licht erschaffene Geist
nicht. Nur die Gottheit des ewigen Vaters in Ihrer Heiligkeit sieht vorher die
Schicksale aller Kreatur durch alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, jeder nach dem
heiligen Willen Gottes in dieser übergeheimnisvollen Sache. Erst in künftigen
Zeiten werden von GottErleuchtete auch hierüber
Aufschluss erhalten.
Der Blick in diesen ewigen
Ratschluss Gottes, des Vaters, weitet sich, wenn auch nicht vollkommen, so doch
sehr den Bewohnern der sechsten Stufe. Und je mehr sie dieses erkennen, um so
mehr verherrlichen sie durch ihr Tun danach den göttlichen Meister und Herrn.
Doch streben sie von Herzen tiefere Einsicht in die Pläne des Herrn zu
erhalten, um stärker teilzunehmen am großen Erlösungswerke Gottes.
Bis zur fünften Stufe waren sie
mehr mit sich selbst beschäftigt. Sie waren in der großen Umgestaltung in das
Ebenbild Christi begriffen. Jetzt hat für sie eine neue Ewigkeitsoffenbarung
begonnen. Sie treten ein in eine neue dienende Stellung, als Boten und Engel
Gottes. Unter der Führung ihrer königlichen Lehrer erlangen sie ihre
Standeszeichen und besonderen Berufungen. Gewiss, sie hatten schon vordem
Auszeichnungen ihrer Würde und Herrlichkeit, aber diese stehen in keinem
Verhältnis zu den jetzigen.
Nun gibt ihr Dienst mit den Vollendeten
ihnen noch mehr Vollmacht und größere Verantwortung. Sie arbeiten in allen
Zweigen der göttlicher Haushaltung und in allen Gebieten der Herrlichkeit. Ihr
Dienst kommt zunächst der Heimat zugute. Sie stehen in der Arbeit ihres
Meisters für die unteren Stufen, im dortigen Lehren und der Priestertätigkeit
Wo sie erscheinen, da tragen sie die Kraft ihrer Heimat mit sich in aller
Vollmacht. Aufgeprägt ist ihnen die Wesensart ihres Heilandes und Meisters.
Daher dienen sie auch auf der Erde an Seinen Gläubigen, gleich wie Er auf Erden
diente.
Wer das Vorrecht hat, einen
dieser Herrlichen zu seinem führenden Lehrer zu haben, der ist hoch begnadet,
denn gewöhnlich steht dieser im Auftrage eines himmlischen Fürsten aus der
siebenten Stufe, der unmittelbar dem Herrn untersteht. Ihr Dienst kommt denen
auf Erden zugute, die sich im großen Ernst ausstrecken nach dem höchsten
Ziele: Völlige Eins- und Gleichgestaltung in das Wesen und die Liebe Jesu.
Der Herr sendet Seine herrlichen
Fürsten in der Liebe Jesu nur dorthin, wo Menschen dieses höchste Ziel suchen
und daher den schmalen Pfad oft einsam, verkannt und verketzert pilgern.
Neben dem
priesterlich-königlichen Dienst der Heranbildung von Menschenseelen steht noch
eine andere: Die königlich-priesterliche Tätigkeit. Der Herr geht nicht an der
verschiedenen Grundstruktur Seiner Geschöpfe vorüber. Er beachtet und wertet
sie genauestens nach der ewigen Weisheit Sonst ist es ja so, dass die Tätigkeit
eines Menschen meist eine gewisse Einseitigkeit aufweist, die gebunden ist
durch. Begabung und Erziehung, vor allem durch zeitliche und materielle
Umstände. Dort im Lichte fällt dies fort und es ist wesentlich anders. Der Herr
gibt Seinen Dienern ein Höchstmaß der Vollkommenheit, in der sich alle
Fähigkeiten voll entwickeln, ausbilden und auswirken können. Jeder ist
wohlausgebildet in beiden Disziplinen - des königlichen und des priesterlichen
Dienstes - und sehr wohl imstande, ganz selbständig darin vollendet zu
arbeiten. Aber wie der Herr es auf Erden schon getan hat, so stellt Er auch
jetzt meist zwei Seiner Begnadeten an die Aufgabe, damit sie einander in ihrer
verschiedenen Seelenspezifität harmonisch ergänzen können.
Dieser himmlische
Gemeinschaftsdienst zeitigt wunderbare Früchte. Das wäre auch auf Erden gleich
so, wenn mehr gegenseitige Höherachtung der Sonderart des anderen, als einer
von Gottes Liebeweisheit gegebenen Verschiedenartigkeit, vorhanden wäre. Dann
käme wahres fortschrittliches Leben zutage, wobei alle Gottesgaben zur
Entfaltung kommen würden. Ein möglichst vollkommenes Gemeindeleben würde
entstehen, wie es in der urchristlichen Zeit vorbanden gewesen ist. Aber die
Herrschsucht, die Rechthaberei und der Neid als Kinder der Eigenliebe, setzen
alles daran, beginnende Ansätze für solch eine gegenseitige Unterstützung zu
verhindern. Das hat zur Folge, dass die Gemeinde mit seelischen Ersatzmitteln
abgefüttert wird und Erstarrung in allen reingeistigen Gebieten eintreten muss.
Aus solch himmlisch gearteten Ministerien
sollten die irdischen Gemeinden geleitet und beherrscht werden. Aber solches
ist heute in den seltensten Fällen zu finden. Es besteht ein himmelweiter Unterschied
zwischen Gottes Wort und Menschenwort. Das Gotteswort ist lebendig durch und
durch. Es schafft dem Hörer unmittelbares Leben und enthält auch die Kraft
danach zu tun, während das beste Menschenwort ein geschöpfliches
Wort ist, das nicht Leben hat und schafft. Es ist vergänglich, genau wie die
Zunge, welche vielleicht wahrste, edelste Worte sprach. Der Hörer des
menschlichen Wortes hat in diesem Worte nicht auch die Kraft erhalten, danach
zu tun. Die wohlgeprüften Geistesgaben der Zungen und der Weissagung sind
für den Zungenbegabten unmittelbares Gotteswort, ebenso wie dem Weissagenden
sein inneres Gotteswort. Daher ist als Kennzeichen echter Zungen und ihrer
Auslegung sowie des Weissagens: „Die Ausgestaltung des Wesens Christi in
ihren Gabenträgern." Fehlt dieses Kennzeichen, dann liegt eine seelische
oder gar satanische Nachahmung vor.
Die himmlischen Könige und
Priester werden zum Dienste der Beratung vom Herrn zuweilen auch zu den
Regierungen der Erde gesandt Der Präsident der Vereinigten Staaten von
Nordamerika - Washington-, hat einige Male sichtbar solchen beratenden Besuch
aus den Himmeln am Tage erhalten. Zumeist stehen die Erdregierungen unter der
Beratung von höllischen Fürsten. Wenn Jesus als König der Unendlichkeit Seinen
Regierungssitz auf diese Erde verlegen wird, und die Reiche der Himmel von hier
aus gelenkt werden, dann wird auch der Himmel wieder zu seinem Reckte
kommen. Alles wird sich entwickeln nach der Ordnung göttlicher Liebe.
Wunderbar ist der Verkehr zwischen
der sechsten und siebenten Stufe. Die Herrlichkeit des Thrones leuchtet herein,
auch wenn sie selbst bis dorthin noch nicht zu kommen vermögen. Aber sie sollen
dafür fähig gemacht werden. Die Einwohner der sechsten Stufe haben in der
siebenten ihre Freunde, darunter den Herrn und Lebensmeister Jesus, der sie
jetzt auszeichnet mit besonderer Gnade. Ihr Sehnen zieht sie immer stärker hin
zur Wohnstätte des Herrn, der oft zu ihnen kommt und sich mit ihnen bespricht
Dabei erkennen sie am besten, dass sie noch nicht vollendet sind, um in Seiner
steten Gegenwart sichtbar leben und wirken zu können. Sie tragen wohl erkennbar
Seine Wesenszüge, aber es fehlt ihnen noch viel von Seiner Klarheit, die man
erst in der siebenten Stufe überkommt. Sie sehen am Herrn und den Seinen, dass
ihnen selbst noch der Namenszug der Göttlichkeit des neuen Jerusalems und der
neue Name abgeht. Die volle Göttlichkeitskraft könnten sie in der sechsten
Stufe noch nicht ertragen. Deshalb sind diese werdenden Fürsten noch stark mit
sich selbst beschäftigt. Ihr Dienst ist nicht nur Dienst an anderen, sondern
auch an der eigenen Seele. Es muss das letzte Eigene hinweggetan werden, bis sie
fleckenrein und schattenlos ganz von Gott erfüllt dastehen. Erst wenn sie zu
jeder Selbstgefälligkeit unfähig geworden sind, dann ist die Neugestaltung
ihrer Gedanken vollendet. Ihre Triebe und Wünsche sind erstorben, und sie sind
dann zu Trägern des Willens und Wollens des Herrn geworden. Daher sind auch in
der sechsten Stufe in dieser Hinsicht noch Unterschiede vorhanden. Bis die
Seele dahin kommt, können oft lange, lange Zeitabschnitte vergehen in dem
Aufsteigen zu der Grenzsphäre zur siebenten Stufe. Hier an der Grenze wird der
Zug des himmlischen Jerusalems immer stärker, den die Seelen als
Machtvollkommenheit aufnehmen. Die Erhabenheiten der Majestät Jesu verkörpern
sich zunehmend in ihnen.
Dementsprechend
sind auch die Kleider und Würdenauszeichnungen. Wegen ihrer
himmlisch-geistigen Beschaffenheit ist es unmöglich, viel davon zu sagen. Ihr
könntet es ja doch nicht fassen, sondern eher missverstehen. In solche Klarheit
kann kein Erdenmensch schauen. Aber wie werden sich die Dortigen freuen, wenn
du, lieber Leser, dort eingeführt wirst und dir all die Herrlichkeiten gezeigt
werden. Ein Gang durch die Gärten und Paläste, ein Ausflug nach jenen Lichtgebirgen
lösen dann unaussprechliche Wonneschauer aus. Der Erdenmenschen Phantasie
versagt hier völlig. Nur irdisch verzerrt lässt sich dieses alles erahnen.
Nicht umsonst hat Paulus gesagt: „Was in keines Menschen Sinn gekommen ist und
in keines Menschen Herz, das hat Gott bereitet denen, die Ihn lieben." Oh,
was beraten sich die Menschen mit ihrem kalten Verstande. Darum verstehen sie
auch nimmer, was lieben, göttlich lieben ist.
Die
strahlenden Leuchtfarben der Blumen besingen den Schöpfer und ihr Duft atmet
Herrlichkeitsliebe Gottes aus. Eure Sprachen, wie tot und unfähig sind sie, um
all dieses himmlisch Hohe zu beschreiben!
Weder
den dortigen leuchtenden Diamant in seinen himmlischen Strahlenbrechungen, noch
die Düfte, noch die Klänge des Äthers dort. Noch die Jubel- und Preisgesänge
der Himmlischen in ihrer zeitlosen, Ich-gelösten Harmonie verklärter Kehlen aus
vollem, reinem Herzen der Gottesliebe. Das Aufleuchten der Angesichter ist
trotzdem nur ein matter Widerschein des sanftfreundlichsten Angesichtes des
Herrn Jesus Selbst. Das ist das lebendige Wesen echter und voller Liebe?
Alles ist wonnevollst! Wenn du das
„Halleluja" hören könntest, abwechselnd mit den Tonschöpfungen vieler
eurer großen Komponisten, du würdest in Wonne „zerfließen. Ihr seid noch viel
zu schwach und zu unrein, um die Früchte der Liebe Jesu annähernd auch nur zu
erahnen. Eilet dorthin zu gelangen durch die Abkehr von allem, was nicht diese
Heimat zum Ziele hat. Gehet aus allen Gebundenheiten eurer fleischlichen
Gesinnung heraus. Achtet auf die feine Stimme des Herrn in eurem Inneren.
Suchet die Stille und die größte Einfachheit, damit ihr Zeit, Kraft und Ruhe in
Ihm erhaltet alles gründlich zu überlegen und zu tun, was den Christusgeist in
Seiner Liebeweisheit fördert. Gehe, ringe, kämpfe auf dem Wege, wie ihn Jesus
dir vorangegangen ist, den Weg der Selbstlosigkeit, der Selbstverleugnung, der
Feindesliebe in steter Kreuzesgesinnung, Und dies alles warum? Nicht aus
Selbstgerechtigkeit, sondern in echter Würdigung und Dankbarkeit zu Jesus
als Erlöser, der vor der unbestechlichen heiligen Gerechtigkeit der
Gottheit dich losgekauft hat durch Sein Blut am Kreuzesstamme von Golgatha. So
gehörst du rechtmäßig nicht mehr dir selbst, sondern bist Sein Eigentum.
Und
alles was Jesus besitzt, das möchte er allen Seinen Erkauften schenken. Er
freut sich in der Wonne Seiner Erlösten. Trage auch du dazu bei, dass Seine
Freude voll werde durch die Vollzahl Seiner erlösten Schar!
Fange
an deinen Wandel nach dem Wandel der Himmlischen umzuformen und überlasse
die Erde und ihre zeitlichen Freuden denen, die nichts anderes kennen und haben
wollen. Neide ihnen nicht die gespendete Gunst und Achtung ihrer
Mitmenschen. Du mache dem Herrn Freude und deinen dir im Himmel Vorangegangenen!
Du aber sollst und wirst an das Ziel kommen, wenn du alles daran setzt, Heim zu
kommen in das ewige heilige Vaterhaus, wo nichts Gefallenes, Unreines,
Beflecktes sein kann. Viele laue Fromme wissen nichts davon, sie wiegen sich in
falscher Selbstgefälligkeit und falscher Heilsgewissheit. Du aber weißt es nun.
Daher suche dir nicht einzubilden, du seien schon erlöst und errettet, sondern
suche mit ganzem Ernst das Zeugnis Jesu unmittelbar von IHM zu erlangen, wie es
in der Offenbarung Johannes 19, 10 kurz beschrieben ist. Gebe acht, dass du auf
dem rechten schmalen Wege bist, um das heilige Ziel nicht zu verfehlen und zu
verscherzen durch seelische Tändeleien der irregeleiteten Masse. Doch nun
zurück zur sechsten Stufe.
Die
Seligen dieser Gefilde steigen mit heiliger Entschlossenheit den alles Frühere
hinter sich lassenden Sphären der Stadt Gottes entgegen. Von hier aus haben sie
schon einen Fernblick nach der Stätte, wo Gott wohnt. In diesen Höhen fühlen
sie sich unaussprechlich wonnewohl und gekräftigt zu letzten Anstrengungen.
War dort ihr Herz auch schon lange, bevor sie hier waren, so stehen sie jetzt
vor der Erfüllung ihrer maßlos gewachsenen Sehnsucht, einzugehen in die
Wohnungen der Herrlichkeit Gottes. Sie lassen sich zurüsten für den Augenblick
ihrer Heimkehr zum Vater Selber. Sie durchforschen wie nie zuvor, lange und
zutiefst nochmals ihr Herz mit einer gründlichen Aufmerksamkeit. Gilt es doch,
dem lebendigen Ursprung ihres Lebens gegenüberzutreten in einem Lichte der
unverhüllten Liebeherrlichkeit. Nichts, gar nichts dulden sie in ihren Herzen,
was ihrem Vater missfallen oder Ihn hindern könnte, sie an Sein überheiliges
Herz zu drücken. Eine lange Zeit ernstester und gründlichster Selbstbeschauung!
Soweit dies Wort noch gelten kann: Eine allerletzte Durch-und durch-Buße.
Und jetzt stehen sie vor den
Toren jener Stadt, dessen Baumeister Gott Selbst ist, die aus (nur
unvollkommenst ausgedrückt) „Perlen" gebildet sind. Diese haben die
Wunderkraft alles zu scheiden, was nicht eingehen kann in die heilige Stadt.
Wer versuchen wollte als Unvollendeter, Befleckter einzudringen, ohne die
entsprechende Vergöttlichung seines Charakters in das Wesen Jesu Christi, der
würde weit zurückgeworfen werden in tiefere, untere Himmelsstufen. Doch vor den
Toren der Stadt kann man es nicht aushalten, ohne die heiße und immer heißere
Sehnsucht im Herzen, den gleichen inneren Glanz des Herzens zu gewinnen, wie
diese Stadt und ihre Einwohner ihn haben.
Es gibt auf jenen letzten Höhen
der sechsten Stufe Tempel heiliger Anbetung, in denen der Herr oft erscheint
und Selbst die letzten Belehrungen gibt. Wo Er liebevollst unterweist in den
letzten Geheimnissen der nun eintretenden Gnade in der Stadt Jerusalem im
Licht. Dabei, im Alleinsein mit IHM, werden sie nun völlig eins mit Ihm, sowie
Er eins ist mit dein Vater, Seinem Vater.
Bei dieser Vereinigung der
Seelen mit Jesus geschehen die Wunder des restlichen Austausches Seiner
Gotteskräfte, wodurch sie stark werden, Seine unverhüllte Gottesliebe zu
ertragen und als Träger derselben aufzunehmen. So werden sie völlig zubereitet
für den herrlichen Zustand als Erbe der ewigen Lebensfreude und Seligkeit. Da
es schon ein Fest ist, wenn die Bewohner der fünften Stufe in die sechste
vorrücken, so ist das Fest der Einführung in die Stadt Gottes ganz ohne
Beispiel. Alle, die an dieser Einführung teilhaben, bereiten sich darauf vor.
Und wenn es soweit ist, dann erscheint der Zug der Priester und Könige in ihren
Festgewändern, im himmlischen Schmuck, um der Seele entgegenzugehen, die im
Kreise Ihrer besonderen Freunde erscheint.
Unbeschreiblich ist der Jubel,
der dem Lamme dargebracht wird. Lobgesänge erfüllen den himmlischen Äther.
Alles dankt dem ewigen Herrn, was Er so unbeschreiblich Großes und Gutes getan
hat und immer tun wird. Aber der Augenblick der Krönung des neu hinzugekommenen
übersteigt doch alles, was Mensch und Menschenseelen empfinden können. Wenn die
neue Seele sich in höchster demütiger Liebesanbetung vor dem Throne
niederwirft, um von ganzem Herzen dem Herrn zu huldigen und Seine Krone und den
neuen Namen zu erhalten, dann ist die Glückseligkeit hei allen dabei Anwesenden
aufs Höchste gestiegen.
Die Krone des Lebens zu empfangen bedeutet ja
nicht nur die Krone als Auszeichnung königlicher Würde zu erhalten, sondern an
die Quelle alles Lebens, zu Gott Selbst gekommen zu sein. Die Krone ist ein
sichtbarer Ausdruck all ihrer Siege in Selbstverleugnung, um Jesu willen
erlittener Demütigungen. Und aller ihrer Leiden auf dem schmalen Pfade in
Seiner getreuen Nachfolge und auch aller Treue in Seinem Dienste.
Sehr verschieden ist dort auch
die Herrlichkeit! Ahnst du nicht deine Herrlichkeit, die auf dich wartet wenn
du Ihm getreu gewesen bist, der dich so teuer und bitter erkauft hat durch Sein
stellvertretendes Sühnen, an deiner Statt! Er will dich dazu bereiten!
Die siebte Stufe
Das Land der Herrlichkeit
Wenn
die Sehnsucht der Seele gestillt ist, soweit sie nun ewig beim über alles
geliebten Herrn sein darf, dann wird sie hinübergeleitet von den Saphirgebirgen
des Thrones Gottes in das Land der Herrlichkeit, wobei eine noch herrlichere
Veränderung mit ihr vorgeht, als beim Übergang von der fünften zur sechsten
Stufe. Unbeschreiblich ist die Lichtfülle auf dem Wege zur himmlischen Stadt!
Es wäre niemandem möglich, in diese Herrlichkeit vorzudringen, in dessen Leben
nicht das Letzte und Kleinste verklärt und verwandelt worden wäre in das Bild
Christi. Es erscheint kaum fasslich, dass ihre Gewänder noch strahlender
werden und ihre Auszeichnungen noch herrlicher erglänzen. Die Angesichter
dieser Gottesfürsten sind so umgestaltet, dass auf ihnen etwas von der Majestät
Gottes an Liebe, Weisheit und Macht widerstrahlt. Sonst könnten sie die
Majestät der Gottheit überhaupt nicht ertragen.
Gewaltig
sind die Sphären in dieser siebten Stufe. Hier sind die Königreiche beieinander
von einem Ausmaße an Vollkommenheiten, wie sie die übrige Welt ganz und gar
entbehrt. Die Paläste, welche den Neuankömmlingen entgegenleuchten, haben
nichts mehr von dem schwerfälligen Charakter des Kristalls. In diesen Sphären
leuchtet der Jaspis als strahlender Lichtdiamant in seinen verschiedensten
Farben. Es ist unbegreiflich und unmöglich, davon einen nur annähernd starken
Eindruck mit Menschenworten zu vermitteln, wie das tatsächlich der Fall ist.
Denn solche nun rein geistige Substanz hat eine solche Klarheit und
Reinheit, eine solche Schönheit und Erhabenheit, wie sie für die Materie und
für aus der Materie kommenden Seelen unmöglich zu erahnen ist. Du aber jage
diesem hehren Ziele nach, das dir in dieser Stufe jetzt noch verborgen bereitet
ist und dich erwartet!
Wie vergöttlicht die Bewohner hier geworden
sind, so auch ihre Häuser. Sie sind gänzlich verklärt in göttlich erhabenste
Schönheiten und Mannigfaltigkeiten. Du weißt von der sechsten Stufe her, dass
sie dort im Lande der Macht eingeführt wurden in ihren eigentlichen Dienst. Nun
aber strahlt auf ihren Angesichtern der „Name des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes". Das ist für euch auf Erden noch ein größtes Geheimnis
und kann von niemand auf Erden begriffen werden bei deutlichster Schilderung.
Es ist das Wunderbarste, vergleichbar mit einer, den Träger, beim Tragen
verwandelnden dreifachen Krone. Köstlich ist es zu beobachten, wie
verschiedenartig die Namen sind, die hier an ihren Stirnen erscheinen. Je nach
der Führung und der himmlischen Berufung leuchtet dort ein besonderer Name auf
ihren Stirnen, der die Bewohner der siebenten Stufe in ganz klare Klassen
scheidet, die jedoch untereinander aufs innigste verbunden sind. Sie alle
zusammen stellen miteinander die Herrlichkeit des göttlichen Namens dar.
Erinnere dich an die Verschiedenheit der Einzelteile deines Organismus und der
Menschenseelen leibliche Außenformen. Wie mancher ähnelt einem andern
äußerlich und ist doch innerlich im Charakter und im Wesen, so wie in den
Fähigkeiten oft sehr verschieden. Ebenso ist es auch hier in der siebten Stufe.
Diese einzelnen Klassen, wenn sie hier auch nicht so genannt werden, stellen
als Organismus die Herrlichkeit Gottes dar, als das Aufnahmegefäß Seiner
Liebe. In gleicher Weise wie ein rechtes Weib das Aufnahmegefäß der Liebe des
Mannes ist.
Auch in der siebten Stufe hat
die Weiterentwicklung nicht aufgehört und sie wird als solche niemals
aufhören. Der Grund zur endlosen Herrlichkeit liegt in der Wiedergeburt,
wie ihr es nennt. Richtiger heißt es jedoch: „Wiedererzeugung oder Umzeugung"
des einst Gefallenen in die Urherrlichkeit. Dementsprechend sind auch dann die
verschiedenen Lebensführungen. Wie ein Händel, Bach oder Mozart nichts anderes
werden konnten als Musiker und talentvolle Komponisten, so ist es auch im
Reingeistigen. Wie ein Jesajas, Hesekiel, Daniel, ein Johannes der Täufer
nichts anderes werden konnten, gemäß ihrem inneren Gottesgeist, als Propheten,
so ist es auch hier.
Deshalb ist es äußerst wichtig,
dass der Mensch sein ihm von Gott angepasstes Aufgabengebiet erfährt. Dann weiß
er auch sein Ziel und geht den entsprechenden Weg, der zu diesem Ziele führt
und verliert es nie aus. den Augen. Wer dieses besondere Ziel kennt, der
schreitet viel leichter und schneller durch die unteren Stufen, als wenn er
sich mit allem anderen abgibt in einem vermeintlichem Eifer für Gott, das nicht
zu Seinem Aufgabengebiet in der Ewigkeit gehört.
Die Gesellschaften, die sich
hier oben im Lichte bilden, werden in allen Dingen immer göttlich-königlicher.
Das gleiche gilt auch von den Priestern, die alle gleichen Rang und gleiche
Herrlichkeit haben, wenn sie auch verschiedenen Dienst tun am Thron oder im
Tempel, denn diese beiden sind das gleiche. Der Tempel als Zusammenfassung
der großen, vollen Erlösung und der Thron als Darstellung göttlich-königlicher
Majestät und Vollmacht.
Die
Gesellschaften sind weniger zahlreich. als in der sechsten Stufe oder gar in
der fünften, aber ihre Majestät und Gotteskraft übersteigt die übrigen Stufen
bei weitem. Bis zur sechsten Stufe unterstanden sie alle noch der Führung eines
Fürsten aus der siebten Stufe. jetzt, nachdem sie eingereiht wurden in die
Schar der Träger des neuen Namens, haben sie selbst diese Würde und stehen
unter der direkten Leitung des Königs aller Könige, ihres höchstgeliebten Herrn;
der Selbst einen neuen Namen hat, den auf Erden niemand kennt (siehe Offb. Joh.
19,12). Doch gibt es unter diesen Himmelskönigen noch Rangunterschiede, im
„Alten Testament" vorgeschattet. 24 Priesterordnungen waren dort unter
einem besonderen Hohenpriester. So ist es auch hier der Fall. Darum „die 24
Ältesten um den Thron" (Off b. Joh. 4, 1-5). Der Himmel weiß nichts von
sogenannter Demokratie. Dort ist die ausgebildete Theokratie d. h.
Gottesherrschaft, was sich vollendet in der 7. Stufe darstellt. Du musst
warten, bis du dieses Geheimnis Gottes recht verstehst (1. Korinth. 4,1 und
Offb. Joh. 10, 7 + 11, 15). Soviel ist gewiss, dass diese Könige und
Priester einander ähnlich sind, auch in ihren Klassen und den Führern dieser
Klassen. Du hast gelesen von dem Zwölferkreise der Erstgeborenen. Das ist ein
Stück dieser Herrschaft im Himmel und nur ein ganz geringster Bruchteil jener
Gottesordnung droben, die sich erst ganz offenbart, wenn die „Vollzahl aus den
Nationen wird eingegangen sein in diese Herrlichkeit". Denn jene Ordnungen
haben ihre eigentlichen Aufgaben in der Ewigkeit, wenn die uranfängliche
Herrlichkeit aller Dinge wird wiederhergestellt sein. Wenn nun eine neue Seele
aus der sechsten Stufe in die siebte hinübergeführt wird, dann wird sie innerhalb
ihrer Ordnung geführt, begrüßt und willkommen geheißen. Die Einführung in diese
Herrlichkeit geschieht nicht so oft, wie es in den unteren Stufen der Fall ist.
Denn mit jeder Stufe werden es weniger, die sich über die maßlos hohen Grenzen
hinüberschwingen können durch die erforderliche „Absage oder Aufgabe von allem,
was sie Eigenwilliges und Selbstwilliges in sich haben".
Die
hier eingeführt werden sind Geister, in deren Leben schon auf Erden Jesus
Christus alles in allem war. Auf Erden schon kann man feststellen, ob jemand
nach dieser siebten Stufe sich ausstreckt. Er trägt etwas an sich von der
letzten Sehnsucht, die eben durch nichts befriedigt werden kann, als in und
durch Jesus Selbst. Groß ist der Jubel und die Freude über jeden Einzelnen, der
in diese Herrlichkeit eintritt. Wahrhaft königlich ist die Begrüßung, denn alle
Begrüßenden tragen königlichen Adel an sich, der sich in ihrem ganzen Wesen in
Wort und Gebärde ausdrückt. Hier lernt die Seele, die verborgensten Quellen der
Geheimnisse Gottes erforschen und erkennen. Und mit bräutlichem I.iebesdank fällt sie ihrem über alles Geliebten zu Füßen,
der sie erlöste vom zweiten Tode und nun Selbst willkommnen heißt in Seiner
Herrlichkeit. Der ganze Thronhimmel nimmt an solcher Einführung teil. Ich muss
hier früher Gesagtes wiederholen: Die Seelen nähern sich den Perlentoren der
heiligen Stadt; schaue sie dir in heller Phantasie an. Der Name
„Perlentor" ist ja nur ein schwaches Gleichnis, denn es geht auch eine
geheimnisvolle Macht von ihnen aus. Eine abweisende Macht allem Unreinen
gegenüber.
Ich sprach schon darüber, dass
heim Übergang in diese Stufe eine wunderbare Umwandlung im Leben und in der
Kleidung der neuen Fürsten sichtbar wird. Oh, wie oft schauen die Bewohner der
sechsten Stufe brennend und verlangend nach diesem höheren Lichte aus, und sie
kommen leuchtender und sehnsuchtsvoller zu ihren Sphären der 6. Stufe zurück.
So kämpft die Sehnsucht nach Höherem mit der Selbstliebe des Geschöpfes! Auf
den Perlentoren stehen als lebendige Krönung Engel Gottes, die mit ihren
silberhellen Posaunen die Feste der himmlischen Stadt allen Himmeln kundtun.
Wenn diese ertönen, dann dringt dieser Ton bis in die untersten Stufen
hernieder. Es bedeutet jedesmal eine Aufmunterung,
den Weg zur heiligen Stadt Gottes zu suchen und dann getreulich zu gehen. Diese
heiligen Posaunentöne geben die Akkorde zum „Loblied des Lammes" an, ein
oft gesungener Festgesang der Erlösten. Ja, bis in irdische Sphären hinein
dringt der Ton, vernehmbar all denen, die in Jesus allein vollstes Genüge
haben. Er lässt sie erwachen aus der zeitlich, weltlichen Betäubung.
Gleichzeitig kündet dieser Ton den Engeln, die in irdischem Dienste stehen,
den Beginn himmlischer Freudenfeste an. In solchen Zeiten geschieht auch oft
eine Änderung in der Führung und zwar so, dass bis zum nächsten Feste einer aus
den himmlischen Stufen herabsteigt und einen dortigen Führer ablöst, um ihm die
Teilnahme am himmlischen Feste zu ermöglichen.
So wirkt die himmlische Stadt,
der Thron Gottes schon mit an jedem Gläubigen, ja bis hinein in eure Völler
und ihre Regierungen. Und selbst die höllischen Fürsten müssen warten, bis der
Thron es ihnen zulässt, ihre dunklen Pläne an den Gottlosen zu deren Züchtigung
auszuführen. Bedenket, dass am Throne alles beobachtet wird, und dass es
deshalb für jeden Himmelspilger nötig ist, gemäß dem Lichte der himmlischen
Stadt zu wandeln. Diese Engelsfürsten sind bestimmt zu posaunen. Von ihnen geht
der Ruf aus zur heiligen Versammlung und zur Heimkehr der Vollendeten in dieses
Reich der Herrlichkeit.
Auf den Grundsteinen der Mauern
des neuen Jerusalems, die aus Jaspis sind, stehen die Namen der zwölf Apostel
des Lammes. Es ist euch Menschen in seiner Herrlichkeit wirklich
unbeschreiblich. Gott Selbst ist hier der Baumeister. Da könnt ihr euch die
unendliche Erhabenheit Seines Baues ahnend vorstellen. Diese Stadt hatte Abraham
ersehnt, als er von Ur in Chaldäa auszog, um ihretwillen lebte er in Zelten, d.
h. als Fremdling inmitten von Welttümlichen, genau so
wie alle Frommen nach ihm, die sich als himmlische Bürger oben im Lichte
wussten. Sie alle hatten das Heimweh nach dieser Stufe. Aber keiner, das muss
immer wieder betont werden, kann hineinkommen, dessen Seele und Charakter
nicht durchsichtig geworden, außen wie innen und innen wie außen, gleich
leuchtend rein und himmlisch wahr. Die Namen der zwölf Apostel auf den
verschiedenen Grundedelsteinen der Mauer, zeigen hier ebenfalls den Plan
Gottes mit jeder grundverschiedenen menschlichen Persönlichkeit an, zu einer
völligen Einswerdung in himmlischer Verklärung. Jeder Träger dieses Namens ist
ein heiliges, vollkommenes und göttliches Original geworden. So sind sie schon
durch ihre heilig reine Besonderheit an Art und Wesen, in ganz besonderer Weise
Botschafter der unendlichen Herrlichkeit Gottes. Jede Farbe dieser Edelsteine
ist mit ihrem Glanze, als Entsprechung, ein Zeugnis für die verschiedenartige
Rettungsarbeit und Verklärkraft des Lammes. Der Herr und Vater macht nicht alle
Wesen und alle Erscheinungsformen gleichartig, aber Er vollendet sie alle zur
göttlichen, harmonisch einzigartigen Schönheit und Erhabenheit. So strecke du
dich danach aus und halte stets stille während der Zurichtung nach Seinem
Liebeswillen.
Auf eurer Erde sind die meisten
Menschen so kurzsichtig, das sie das eine schöner nennend als das andere, weil
sie nur das Außen bewerten und nie die innere Wunderbarkeit der darin wirkenden
Gottesliebe. In der heiligen Stadt, wo alles zu der Urform der Schönheit und
Herrlichkeit zurückgekehrt ist, von der alles einst ausgegangen ist, wird
jeder und jedes offenbar als Schöpfung der ewigen Liebe und Seiner Weisheit.
Könnte ich
mit dir einen Rundgang machen durch diese Gotteswunderstadt, wie es Johannes
der Apostel einst tun durfte, wie gern möchte ich dich auch hinführen an den
Strom des lebendigen Wassers, wo du deine so oft recht müde Seele baden
könntest in seinen Fluten zur Erquickung und vollen Kräftigung. Erinnerst du
dich noch an jenen Traum, den du einmal in deiner Kindheit hattest? Du warst
abends mit der Sehnsucht nach völliger Reinigung eingeschlafen. Und dann sahst
du den Herrn stehen im kristallklaren Strome und erlebtest, wie Er dich
eintauchte in diesen Strom, wodurch du völlig verwandelt wurdest innerlich und
äußerlich an Seele und Leib. Dein vordern aschgraues Kleid wurde weiß wie
neugefallener Schnee und die Gnade Seiner Liebe strahlte dir aus des Herrn
Angesicht entgegen. Noch viel wunderbarer wäre es, wenn du für ewig dorthin
dich durchgerungen hättest, und du könntest dann in Wirklichkeit von Ihm
untergetaucht werden, denn damit wärest du zur Urquelle göttlichen Lebens
gelangt. Auch zu den Bäumen würde ich dich führen mit ihren überaus köstlichen
Früchten, die herrlicher noch sind wie jene, die Adam und Eva im Paradiese
hatten. In deinen Träumen hast du bisweilen davon kosten dürfen. Waren sie
nicht unbeschreiblich? Ach, diese Früchte des ewigen Lebens würden deine Sinne
so hell machen und dir solche Kräfte vermitteln, dass du dich dann aufschwingen
könntest zu dem Berge Gottes. Also wird es sein, wenn du nach Hause kommst und
du dann dieses alles schauend erleben darfst. Das schenkt der Herr allen denen,
die überwunden haben!
Die Stadt Gottes mit ihren
Palästen ist die Heimat der Braut des Lammes. Das ist die Schar jener
Vollendeten, die gewürdigt sind aufgenommen zu werden unter die, welche das
Weib des Herrn in der Unendlichkeit an Zeit und Raum darstellen, als
Gesamtaufnahmegefäß Seiner Liebeweisheit und Kraft zu einer unendlich,
herrlicheren, neuen Schöpfung. Sie sind also der Augapfel der Freude des göttlichen
Lammes, ewig vereint für eine Arbeit himmlischer Geistesehe.
Diese Ehe bildet die Spitze der
Unendlichkeit Ach, es ist das Größte und Herrlichste diese Vollendeten zu
schauen und persönlich zu erleben in ihrem Wesen und Wirken. Aber das weitaus
Größte und Erquickendste ist, wenn man den Herrn Selbst sieht von Angesicht
zu Angesicht in Seiner unverhüllten höchsten Klarheit!
In Seine Augen zu schauen
bedeutet nicht nur verklärt zu werden in Sein Liebebild, sondern erhoben zu
werden an Seine Seite auf Seine Gottesmacht! Es bedeutet teilhaftig zu werden
Seines unendlichen Erbes und berufen zu werden, mit Ihm zu regieren und zu
immer herrlicheren Neuschöpfungen mit Ihm zu schreiten, von Ewigkeit in alle
Ewigkeiten. Das ist Vollmacht, volle Macht Gottes besitzen und verwalten, um
mitzuwirken an den geheimsten und verborgensten Wege der Pläne Gottes mit den
Menschen und allen Geistern. Das bedeutet ein Ausgerüstet-Werden mit Gottes
Autorität, vor der auch der gefallene Urengel Luzifer-Satan mit seiner Macht
ärmlich versagt.
Freilich, wer dort
eingeht, der muss bereitet sein nach langer und vielseitig, schwierigster Lehr-
und Prüfungszeit, in völliger Liebe und vollendetem Ganzgehorsam, den Willen
des Herrn treulichst auszuführen, ohne mit dem eigenen Willen verändernd auch
nur im Kleinsten einzugreifen. Er kann nicht mehr im eigenen Namen wandeln und
handeln. So einsgeworden ist sein eigener Wille mit dem des Herrn, um schon
jetzt in die unterste Hölle zu gehen und dort den Willen des Herrn zu tun.
Oh, wenn du ahnen könntest, wie
reich die Arbeit und wie erhaben und wie köstlich dein Empfinden beim Werke,
das dort getan wird dann ist. Du würdest alles was du hast und noch liebst,
nicht nur mit Freuden sofort aufgeben. Nein! Du wärest bereit, auch tausend
Leben dem Meister alles Daseienden ganz und für ewig
zur Verfügung zu stellen, wenn du nur dabei sein dürftest.
Wie töricht sind doch die
Menschen, die den Thron Gottes als eine Stätte der Ruhe betrachten und
erwünschen. Gewiss, in der Stadt Gottes gibt es wohl eine Ruhe, eine wahre
Ruhe, wie sie auf Erden nicht gefunden wird. Aber am Throne Gottes ist die
höchstmögliche Tätigkeit.
Das
unaufhörliche Lob und die ununterbrochene Anbetung Gottes besteht in dem
unaufhörlichen und ununterbrochenen Tun Seiner offenbarten Aufträge.
Über den Thron darf ich dir
nicht viel sagen. Das was eure Bibel über ihn sagt, muss dir genügen. Aber der
Thron Gottes und des Lammes sind die Offenbarer und Künder der letzten
Vollendung der Pläne Gottes mit allen Schöpfungen. In alle Ewigkeiten gehen von
dort die göttlichen Aufträge aus, die zu immer herrlicherer Vollendung
hinführen. Denn das ist die Herrlichkeit Gottes: Selbst unendlich herrlicher zu
werden und Seine Kinder dorthin nachzuziehen. Das vorläufige Endziel des Herrn
ist, „dass Gott einst alles in allein sei". Vornehmlich die Bewohner der
siebten Stufe sind es, die vom Herrn mitbeauftragt sind, die Pläne des Herrn
auszuführen. Hier gehen der Königs- und Priesterdienst Hand in Hand, so wie das
jetzt schon im Leben derer ist, die sich auf den Willen und die Liebe des Herrn
stützen. Diese wünschen Seine vollendeten Diener zu sein in allen Ewigkeiten.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Träger dieser Vollendung als
Menschen in die Niedrigkeit eurer Erde gehen, oft in größter Einfachheit und Aasnut, um als Gottesdiener wohlgeübt zu sein und den
Unwissenden in diesem Dienen vorzuleben, dass man sie lieb hat und höher wertet
als sich selbst. So wollen sie auch auf der Erde tätigen Anteil haben an der Erlöserarbeit
ihres Herrn.
Dem Dienste und der Vollendung
entsprechend sind auch die Kroneu, die diese Könige
des Herrn tragen. Es kann und wird keiner in der ewigen Stadt Gottes die Kronen
der Überwinder tragen, der nicht auf Erden bereit war, an der Dornenkrone
tiefster Leiden und und Demütigungen in Jesu
Kreuzesgesinnung mitzutragen. Wer aber das will und tut, der kommt Heim mit
dem Zeichen des Herrn. Und von den Wundmalen des Herrn trägt er einen Abglanz.
Diese Wundmale des Herrn sind die größten Ehrenzeichen dort in den Himmeln und
wer sie bekommen hat, ist damit ausgezeichnet vor vielen Millionen. So mancher
ärmlichste Mensch auf Erden, z.B. die gläubige Ehefrau eines Wüstlings und
Trinkers, die still im Aufblick auf den Herrn Jesus ihre Liebepflicht zum
armen, satansgebundenen Ehemanne und ihren Kindern tat, unter Hintenansetzung
ihres eigenen Wohllebens, diese wird sich überrascht bis in die höchsten Stufen
der Himmel hinaufgezogen sehen, durch stetes untergeordnetes Dienen dazu
eingestellt. Denn was vor den Menschen hoch und angesehen ist, das ist vor der
Liebeweisheit des Herrn ein Nichts. Wer jedoch verachtet und unansehnlich in
geringster Dienstarbeit treulich war und in allen Menschen Gottes Finger
sah, dieser ist des Herrn Liebling, den Er nimmer verlieren und missen will bei
Sich in der Ewigkeit. Es sind Seine allerliebsten Erdenkreuzträger! Wer etwas
von diesem Kreuzesdienst an sich trägt, dieser legt Zeugnis davon ab, dass er
seinen Leib und seine Seele auf dem Kampfplatz des Märthyriums
dem Herrn aus Liebe zu Ihm und allen Menschen aufopfert, mögen sie gut oder
schlecht gewesen sein. Diese Wundmale der Schwierigkeiten, Nöte und
Verfolgungen im Erdenleben um des Geistes der Liebe Christi willen, gelten oft
mehr als die blutigen Opfertode.
Ach, wenn die Menschen wüssten,
wie vieles davon abhängt, sie würden mit großer Freude bereit sein, zu leiden
und zurückzustehen um Jesu willen. Sie würden es für höchste Ehre halten, um
Seinetwillen von den Menschen verachtet, verfolgt und gepeinigt zu. werden.
Sie würden sich nicht aufbäumen gegen Spott, Verleumdung und Benachteiligung,
wenn sie wüssten, dass in die Stadt Gottes keiner eingehen kann, der nicht
Gutes für Böses vergolten hat.
Die Kronen der himmlischen
Könige entsprechen auch ihrer Lebenshaltung und ihrem Dienste auf Erden. In
ihren Kronen ist ersichtlich, ob sie durch ihr Vorbild viel oder wenig Seelen
zum Herrn und Seiner Liebewahrheit geführt haben. An ihnen sieht man, wie
vieles sie erlitten haben im Missionsdienste für den Herrn. Auch sieht man an
den Kronen, wie vieles sie im Verborgenen entbehrt haben, aufgeopfert für den
Herrn um Seinetwillen und auf was sie verzichtet in ihrem Wohlleben, um der
ärmeren Nächsten willen. Wie leuchtende Edelsteine zeigen sich an den Kronen
und Kleidern diese Liebesdienste auf Erden wieder. Ja, auch eine sternlose
Krone kann leuchten, aber sie preist die tätigste Liebe Jesu nicht entfernt so
wie eine, die über und über geschmückt ist mit den Edelgesteinen tätigster
Gottes- und Nächstenliebe auf Erden. So offenbaren die Kronen die Größe und
Kraft ihrer Erdenliebe zum Herrn, ihre Selbstverleugnung, Hingabe und Treue.
Das alles bildet die Voraussetzung für ihren himmlischen Dienst. Könige und
Priester sind alle; die einen stehen mehr im Tempel, die anderen mehr am Throne
in geistiger Entsprechung. Doch gleich wichtig ist ihr Seligkeitsdienst. Und
keiner trägt das Verlangen, seinen Dienst für einen anderen Vollendeten zu tun.
Jeder freut sich unaussprechlich mit dabei zu sein bei dieser Arbeit. Alle Not und
jedes Leid, ja, die Sünde selbst muss diesen Königspriestern helfen, die
unendlich erhabenen Gedanken ihres Heilandgottes durchzuführen. Das Leid, das
der Mensch um Jesu willen erduldete, es wird dort also der Anlass zu weiterer
Herrlichkeit sein. Deshalb liebe, liebe, liebe immer mehr, immer wieder aufs
Neue! Werde im Lieben nimmer müde und lau, sondern werbe Seelen für Jesus
durch liebendes Vorbild in Treue in Wort und Tat, dann wird deine Krone
einst leuchten in, Lichte himmlischen Schmuckes.
Höchste Freude für sie alle ist
es, einen neuen Himmelsbürger der Herrlichkeit einführen zu dürfen in diese
Stadt, um zu sehen, dass der Herr mit jedem zu diesem hohen Ziele kommt, der
dieses von Herzen und mit ganzem Ernste will. Von den Wundern der Einführung habe
ich schon einiges gesagt. Die Anteilnahme des Thrones dabei ist
unvergleichlich. Dort gibt es keine älteren Brüder mehr, die sich aus Neid
ärgern an den Ehrungen des heimkehrenden Jüngeren (wie im Gleichnis vom
verlorenen Sohn). Nein! Sie alle freuen sich von ganzem Herzen, ehren und
feiern ihn mit und preisen dabei den Herrn für Seinen Sieg im Leben des neuen
Fürsten. Jeder der früheren Fürsten bringt dein Herrn seinen spezifischen Dank
dar und jeder legt eine kleine Gabe nieder im Wohnpalast des neuen Bürgers.
Ach, welche überraschungen erwarten dort den Bürger
als Überwinder, wenn er heimkommt und das Werk des Heilandes ist auch an ihm
vollbracht!
Allen voran geht die Huldigung des Thrones.
Dort findet die Krönung statt. Aus den Händen des Herrn Selbst, dem Herrn
aller Herren empfängt der Überwinder seine ihm eigentümliche Krone und wird als
königlicher Bürger beglaubigt vor allen Anwesenden. Er hat mit dieser Krone
seinen neuen Namen und die Vollmacht zum königlichen Dienst in der
Unendlichkeit. Der Sohn bekennt ihn vor Seinem Vater und den übrigen
Throngewaltigen, den sieben Geistern, die vor Gott stehen, als Verkörperung der
Herrlichkeit Gottes in Seinen verschiedenen Wesenseigenschaften. So wird in die
himmlische, königliche Familie aufgenommen, wer treu erfunden wurde. Für die
betreffende Seele ist dieser Moment, der glückseligste und herrlichste
Augenblick. Was ihr noch geschenkt werden kann an Gnade und was noch für sie
ertragbar ist an Freude, das wird ihr dabei geschenkt.
Und vom Throne aus geht es dann
unter der Führung königlicher Freunde in seine Ewigkeitswohnung, die der Seele
vom Herrn und den Vorangegangenen bereitet ist. Dort im eigenen Heim begrüßt
ihn der Herr als Erster durch Übergabe Seines ganzen Reichtums an Herrlichkeit.
Und die Seele kann weiter nichts in dieser völlig unerwarteten Gnade tun, als
den sich ihr nun gebenden „Freunde und Herzensbruder" bräutlich-liebend
anzubeten. Er hat sie so unsagbar geliebt schon vor Grundlegung der Welt und
alles Eigene für sie dahingegeben, um sie in höchster Glückseligkeit in der
seligsten Ewigkeit bei Sich zu haben.
Dieser Augenblick der
Vereinigung bedeutet für jeden einzelnen der dabei Anwesenden einen wahrhaft
großen Beweis der Demut des Herrn von höchstem Ausmaße. Aber dort erwarten sie
auch ihre Freunde, die sie auf Erden geführt und geleitet und vor den dortigen
Gefahren bewahrt hatten. Sie erkennt wiederum, welch großen, tätigen Anteil der
Himmel an ihrem Wohlergehen genommen hat, und wie kostbar sie in deren Augen.
sein muss.
Manche Begebenheit und Bewahrung
in ihrem Erdenleben findet sie dort in den dreidimensionalen Bildern ihres
Palastes, sowie in der Krone und in ihren Orden und Auszeichnungen. Dadurch
bekommt sie, soweit dieses überhaupt noch möglich ist, eine so tiefe, ungeahnte
Dankbarkeit und erkennt dann auch erst, was die Demut Gottes ist. Sie sieht,
dass jeder Kampf, den sie siegreich bestanden hatte, auch seine Erinnerung und
bleibende Auszeichnung hier im himmlischen Strahlenlichte erhält.
Was an Würde und Majestät dort
offenbar wird, ist unvorstellbar. Es ist der Herrlichkeit des großen Königs
aller Könige entsprechend, die ihresgleichen in der ganzen Unendlichkeit nicht
mehr wiederfindet Ist es da verwunderlich, dass der Uberwinder
zu Boden gerissen wird in heißester Dankbarkeitsliebe, dass er niederfällt, „Seinen
Herrn, Vater, Freund und Bruder anbetet und huldigt" lange, lange
Zeit, soweit man hier noch von Zeit reden kann. Diese Liebesanbetung ist auf
Erden nicht zu finden, noch möglich, da solche Anbetung den Anbetenden töten
würde im sterblichen Fleische. Und diese Anbetungshuldigung steigt als
unbeschreiblich lieblichster Wohlgeruch zum Throne des Allerhöchsten empor. Die
einzelnen Wohnungen in dieser Stadt sind wunderbar verschieden. Jede ist eine
einzigartige Kostbarkeit und alle insgesamt bilden eine himmlisch-harmonische
Einheit, genau so wie die verschiedenen Perlentore in der verschiedenfarbigen
Edelsteinmauer. Sie alle sind nicht aus Kristall, sondern aus Jaspis. Auch hier
wohnen Seelenverwandte nahe zusammen. Dienst, Charakter und Rangordnung sind
den einzelnen Palästen aufgeprägt. Es gibt größere und kleinere. Die größeren
stehen im Einklang mit den auf Erden schon erweiterten Liebesherzen, die
möglichst viele beschenken, um selbst noch mehr Glück als die Beschenkten
dabei zu empfinden.
Die Einführung in den heiligen
Dienst ist wiederum etwas Wunderbares. In den unteren Stufen standen auch die
Überwinder mehr oder weniger unter der betreuenden Leitung des Herrn und werden
daher auch von Ihm Selbst in den heiligen Dienst eingeführt. Auch diese
Einführung gestaltet sich wieder zu einem himmlischen Fest, an dem die ganze
Ordnung der Königspriester teilnimmt. Der anbetende Jubel füllt dabei den
Tempel des Herrn mit himmlischer Freude. Hier in dieser Stadt gibt es, da alles
hier vollkommen ist, Bindungen der Freundschaft, die an Stärke und Gemeinschaft
durch Vereinigung der Seelen alles Bisherige in den unteren Stufen weit, weit
übertreffen. Wenn der Überwinder eingeführt wird in seine ewige Heimat, dann
darf er auch ein Fest geben, bei dem dann alle zugegen sind, die an seinem
Leben mitgearbeitet, mitgebetet und mitgerungen haben und ebenfalls nun all die
Herrlichkeiten dieser Stadt mit ihm teilen. In diese Stadt kann keiner
gelangen, der nicht die erforderliche Heiligung und Reife dafür erlangte. Von
den oberen Stufen kann wohl nach unten hin frei herniedergestiegen werden, doch
niemals umgekehrt. Es sind wohl seltene Ausnahmen vom Herrn Selbst vorgenommen,
doch haben diese Unreifen aus den untern Stufen oder gar höllischen es als
unerträglich empfunden, so dass sie nach ihrem eigenen Willen schneller als der
Blitz mit entsetzlichem Wehegeschrei wieder in ihre früheren Örter fielen.
Deshalb können die Seelen aus den unteren Stufen nicht teilnehmen an der Festen
der siebten Stufe.
Da alles Leben und alle Kraft in
der Unendlichkeit vorn Herrn Selbst ausgeht und nirgends eine andere
Lebenskraft vorhanden ist, so ist die eigentliche Herrlichkeit der Herr Selbst.
Alles Licht, alle Schönheit aus der Liebe, Ordnung, Gerechtigkeit und
Heiligkeit des Herrn ruht herrlich strahlend über dieser Stadt, als wunderbar
sanfter und für nicht völlig Geläuterte, unerträglicher Glanz.
Straßen, Plätze, Paläste und
Gärten und der Strom des lebendigen Wassers, selbst die Bäume, Pflanzen und
Blumen verkünden allesamt den Reichtum der Liebe Gottes. Es ist überwunderbar,
wie dort das sanfte Liebelicht und Leuchten Gottes alles verklärt. Die
wunderbarsten Gottesgedanken treten hier Seinen Kindern enthüllt in
Erscheinung. Was dort an Lebendigem hervortritt, ist nur noch Herrlichkeit
Gottes. Ob das nun die Vogelwelt, Bäume oder Blumen sind oder die auch dort
lebenden Tiere betrifft, sie alle sind Herrlichkeit! Alle atmen daher auch
Leben aus, ewiges Gottesleben! So leuchten die Überwinder in ewiger Jugend
und ihr Vater von Urewigkeitsbeginn ist Selbst bei ihnen in der blühendsten
Lebensjugend. Ist das nicht herrlich schön? Und doch trägt alles die Würde
himmlischer Reife, Vollendung und Majestät. Ihre Kleider sind glänzend weiß wie
die Sonne am hohen Tage. Dort herrscht auch der Purpur und bei den
Himmelsfesten wird er getragen. Er steht immer in Verbindung mit dem Dienst des
Trägers. Die Feste der Erlösung werden im himmlischen Jerusalem stets mit
großer, ungeteilter Freude und Innigkeit gefeiert aus tiefster Dankbarkeit zum
Urheber aller dieser Glückseligkeiten. Und wie überaus erquickend diese Feste
sind, wo alle Teilnehmer frei, völlig frei sind von jeder Eitelkeit,
Selbstliebe, Neid und Missgunst. Das ist für euch Erdenbewohner unvorstellbar,
die ihr euch noch von diesen argen Eigenschaften völlig reinigen lassen müsst,
durch die Liebeskraft des Blutes Jesu Christi.
Dort erst geht dem Überwinder
die unendliche Größe der Barmherzigkeit Gottes in Jesu Christo auf und er
schaut klaren Auges hinein in die Länge, Breite und Tiefe dieser erbarmenden
Liebeskraft der Demut. Vorn Throne pflanzt sich der Jubel weiter fort bis in
die untersten Stufen, ja bisweilen hörbar selbst auf Erden, einem frommen
Herzen, das sich der Liebe Jesu ganz zu Eigen gegeben hat. Was völlige Freiheit
von der Erdenschwere und Erdensünde an Glückseligkeit hervorbringt und vermag,
das siehst jeder erst hier im Licht. All die Worte: Lobpreis, Anbetung, Jubel,
Glückseligkeit, Herrlichkeit sind hier im Lichte der persönlichen Gegenwart des
Herrn Wirklichkeit. Denke nicht, dass solches auf die Dauer verflachen und zur
leeren Form oder Gebärde herabsinken kann, wie es leider bei euch auf Erden
fast immer der Fall ist, in den am Anfang noch lebendigen, neuerweckten
Gemeinden; aber auch in den sogenannten „aus Liebe geschlossenen Ehen".
Über der Stadt, unnahbar den
Vollendeten ist der Thron des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Er
ist eingehüllt in das Feuer der Cherubin und Seraphin.
„Niemand sieht den Vater, denn der Sohn und
wem es der Sohn will offenbaren." So lauteten die Worte Jesu auf Erden.
Wer kann hintreten in diese alles verzehrende Feuerglut? Alle erträgliche Herrlichkeit
Gottes des Vaters, wird den Geschöpfen nahe gebracht „im Sohne"! Aber
alle Vollmacht des Heiligen Geistes offenbart sich als verzehrender Flammenglut
der Gottheit, genannt: „das Zornfeuer Gottes."
In den sieben Erzengeln, die zum
Throne Gottes gehören und in Wirklichkeit die sieben Eigenschaften der
Heiligkeit des Wesens Gottes darstellen, erscheint Er in Seiner
Machtvollkommenheit.
Gott der Vater, als „der
unendliche Mensch" ist der Gott in Seiner Unendlichkeit, der da Seine
Selbst- und Alleineinheit auf das Allerbestimmteste und Allerklarste denkt und
in allen Seinen allerkleinsten Teilen fühlt. Er ist der Träger und Erhalter der
unendlichen Vielheit in Sich. Er ist gestaltlich ein vollkommener Mensch,
welcher von niemandem gedacht und empfunden werden kann, denn allein von Jehova-Jesus,
der Ewigen Liebe in Gott. Und diese Liebe ist das alleinige Leben in Gott,
dem Unendlichen, die da gestaltlich wieder als ein vollkommener Mensch ihren
Sitz hat in der zentralen Tiefe der Unendlichkeit. Diese Liebe Gottes als
positiv-polare Lebens- und Schöpferkraft Gottes ist ein ganz selbständiges
Wesen, und von den sieben Geistern - die vollkommene Menschengestalt haben -
der oberste, herrschende als alleiniger Schöpfer und deren Ordner und
Erhalter. Durch diese Gottesliebe wurde alles Selbst und Nicht-Selbstbewußte seit dem Urbeginn der Schöpfung, aus
unendlich kleinsten Atomen organisch miteinander verbunden und in selbständige
Lebenstätigkeit gebracht. (Er, die inkarnierte oder Mensch gewordene
Liebe Gottes kam in Sein Eigentum, aber die Seinigen haben Ihn nicht erkannt)
Die materiell-geschöpflich denkende und handelnde Menschheit kann nicht
die geistigen Lebensgesetze kennen und ihre sprachliche Ausdrucksweise kann
nicht das Wesen und die Kraftgröße der einzelnen Geistwesen beschreiben in
ihren siebenfachen Dimensionen. So schützen die sieben Geister, unter ihnen die
ewige Liebe in Gott, die noch nicht völlig vergöttlichten Geister ihrer
Schöpfung vor dem heiligen unendlichen Gottmenschen, der in sich ist ein alles
verzehrendes Feuer. Die ewige Gottesliebe hat es sich zum Ziele gesetzt,
alles von ihr Erschaffene zu diesem unendlichen Gott hinzuführen, indem
sie durch und durch geheiligt, vergöttlicht, fleckenlos als die Gesellschafter
des ihnen nun sichtbaren unendlichen Menschen ebenfalls auch zu dessen
Unendlichkeit herangewachsen sind. Die Gottheit ist dann mit ihrem einzigen
Sohne - Jehova-Jesus - nicht mehr allein! „Dann werden sie Ihn sehen, wie ER
ist und sie werden Ihm gleich sein (l. Joh. 3, 1-2). Die unendliche
allerheiligste Vater gottheit ist demnach das Ziel
aller Erdenmenschen, wozu ihnen Jesus den Weg frei gemacht hat durch Sein Opfer
auf Golgatha. Hier wurden die Voraussetzungen errungen, das der unendliche
Gottmensch den Blutgereinigten und Erkauften, Seinen Heiligen Geist als
überwindende Kraft aus der Höhe senden konnte, welches ist der innere heilige
Christus im umgezeugten Menschen. (Umgezeugt von der Adams- in die
Christusnatur)
Es wird also eine Ewigkeit (Schöpfungsabschnitt)
heraufgeführt werden, in der der Vatergott allem Geschaffenen endlich
gegenüber tritt, in der völligen Offenbarung Seines unendlichen Wesens. Und es
wird wahr werden was die ersten Apostel darüber kurz andeuteten (1. Korinth.
15,22-28)
„Gleichwie
in Adam alle starben, also werden in Christo alle lebendig gemacht. Ein jeder
aber in seiner Ordnung: Der Erstling Christus, danach die Christus angehören,
wenn Er wiederkommen wird. Danach das Endziel, wenn Er das Reich Gottes, dem
Vater überantworten wird Er musste
wohl herrschen, bis dass Er alle Seine Feinde unter Seine Füße legte Wenn aber alles Ihm untertan sein wird,
alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, Der Ihm alles untertan
gemacht hat, auf das Gott sei alles in allem!"
Bis dahin bleib Jesus der
alleinige Mittler zwischen der Gottheit und den Menschen in aller
Wirksamkeit des unendlichen Vatergottes. Jesus Christus ist der Herr,
durch den dieser Vater Sich offenbart bis zur heiligen Vollendung der Seelen,
sei es in der Wirklichkeit im Lichte oder in der Durchführung seiner Gedanken
auf Erden, in den sichtbaren oder unsichtbaren Himmeln.
Eure Erdenschule ist nicht mehr
die alleinige Gotteskinderschule. Jesus-Jehova ist der Seligmacher, aber auch
der Zurechtbringer und Richter aller Verlorenen. In unendlicher, höchst
achtungsvoller Dankbarkeit betet der gesamte selige Geisterhimmel durch ihren
Herrn Jesus den unendliche Vater und Jesus selbst an. Alle werden gesegnet
durch Sein Lieben, Seine Fürbitte und Seine errungene unendliche Vollendung in
des Unendlichen Ebenbild. Zu Ihm strebt der Himmel, um durch Ihn teilhaftig zu
werden des Vaterherzens selbst, in dem sie allein teilhaftig werden können der
unendlichen Herrlichkeitsnatur Gottes. Und keine größere Freude hat der einzige
Sohn des Unendlichen, Jesus, als die Herrlichkeit des Vaters, Seines Vaters,
den Erlösten zu vermitteln.
Von einem steht geschrieben,
dass er dem Sohne Gottes gleich geachtet und Priester in Ewigkeit sei. Es ist
der geheimnisvolle Melchisedek (Mei-lechi-sedec = Meines Lichtes
Sitz), der neben dem Sohne erscheint. Ihm ging Abraham entgegen und opferte ihm
als König von Salem seinen Zehnten. Er ist es, der das melchisedekische
Hohepriestertum verkörpert, ohne Vater und ohne Mutter, d. h. auf Erden
ungezeugt und ungeboren. Melchisedek ist einer der
sieben Geister Gottes. (die sieben Geister Gottes sind: Liebe - Weisheit -
Wille - Ordnung - Ernst - Geduld - Barmherzigkeit. Dies sind die geistigen
Grundeigenschaften Gottes, welche sich im Laufe der Schöpfung auch
personifiziert den Engeln und Menschen dargestellt haben.) Doch trägt auch Melchisedek nach dem Worte Gottes die Vollkommenheit in
göttlicher Herrlichkeit. Wir merken seine Wirksamkeit und nehmen Anteil daran.
Mit Ehrfurcht schauen wir auf die sieben Geister am Throne Gottes. Um diesen
Thron sind die 24 Throne und das mit Feuer gemengte „kristallene Meer". An
ihm stehen zu Festzeiten die Seelen der Überwinder singend und spielend auf
ihren Harfen zur Freude ihres Herrn und Gottes. Unaussprechlich, mit irdischen
Maßstäben nicht messbar, strahlt die göttliche Klarheit schon einen Teil Seines
Uferfeuers in himmlischen Ratsversammlungen, von denen auch die Erde und alle
Himmel gelenkt und gestaltet werden. Im Lichte dieser Throngemeinschaft sehen
wir diesen Hohenpriester von Ewigkeit - Melchisedek
-.
Dort sind auch die Jünger und Jüngerinnen Jesu Christi
während Seiner Erdenzeit. Auch Maria, Seine Leibesgebärerin als Königin unter
anderen Himmelsköniginnen, all jener Frauen die Jesum dienten, und Sein Leben
durch die Hingabe und Liebe bereicherten. Maria ist also nicht die alleinige
Himmelskönigin. Und unter diesen sind die vollendeten Frauen, die wie viele
Männer weder das Feuer der Scheiterhaufen noch Kreuz oder Beil und Schwert
fürchteten. Sie waren bereit, als Zeugen für Jesus, ihren Schöpfer, Gott,
Heiland, Erlöser und Herrn alles hinzugeben. Nun leuchten sie im himmlischen
Glanze und haben Teil an der göttlich, herrlichen Vollendung der Wege und
Gedanken Gottes. Noch kannst du nicht ahnen, was alles damit in Beziehung
steht. Nur einen winzigsten Herrlichkeitsstrahl kannst du erfassen und dich von
deinem inneren Christus dahin ziehen lassen, dessen brusterweiterndes Seufzen
du schon oft bei tiefen Gotteseindrücken bemerktest. Er will dich hinziehen zu
der himmlischen Herrlichkeit der unendlichen Gottheit, zu der du berufen bist.
Doch gilt es, das Letzte deines
Eigenwillens aufzugeben und alles dafür zu wagen. Bitte Jesus darum, nie müde
dabei zu werden oder gar lau und träge.