JakoB LorBer
DIE E R D E Teil 3
Anhang zur Erde. AUgemeiner Blick auf die verschiedenen nicht-christlichen
Bewohner der Erde, mit hauptsachlicher Berücksichtigung des geistigen VerBandes
zwischen ihnen und dem Himmel.
Einleitung.
Kp. 74. Die Kritiker (sind Leute, die vom Schimpfen leBen). „Heu" für
die Ochsen und Esel. Die geistige Erde wird nur von Christen-Geistern geleitet.
Die jetzigen Juden, saftiger Vergleich der Untermischung der Menschheit mit
Juden (vom geistigen Standpunkte). Ihre RoUe im Geisterreiche. Die groBen
Anlagen derselBen sind noch vorhanden, aBer miBBraucht. Die Mohamedaner, ABart
von Juden und arianischen Christen, ihre Haupttugend ist Handel und Krieg. Ihre
Vorstellung vom Jenseits, und ihre RoUe dort. Die Braminen, geheimnisvolle
Wundermanner, wo die schwarze Magie eine Rolle spielt. Das Kastenwesen ein
trauriges Zeugnis niederer geistiger Kulturstufe. Von deren (schlechtem)
Zustande drüBen.
(Den 28. April 1847)
[Er.01_074,001] Wir werden freilich nicht alle die Wohnparteien der Erde
speziell Betrachten,
da solches zu viel Zeit und zu viel Raum erfordern würde sondem wir werden
nur einen
allgemeinen Blick auf die sogenannten Verhaltnisse lenken, in denen sich
die verschiedenen
Einwohner der Erde hauptsachlich in Rücksicht dessen Befinden, was den
geistigen VerBand
zwischen ihnen und dem Himmel Bewerkstelliget.
[Er.01_074,002] Da wir Bis jetzt nur den „Christen" unser Augenmerk
geschenkt haBen, und
die anderen Bewohner der Erde unBerlihrt lieBen, so mochte es mit der Zeit
irgend einem
Leser Beifallen, in dieser Hinsicht, wo es sich um die Totaldarstellung der
Erde handelt, einige
BeiBende Bemerkungen zu machen, an denen es zwar ohnehin nicht fehlen wird.
[Er.01_074,003] Die sogenannten „Kritiker" von Profession müssen ja
alles Bekritteln und
Beschnüffeln und Beschimpfen; denn das sind Leute, die vom Schimpfen leBen,
und da die
Welt gegenwartig allezeit lieBer und viel aufmerksamer Beschimpfungen, als
BeloBungen
liest, so ist diese Bose Eigenschaft der Welt ein ganz Besonders machtiger
HeBel, die Kritiker
dahin zu vermogen, daB sie üBer alles schimpfen.
[Er.01_074,004] GeloBt werden von ihnen nur Werke und Handlungen von
machthaBenden
Menschen, denen es ein Leichtes ist, die üBer sie schimpfenden Kritiker
durch allerlei sehr
empfindliche Mittel zu Paaren zu treiBen. Dafür aBer lassen dann diese
schimpflustigen
Weltweisen desto mehr ihre Galle an allem aus, von dem sie keine Prügel zu Befürchten
haBen, daher ist es notwendig, ihnen schon im voraus soviel als moglich ihr
Eselsmaul zu
stopfen, und mitunter in eine solche Mitteilung auch etwas Heu
einzumischen, damit diese
armen Tiere etwas zu fressen haBen. -
[Er.01_074,005] Es ware oB der Mitteilung der Erde nicht welter zu fragen,
was mit den
anderen Einwohnern es für eine Bewandnis hat, da die Hauptsache doch immer
die Christen
BleiBen, und die geistige Erde nur von Christengeistem und nie von
heidnischen Beherrscht
und geleitet wird; - aBer es handelt sich hier BloB um einige Portionen Heu
flir die Kritiker,
damit sie auch etwas daBei zum FraBe Bekommen. -
[Er.01_074,006] In den Tropenlandern aBer ist Bekanntlich der Graswuchs Bei
weitem starker
als in den gemaBigten, wo schon die christliche Fahne zu allermeist weht;
daher dürfen wir
auch versichert sein, daB wir eBen in den Tropenlandern von allerlei Heu
einen UBerfluB
finden werden, und so wollen wir uns denn in dieser ABsicht zu den anderen
Einwohnern der
Erde wenden.
[Er.01_074,007] Zu allernachst den vielen christlichen Sekten leBen in der
ganzen Welt
zerstreut die Juden; diese gleichen jenen Speckschnitten, mit denen die
Koche das magere
Wildpret spicken. So sind auch allerlei Menschen, welche zumeist ein sehr
mageres Wild
sind, auf der ganzen Erde mit den Juden unterspickt.
[Er.01_074,008] Juden gleichen dann zumeist den Schweinen, welchen die
Menschen üBerall
etwas Speck wachsen lassen, damit, wenn es ihnen mager geht, sie sich
wieder von dem
goldenen und silBemen Fette der Juden konnen unterspicken lassen.
[Er.01_074,009] Ein Jude, wie er jetzt Beschaffen ist, ist voUkommen ein
Schwein; schon das
AuBerliche Beurkundet für jedermann, zu welcher Tierklasse diese
Menschenrasse gehort. Ein
Jude sieht nun im allgemeinen aus wie ein Schwein, und stinkt wie ein
Schwein, und walzt
sich üBerall in den allerverachtlichsten Weltschlamme wie ein Schwein, um
seinen Gold- und
SilBerdurst zu stillen.
[Er.01_074,010] Ihm ist, geistig genommen, jede Kost recht; er ist dem
Christen Christ, mit
dem Türken Türke, mit dem Heiden Heide, mit dem Chinesen ein Chinese, und
den
Fetischdienem ein Fetisch, um nur sich aller derer Gold, SilBer und
Edelsteine verschaffen zu
konnen.
[Er.01_074,01 1] Ein Schwein kann eBenfalls jede Kost genieBen; selBst der
Barste Kot ist ihm
nicht unwillkommen, wenn er nur warm ist. - Das ist auch Beim Juden der
Fall; wo er nur
irgend eine Warme oder Neigung flir sein Interesse findet, das friBt er,
denn das sind eBen die
Menschen, die um's Geld für alles zu haBen sind, und unter ihnen selBst
giBt es sehr wenige
Ausnahmen. Die Besten sind, wie ihr zu sagen pfleget, in geistiger
Beziehung keinen SchuB
SchieBpulvers wert.
[Er.01_074,012] Sie warten noch immer auf einen Messias, der sie einmal
wieder in ihr altes
geloBtes Land zurückführen mochte, und aus ihnen machen ein groBes
wundermachtiges
Volk; aBer dieser Messias wird nimmer kommen, und sie werden BleiBen Bis
an's Ende der
Zeiten, was sie sind; daher sie auch, was leicht zu Begreifen ist, im
Geisterreiche eine üBeraus
niedrige und keiner Beachtung werte RoUe spielen.
[Er.01_074,013] Sie sind dort, was sie hier sind, Schacherer namlich, nur
mit dem
Unterschiede, daB sie hier in menschlicher Form unter den Menschen wandeln,
jenseits aBer
meistens in der ihnen aller verhaBtesten Gestalt der Schweine zum
Vorscheine kommen;
freilich nicht für jedermann ersichtlich, auch unter ihnen nicht, sondern
nur vom reinen Lichte
der Wahrheit aus Betrachtet. (D.h. aus der Sphare des Herm.)
[Er.01_074,014] Da also mit den Juden nicht mehr viel zu machen ist, und es
jedermann weiB,
daB sie in der ganzen Welt unter alien Nationen anzutreffen sind, und
allenthalBen das gleiche
Geschaft führen, so wollen wir auch von ihnen nichts Weiteres mehr sagen.
[Er.01_074,015] Es sind in ihnen zwar die groBen geistigen Anlagen noch
vorherrschend
vorhanden, aBer diese Anlagen werden zu eitel Schlechtem verwendet. Daher
BleiBen sie auch
was sind, und in der Geisterwelt giBt es keinen magereren Himmel, als da
ist der jüdische,
denn sie schachem auch dort, und des Goldes Glanz ist ihnen mehr, als das
intensivste Licht
der Wahrheit. -
[Er.01_074,016] Den Juden zunachst kommen die Mohamedaner, die einen
kleinen Teil von
Europa, ein Fünftel von Asien, und ein Achtel von Afrika Bewohnen. Diese
Mohamedaner
sind eine ABart der Juden und der Arianischen Christen, ihre Haupttugend
aBer ist Handel und
Krieg. Was sie durch den Handel nicht Bekommen konnen, das kaufen sie mit
Waff en in der
Hand; ihre Zeit wird aBer Bald zu Ende sein. -
[Er.01_074,017] Den hochsten Lohn ihrer kaufmannischen und kriegerischen
Bemühungen
setzen sie in lauter sinnliche Genüsse; daher ihr Elysium, wie sie sich's
einBilden, von lauter
allerschonsten jungen Madchen und Frauen strotzt, mit denen sie dann in
Ewigkeit ihr
unzüchtiges Wesen zu treiBen hoffen, ohne daBei in ihren sinnlichen
Gefühlen aBgespannt
und müde zu werden.
[Er.01_074,018] Einige unter ihnen stellen sich ihr Elysium so vor, daB der
Boden desselBen
mit lauter allerweiBesten und allerschonsten WeiBerBrüsten gepflastert ist,
auf welchen sie so
ganz Behaglich herumwandeln werden, und die Frauen und die Madchen wachsen
in stets
frischer Gestalt wie die Pilze aus der Erde; und sie konnen sich derselBen,
so oft sie woUen,
Bedienen, und daBei in voUster Entzückung ausrufen: Wie herrlich und groB
ist unser Allah!
[Er.01_074,019] So stellen sie sich auch die Baume in ihren elysischen
Garten als lauter
schone WeiBerkorper vor, ungefahr wie einst die Griechen und Romer sich ein
gewisse Gottin
Daphne vorstellten, nachdem sie der ApoU in einen LorBeerBaum umwandelt
haBe. Diese
BaumweiBer sind voU Genitalien und lassen sich auch geBrauchen; das sind so
ungefahr die
HimmelsBegriffe der meisten Mohamedaner, woBei, versteht sich, die
ausgezeichnetsten
LieBlingsspeisen und Getranke mit zu verstehen sind.
[Er.01_074,020] DaB mit ihnen in der Geisterwelt sehr schlechte Aspekten zu
erwarten sind,
versteht sich von selBst; daher ware es um Papier und Tinte schade, da noch
ein Mehreres
davon zu Berühren.
[Er.01_074,021] Es versteht sich aBer auch von selBst, daB sie darum nicht
zu verdammen
sind, well sie sich auf diesem Irrwege Befinden, und es wird in der
geistigen Welt für sie
gesorgt sein, daB sie auf dem rechten Weg kommen; nur so lange sie
„Mohamedaner"
BleiBen, giBt es für sie keine Bestimmung im Geisterreiche. Was soUen sie
auch tun? Das, was
sie glauBen, darf nicht zugelassen werden; daher sind sie DrüBen wie
Irrende, die nicht
wissen, wohin sie sich wenden soUen. -
[Er.01_074,022] NeBen den Mohamedanem Befinden sich die Braminen, welche
ihr Un wesen
in Mittelasien und auch in einem Telle Südasiens treiBen. Diese Menschen sind
lauter
geheimnisvoUe Wundermanner, Bei ihnen ist nichts als Wunder üBer Wunder,
sie selBst
wirken nichts als Wunder, und ihr Hauptstudium ist, der guten wie der Bosen
Gottheit ihre
Wunderkrafte aBzuspicken, und selBst allerlei Wunder zu wirken.
[Er.01_074,023] Jedermann sieht leicht ein, daB da schon viel satanische
Machination mit im
Spiele ist; denn Bei ihnen ist das Kastenwesen noch voUkommen zu Hause. Der
gemeine
Mensch ist verdammt, ewig dumm zu BleiBen, damit er die
taschenspielerischen
Wunderwerke seiner geistlichen Kaste nicht durchschaut.
[Er.01_074,024] Wehe dem, der es da wagen mochte, einen Bramasdiener zu
Befragen, wie er
ein Wunderwerk verüBt hat; denn für's erste Vergehen dieser Art wird der
Vorwitzige BloB
mit einer Unzahl Prügel zurückgewiesen, ein zweites Betreten aBer kostet
ihm schon das
LeBen, oder wenigstens die Augen und die Zunge.
[Er.01_074,025] DaB diese üBeraus schmutzige Erdeinwohnerschaft im
Geisterreiche eine
noch schlechtere RoUe spielt, als die Mohamedaner, Braucht kaum naher
erwahnt zu werden.
Geister von diesen Braminenmenschen müssen ganz in die Polargegenden der
Erde versetzt
werden, wo es die groBte Ode giBt, wenn sie nach vielen Jahren soUten für
Christum
aufnahmefahig werden. Das ist aBer auch alles, was man von ihnen sagen
kann; daher
nachstens zu einer anderen Partei.
Kp. 75 Die Chinesen, als ZoroasterBekenner, etwas Besser, doch Fatalisten
und Linealisten,
daher dort alles klassenmaBig. Radikale Kuren daselBst. Sie (die Chinesen)
haBen neBen dem
groBen Gotte kleinere Hausgotter. Schone (!) nützliche Bürgerliche
Einrichtungen neBen den
Dummheiten, manch musterhaft Gutes derselBen. Sie sind das zahlreichste und
meist
Begüterte Volk. Als Stoiker alia Confuze sind sie DrüBen schwer fortschrittlich.
Ihre
diogenische SelBstzufriedenheit verachtet alle Himmel, und selBst die
Herrlichkeit der ewigen
LieBe des AUmachtigen.
(Den 30. April 1847.)
[Er.01_075,001] NeBen den Braminen stehen fast auf gleicher Stufe die
Chinesen, welche die
sogenannte Religion des Zoroaster haBen. Diese Menschen sind zwar nicht so
wundersüchtig,
und daher in ihrer Art urn ein Haar Besser, als die Braminen; aBer dessen
ungeachtet sind sie
in der eigentlichen Bildung gegen wahre Christen doch üBeraus weit zurück,
denn sie sind
einerseits Fatalisten, und andererseits aBer dennoch selBst die strengsten
Linealisten, welche
in allem ihrem Tun und Lassen das „Bis hierher und nicht welter"
festgestellt haBen.
[Er.01_075,002] Ihre Wohnhauser, ihre Kleidung müssen stets dieselBe Form
haBen; also
auch sind Speisen und Getranke für jede Klasse und für jedes Fest genau
Bestimmt, wie auch
ihre Komplimente und ihre Reden. Es darf nicht vervollkommnet, aBer auch
nichts
verschlechtert werden.
[Er.01_075,003] Die Krankheiten werden klassenmaBig Behandelt; die
gemeinste Volksklasse
wird allezeit durch's Prügeln kuriert, denn sie sagen: Fine innere
Krankheit wird dadurch auf
die Haut gelockt; diese darf dann, wenn sie einmal gehorig Blau geprügelt
worden ist, nur auf
mehreren Stellen aufgeschnitten werden, so geht dann aller Bose Stoff
hinaus.''^^^
[Er.01_075,004] Die Cholera wird neBen dem Prügeln und Hautaufschneiden
auch mit
ABschneiden der Zunge kuriert. Das Militar wird fast auf ahnliche Weise
kuriert, wenn es
krank wird; nur kommt auf die Prügelei gewohnlich ein Pilaster, welches aus
einer Art Pech
Besteht. Dieses Pilaster wird ziemlich heiB auf den Rücken und auf den
Bauch gestrichen, und
BleiBt dann so lange droBen, Bis es von selBst heraBfallt.
[Er.01_075,005] Die noBleren Klassen werden mit RhaBarBer und Chinarinde
kuriert; die
HofBeamten und der Kaiser allein haBen das Recht, in ihrem Erkrankungsfalle
die ganze
Apotheke zu geBrauchen, welche aBer nur im allerreichsten Falle aus zehn
Medizinen Besteht.
Das BleiBt immer gleich; wem es hilft, dem hilft es, wem aBer das nicht
hilft, der war zum
SterBen Bestimmt. -
[Er.01_075,006] Sie haBen neBst dem Einen groBen Gotte, den sie als das
hochste Wesen
verehren, noch eine Menge Hausgotter, welche ihnen in kleinen Dingen
Behilflich sein soUen;
aBer mit diesen Hausgottem hat es zumeist ein sehr miBliches Bewandtnis,
und es hat mit
ihnen keinen Bestand; denn wenn ein Chinese seinen Hausgott um etwas angeht,
und dieser
kann es ihm ganz natürlich nicht gewahren, so wird ein solcher Gott Bald
seines Amtes für
verlustig erklart, darauf von seinem Standpunkte sehr unsaft heraBgenommen,
und drei
Stunden lang geprügelt.
[Er.01_075,007] Darauf kommt so eine Gottheit in eine alte Rüstkammer, und
wird auf diese
Weise gewisserart pensioniert. Wenn dann schon eine Menge solcher Gotter in
der Pension
''^'' Was die Aussage der derBen Kuren Betrifft, so ist hier nicht die etwa
aucli im 19. Jalirliundert in Clüna
existierende Volksmedizin gemeint, sondern allein die staatlich verordnete.
steckt, so wird dann mit ihnen ein Autodafe gehalten, und ihre unnlitze
Asche wird in einen
FluB geworfen.
[Er.01_075,008] Also sind sie auch mit der Anlegung ihrer Wege sehr
eigentümlich. Ein Weg
darf Bei ihnen nie üBer einen Grand gehen, sondem entweder in einen GraBen,
in dem nichts
wachst, Oder in dem irgend ein Bach flieBt, was aBer seltener der Fall ist;
denn die Chinesen
wissen auch die GraBen voU zu machen. Daher sieht man gewohnlich Brücken,
welche sich
viele Meilen weit Ziehen, und zwar auf dem trockenen Boden, damit unter der
Brücke das
Erdreich noch Benutzt werden kann.
[Er.01_075,009] Diese Art ist zwar gut, wenn sie Besser konstruiert ware;
aBer manchmal sind
diese Brücken so schlecht, daB der Wanderer kaum darüBer zu kommen vermag,
und Bricht
irgendwo die Brücke durch, so muB der Durchgefallene, wenn er noch am LeBen
geBlieBen
ist, den Schaden ersetzen, was eBen nicht selten geschieht, da solch eine
Brücke eine
Bestimmte Anzahl von Jahren dauern muB. Wird sie vorher schlecht, so wird
nichts daran
geBessert, auBer wenn irgendwo ein Wanderer durchgefallen ist, da muB er
sie ausBessern.
[Er.01_075,010] NeBen diesen Brückenwegen giBt es wohl auch einige
HeerstraBen, welche
lediglich für schweres Fuhrwerk und für's Militar Bestimmt sind. Diese
HeerstraBen sind nie
trocken und nie ohne Kot, denn diese werden gewohnlich nach dem Rinnsale
eines Baches
geführt, aus welchem Grande die Chinesen auch meistenteils BarfuB gehen;
nur wenn sie die
StraBe verlassen, waschen sie sich die FüBe, und ziehen dann erst ihre sehr
gespitzten
Sandalen an.
[Er.01_075,01 1] Die Grandstücke sind fast wie in Japan aBgegrenzt, nur
nicht mit jenen
Strafen Bei UBertretung der Grenze Belegt. So ist auch noch gegenwartig in
vielen Punkten die
Zahl der Kinder Bestimmt, die ein Landmann oder Bürger haBen darf; hat er
mehr, so muB er
das sogleich der Behorde anzeigen, welche ihm dann das Vertilgungsedikt
erteilt.
[Er.01_075,012] Zum Vertilgen üBerzahliger Kinder werden gewohnlich die
GeBurtshelferinnen geBraucht; allein diese wissen jetzt genau, daB Europaer
ihnen solche
Kinder aBkaufen, daher Bringen sie, wo nur immer tunlich, solche Kinder auf
den Markt, wo
es auch kinderlosen Chinesen gestattet ist, dergleichen Kinder anzukaufen.
[Er.01_075,013] DaB dieses Volk neBst gar vielen Dummheiten, die manchmal
sogar
Bedeutend grausam aussehen, aBer auch manches musterhaft Gute Besitzt, und
meistens sehr
nüchtern ist, das konnt ihr eBenfalls versichert sein; darum aBer hat es
auch fast Bestandig
Frieden, und hat, oBschon die groBte Volkszahl in der Welt, aBer auch den
groBten irdischen
Reichtum.
[Er.01_075,014] DaB aBer mit diesem Volke also, wie es ist, in der geistigen
Welt nichts zu
machen ist, versteht sich von selBst. AuBerst Behutsam muB da mit ihnen
umgegangen sein,
wenn sie für das wahre Reich der Himmel soUten gewonnen werden; denn sie
sind zufolge
ihres Linealismus und Terminismus durchgangig lauter Stoiker, nach der
Lehre ihres
Konfuzius.
[Er.01_075,015] Wie schwer aBer Stoiker für ein Besseres Licht zuganglich
sind, ist schon
einmal gezeigt worden, und zwar in der Darstellung der geistigen Sonne. Man
wird nicht
leichtlich auf der Erde auBer den Japanesen ein Volk finden, das so streng
wie dieses seine
Gesetze und Lehren BeoBachtet; aBer eBen aus diesem Grande gelangt es auch
zu jener
diogenischen SelBstzufriedenheit, welche es um keinen Preis will fahren
lassen.
[Er.01_075,016] Wo aBer diese SelBstzufriedenheit den hochsten
Kulminationspunkt erreicht
hat, da ist alles andere eine Bare Null; alle Himmel und alle Herrlichkeit
der Engel, ja Meine
eigene allerhochste Herrlichkeit konnen ihr gegenüBer sich kein UBergewicht
verschaffen.
Warum? ist, wie gesagt, in der geistigen Sonne, und zwar in der ABendgegend
des
allgemeinen Geisterreiches zur Genüge gezeigt worden.
[Er.01_075,017] DaB aBer diese Menschen durchgehend Stoiker sind, konnet
ihr schon aus
ihrer Staatseinrichtung ersehen; dieses Volk halt sich für das Volk in der
Mitte, es halt sich für
Bewohner des himmlischen Reiches, und seine Vortrefflichkeit in AUem
üBerwiegt AUes auf
der Erde. Ihr Kaiser ist ein reiner Sohn des Himmels, und stammt linea
recta aus der Sonne.
Aus diesem Grunde vermeidet dieses Volk auch, so viel als moglich, jede
Gemeinwerdung
mit den üBrigen Volkern der Erde, und will sich von niemanden Belehren
lassen; denn es weiB
selBst alles am allerBesten.
[Er.01_075,018] Wie es aBer schon auf dieser Erde schwer ist, einen
Chinesen für etwas
Besseres eingenommen zu machen, und ihn zu einem anderen GlauBen zu
Bringen, also ist es
noch urn's Vielfache schwerer, den Geist eines ABgeschiedenen zur Besseren
UBerzeugung zu
Bringen.
[Er.01_075,019] Da wir aBer nun dieses Volk in so weit kennen, als es für
den vorgesteckten
Zweck notig, so woUen wir uns auch nicht langer mehr Bei ihm aufhalten,
sondern sogleich zu
einem anderen üBergehen.
Kp. 76: In Asiens Mitte, im hohen TiBet, leBt ein Volk, das noch die uralte
patriachalische
Verfassung hat. Deren ReligionsBasis die ungetrüBte Sanskrit (heilige
Schrift der Urzeit) mit
der Zenda vesta (d.h. die heiligen Gesichte, die Kriege Jehova's und das
Buch der Propheten
enthaltend) ist. DaselBst auch Spuren der Entsprechungswissenschaft.
AUgemeiner
Mystizismus ersten Ranges. Sie glauBen fest an Einen Gott, aBer mit
unsinniger Ehrfurcht.
SonderBare BuBüBungen dorten. RoUe dieser Theokraten in der Geisterwelt.
Von der
Schwierigkeit des ChristusglauBens für einen Deisten. Vorzüge und gute
Eigenschaften dieses
Volkes. Gastfreundschaft.Arme ein Heiligtum. Evangelium der Armut.
(Den I.Mai 1847)
[Er.01_076,001] Ganz in der Mitte von Asien, im hohen TiBet, leBt noch ein
Volk, welches
die uralte patriarchalische Verfassung hat. Unter alien alten Religionen
der sogenannten
Parsen und GeBem ist die Religion dieses Volkes noch die am meisten
ungetrüBte.
[Er.01_076,002] Sie haBen noch die eigentliche Sanskrit, in welcher von der
Zenda vesta
gehandelt wird; denn die Sanskrit ist die heilige Schrift der Urzeit, und
die in dieser Schrift
enthaltenen Geheimnisse Namens Zenda vesta, in eurer Sprache: „die heiligen
Gesichte", sind
historische UBerlieferungen von den mannigfaltigen gottlichen wunderBaren
Führungen des
Menschengeschlechtes in der Urzeit.
[Er.01_076,003] Es ist darum falsch, so hie und da manche die Sanskrit und
die Zenda vesta
als gewisserart zwei Bücher annehmen; das Ganze ist nur ein Buch, und
dieses ist aBgeteilt in
das Buch der Kriege Jehova's, und in das Buch der Propheten.
[Er.01_076,004] Da aBer eBen die Propheten durch ihre heiligen Gesichte die
Taten Gottes
BeschreiBen, so sind diese scheinBaren zwei Bücher eigentlich nur ein Buch,
welches sich Bei
den oBBenannten Bewohnem des hohen TiBet noch ziemlich unverfalscht
vorfindet, und
ungefahr dasselBe enthalt, was Ich euch im von euch sogenannten Hauptwerke
(Die
Haushaltung Gottes Band 1) aus der Urzeit mitgeteilt haBe; nur ist dort
alles noch in der
Ursprache in lauter geheimnisvoUe Bilder eingehüllt, die für die neue Zeit
schwer oder gar
nicht zu entratseln sind^'^^l
^'^^'Das Nochvorhandensein dieses auch in der BiBel gedachten uralten
Buches ist scüon im vorigen Jahrhunderte
durch SwedenBorg kurz Berichtet, und dessen von Geistern empfangene Kunde
hiervon ungefahr 40 Jahre darauf
durch einen Missionar von TiBet aus Bestatiget worden. - Einer künftigen
Entratselung der uralten Sanskrit-
Sprache und Bilder durch gelehrt-mühsamste Hieroglyphik aBer wird's hier
nun wohl nicht Bedürfen, da der
[Er.01_076,005] Bei einigen Patriarchen dieses Volkes ist wohl noch etwas
von der alten
Weisheit vorhanden, durch welche diese alte Schrift mittelst Entsprechungen
dem
menschlichen Verstande naher geBracht wird, aBer von einer voUig
gründlichen Erlauterang
kann da keine Rede sein; denn wo dergleichen Geheimnisse nicht aus Meinem
Lichte konnen
erlautert werden, da BleiBen sie stets in einem gewissen Zwielichte, in
welchem man leicht
einen alten halBverfaulten Baumstock für einen Baren ansieht.
[Er.01_076,006] Man wird da voll Furcht, und eine Geheimnistiefe macht der
andern Platz,
wenn aBer die Sonne aufgeht, da verschwinden alle die tiefen mit Furcht und
Angst Beladenen
Geheimnisse, und der mysteriose Bar wird zu einem ganz natürlichen
halBverfaulten
Baumstocke.^'^^
[Er.01_076,007] So ist es auch mit diesen uralten mysteriosen Bilderschriften;
da glauBt der
Betrachter darinnen Tiefen üBer Tiefen, und Weisheit üBer Weisheit
entdecken zu müssen.
Fin jedes Hackchen scheint eine Sonnenenthüllung in sich zu fassen; allein
kommt jemand in
Mein Licht so werden all' diese Geheimnisse schwinden, und er wird in einer
sole hen Schrift
nichts als eine getreue Frzahlung jener freilich wunderBaren Tatsachen
finden, welche Ich an
den Menschen dieser Frde ihrer VoUendung wegen haBe verüBen müssen.
[Fr.01_076,008] ABer eine solche Frklarung findet sich freilich Bei unseren
HochtiBetBewohnem nicht vor, aBer dafür eine für euch kaum glauBliche
Geheimniskramerei;
denn dieses Volk ist so voll Mystizismus, daB es in dieser Hinsicht wohl
den ersten Rang auf
der ganzen FrdoBerflache einnimmt.
[Fr.01_076,009] Da giBt es viele, die mit Stemen formlich reden, die
Tiersprache verstehen,
auch mit den Baumen und mit dem Grase, wie auch mit den Felsen sich in's
Finvernehmen zu
setzen festen GlauBens sind.
[Fr.01_076,010] Finige unter ihnen konnen sich sogar, ihrer Meinung nach,
voUig unsterBlich
machen; wieder andere machen sich unsichtBar, und die meisten aBer sind
ganz vertraut mit
den Geistern, und leBen fortwahrend in ihrer Gemeinschaft.
[Fr.01_076,01 1] Bei alledem glauBen sie aBer dennoch fest an Finen Gott,
vor Dem sie aBer
eine so unendliche Fhrfurcht Besitzen, daB sie sich Seinen Namen nie
auszusprechen
getrauen.
[Fr.01_076,012] Nur allein dem alleraltesten Patriarchen ist es im Jahre
einmal gestattet, den
Namen Gottes auszusprechen, jedoch an einem solchen Orte, der für sonst
Niemand
zuganglich ist; und an dem Tage, an welchem dieser Name ausgesprochen wird,
muB alles
diese Lehre Bekennende Volk vom Aufgange der Sonne Bis zu ihrem Niedergange
auf den
Angesichtem liegen, und weder Speise noch Trank zu sich nehmen.
[Fr.01_076,013] Fhrfurcht vor Gott dem Herrn ist freilich wohl recht, aBer
der Grundsatz:
„Von was immer allzuviel ist schadlich," findet auch hier seine
Anwendung. Denn Fhrfurcht,
wenn sie eine solch horrende UBertreiBung Bekommt, zerstort die LieBe;
diese allein aBer ist
und BleiBt ewig die GrundBedingung alles LeBens.
[Fr.01_076,014] Jede Furcht, wenn sie Bis auf den hochsten
Kulminationspunkt gesteigert
wird, ist todlich, und zerstort mit der Zeit alles Gute; nur die LieBe
allein vermehrt das LeBen
stets in dem Grade, wie sie selBst vermehrt wird.
Herr in Seiner gnadenvollsten LieBe und Weisheit SelBst seit dem Jahre 1840
unter anderem auch die
Urschopfung und die Urgeschichte der Menschheit Bis nach der Sündflut,
gleichsam auf s Neue, und zwar in
Bewundernswürdigster Klarheit und zu entsprechendstem geistigen Verstandnis
in deutscher Sprache
kundzugeBen Sich heraBgelassen hat! - Johannes Busch.
^'^^' Siehe den Vergleich LorBer Veden Bei Schult "Die Veden und
Upanishaden"
[Er.01_076,015] Zufolge dieser allertiefsten Ehrfurcht vor dem Namen Gottes
sind Bei diesem
Volke aBer auch eine Menge hochst alBemer und lacherlicher BuBen gang und
geBe, welche
wohl auch Bei den Braminen anzutreffen sind, weil die Braminen gewisserart
ABkommlinge
dieses Volkes, wie jener Religion sind; aBer in vollster Ausdehnung sind
sie noch Bei unseren
HochtiBetanern zu Hause.
[Er.01_076,016] Nicht selten wird man hier zwanzig Jahre auf einem Flecke
stehende BüBer
antreffen, auch hangende BüBer, die sich irgend einen Haken durch die Haut
Ziehen, und sich
dann mittelst eines Strickes auf einem Baume aufhangen lassen, wo sie so
lange hangen
BleiBen, Bis entweder der Strick aBgefault ist, oder die Haut üBer dem
Haken; denn sterBen
konnen nur wenige Bei einer solchen BuBoperation, weil sie von ihren
Angehorigen flir's
Erste an der Stelle der Verwundung allersorgfaltigst mit kühlenden und
heilenden Olen
Begossen, und für's Zweite mit der Besten Kost, die sie haBen, taglich
dreimal gespeist
werden.
[Er.01_076,017] So giBt es auch einige BüBer, die sich mit schweren Ketten
Belegen, und sich
sodann üBer GraBen, Hügel und SteingeroUe zehn Jahre lang herumwalzen, und
nicht selten
einen Weg von 200 Meilen machen, freilich nicht in gerader Richtung.
Dergleichen BuBwerke haBen sie eine groBe Menge, welche nichts als Folge
ihrer zu
üBertrieBenen Ehrfurcht vor dem Namen Gottes sind.
[Er.01_076,018] Diese jetzt noch fast ganz alleinigen Theokraten verrichten
in der
Geisterwelt eBen auch keine denkwürdige RoUe; denn auch sie müssen früher
Christum
annehmen, was ein ziemlich schweres Stück ArBeit aBgiBt, woran eBen ihre zu
unendlich
hohe Vorstellung von Gott schuld ist.
[Er.01_076,019] Diese macht ihnen voUkommen unBegreiflich, wie Gott Sich
hat zu einem
Menschen heraBwürdigen konnen, und noch unBegreiflicher, wie Er Sich hat
von den
Menschen sogar kreuzigen lassen.
[Er.01_076,020] Geht aBer Christus schon hier Bei euch einem rechten
Deisten nicht ein, wie
viel weniger erst diesen Menschen, die unter alien Volkern der Erde von
Gott die
allerungeheuerste mysteriose-erhaBenste Vorstellung haBen. Da konnte man
auch sagen: Den
Menschen ware so etwas nicht moglich, Bei Gott aBer sind alle Dinge
moglich.
[Er.01_076,021] Im üBrigen aBer hat dieses Volk Besonders gegen Fremde und
Arme üBeraus
loBenswerte Eigenschaften. Da Besteht noch die uralte vollkommene
Gastfreundschaft; wer
dahin kommt, wird so lange Bestens verpflegt, als er dort zu BleiBen
willens ist. Jeder Dienst
wird ihm Bereitwilligst willfahret, wenn er nicht irgend zu sehr mit ihren
Religionsgesetzen
im Widerspruche steht.
[Er.01_076,022] Steht aBer irgend ein Begehren nur in einem maBigen
Widerspruche mit
ihren Religionsgesetzen, so wird es auch dennoch aus Achtung für den
Fremden gewillfahret;
aBer der dadurch dem Fremden sich wider sein Gesetz Opfernde üBt dann zur
Reinigung
seiner Person die vorgeschrieBene BuBe freiwillig.
[Er.01_076,023] Arme werden als eine Art Heiligtum Betrachtet, und man
konnte sagen:
Wohl dem, der dort arm geBoren ist; denn dem geht es Besser, als alien noch
so
WohlhaBenden dieses Volkes. ABer so gut das ist, wenn man sich der Armen
annimmt, so
nachteilig auch wirkt eine zu üBertrieBene Barmherzigkeit gegen die Armen;
denn da sucht
dann Bald jedermann, den das ArBeiten nicht freut, wo nur immer moglich arm
zu werden,
weil er als solcher wohl weiB, daB er dann von den andern auf den Handen
getragen wird.
[Er.01_076,024] Es ist zwar Bei diesem Volke ein Gesetz, nach welchem
jemand als Armer zu
Betrachten ist; Arme sind Bei diesem Volke nur Lahme, Krüppelhafte, Blinde,
TauBe, auch
verstümmelte und arBeitsunfahige BüBer, und Greise von 70 Jahren und
darüBer. Diese
Armen werden mit der groBten Achtung und Zuvorkommenheit Behandelt; aBer
eBen diese
ausgezeichnete Behandlung giBt nicht selten AnlaB, daB sich arBeitsscheue
Menschen selBst
verstümmeln, um dann in die Klasse der Armen aufgenommen zu werden.
[Er.01_076,025] Hier ist also von dem: „In medio Beati" nicht viel zu
finden. Es ist, wie Ich
schon gesagt haBe, sehr recht, den Armen Gutes zu tun, es ist gut die
Durstigen zu tranken,
die Hungrigen sattigen, die Nackten Bekleiden, und die Gefangenen erlosen;
aBer Arme
formlich auf einen Thron hinaufsetzen, das solle nicht sein, denn die Armut
soil immer eine
Prüfung des Geistes verBleiBen, und der Arme soil vielmehr Bei Mir, als Bei
den Menschen
Hilfe suchen und finden.
Nachdem wir nun dieses Volk haBen kennen gelemt, und Bei ihm nicht viel
mehr zu erlemen
ist, so woUen wir uns das nachste Mai wieder zu einem andern wenden.
Kp. 77. Die jetzigen Japanesen stammen aus Mittelasien, ihre Religion, eine
Potpourri mit
Menschenopfer. Diese hochgradigen Stoiker sind hochst schwer zuganglich
jenseits. Der
jenseitige Ort dieser Geister ist gefahrlicher als die HoUe selBst, so, daB
auch kein Geist von
unten sich ihnen nahen kann. Japanesische Tugenden. Der Japanese der
tugendhafteste
Mensch. SelBstzufriedenheit, seine Glückseligkeit. Geistige Gefahren daBei,
GottentBehrlichkeit. Philosophie dieser Stoiker. Ganz Besondere
Eigentümlichkeit. GroBe
Geistesgefahr des Deistischen Stoizismus.
(Den S.Mai 1847)
[Er.01_077,001] Zunachst den Braminen, Chinesen und unseren
HochtiBetsBewohnern
kommen als Religionsverwandte die Japanesen, welche, wie sie jetzt sind,
eBenfalls aus
Mittelasien aBstammen. Sie sind, was Religion Betrifft, ein Gemisch; sie
sind in dieser
Hinsicht wie ein sogenanntes Potpourri, haBen aus AUem etwas, und im Ganzen
doch nichts.
[Er.01_077,002] Sie sind Braminen, Zoroasters, Parsen und GeBern, und somit
Dalai-
Lamaisten, aBer zugleich auch wie die Braminen Ormuzisten; welch' letztere
Weise, auch die
Bose Gottheit anzuBeten, sie noch zu Menschenopfem notigt.
[Er.01_077,003] Sie nehmen es mit diesen Menschenopfem wohl freilich nicht
so genau, aBer
genug, daB solche Opfer noch gang und geBe sind; es müssen dennoch zu
gewissen Zeiten die
schonsten KnaBen und Magdlein geopfert werden.
[Er.01_077,004] Es werden zwar diese KnaBen und Magdlein nicht mehr
geschlachtet, wie es
einmal der Fall war; dafür aBer muB dann eine doppelte Anzahl
StaatsverBrecher in's Meer
sich versenken lassen.
[Er.01_077,005] Ein Mehreres darüBer haBt ihr schon Bei einer anderen
Gelegenheit
empfangen, was, so ihr woUet, dahier hinzugefügt werden kann.
[Er.01_077,006] Aus allem aBer werdet ihr auch ersehen, daB mit diesen im
hochsten Grade
stoischen Japanesen in der geistigen Welt noch weniger zu machen ist, als
mit den anderen
Bisher angeführten asiatischen Volkern? Denn Bis jetzt existiert naturmaBig
wie geistig kein
Volk auf der ErdoBerflache, das wegen seines im hochsten Grade
ausgeBildeten Stoizismus
unzuganglicher ware.
[Er.01_077,007] ABer doch leichter noch ist es, sich diesem Volke
naturmaBig zu nahen, als
wie geistig im Geisterreiche, wo es sich derart verschanzt halt, daB es
nicht leicht moglich ist,
sich ihm ohne irgend einen Schaden zu nahem; denn sein Stoizismus
entwickelt eine eigene
Art geistiger Sintflut, dem nur Engelsgeister aus dem dritten Himmel
opponieren konnen.
[Er.01_077,008] Geister unterer Art dürfen diesen Ort nicht Betreten, denn
er ist arger wie die
eigentliche HoUe selBst. Das Rarste Bei der Sache aBer ist, daB sich ihnen
auch kein Geist aus
der eigentlichen HoUe nahen darf. Wenn er so etwas wagen würde, so wlirde
es ihm aBer auch
da alsogleich um tausend Mai schlechter gehen, als in der untersten HoUe
selBst.
[Er.01_077,009] Er würde augenBlicklicli gefangen genommen, gefesselt, und
auf die
allersclirecldicliste Weise gepeinigt werden; denn ilir wisset, daB die
sogenannten Teufel die
Demut am allerwenigsten leiden konnen, so wie aucli die Walirlieit und die
Aufriclitigkeit und
die damit verBundene Genügsamkeit, die alles euch DenkBare üBertrifft. -
[Er.01_077,010] Alle diese Tugenden: Demut, Aufrichtigkeit, strengste
WahrheitslieBe,
Dienstfertigkeit, SelBstverleugnung Bis in den tiefsten Kulminationspunkt,
dann eine
OrdnungslieBe, die kein zweites Beispiel auf der Erde aufzustellen hat, die
groBte
Gastfreundschaft unter sich, die strengste Gerechtigkeit, und vollkommene
Geringschatzung
des LeBens, das alles findet man Bei den Japanesen in einem solchen Grade
ausgeBildet, von
dem ihr euch keinen Begriff machen konnet.
[Er.01_077,01 1] Von der UBertretung irgend eines Gesetzes ist da nie die
Rede, und hat
jemand zufalliger Weise ohne sein Wissen und WoUen einen Fehltritt getan,
so sucht er selBst
die strengste Züchtigung dafür nach.
[Er.01_077,012] Man kann da sagen: Der Japaner ist in seiner Art der
tugendhaf teste Mensch
auf der ganzen ErdoBerflache; von einer Sünde ist Bei ihm nie die Rede,
aBer eBen in dieser
Tugend, die er genau erfüllt, sucht er auch seinen groBten Lohn, und die
SelBstzufriedenheit
ist seine hochste Glückseligkeit.
[Er.01_077,013] Das sehr Schlimme Bei dieser Sache ist freilich, daB er
dieser seiner
stoischen SelBstzufriedenheit wegen keinen Gott Braucht, wenn er schon an
Ihn glauBt; und
statt Gott zu lieBen, und Ihm seine HerzensdankBarkeit zu Bezeigen, macht
er Ihm nur
Vorwürfe darum, daB Gott ihn zu einem weisen Wesen gemacht hat, und
üBerhaupt zu einem
Wesen, das sich seiner selBst und der etwaigen Bedürfnisse BewuBt ist.
[Er.01_077,014] Bei ihm ist alles Verschwendung und unnützer Prunk; denn
der Japanese
sagt: Es ist viel Besser gar nicht, als unnütz sein, nun aBer sieht er ein,
daB er Gott in nichts
nützen kann, und Betrachtet sich daher als rein üBerflussig, und wirft Gott
die Unweisheit vor,
und sie sagen noch dazu: „Zu einem Spielzeuge für Gott sind wir in Seinem
AnBetracht zu
nichtig und zu schlecht, in unserem AnBetracht aBer zu gut und zu edel,
indem wir Gott lieBer
zu etwas nützen würden, wenn es moglich ware, Ihm, dem AUmachtigen, einen
Dienst zu
erweisen; so aBer sind wir da, und keine Weisheit vermag es zu entratseln
wozu? Unsere
Verehrung und unser Opfer reicht kaum Bis zu den hochsten Bergspitzen; was
soil sie Ihm
sein. Den die Erde, Sonne, Mond und Sterne kaum vemehmlich preisen konnen?
Wir pflügen
wohl die Acker, aBer dennoch zeigt Er, daB die Walder und die Wiesen durch
Seinen Hauch
Besser Bestellt sind, als unsere Acker. Wir Bauen auch Schiffe; was sind
sie aBer gegen die
Schwimmfahigkeit der Fische, und gegen die Flugkraft der Vogel? Wir Bauen
groBe Palaste
und Tempel; aBer was sind sie gegen Seine Erde und gegen Berge, die auf
derselBen sind
wunderBar geBaut von Seiner Hand?
[Er.01_077,015] „Hat Er uns etwa erschaffen, daB wir Ihn erkennen soUen,
damit Er dann ein
Freude hatte an unserer Erkenntnis üBer Ihn? Wann kann aBer ein unendlich
kleiner Wurm
den unendlich groBen Gott erkennen, wie Er ist? Wer in einer Art
unvoUkommen ist, ist das
auch in einer andern; wann kann Gott von uns eine vollkommene Erkenntnis
Seiner SelBst
erwarten? Sicher ewig nie; denn das Unvollkommenste kann das VoUkommenste
nie fassen,
so wenig als jemand in einen kleinen Topf das ganze Meer hineinschopfen
kann. Kann aBer
das Meer eine Freude haBen, wenn man aus ihm einen Topf voU nimmt? So wenig
kann auch
Gott eine Freude haBen, wenn wir aus seiner ganzen Unendlichkeit kaum das
kleinste
Fünkchen schaffen; freut Ihn aBer so etwas, so kann Er nicht weise sein, da
uns schon so
etwas unmoglich erfreuen kann, die wir nur hochst unnotwendiger Weise das
kleinste
Fünklein Seiner unendlichen Weisheit Besitzen."
[Er.01_077,016] Dergleichen stoische Philosopheme kursieren in üBergroBer
Fülle unter
diesen Menschen, und sind, wie ihr leicht ersehen konnet, den eigentlichen
satanischen
Maximen allerBlankst und schnurstracks entgegen; daher es, wie schon früher
Bemerkt wurde,
einem Teufel, der liBer alles herrschen will, hier am allerargsten geht,
wenn er in diese
Gegend kommt, wovor sich aBer die Bosen Geister auch ganz aBsonderlich
hliten; denn die
Prinzipien sind flir sie das AUerwidrigste, durch welche nicht nur allein
alle Herrschsucht,
sondem alles nur kaum denkBare Gewicht zur Seite geschoBen wird, durch
welches irgend
eine wenn noch so geringe Bewertung seines Wesens an den Tag gelegt werden
konnte.
[Er.01_077,017] Es wird aBer aus Dem auch ersichtlich, warum sich in eine
solche Gegend
nur die starksten Himmelsgeister BegeBen konnen. Der Grund liegt in dem,
well schwachere
Geister gar leicht von diesen seltenen Prinzipien konnten gefangen genommen
werden, und
das ist eBen das vorBesagte eigentümliche geistige Gift, vor dem sich
schwachere Geister auf
das sorgfaltigste hüten müssen.
[Er.01_077,018] Ihr selBst, wie ihr da seid, dürftet nicht mit einem so
recht stoischweisen
Japanesen zusammen kommen; wenn ihr seiner Sprache machtig waret, so konnet
ihr ihm auf
Tausend nicht Eines erwidern.
[Er.01_077,019] Aus dem Grande aBer lasse Ich es auch irdisch
politischerseits (vorerst) nicht
zu, daB die anderen Volker der Erde mit diesen Erzstoikem in irgend eine zu
nahe
VerBindung treten mochten, well sie nur zu Bald den Japanismus in der
ganzen Welt
ausstreuen konnten.
[Er.01_077,020] Denn ein Stoizismus für sich allein, wenn er sich
atheistisch gestaltet, ist so
gefahrlich nicht, indem er Bald verkümmert, well er keine Wurzeln hat; aBer
ein Stoizismus in
VerBindung mit dem strengsten Deismus ist das Gefahrlichste für den Geist,
well dieser
Stoizismus mit seinem strengen GottglauBen ganz natürlich eine
unvertilgBare Wurzel hat. -
[Er.01_077,021] Euch in sein Wesen welter einzuweisen, ware sehr unnütz und
sogar
schadlich; daher woUen wir unsere Japanesen wieder verlassen, und zu einem
anderen Volke
üBergehen.
Kp. 78. Die UrBewohner von Borneo und Guinea, chinesische ABkommlinge.
Besonderheiten
derselBen. Regierung, Religion. Im Jenseits sind sie leichter zuganglich
als Chinesen.
(AUgemeine Reflexion üBer Irrsinnige und Behandlung derselBen.) Nach ihrer
Bekehrang
DrüBen sind sie die allerfestesten Geister.
(Den4.Mai 1847)
[Er.01_078,001] Nach den Japanesen kommen die Bewohner von den Bedeutenden
Inseln
Borneo und Guinea; es versteht sich von selBst, daB hier BloB von den
Ureinwohnern die Rede
ist, nicht aBer von den hie und da angesiedelten Europaern, die an den
Küsten wohnen.
[Er.01_078,002] Die Ureinwohner dieser Beiden Inseln sind, was leicht zu
Begreifen ist,
chinesische ABkommlinge; daher auch die Religion China's hier zu allermeist
gehandhaBt
wird, und auch gehandhaBt werden muB, well die jeweiligen Beherrscher
dieser Inseln noch
immer die OBerherrschaft China's anerkennen müssen, und müssen auch, wenn
es der Kaiser
von China verlangt, ihm einen TriBut Bezahlen.
[Er.01_078,003] In verschiedenen Dingen aBer weichen sie doch von der
chinesischen
Verfassung und Sitte aB; und somit hat es auch mit der Religion einige ABanderungen.
Der
Konig dieser Insel hat gewohnlich den Beinamen: die goldfüBige Majestat,
auch Sohn des
Mondes; nur Sohn der Sonne nicht, well dieser Ehrentitel BloB dem Kaiser
geBührt.
[Er.01_078,004] Der Konig hat demnach flir das Volk ein halBgottliches
Ansehen, und muB
zu gewissen Zeiten angeBetet werden, und müssen ihm auch Opfer, die er
Bestimmt, an dem
Bestimmten Tage reichlich dargeBracht sein.
[Er.01_078,005] Sind die Opfer nicht reichlich vorhanden, so werden die
opfemden Priester
auf die Erde gelegt und tüchtig durchgeprügelt, und es wird ein zweiter
Opfertag Bestimmt;
die Priester aBer, wann sie geprligelt werden, müssen so laut, als nur
immer moglich, heulen,
und dieses Geheul muB von jedermann nachgeahmt werden, der es hort. Da
geschieht es nicht
selten, daB in einem Tage das ganze Land in das klaglichste Heulen versetzt
wird.
[Er.01_078,006] Der Konig ist als ein HalBgott auch der weiseste unter
seinem Volke, daher
gehort zu seiner Verehrung auch die Nachahmung seiner Handlungen,
vorausgesetzt, so er es
wünscht und will; hustet demnach der Konig, so muB Bald das ganze Land
husten; rauspert er
sich, so muB sich alles rauspem; setzt er sich nieder, so setzt sich alles
nieder im Lande,
natürlich Bei der ankommenden gewisserart telegraphischen Nachricht, daB
sich der Konig
gesetzt hat.
[Er.01_078,007] Das geschieht freilich nicht permanent, sondem nur in den
Tagen, wenn der
Konig solches haBen will.
[Er.01_078,008] So darf auch niemand, auBer der Konig und der oBerste
Priester, das hochste
Wesen anbeten, well das gemeine Volk nicht würdig ist, Gott zu verehren und
anzuBeten;
sondem jedermann, der von Gott eine Gnade haBen will, muB zu einem
Priester, dieser zum
Oberpriester, und dieser erst zum Konige gehen, damit dieser als der allein
Würdige, Gott das
Anliegen seines Volkes vorzutragen, die verlangte Gnade für Den erBitte,
dem es darum zu
tun ist.
[Er.01_078,009] Würde es jemand wagen, allein sein Anliegen dem hochsten
Wesen
vorzutragen, und kame das auf, so wird er als ein Frevler und
sakrilegischer Schander der
alleinigen koniglichen Majestat gewohnlich mit dem Tode Bestraft; ist er
aBer von Besserer
Herkunft, so wird er entweder eine Stunde lang nach ihrer Zeitrechnung
geprügelt. Wann er
aBer reich ist und viel Gold Besitzt, so kann er sich von der Prügelei wohl
auch loskaufen;
aBer er muB für eine Stunde Prügel drei Stunden Gold für den koniglichen
Schatz messen.
[Er.01_078,010] DaB Bei diesem Messen auch viel feine Schliche und Kniffe
geBraucht
werden, versteht sich von selBst; da wird mit dem genauen Messen oft mehr
als 4/5 der Zeit
verBraucht, u.dgl. noch mehreres, aus welchem Grunde der Konig die
PrligelaBlosung für eine
Stunde auch in drei Stunden verwandelt hat. -
[Er.01_078,011] Damit aBer das Volk sich nicht leichtlich gegen dieses
allerstrengste GeBot
verfehle, so ist es ihm, so wie den Chinesen gestattet, Hausgotter
anzuschaffen, welche im
Namen des Konigs von den Priestern eingeweiht und dadurch kraftig und
wirksam gemacht
werden, welche Hausgotter in gewohnlichen üBeraus plump angefertigten
holzernen, auch
tonernen Pagoden Bestehen, die von dem Volke desto tiefer verehrt werden,
je alter und
schlechter sie aussehen. -
[Er.01_078,012] In diesem Stücke unterscheidet sich dieses Volk auch von
den Chinesen;
denn die Chinesen durchprügeln am Ende ihre Gottheiten, wenn sie ihnen
nichts genützt
haBen, aBer dieses Volk halt nur auf die recht alien Gottheiten, und zwar
aus dem Grunde,
well diese, da ihnen schon so viel geopfert wurde, leichter zu etwas zu
Bewegen waren, als die
neuen, die durch die Opfer und GeBete noch nicht so sehr geheiligt sind,
als die alien.
[Er.01_078,013] DaB mit so einem Volke in der Geisterwelt nicht viel zu
machen ist, das wird
leicht einzusehen sein; doch sind sie für das Christentum und für das reine
Evangelium Bei
weitem zuganglicher, als die Chinesen, und Besonders die Japanesen, nur
gehort dazu üBeraus
viel Geduld, und man muB mit ihnen wie mit Irrsinnigen umgehen, um sie auf
den rechten
Weg zu Bringen.
[Er.01_078,014] Denn wie die Irrsinnigen, so haBen auch diese eine Menge
hochst falscher,
aBer fixer Begriffe, welche wie alte KreBse in ihre Seele eingewurzelt
sind. Um sie zu heilen,
muB man eine formliche geistige Homoopathie anwenden, und sie fasten lassen
üBer die
MaBen, auf daB alles Schadliche sich in ihnen früher rein aufzehre, und sie
dann erst fahig
werden, eine neue Kost aufzunehmen und zu verdauen.
[Er.01_078,015] Wann aBer einer einmal geheilt ist, dann ist er aBer auch
fester als zehn
andere, und Besitzt einen Mut, und eine LieBe, die mit nichts zu
vergleichen ist, was ihr hier
kennt.
[Er.01_078,016] Solch ein Geist würde, wenn es moglich ware, eher tausend
Mai unter den
graBlichsten Schmerzen den Tod erleiden, als nur um ein Haar Breit von der
ihm
vorgeschrieBenen Ordnung aBweichen; aus welchem Grunde dann diese Geister auch
zum
Schutze jener Menschen gestellt werden, die eBen in diesen Gegenden wohnen,
und wann
selBige das Irdische verlassen, so sind diese Geister auch fast
ausschlieBlich dazu Bestimmt,
ihre Landsleute auf den rechten Weg zu Bringen.
[Er.01_078,017] Wie hier gezeigt wurde, geht es auf den Beiden Inseln mit
wenigen kaum
Bemerkenswerten Differenzen zu; nur sind die Bomeer etwas sanfter, als die
Guineer. Somit
waren wir mit diesen Beiden Volkern fertig, und woUen nachstens wieder ein
anderes zur
Betrachtung vornehmen.
Kp. 79. Die anderen asiatischen Klein-Insulaner. Die Javaner, ein eigener
Volksstamm; das
Innere (von Java) ungesund durch giftige Ausdünstungen. Deren sonderBarer
(janusartiger)
Gott. Sonstige ortlich Bedingte Eigentümlichkeiten. Das Tal des Todes mit
den
Bohonupas.(Baumen) Giftige Hohlen mit BrennBarem Gase. Sie haBen auch den
Koran und
die BiBel. Vorzüge dieser Menschen gegen die vorigen. Sie Begründen sich in
Nichts. (also
auch nicht im Irrtümlichen). Bedeutsamer Wink üBer die LieBe. Belehrung im
Jenseits.
Vorzüglichkeit der Bekehrten Geister dieses Volkes.
(Den 5. Mai 1847)
[Er.01_079,001] Mehr oder weniger ahnlicher Verfassung sind auch die
Bewohner der
meisten Inseln, von den Asien weit und Breit umgeBen ist, worunter freilich
einige fast schon
ganz die romisch-katholische oder die protestantische Religion Besitzen;
nur die Insel Java
macht eine eigentliche Ausnahme.
[Er.01_079,002] Diese Insel Bewohnt ein ganz eigener Volksstamm; es
versteht sich von
selBst, daB darunter nur die Ureinwohner zu verstehen sind. Die Insel
selBst wird von China
aus mittelst eines Vizekonigs Beherrscht, aBer dessenungeachtet gehoren die
Küsten zumeist
den Europaern; Das Innere des Landes ist jedoch von den Europaern noch gar
wenig Besucht,
well diese es da nicht zu lange auszuhalten imstande sind, oB der
mannigfaltigen giftigen
Ausdünstungen, die auf dieser Insel in Besonders hohem Grade zu Hause sind.
[Er.01_079,003] Die Ureinwohner dagegen sind da schon mehr gewisserart
akklimatisiert,
und ihr ganzer KorperBau ist zur unschadlichen Aufnahme dieser giftigen
Ausdünstungen Bei
weitem mehr geeignet, als der Europaer.
[Er.01_079,004] EBen diesem sonderBaren Klima zufolge haBen die Einwohner
den
sonderBarsten Begriff von der Gottheit; sie erkennen nur Einen Gott an,
aBer dieser Gott hat
gewisserart zwei LeiBer, welche am Rücken zusammengewachsen sind.
[Er.01_079,005] Auf diesen zwei LeiBern sitzt aBer ein Kopf, der zwei Gesichter
hat; der eine
LeiB ist ganz strahlend weiB, der andere aBer ganz dunkelgrau.
[Er.01_079,006] Am Tage wendet die Gottheit den weiBen Teil ihres LeiBes
und Gesichtes
den Menschen zu; Bei der Nacht aBer den dunkelgrauen.
[Er.01_079,007] Aus dem weiBen Teile geht lauter Gutes, aus dem dunklen
aBer lauter
Schreckliches und Boses hervor; daher getraut sich auch leichtlich niemand
zur Nachtzeit in's
Freie, weil ihm da nichts Gutes, sondern nur lauter Schreckliches und Boses
widerfahren
kann.
[Er.01_079,008] Der Grund liegt aBer darin, weil auf dieser Insel,
Besonders in den inneren
Talem derselBen, fortwahrend sich eine giftige Luft entwickelt, welche
Europaer toten, die
Einheimischen doch wenigstens Bedeutend krank machen, manchmal wohl auch
toten kann,
wenn sie eine zu lange Zeit eine solche Luft eingeatmet haBen, aus welchem
Grunde die
Ureinwohner dieser Insel aBer auch durchgehends auf Bergen wohnen, und nur
am Tage,
wenn die Sonne schon üBer und üBer aufgegangen ist und die Bose Luft
verscheucht hat,
Begehen sie sich in die Taler zu irgend einer Bestimmten ArBeit.
[Er.01_079,009] Ein Tal dieses Landes aBer ist ganz unBewohnt, und die
Einwohner nennen
es das Tal des Todes.
[Er.01_079,010] In diesem Tale Befinden sich die schon Bei manchen
Gelegenheiten
erwahnten GiftBaume, Bohonupas genannt, welche eine so giftige Ausdünstung
durch dieses
ganze mehrere Meilen lange Tal verBreiten, daB derselBen gar kein leBendes
Wesen leiBlicher
Weise Trotz Bieten kann; nur manche von dem Konige dieses Landes oB eines
VerBrechens
zum Tode Verurteilte müssen in dieses Tal eine Wanderschaft machen, und das
giftige Harz
dieses Baumes holen, mittelst welches Giftes dann eheBrecherische WeiBer
getotet werden.
[Er.01_079,01 1] Dieses Gift Besitzt dann nur der Konig in einer
wohlverwahrten goldenen
Büchse; und wenn es geBraucht wird, darf BloB nur eine kleine Nadelspitze
in dasselBe
getaucht werden, um damit durch den leisesten Ritz einem Menschen im
Verlaufe von
wenigen Minuten, und zwar unter den schauderhaftesten Schmerzen das LeBen
zu nehmen.
[Er.01_079,012] Wenn hundert in das Tal geschickt werden, kommen gewohnlich
hochstens
zwei wieder zurück, denen aBer dann das LeBen geschenkt wird. - Wenn diese
Unglücklichen
dahin Beschieden werden, so müssen sie genau ausforschen, wie da der Wind
geht.
[Er.01_079,013] Geht der Wind zu dem kleinen GiftBaumwaldchen, da müssen
sie dem
Winde nachgehen, schlagt aBer der Wind um, so müssen sie plotzlich wieder
die Flucht
ergreifen; denn wie sie die Luftschicht dieses giftigen Waldchens erreicht
hat, so sind sie ohne
Rettung verloren.
[Er.01_079,014] Weht aBer der Wind langere Zeit in gleicher Richtung fort,
so mogen sie
wohl zu einem oder dem andern nachsten Baumchen gelangen, und daran
Behutsam ihr
Geschaft verrichten, nach dessen Verrichtung sie dann eiligst gegen den
Wind ihren
Rückmarsch ohne Rast antreten, und wenigstens einen Weg von 10 Meilen
machen müssen,
Bis sie vor den Folgen der giftigen Luft dieses Tales sicher sind; welches
eigentlich nur ein
Bei 20 Meilen langer, und Bei einer Meile Breiter Kessel ist, in dem sich
aBer kein Tropfen
Wassers Befindet, auch kein anderes Gras und Gewachs, denn alles stirBt an
der Ausdünstung
dieses giftigen Baumes. -
[Er.01_079,015] Gleicherweise giBt es in diesem Lande auch Hohlen, aus
denen ein
Bestandiger giftiger Hauch aufsteigt, nur verBreitet er sich nicht so weit
in seiner giftigen
Intensitat, als das giftige Miasma des oBBeschrieBenen GiftBaumes, und die
Einwohner
konnen sich manchmal solchen Hohlen ganz nahen, aBer natürlich auch nur
nach dem Winde.
[Er.01_079,016] Da schleudern sie dann Brennende Bündel in eine solche
Hohle, durch
welche sich dieses ausstromende hochst BrennBare Gas schnell entzündet, und
dann
manchmal jahrelang in einem fortBrennt; wenn es aBer Brennt, dann ist es
auch ganz
unschadlich.
[Er.01_079,017] Die sonderBare Beschaffenheit dieses Landes ist dann auch
der Grand von
der sonderBaren GeistesBildung dieser Menschen, wie schon oBen Bemerkt
wurde; ihre
Doppelgottheit rührt schon einmal daher. ABer was eBen wieder für euch
merkwürdig ist, ist
das, daB die Einwohner auf diese ihre Gottheit nicht viel Gewicht legen;
sie haBen auch den
Al-Koran, und gegenwartig auch die BiBel.
[Er.01_079,018] Einige aus ihnen geBen der BiBel den Vorzug, einige noch
dem Koran; aBer
ihre Gottheit ist Bei ihnen schon Beinahe ganzlich auBer Kurs gekommen.
[Er.01_079,019] Einige unter ihnen sind der Meinung, ein vollkommener
Mensch solle alle
Religionen kennen, und sich daraus das Beste nehmen (Eklektiker).
[Er.01_079,020] Andere sagen wieder, daB unter den vielen Religionen nur
Eine die rechte
sein kann; aBer diese herauszufinden, ware die schwierigste AufgaBe für den
AUerweisesten
unter ihnen, daher ware es am Besten, unterdessen für alle etwas zu tun,
Bis man die rechte
ermittelt hat, denn in jeder Religion sei etwas Weises und etwas Dummes zu
finden; man
huldige also BloB dem Weisen in jeder Religion, und verwerfe das Dumme,
wodurch man
endlich doch so weise wird, um aus den vielen Religionen die rechte
herauszufinden.
[Er.01_079,021] Diese Menschen sind im Grande nicht so dumm, als jemand
anfanglich
glauBen mochte, denn sie Begründen sich im Nichts; daher aBer sind sie im
Geisterreiche auch
am allerzuganglichsten.
[Er.01_079,022] Nur mit der LieBe geht es ein wenig schwer, well sie auf
der Welt die LieBe
für die groBte Dummheit halten; aBer der Grand davon liegt darin, well sie
unter dem Begriffe
LieBe lediglich jene einem Rausche ahnliche Leidenschaft verstehen, durch
welche das
Beiderseitige Geschlecht sich wie in einer Blinden Raserei ergreift, und
miteinander die
tierahnliche Unzucht treiBt, welcher Akt die Weisheit des Menschen manchmal
unter die
niedrigsten Tiere stellt.
[Er.01_079,023] AUein, wie sehr leicht zu sehen, ist das nur ein ganz
irriger Begriff von der
LieBe, wo man einen falschen und irrig geleiteten TrieB der LieBe für die ganz
LieBe nimmt.
[Er.01_079,024] Sind die Geister dieser Menschen üBer diesen Begriff im
Klaren, dann sind
sie die fahigsten Wesen im Geisterreiche, und zugleich die
Bereitwilligsten, und die
pünktlichsten in der Erfüllung jedes ihnen anvertrauten Geschaftes. -
[Er.01_079,025] Das ist etwas ganz Besonders Denkwürdiges von diesem Volke;
daram es
hier auch ziemlich umstandlich gegeBen wurde. AUes andere dieses Volk
Betreffende gehort
nicht zu unserer Sache; daher nachstens wieder ein anderes Volk.
Kp. 80 Die Volkerschaften von Sumatra und CeleBes. Sodann diejenigen von
Ceylon (d.h. die
Ureinwohner). Land der groBten Naturwunder. Grand dieser Eigentümlichkeit.
„Die wilde
Jagd". Fata Morgana's nachtliche Feuererscheinungen. Tanzende
Feuersaulen. Die
Wohnungen dort in den Lochern der Erde. Ihre religiose Ansicht; ihr
Hauptpriester ist
Herrscher. Die uneigennützigste Priesterschaft auf Erden. Wirkung dieses
Benehmens,
ungeheures Ansehen und unBegrenzte LieBe. Wunderkraft. Hof dieses
Hauptpriesters, dessen
Unzulanglichkeit für Europaer. Sie sind Deisten, ihre Insel ist die Welt.
Ihre weiteren
religiosen, geistigen usw. Ansichten. Ihre Meinung von Christo, sonst gute
Ansichten. Dieses
Volk hat in seiner Einfachheit noch den psych. Krafttypus der Urzeit. Sie
sind Zendavesta-
Befolger und NB. „Versteher", und lieBen Jesum, daher sie jenseits
leicht zur eigentlichen
Wahrheit kommen.
(Den6.Mai 1847)
[Er.01_080,001] In der NachBarschaft unserer vorBeschrieBenen Insel Java
Befinden sich noch
zwei etwas groBere Inseln, unter den Namen Sumatra und CeleBes.
[Er.01_080,002] Die Volker dieser Beiden Inseln stehen zumeist unter
gleicher Verfassung,
und es ware somit üBerflüssig, mit ihnen eine Wiederholung des schon
GegeBenen hier
wieder zu geBen; nur so viel kann gesagt werden, daB Sumatra der Insel Java
in jeder
Beziehung naher steht, als die Insel CeleBes, auf der es viel mehr echt
chinesisch und mitunter
auch Bomeonisch zugeht, oBschon es unter den CeleBesern auch Javaner giBt.
[Er.01_080,003] DaB aBer auf Beiden Inseln, und namentlich an den Küsten,
auch Europaer
Zutritt und sogar Niederlassungen haBen, Braucht Bei der gegenwartigen
EroBerungssucht der
Englander, mitunter wohl auch der Franzosen, Hollander und Spanier kaum
naher erwahnt
werden; daher woUen wir uns gleich nach einer anderen Insel wenden, namlich
auf Ceylon,
welche zwar an ihren Küsten zumeist europaische Niederlassungen hat, aBer
im Innern noch
die Ureinwohner in ihren vielen Schluchten, Hohlen und Grotten Birgt.
[Er.01_080,004] Diese Insel wird von vielen Reisenden als ein Land der
unBegreiflichen
Wunder angepriesen, und wegen der seltsamen Erscheinungen von vielen
Naturforschern
Besucht.
[Er.01_080,005] Es ist wahr, diese Insel, rein vulkanischen Ursprungs, hat
die groBten
unterirdischen VerBindungen, welche durch groBe Kanale sogar mit den
leBendigen
Eingeweiden der Erde in VerBindung stehen; daB dadurch manche seltsame
Erscheinungen
hervorgerufen werden, welche anderorts nicht vorkommen, wird euch leicht
Begreiflich sein,
so ihr auf alles Das einen RückBlick tuet, was euch im natürlichen Telle
des Erdkorpers, und
zum Teil auch im geistigen Telle desselBen mitgeteilt wurde.
[Er.01_080,006] Da kommen die Erscheinungen der euch nicht unBekannten
sogenannten
wilden Jagd nicht selten in solcher Intensitat zum Vorschein, daB ihr
Getose oft zu einer
solchen Heftigkeit heranwachst, daB sich die Bewohner vor demselBen in die
tiefsten Locher
verkriechen, um ihre Gehorswerkzeuge vor dem Zerspringen zu Bewahren.
[Er.01_080,007] NeBst diesen larmenden Erscheinungen aBer giBt es eine noch
groBere
Menge meteorischer Erscheinlichkeiten, die zu gewissen Zeiten nicht minder
das Auge
Beschaftigen, als die larmenden das Ohr.
[Er.01_080,008] Fata Morgana von der seltensten Art sind fast in der
taglichen Ordnung der
Dinge, welche aBer jedoch immer sanfter Art sind, und die Sehenden eher
entzücken, als sie
mit irgend einer Furcht erfüllen; aBer sehr Furcht und Schrecken
verBreitend sind die
nachtlichen feurigen Erscheinungen, welche wohl auch manchmal kleine
ortliche
Verheerungen anrichten.
[Er.01_080,009] Diese feurigen Erscheinungen Bestehen manchmal in einer
Unzahl von den
sogenannten Sternschnuppen, welche sich ganz nieder, manchmal nur wenige
Klaftern üBer
den ErdBoden, nach alien Richtungen durchkreuzen.
[Er.01_080,010] Diese feurige Erscheinung ist die am wenigsten gefürchtete;
etwas mehr
Schauder erregend sind die manchmal in Scharen von Tausenden ganz auf dem
ErdBoden,
und manchmal nur wenige Schuh hoch üBer demselBen daherziehenden
Feuermanner,
Feuerdrachen, Feuerschlangen u.dgl.m. -
[Er.01_080,011] Diese Erscheinungen sind zwar sehr üBerraschend und Furcht
erregend
anzusehen, Besonders wegen ihres schonen hellen weiBen Lichtes; aBer sie
sind niemanden
gefahrlich, well ihr Licht ganz kalter Natur ist. Gefürchteter sind die
freilich wohl etwas
seltener vorkommenden Feuerrader und Feuerkranze.
[Er.01_080,012] Diese setzen gewisse ihnen materiell verwandte Gegenstande
in Brand, und
Menschen und Tiere, wenn sie von diesen Radern und Kranzen gestreift
werden, Bekommen
elektrische Schlage und manchmal wohl auch Bedeutend schmerzliche
Brandwunden; aBer am
allergefürchtetsten sind in diesem Lande die sogenannten tanzenden
Feuersaulen, welche im
Grande nichts als Feuerhosen sind.
[Er.01_080,013] Diese machen wohl die groBte Verheerang, wo und wann sie
zum Vorschein
kommen. Sie kommen aBer nur selten vor, in einem Jahre kaum zwei Bis drei
Mai, und
meistens nur an schon Bestimmten Platzen, und werden, wenn sie zum
Vorschein kommen,
schon einen ganzen Tag vorher durch ein gewisses stets lauter werdendes
Knistem in der Luft
angezeigt, Bei welcher Erscheinung sich Menschen und Tiere Beinahe gar
keine Hütten, und
noch weniger Hauser, und es wohnen Menschen und Tiere, wie schon vorher
gezeigt ward, in
den Lochern der Erde, welche die Menschen, die sie Bewohnen, wohl mit
allerlei plumpem
Schnitzwerke und Geflechte ausschmücken. -
[Er.01_080,014] Die Bewohner dieser Insel haBen keinen Konig, sondern nur
eine Art
Hauptpriester, der aBer das Ansehen eines ZauBerers hat, und Bei dem Volke
in dem GlauBen
steht, als ware er der Meister aller dieser wunderBaren Erscheinungen
dieses Landes.
[Er.01_080,015] Dieser ZauBerpriester hat dann auch eine gehorige Menge
Gehilfen die er
unterrichtet, und dann in alle Telle dieses Landes hinausstellt, welche das
Geschaft haBen, das
Volk in der Bestimmten Religion zu unterweisen, und ihm auch die
Benehmungsweise
vorzuschreiBen, wie es sich Bei den verschiedenen Erscheinungen zu
verhalten hat, um ohne
Nachteil davon zu kommen.
[Er.01_080,016] Das Seltene Bei dieser Sac he aBer ist das, daB dieser
Hauptpriester samt
seinen Gehilfen die alleruneigennützigste Priesterschaft auf der ganzen
ErdoBerflache ist,
denn er fordert von niemanden auch nur die geringste GaBe; nur die Gehilfen
dürfen Speise
und Trank annehmen, wenn sie auf Unterweisung unter das Volk gehen.
[Er.01_080,017] ABer das Volk, die Wohltat dieses Priesters einsehend,
Beeifert sich, ihm die
schonsten und auserlesensten Tierherden zuzutreiBen, von denen er aBer nie
mehr nimmt, als
was er für seinen ganz einfachen HausBedarf vonnoten hat. -
[Er.01_080,018] Aus dem Grande genieBt er aBer Bei dem Volke ein so
ungeheures Ansehen,
und eine so unBegrenzte LieBe, daB er im Falle der Not nur winken dürfte,
und das ganze
Volk groB und klein ware Bewaffnet auf den Beinen, um seinen groBten
Wohltater wie es ihn
nennt, zu schützen.
[Er.01_080,019] Merkwürdig für euch von Seite dieses sogenannten
ZauBerpriesters dürfte
das sein, daB er, wie auch seine Gehilfen, wirklich eine ganz magische
Kraft Besitzt, mittelst
welcher er den Tieren geBieten kann, und sie folgen ihm auf den Wink, und
davon ist kein
Tier vom groBten Bis zum kleinsten auf dieser Insel ausgenommen.
[Er.01_080,020] Das aBer giBt ihm auch zugleich das groBte Ansehen, wenn er
manchmal
durch ein ganzes Heer von reiBenden Tieren ganz unBeschadigt wie durch eine
Schafherde
wandelt. Schlangen, Nattem, Krokodile sind die gewohnliche Umlagerang
seines
ZauBerhofes, und nicht eines dieser Tiere wagt ohne seinen Wink nur die
leiseste Bewegung
zu machen; nur wenn er ihnen geBietet, Bewegen sie sich pfeilschnell von
seinem Hofe
hinweg, und suchen sich ihre Nahrang.
[Er.01_080,021] Der Hof dieses Hauptpriesters ist ungefahr in der Mitte
dieser Insel, und ist
für jeden Europaer rein unzuganglich, teils wegen sehr dichter Gestrippe,
teils wegen steiler,
nahe unüBersteiglicher FelsgeBirge, und teils auch wegen des vielen
GeschmeiBes von Tieren,
die hier reichlicher als irgend wo anders zu Hause sind.
[Er.01_080,022] Ein Bedeutendes Hindemis sind auch die vorher Besprochenen
Naturerscheinungen, denen selBst die Beherztesten Europaer nicht so ganz
trauen; und so
BleiBt diese Insel nur an den Küsten europaischen Niederlassungen
zuganglich, das Innere
aBer kennen Europaer so wenig, als wie das Innere von Afrika und noch
manches anderen
Landes. -
[Er.01_080,023] Die Religion dieses Volkes ist eine eBen so seltene, als
ihr Land selBst; sie
glauBen an Einen Gott, welcher aBer flir keinen SterBlichen sichtBar und in
seiner Art denkBar
ist.
[Er.01_080,024] Dieser Gott aBer weihe von Zeit zu Zeit einen Menschen, der
in seinem
Namen die irdischen Geschafte Besorgt, well sie für Gott zu kleinlich, und
Seiner zu unwürdig
waren.
[Er.01_080,025] Ihre Insel halten sie für die ganze Welt, welche wie eine
SeenuB auf den
unendlichen Gewassern herumschwimmt.
[Er.01_080,026] Sonne, Mond und Sterne, die regiert Gott allein, aBer die
Direktion der Erde,
die zu klein ist, urn von Gott allein dirigiert zu werden, Besorgt der von
Gott geweihte
Hauptpriester; denn das Volk hat von den Gestirnen den groBartigsten
Begriff, und halt den
kleinsten Stern für unendlichmal groBer als die Erde.
[Er.01_080,027] Gott aBer Befindet sich in der Sonne, daher die Sonne von ihnen
auch
angeBetet wird; den Mond aBer halten sie für eine himmlische Welt, in
welcher ihr
OBerpriester und auch sie selBst nach dem Tode des LeiBes hinkommen, wenn
sie auf der
kleinen Erde rechtschaffen und genügsam geleBt haBen.
[Er.01_080,028] Nur mit den Stemen geht es ihnen etwas schlechter; denn
diese Bevolkern sie
BloB mit allerlei Tierseelen, die aBer nach ihren Begriffen jenseits viel
groBer und
voUkommener sind, als auf ihrer Erde.
[Er.01_080,029] Von Christo wissen sie wenig, und hie und da auch gar
nichts, die von Ihm
aBer etwas wissen, sind der Meinung, daB Er auch einmal auf ihrer Insel ein
OBerpriester war,
haBe sich aBer nach der Hand entfernt, und sei auf irgend eine andere Erde
gegangen, urn dort
Menschen glücklich zu machen, well Ihm vielleicht ihre Vorfahren einmal
ungehorsam
geworden waren; denn oBschon sie ihr Land für die einzige Erde halten, so
meinen sie aBer
doch, daB es auf dem nach ihrer Meinung unendlich groBen Meere noch andere
herumschwimmende Weltkorper geBen kann, auf denen ihnen ahnliche Menschen
wohnen,
nur seien sie nirgends so voUkommen, als wie da, zu welcher Meinung sie
wohl der Umstand
geBracht hat, well sie denn doch nicht selten mit Europaern zusammen
kommen, und Bei
ihnen entdecken, daB sie nicht so voUkommene Meister der Tiere sind, wie
sie.
[Er.01_080,030] Auch haBen sie wohl schon manchmal Linienschiffe gesehen,
und die
Kanonade gehort; allein das halten sie für eine pure Kinderspielerei, denn
das Feuerwerk, was
ihr OBerpriester zuwege Bringt, ist gar nicht zu vergleichen gegen die
Nichtigkeit eines
KanonenBlitzes, auch das schwimmende Schiff selBst halten sie BloB für ein
schwimmendes
ausgehohltes Ei, das irgend ein machtiger Feuerdrache gelegt hat.
[Er.01_080,031] Luxusartikel, die ihnen die Europaer anBieten, verachten
sie üBer die MaBen;
denn sie sagen: Wir Bringen GroBeres mit unserem Willen, als ihr mit euren
Handen zuwege,
daher ist mit diesem Volke auch kein Handel anzuknüpfen.
[Er.01_080,032] Die KüstenBewohner allein handeln mit Elefantenzahnen, die
sie gewohnlich
von den Ureinwohnern gratis Bekommen. Für alles andere Bietet die Insel
Beinahe gar keinen
Handelsstoff. -
[Er.01_080,033] Bei all' dieser Darstellung konnet ihr leicht einsehen, daB
dieses Volk noch
sehr einfach ist, und nur auBerst wenig Bedürfnisse kennt; zufolge dieser
Einfachheit aBer hat
es dann auch in der psychischen Sphare noch denjenigen urkraftigen Typus,
wie er Bei den
Urvolkem der Erde einheimisch war.
[Er.01_080,034] Es ist Bei ihnen noch dieselBe geistige Urkraft
ersichtlich, die einst die ersten
Menschen der Erde BesaBen; sie sind der eigentlichen Religion nach noch die
reinsten
ZendavestaBefolger, auch zugleich Versteher, und haBen wenig hinzugesetzt
und noch
weniger hinweggenommen.
[Er.01_080,035] Auch mit diesem Volke ist es in der Geisterwelt eine
leichte ArBeit, sie in
das Evangelium einzuführen, well sie Christum sehr lieB haBen, und
anfanglich der Meinung
sind, Ihm jenseits urn so mehr Folge zu leisten, well sie Ihm auf der Welt
als ihrem von Gott
geweihten OBerpriester in ihren Vorfahren zu wenig Gehorsam geleistet
hatten, und daB
dieser Ungehorsam nun an alien Nachkommen kleBe wie eine ErBsünde, fur die
jeder jenseits
dem Beleidigten Manne Gottes genugtun muB.
[Er.01_080,036] Dieser Grund ist zwar dem Anscheine nach etwas lacherlich,
allein es ist
leicht zu ersehen, daB er trotz der Lacherlichkeit dennoch ein guter
Anhaltspunkt ist, wodurch
die Menschen dieses Landes jenseits zum Lichte des wahren Evangeliums
gelangen konnen.
[Er.01_080,037] Welter giBt es Bei diesem Volke für unsere Sache nichts
Beachtenswertes,
daher woUen wir uns für's nachste Mai wieder zu einen anderen Volklein
wenden.
Kp. 81. Die eigentlichen Bewohner von Madagaskar stammen aus Asien, und von
hier aus
wurde dann Südafrika Bevolkert, sie sind die eigentlichen Kainiten, daher
auch ihr
GeistesBildung noch tief steht. Sie allein setzen das weiBliche Geschlecht
üBer das mannliche.
WeiBliche Weise, deren Philosophie. SonderBarer Gottesdienst, und Grund
desselBen, daBei
die groBte Züchtigkeit auf Erden. Die WeiBen sind nur HalBmenschen. Ein
Eldorado Luzifers.
Schwere Zuganglichkeit der Küsten des Landes, sowie auch dieser Menschen im
Jenseits.
Schicksal dieser Seelen nach dem Tode - Reinkarnation.
(Den 8.Mai 1847)
[Er.01_08 1,001] Nach der Insel Ceylon kommt die zu Afrika gehorige groBere
Insel
Madagaskar. Diese Insel wird von einem ganz eigentümlichen Volke Bewohnt, welches
sich
hier in den Urzeiten von Asien aus angesiedelt hat.
[Er.01_08 1,002] Es ist aBer nicht zu denken, daB dieses Volk etwa von
Afrika herüBer diese
Insel Bewohnt hat, wohl aBer umgekehrt; das südliche Afrika wurde zu
allermeist von dieser
Insel aus Bevolkert.
[Er.01_08 1,003] Die Bewohner sind zum groBten Telle Mohren; wahrend die
Bewohner der
früher genannten Insel entweder Braune, mitunter wohl dunkelBraune FarBe
haBen, haBen die
Bewohner Madagaskars eine voUkommen schwarze HautfarBe, darunter nur sehr
wenige in's
DunkelkupferBraune spielen.
[Er.01_08 1,004] Diese Menschen sind, mit weniger Ausnahme, noch die ganz
eigentlichen
Kainiten, Bei denen die Bildung des Geistes zu allermeist noch auf der
untersten Stufe steht.
Sie haBen wohl einen Begriff von einem hochsten Wesen; aBer dieser ist so
dunkel, wie ihre
HautfarBe.
[Er.01_08 1,005] Dieses Volk ist das einzige, welches das weiBliche
Geschlecht üBer das
mannliche setzt; daher Bei ihm fortwahrend eine Konigin, und nie ein Konig,
voUkommen
gottlichen Ansehens auf dem Throne sitzt, und ihr Volk nach ganzlich freier
Laune und
Willkür Beherrscht. -
[Er.01_08 1,006] Der Grand aBer davon, daB hier das weiBliche Geschlecht
vorherrscht, liegt
in dem, daB ihre Weisen, die lauter WeiBer sind, das Volk also lehren, das
WeiB sei in allem
voUkommener als der Mann; Bei dem Manne sieht man an seinen MuskelgraBen,
daB er noch
nicht ausgefüllt ist, wahrend Bei dem WeiBe das schon voUendet ist, was
Beim Mann den
Anfang nimmt.
[Er.01_08 1,007] So hat auch der Mann keine Brüste, demzufolge er auch
keine so tiefen und
weisen Empfindungen haBen kann, als das WeiB. Auch ist der Mann viel
Behaarter als das
WeiB, somit dem Tiergeschlechte naher als das WeiB; so trüge der Mann auch
zwischen den
Beinen eine tierische schweifartige Verlangerung gleich dem Affen, welche
Beim WeiBe nicht
mehr stattfindet.
[Er.01_08 1,008] Dann ist das WeiB auch der Gestalt nach viel edler und
schoner als der
Mann, und nur von ihr kommt das menschliche Geschlecht her. Sie Bedarf zwar
wohl des
Beischlafes; allein wie wenig Wert die Schopfung auf das Werk des Mannes
gelegt hat, und
um wie viel das WeiB hoher steht als der Mann, konnte man am klarsten aus
diesem
Zeugungswerke ersehen.
[Er.01_08 1,009] Das Werk des Mannes dauere nur so viele AugenBlicke, als
er Finger an den
Handen hat, dem WeiBe aBer kostet das eBen so viele Monate; die Dauer der
Zeit Bestimmt
hier klar den kaum BerechenBaren Vorzug des weiBlichen Geschlechtes vor dem
mannlichen.
[Er.01_081,010] Aus dergleichen Philosophemen Beweisen diese weiBlichen
Weisen ihres
Geschlechtes unBerechenBaren Vorzug, und Beweisen daraus sogar, daB das
hochste Wesen,
so es irgendwo ist, selBst ein allervoUkommenstes WeiB sein müsse.
[Er.01_081,011] Sie haBen auch Tempel, in denen sie üBerall das WeiB als
die Gottheit
verehren und anBeten; und der Hauptgegenstand der Verehrung Beim WeiBe ist
das Genitale,
und dann die Brust.
[Er.01_081,012] Wenn sie ihren Hauptgottesdienst verrichten, was alle VoUmonde
geschieht,
so ist in diesem Dienste das der erhaBenste Moment, wenn ein nacktes
leBendiges WeiB sich
auf den Altar stellt, ihre Hand auf das Genitale legt, und Bald darauf zu
pissen anfangt.
[Er.01_081,013] In dem Momente des Pissens fallt alles mannliche Geschlecht
auf's
Angesicht nieder, und wird darauf von dem weiBlichen angepiBt.
[Er.01_081,014] Eine ahnliche Gottesverehrang findet sich auch Bei einigen
Stammen
Afrika's vor, die selBe natürlich von ihrem Mutterlande mitgeBracht haBen.
[Er.01_081,015] Dieses weiBliche Genitale wird, was leicht Begreiflich,
daram so hoch
verehrt, well daher das menschliche Geschlecht seinen Ursprung nimmt.
[Er.01_081,016] Merkwürdig daBei ist das, daB auf der ErdoBerflache
hinsichtlich der
Befriedigung der fleischlichen Lust nirgends ein keuscheres und züchtigeres
Volk leBt als
hier.
[Er.01_081,017] AuBer dem Tempel darf Bei augenBlicklicher Todesstrafe
nirgends eine
Zeugung stattfinden, und diese darf zur Bestimmten Zeit nur einmal im Jahre
vorgenommen
werden, nachdem zuvor nach ihren Begriffen eine Menge gottesdienlicher
Handlungen
verrichtet worden sind; und wenn die Zeugung vor sich geht, muB es im
Tempel voUkommen
finster sein.
[Er.01_081,018] Das WeiB aBer hat jedoch das Recht, sich von ihren Sklaven
ofters
Befriedigen zu lassen, wenn sie darnach Brennt; aBer wenn ein Mann ein WeiB
verlangen
würde, so würde das schon ein Crimen lasa sein. -
[Er.01_081,019] Die weiBen Menschen werden nur als HalBmenschen Betrachtet,
auf die auch
Jagd gemacht werden kann, indem sie ein gutes Fleisch hatten.
[Er.01_08 1,020] Wenn ein gefangener weiBer Mann sehr gut gewachsen ist,
und eine
Madagaskaresin an ihm ein Besonderes Wohlgefallen findet, so kann sie ihm
auch das LeBen
schenken, und ihn als einen possierlichen Affen zu ihrer Unterhaltung
Behalten, wo er sich
aBer dann, versteht sich, so manches muB gefallen lassen, was unter euch,
wie ihr zu sagen
pfleget, für den Teufel zu schlecht ware.
[Er.01_08 1,021] Den Mannern, wenn sie gefangen werden, geht es noch immer
etwas Besser;
aBer die WeiBer werden ohne Gnade und Pardon geschlachtet und geBraten,
weil die WeiBer
der WeiBen von diesen schwarzen WeiBem für BloBe Tiere gehalten werden. -
[Er.01_08 1,022] Wie weit diese Menschen noch von der geistigen Bildung
zurück sind, wie
noch sehr unzuganglich für's Evangelium, kann schon aus diesem Wenigen
ersehen werden.
Es sind wohl schon Versuche gemacht worden, hie und da an der Küste; allein
Bis jetzt war
noch alles vergeBlich, denn da, kann man sagen, führt der Luzifer noch ganz
unBeirrt sein
Regiment.
[Er.01_08 1,023] Das Land selBst aBer ist auch so gestellt, daB es dem
Zutritte jeder groBeren
Macht den groBten Trotz Bieten; denn diese Insel ist nur auf sehr wenigen
Punkten
zuganglich.
[Er.01_08 1,024] Das Meer ist ringsherum in groBer Ausdehnung voU Klippen
und Untiefen;
mit groBeren Fahrzeugen ist es Beinahe nirgends landungsfahig, sondern auf
einigen wenigen
Platzen nur in Kahnen, wenn das Meer ruhig ist, und da müssen die Landenden
ja sehr
Behutsam sein, um nicht in die Hande der üBerall an solchen Platzen
lauernden
Madagaskaresen zu gelangen.
[Er.01_08 1,025] Die Konigin dieses Landes laBt ihre Küsten auch
fortwahrend streng
üBerwachen, und die ganze Küste fortwahrend mit undurchdringlichem
Gestrippe Bewachsen
sein, welches auch von einer Menge Bosen GeschmeiBes von allerlei giftigen
Würmern und
Insekten Bevolkert ist, gegen das sich nur die EingeBorenen mittels des
Anstriches mit dem
Safte einer gewissen Pflanze zu schützen wissen.
[Er.01_08 1,026] Zu gewissen Zeiten, Besonders im halBen Frühling, im
Sommer und halBen
HerBste, zusammen also ein halBes Jahr, ist sich dieser Insel nicht zu
nahen; denn da
umschwarmen sie Trillionen von den groBen fliegenden Ameisen, von einigen
Naturforschern
Muskatons genannt, welche viel arger sind, als die Moskitos der
amerikanischen Inseln.
[Er.01_08 1,027] Wenn zu solcher Zeit ein Europaer die Küste Besteigt, und
wird von einem
Schwarzen dieser Muskatons üBerfallen, so ist er Binnen wenigen Minuten ein
ganz
aBgenagtes Totengerippe. Die EingeBorenen jedoch fallen sie nicht an, weil
ihnen der Geruch
des Krautes mit dessen Safte sich die EingeBorenen Bestreichen, hochst
unausstehlich ist.
[Er.01_08 1,028] Aus dieser kurz gegeBenen BeschreiBung werdet ihr leicht
ersehen, wie es
mit diesem mehr als heidnischen Volke in der geistigen Welt aussieht; denen
ist üBeraus
schwer Beizukommen, ja man konnte sie Beinahe eBen so leicht natürlich weiB
waschen, als
ihren Geist für das Evangelium wecken.
[Er.01_08 1,029] Seelen solcher Menschen werden entweder zu sogenannten
Naturgeistem,
Oder sie werden in einen anderen Planeten geführt, wo sie wieder eine
leichtere materielle
Umhüllung Bekommen, und sonach noch ein materielles LeBen durchmachen, in
welchem sie
mehr und mehr zur Aufnahme des Evangeliums geeignet werden, nur sehr wenige
kommen
nach dem Tode ihres LeiBes unter groBer Mühe zur rechten Erkenntnis.
[Er.01_08 1,030] Die Naturgeister aBer werden mit der Zeit entweder noch
einem in einem
Besseren Erdstriche durch die Zeugung in's Fleisch gesetzt, oder sie werden
auch in einen
anderen Planeten geführt.
[Er.01_08 1,031] Nun wisset ihr hinreichend von diesen üBeraus
eingeschrumpften Volke der
Erde; wir woUen uns daher nicht langer Bei ihm aufhalten, sondern für's
Nachste zu einem
anderen üBergehen.
Kp. 82. Die Volkerschaften Süd-Afrika's. Fetischdiener, sie haBen weder
Konig noch
OBerhaupt, sondern leBen in Horden, essen rohes Fleisch und trinken Blut.
KanniBalen. Keine
aritkulierte Sprache. Ihr wenig Gutes, die Einfachheit und WiBBegierde.
GroBer Unterschied
dieser Seelen von den vorigen in der Geisterwelt. DrüBen stehen sie Bei
weitem hoher als
vorige. Die ehem. Sklaven-Greuel. Entschadigung der Sklavenseelen jenseits.
Deren Herren -
Weihrauch der HoUe. Schmerzliche Reflexion.
(Den lO.Mai 1847)
[Er.01_082,001] Diesem Volke zunachst an allerlei unterheidnischen Sitten
und GeBrauchen
stehen noch gewisse zumeist den südlichen Teil Afrika's Bewohnende
Volkerschaften, deren
Religion nicht selten noch schlechter ist, als die der Madagaskaresen.
[Er.01_082,002] Da giBt es die eigentlichen Fetischdiener, die ganz
naturmaBige Gegenstande
verehren, oB sie ihnen nützen oder nicht, sondern BloB darum, well sie
ihnen an einem
Bestimmten Tage des Jahres zuerst in die Augen gefallen sind; solche
Gegenstande konnen
ein Baumstock, ein Wurm, ein Krokodil, ein Vogel, ein Affe, auch ein Stein
sein, kurz alles,
was nur Korper heiBt, kann als anBetungswürdige Gottheit geBraucht werden.
[Er.01_082,003] Diese Volker haBen keinen Konig, auch keine Konigin, worin
sie sich von
den Madagaskaresen sehr unterscheiden. Sie leBen BloB hordenweise gleich
den Affen auf den
Baumen, und emahren sich meistens von allerlei RauB und Jagd.
[Er.01_082,004] Das Fleisch verzehren sie ganz roh, und aus den Hauten
machen sie
gewohnlich hangende Betten an den Baumasten. Früchte genieBen sie nur
wenige, tierische
Milch ist ihnen Beinahe unBekannt; dafür trinken sie das Blut der Tiere mit
desto groBerer
Begierde.
[Er.01_082,005] Diese Horden führen auch ofter eine Art Krieg, Besonders zu
den Zeiten
groBerer Tierjagden, wo gewohnlich die in der Jagd weniger glückliche Horde
die glückliche
üBerfallt und ihr den RauB aBjagt, wenn es tunlich ist. Die Beiderseits
getoteten Jager werden
dann von der siegenden Partei eBenfalls als JagdBeute mitgenommen, und zu
allererst
verzehrt.
[Er.01_082,006] WeiBe Menschen aBer sind für sie ein LeckerBissen; darum
sie auch haufig
die Meeresküsten Beschleichen, um da einen weiBen Bekleideten Affen, wie
sie der Meinung
sind, zu erjagen, welche Affengattung für ihren Gaumen das
wohlschmeckendste Fleisch hat.
[Er.01_082,007] Der Starkste einer solchen Horde ist gewohnlich der
Anführer, hat aBer
jedoch nichts zu Befehlen, sondern BloB nur anzuzeigen, was da zu geschehen
hat; und die
Anzeige geschieht gewohnlich durch den ersten Angriff, nach welchem sich
dann die ganze
Horde richtet.
[Er.01_082,008] Diese Volkerschaften haBen auch gewohnlich keine
artikulierte Sprache;
sondern sie verstandigen sich BloB entweder durch Zeichen mit den Handen,
oder durch
gewisse Schnalzer mit der Zunge. -
[Er.01_082,009] Man Benennt die Volker europaischerseits mit den Namen:
Kaffern,
Hottentotten, Buschmanner und Klettern.
[Er.01_082,010] Viele von diesen Horden, deren es Tausende giBt, sind wohl
schon,
Besonders langs den Küsten, so viel als moglich christlich kultiviert
worden; aBer viele mehr
im Innem des Landes wohnende sind noch in der alten vollends tierischen
Roheit.
[Er.01_082,011] Das einzige Gute, was diese Volker haBen, Besteht darin,
daB sie für's erste
die allergeringsten Bedürfnisse des LeBens haBen, und daB sie sehr
wiBBegierig sind; und
wenn zu ihnen Missionare kommen, natürlich anfangs unter gehoriger
Bedeckung, so haBen
sie mit diesen Volkern ein leichtes Spiel, vorausgesetzt, daB sie sich
ihnen mitzuteilen
verstehen, was aBer eBen auch nicht zu schwer ist, well diese
Volkerschaften wegen ihrer sehr
wenigen Bedürfnisse auch üBeraus Begriffsarm und wenige ganz natürliche
Zeichen mit der
Hand oft voUig hinreichend sind, mit diesen Volkern sich anfangs genugsam
Besprechen zu
konnen.
[Er.01_082,012] So wild und nahe ganz tierisch diese Volker sind, so sind
sie aBer doch für
die geistige Welt Bei weitem hoher stehend, als die Bewohner Madagaskar's,
und üBerhaupt
solche Volker, die aus ihren inneren landespolitischen Ursachen entweder
nur sehr schwer
Oder auch gar nicht zuganglich sind; und (es) sind oBige wilde Volker zu
vergleichen den
Dingen auf der Erde, zu denen man leicht gelangen kann. -
[Er.01_082,013] Jedes Ding, wenn noch so unscheinBar, kann zu etwas
Nützlichem
verwendet werden, wenn man sich desselBen nur haBhaft machen kann; aBer die
herrlichen
Dinge auf solchen Stellen der Erde vorkommend, die von niemand erreicht und
Betreten
werden konnen, sind für nichts zu verwenden, und so gut, als waren sie gar
nicht vorhanden. -
[Er.01_082,014] Mehr im westlichen Telle an der Küste dieses Weltteils
wohnen wohl wieder
Stamme unter einem Konige, auch hie und da unter einer Konigin; diese Stamme
sind die
allerschlechtesten, well sie Menschenhandel treiBen, und einige Konige
haBen so viel, als Bei
euch tierische, dort Menschengestüte angelegt, um desto mehr Sklaven für
den Handel nach
Amerika zu erzeugen.
[Er.01_082,015] Die starksten und fruchtBarsten Frauenzimmer werden zu
Tausenden in diese
Gestüte zusammen gefangen, und von den starksten Mannern Beschlafen. Wenn
sie dann
schwanger sind, müssen sie die gewohnlichen ArBeiten verrichten; nur einige
Tage vor der
EntBindungszeit werden sie wieder an den Bestimmten Sammelplatz getrieBen,
um da ihre
Frucht auf die Welt zu setzen, welche Frucht sie dann ein Jahr lang mit
ihrer Brust zu erhalten
haBen. Nach dieser Zeit werden ihnen die Kinder aBgenommen, und der
offentlichen
Ernahrungsanstalt üBergeBen.
[Er.01_082,016] Nach 6 Wochen nach der EntBindung muB ein solches
Frauenzimmer sich
wieder Beschlafen lassen, und so fort, Bis manche nicht selten Bei 26
Kinder zur Welt geBracht
hat. Ist solch ein Frauenzimmer nach solcher Dienstleistung noch kraftig
genug, so kann es
noch mit als Sklavin verkauft werden; ist sie aBer zu schwach, so wird sie
hinausgetrieBen,
und muB sich selBst ihre weitere Nahrung suchen.
[Er.01_082,017] NeBst dieser Manipulation aBer lassen diese schwarzen
Herrscher auch noch,
wo es nur tunlich, die Sklaven zusammenfangen, um sie dem Handel preis zu
geBen.
[Er.01_082,018] Es ist zwar in der gegenwartigen Zeit diesem gar graBlichen
Unfuge an
manchen Stellen schon so ziemlich gesteuert worden; aBer in den mehr tief
liegenden
GeBieten giBt es noch eine Menge solcher ScheuBlichkeiten.
[Er.01_082,019] Die verkauften Sklaven haBen zwar auf dieser Welt leider
Bei den
christlichen Volkern das schreckliche Los, dafür sie aBer so viel moglich
jenseits schadlos
gehalten werden; aBer jene Scheusale von Konigen und Koniginnen sind das
argste Aas der
HoUe; denn ihre Bosheit üBersteigt alle Begriffe, und die Harte ihres
Herzens zermalmt den
Diamanten. Mit diesen ist in der Geisterwelt wohl nichts anderes zu machen,
als sie flir den
Weihrauch der untersten HoUe zu geBrauchen.
[Er.01_082,020] So giBt es unter ihnen auch Koniginnen, die sich als die
eigentliche Gottheit
anBeten lassen, und wenn eine solche Konigin stirBt, was für die Gottheit
freilich wohl etwas
Schmahliches ist, so müssen, um diese Schmach zu führen, wenigstens einige
Hundert mit der
Gottin sterBen, und einige sich sogar leBendig mit ihr BegraBen lassen,
damit es der Konigin
im GraBe nicht zu langweilig wird.
[Er.01_082,021] DaB mit dergleichen Menschen jenseits sehr wenig zu machen
ist, und selBst
durch eine zweite Fleischwerdung keine auBerordentlichen Erfolge zu
erwarten sind, das laBt
sich aus dem leicht ersehen, was für Früchte aus all' den zahllosen
Besserungsversuchen des
Satans Bis jetzt noch hervorgegangen sind; doch daran liegt wirklich nicht
viel.
[Er.01_082,022] Wenn einem Topfer ein Topf durchaus nicht gelingen will,
was wird es wohl
sein, so er ihn zusammenschlagt und hinaus auf die StraBe wirft, wo er doch
vielleicht als
StraBenpflaster zu geBrauchen sein wird, wenn er sich schon durchaus zu
keinem nützlichen
Topfe hat qualifizieren lassen woUen, oder was wohl wird es einem
Tonkünstler sein um eine
freie Phantasie, wenn er sie aBgespielt hat, und nicht zu Papier geBracht?
Hat er nicht die
Fahigkeit, für die eine verlorene tausend andere vorzuspielen, und wenn er
eine will, sie auch
auf 's Papier zu Bringen? -
[Er.01_082,023] Daher lassen wir diese ungeratenen Topfe von
Volkerschaften, und BegeBen
uns wieder zu einem anderen Volke.
Kp. 83. Die UrBewohner von Australien, als der groBten Erdinsel. Dort sind
noch reine
Naturmenschen, sie sind meist friedfertig, haBen keine Todesfurcht, keine
Schmerzensangst.
Schlangenesser. ABscheu vor Bekleideten Menschen. Sie sind Kainiten Bester
Art, mit
dunklen Begriffe v.d. Urzeit u.v. Gott. Herrliche Vogelwelt daselBst. Die
Philosophie dieser
Menschen darüBer. Ihre Speise-Behandlung der verschiedenen Fleischarten.
Ihre Wohnungen
nach Urart. Kluge Anlage dieser Wohnstatten u.s.w. HalBmonarchische Stamme
daselBst,
Besonders im Norden. Scharfer Geruchssinn derselBen. Die Religion Bei
diesen Nordischen
mehr chinesisch. Diese sind jenseits schwerer zur Wahrheit zu führen, als
die ersten
eigentlichen Ureinwohner. Letztere sind Meister von Flechtwerk aus Gras.
Diese gestalten
sich jenseits Besser, als mancher kultivierte Sektenchrist!
(Den 12.Mai 1847)
[Er.01_083,001] NeBst diesen afrikanischen wilden Volkerhorden giBt es auch
gleiche
Rassen, wie ihr zu sagen pfleget, im von euch gezahlten fünften Weltteile
namens Australien.
[Er.01_083,002] Dieser Weltteil, oder vielmehr diese groBte Insel der Erde,
hat Besonders in
ihrem Innern noch eine Bedeutende Menge Volkerschaften, zu denen noch
Beinahe kein Strahl
menschlicher Bildung gelangt ist; da sind noch, wie ihr zu sagen pfleget,
reine
Naturmenschen, die aBer gerade nichts Bosartiges an sich haBen.
[Er.01_083,003] Sie sind üBeraus friedfertig; von einem Kriege wissen sie
nichts, oBschon sie
den Tod nicht im geringsten fürchten, im Gegenteile haBen sie nicht selten
eine groBe
Sehnsucht darnach. Auch leiBliche Schmerzen konnen sie mit einer für euch kaum
Begreiflichen Gleichgültigkeit ertragen; daher sie auch die groBten
Strapazen des LeBens mit
dem groBten Gleichmute ertragen konnen.
[Er.01_083,004] Kampfe mit reiBenden wilden Bestien sind ihnen ein
unterhaltendes
Spielwerk; auch im Fangen der Schlangen sind sie groBte Meister, und gehen
auch allezeit mit
der groBten Begierde auf diesen Fang darum aus, well diese Tiere für sie
die
wohlschmeckendsten LeckerBissen sind.
[Er.01_083,005] Wenn sie fremde Ankommlinge irgendwo erBlicken, so ergreifen
sie
gewohnlich die Flucht, weniger aus Furcht, als aus einer Art ABscheu; die
sie vor den
Bekleideten Europaern, auch Asiaten Bekommen; denn nichts ist ihnen
widerlicher und
argerlicher, als ein Bekleideter Mensch.
[Er.01_083,006] Sie sind eBenfalls Kainiten, aBer von der Besten Art, und
haBen einen
dunklen Begriff von der Urzeit und von einem hochsten Wesen. Das hochste
Wesen aBer
verehren sie nicht selBst, sondern solches üBerlassen sie den Vogeln in der
Luft, welche
Tiergattung wohl nirgends so schon und so reichlich vorkommt, als in diesem
Weltteile.
[Er.01_083,007] Die Menschen sagen da: Gott sehe nicht auf die Verehrung,
sondern
lediglich auf die ArBeit des Menschen, und haBe üBer ihm herum fliegende
himmlische
Gestalten erschaffen, die ihn BeoBachten, was er tut; und wenn sie ihn
BeoBachtet haBen, so
fliegen sie dann Bald wieder aufwarts zu den Sternen, und erzahlen es dem
hochsten Wesen,
wie sich die Menschen drunten auf der Erde aufführen.
[Er.01_083,008] Daher sind denn diese Menschen auch sehr frohlich, wenn sie
eine Menge
Vogel urn sich herfliegen sehen; denn sie schlieBen daraus, daB sich Gott
für sie sehr
interessiere, wenn er ihnen recht viele BeoBachter üBer den Kopf hinstellt.
[Er.01_083,009] ABer Vogel, die nicht fliegen konnen, als da sind ihre sehr
vielen
Truthühner, und noch eine Menge anderes Geflügel dieses Gelichters, stehen
Bei ihnen in
keinem groBen Ansehen, daher werden sie von ihnen auch gegessen, aBer
allezeit roh; denn
Bei ihnen ist das Kegel, daB man das Geflügel roh essen muB, das Fleisch
der zahmen
vierfüBigen Tiere BloB gesalzen, und in der Luft getrocknet, die Fische
müssen gesotten
werden, und die Erdwürmer, als da sind allerlei Schlangen, Eidechsen und
Krokodile, Beim
Feuer geBraten. -
[Er.01_083,010] Früchte aBer müsse man also genieBen, wie sie wachsen, wann
sie reif sind;
die Beste Frucht aus alien ist aBer die KokosnuB, die ihnen alles giBt,
Getrank, Butter und eine
Art Brot.
[Er.01_083,01 1] Nur selten haBen diese Menschen Hauser oder Hlitten; und
wenn sie schon
irgend etwas ahnliches haBen, so haBen sie es fast in der Art noch, wie es
die Urmenschen
gehaBt haBen.
[Er.01_083,012] Dichte Baumgruppen werden mit einer Art leBendigem Zaune
umfaBt, und
nur auf einer Seite wird ein Eingang gelassen. Eine solche leBendig
umzaunte Baumgruppe ist
gewohnlich das Haus einer ganzen oft sehr zahlreichen Familie; inwendig ist
alles ganz Blank
geputzt, auswendig aBer sieht es einem undurchdringlichen Gestrippe gleich,
so daB es auch
nicht leicht moglich ware, irgendwo anders in solch ein Haus zu gelangen,
als durch die
gewohnliche Eingangstüre, Besser: Eingangsgasse, welche nie in gerader
Richtung, sondern in
moglichsten Krümmungen in das eigentliche Wohnhaus führt.
[Er.01_083,013] Eine solche Türe, oder Besser Gasse, ist nicht selten eine
Stunde lang, und ist
ein wahrer Irrgang, den ein Fremder nicht leichtlich durchwandert, ohne
sich wenigstens
hundert Mai zu verirren. Diesen Eingang legen sie aBer darum so
verführerisch an, damit eine
fremde Volkerschaft, oder auch wilde reiBende Tiere sie zur Nachtzeit nicht
auffinden und
üBerf alien konnen.
[Er.01_083,014] Langs dieses krummen Irrweges Befinden sich ihrer groBeren
Sicherheit
wegen nicht selten 2 Klaftem tiefe GruBen, gewohnlich so Breit als der Weg
selBst, namlich
etwa 3-4 Schuh, und Bei anderthalB Klafter lang. Am Tage sind diese GruBen
zugedeckt, Bei
der Nacht aBer wieder aBgedeckt, und das ist ein recht gutes Schutzmittel
für ihr Haus; denn
durch das Gestrüpp, welches so dicht aneinander gewachsen ist, daB man
nicht leichtlich
einen Finger zwischen hindurch Bringen kann, kommt nicht einmal eine Maus
durch.
geschweige erst irgend ein anderes Tier oder ein Mensch, Besonders Bei
schon alten
Wohnhausern, wo das leBendige Zaungestrippe die dichte alte Baumgruppe in
einer
Entfernung von 3 Bis 4oo Klaftem umgiBt.
[Er.01_083,015] Das Schrecklichste für sie ist, wenn ein Baum ihres leBendigen
Hauses
anfangt, aus Altersschwache aBzudorren. Da wird alles mogliche angewendet,
urn womoglich
solch' einen Baum noch wieder zu BeleBen; nützt aBer alles nichts, so wird
er von oBen
gewisserart wie ein Haus Bei euch von Ast zu Ast Behutsam aBgetragen, und
das Bis zur
Wurzel; ist der alte Baum ganz aBgetragen, dann wird Feuer auf seinem
Wurzstocke gemacht,
und langsam der ganze Baum verBrannt.
[Er.01_083,016] Ist diese manchmal mehrere Tage andauemde VerBrennungsszene
vorüBer,
und das Erdreich aBgekühlt, so wird dann an dieselBe Stelle ein anderer
Baum gesetzt und
gepflegt, damit er ja so schnell wie moglich seinen Vorganger ersetzen
mochte.
[Er.01_083,017] UBeraus unglücklich aBer macht es diese Menschen, wenn, wie
Besonders in
gegenwartiger Zeit, nicht selten haBgierige Europaer an ihre üBer alles
gelieBten Wohnungen
kommen, und dieselBen von auBen her anzünden, was dann natürlich die armen
Einwohner,
wenn es noch moglich ist, ihre Wohnungen zu verlassen notigt; meistens aBer
werden diese
Armen von dem massiven Rauche erstickt; welche Handlungsweise der Europaer
diese armen
unschuldigen Menschen auch zu allermeist mit einer untilgBaren ABscheu
gegen Bekleidete
Menschen erfüllt.
[Er.01_083,018] Es giBt dergleichen Urstamme nunmehr nur noch im
mittelsüdlichen
Australien; denn der Ost, Nord und West ist schon zum groBten Telle unter
englischer und
hoUandischer BotmaBigkeit.
[Er.01_083,019] In einigen nordlichen GeBieten aBer giBt es wohl auch
einige geduldete
Urstamme, welche aBer sich von den eigentlichen darin unterscheiden, daB
sie eine Art
koniglicher OBerhaupter haBen, und mit denen eine Verfassung, die der
Borneonischen
ziemlich ahnlich ist; diese OBerhaupter haBen auch eine Art Militar,
welches noch die
gewohnliche BogenBewaffnung hat, und daneBen auch einen UBeraus scharfen
Geruchsinn,
vermittelst dessen ein solcher australischer Krieger einen Feind auf eine
Stunde weit riecht.
[Er.01_083,020] Der Geruchsinn ist zwar auch Bei den eigentlichen
UrBewohnern dieses
Weltteils uBeraus scharf; aBer sie machen weniger GeBrauch davon, als die
BeoBerhaupteten
Stamme des Nordens dieses Weltteiles.
[Er.01_083,021] Die Religion Bei den Nordlandern ist schon mehr
chinesischer Art, oBschon
auch mitunter daneBen uraustralisch; daher sie in der Geisterwelt auch
nicht so leicht zum
Christentume zu Bewegen sind, als die UrBewohner dieses Weltteils.
[Er.01_083,022] Bei den NordBewohnern aBer ist daher auch schon ein
groBerer Grad von
einer Kultur zu Hause, als Bei den eigentlichen ganz einfachen südlichen
UrBewohnern, die
auBer einer Art Hacke und einer Art Schnitzmesser gar kein anderes
landwirtschaftliches
Gerat kennen, wohl aBer Meister sind in allerlei Flechtwerk aus Gras,
Wurzeln und einer Art
BaumwoUe, welches Flechtwerk sie aBer lediglich zur Besonderen
Ausschmückung ihrer
Wohnhauser geBrauchen, indem sie sonst ganz nackt einhergehen, und statt
der Kleidung
manchmal ihre Haut tatowieren, was aBer auch nicht Bei alien der Fall ist.
[Er.01_083,023] DaB diese einfachen unschuldigen, UBeraus gutmUtigen
Menschen in der
Geisterwelt sehr leicht zum Christentume Bewogen werden konnen, ist schon
oBen BerUhrt
worden, und mehr Braucht es aBer auch nicht; denn es ist mit so einem
Menschen jenseits
wahrlich viel Besser, als mit einem dummen, eingeBildeten Sektenschristen.
-
[Er.01_083,024] Mehr Brauchen wir aBer auch von diesem Volke nicht zu
wissen, well alles
andere nur für eine Statistik, nicht aBer flir unsere geistige
Volkeransicht taugt; daher woUen
wir für's nachste noch zu einem anderen Volkchen üBergehen.
Kp. 84. Die Ureinwohner von Neuseeland Diese kommen in der Geisterwelt
leicht weiter.
Deren gerechte Ehrfurcht vor dem hochsten Wesen. Sie nehmen die erlosende
Lehre von der
Menschwerdung des Herm Bald an, und sehnen sich sehr, Jesum personlich
kennen zu lernen.
Sie werden vorzügliche gute und feste Geister. Welch' wichtige ArBeiten
ihnen anvertraut
werden. Winke üBer die Volker der vielen anderen Inseln. „Die Wilden"
in Amerika. Die
Menschenseltenheit in Zentral-Afrika. Kakerlaken und Gazilla's (WeiBe und
Schecken) mit
AlBinos- Augen, sie Besitzen das zweite Gesicht, sind sanfte Seelen und
dadurch haBen sie ein
echtes inneres Evangelium.
(Den 14.Mai 1847)
[Er.01_084,001] Sehr stark im Süden der Erde liegt noch eine ziemlich
Bedeutende Insel:
Neuseeland; diese Besteht eigentlich aus drei Hauptinseln, und dann noch
aus einer Menge
kleiner Inseln und sehr vielen KorallenBanken.
[Er.01_084,002] Die UrBewohner dieser Insel sind euch schon, wie manches
andere, Bei einer
anderen Gelegenheit gezeigt worden in ihrer Beschaffenheit, Religion und in
ihrem miBlichen
Verhaltnisse gegen die Europaer; daher ihr das hier lesen konnt, urn dieses
Volk naher zu
Betrachten.
[Er.01_084,003] Dessen ungeachtet aBer kann hier doch gesagt werden, wie
dieses Volk in
der geistigen Welt aufgenommen wird. In der geistigen Welt kommt es
ziemlich leicht weiter;
denn es hat eine auBerordentliche Ehrfurcht vor dem hochsten Wesen, und vor
alien sich
wunderBar gestaltenden Dingen.
[Er.01_084,004] Wenn es dann in der Geisterwelt als in der eigentlichen
Welt der Wunder zu
Erscheinungen geleitet wird, welche es an die Menschwerdung des Herrn
vorermahnen, so
fragt es Bald voU Neugierde um die nahere Entwicklung und um den
eigentlichen Grand, was
alles ihnen nach dem Verhaltnisse ihrer Aufnahmsfahigkeit auch sogleich
kund getan wird.
[Er.01_084,005] Wenn sie solche Wissenschaft erlangen, so haBen sie eine
üBeraus groBe
Freude daran, und wünschen Bald nichts sehnlicher, als den Herm
Baldmoglichst gewisserart
personlich kennen zu lemen, was jedoch mit einer Vorsicht geschehen muB,
well sonst diese
Menschengeister zu jahlings von einer zu heftigen LieBe ergriffen würden,
die ihren Geist oB
der plotzlichen zu groBen Starke eher schwachen als starken würde.
[Er.01_084,006] Wann sie aBer weise nach und nach vorBereitet werden, so
werden sie gerade
dann mit jener weise gemaBigten LieBeglut in der Gegenwart des Herrn sich
Befinden, wenn
dieser Zustand für sie am allerzutraglichsten sein wird. Sind sie aBer
einmal in des Herrn
Gegenwart eingeführt, dann BleiBen sie aBer auch unverwandelt fest, und
sind üBeraus tatig in
alien Werken der LieBe. Ihnen wird hauptsachlich die UBerwachung des
Südpols der Erde,
wie auch die Hauptdirektion des Mondes anvertraut, Bei welchem Geschafte
sie so lange
verBleiBen, als es Mein Wille ist, der genau weiB, wie lange er die Geister
Bei gewissen
Geschaften zu Belassen hat.
[Er.01_084,007] Was nach solchem Geschafte mit dergleichen Geistern
geschieht, das
entscheiden ihre in solchen anvertrauten Geschaften erworBenen inneren
Fahigkeiten. So aBer
in des Vaters Hause viele Wohnungen sind, so wird es auch noch gar viele
femere
Beschaftigungen geBen.
[Er.01_084,008] Weiteres Braucht ihr auch nicht mehr zu wissen; denn
solches BleiBe für
jenen Zeitpunkt, in welchem ihr darin selBst werdet konnen in eurem Geiste
die rechten
Erfahrangen machen, vorBehalten. -
[Er.01_084,009] NeBst diesem Volklein aBer giBt es noch eine Menge Bewohner
kleinerer
Inseln, deren geistiges Los mit einem oder dem andem vorBenannten Volke
eine sichere
Ahnlichkeit hat; daher es auch nicht notig ist, jede der vielen tausend
Inseln speziell
darzustellen, was zwecklos ware, und eine unnotige weit ausgedehnte ArBeit
verursachen
würde.
[Er.01_084,010] Gleicher Weise giBt es auch noch in Amerika einige wenige
Wilde, welche
sich in ihrem geistigen Zustande sehr wenig von den Bisher BeschrieBenen wilden
Volkerhorden unterscheiden.
[Er.01_084,011] Als menschliche Seltenheit existiert im hohen Afrika
meistens an Fllissen
noch eine eigene Art Menschen; die eine ist ganz weiB, und die andere weiB
und schwarz
gefleckt. Die erste Art heiBen eure Naturforscher Kaninchenmenschen oder
Kakerlaken; die
zweite Art die Gazillas, auch Elstermenschen. -
[Er.01_084,012] Beide Menschenarten sind am Tage fortwahrend in
unterirdischen Hohlen;
nur zur Nachtzeit gehen sie heraus, urn sich für ihre Nahrung etwas zu
erjagen. Die Ursache
davon, daB sie nur nachts aus ihren Wohnhohlen gehen, sind ihre üBeraus
empfindlichen
Augen.
[Er.01_084,013] OBschon sie aBer den irdischen Tag fliehen, so sind sie
aBer doch nichts
weniger Feinde des geistigen Tages, und Beide Menschengattungen haBen darum
fortwahrend
das zweite Gesicht, und sind in ihrer Seele eBen so zart und sanft, als wie
sie es in ihrem
irdischen KorperBau sind.
[Er.01_084,014] Sie haBen freilich wohl hier auf Erden wenig auBere
Kenntnis vom
Evangelium, und mit Missionaren seltene Zusammenklinfte; aBer nichts desto
weniger haBen
sie ein inneres Evangelium, welches für ihr Wesen unverfalschter als jenes
ist, welches nicht
selten üBeraus ruhm- und haBsüchtige Missionare den wilden Volksstammen
zuBringen und
vorpredigen. -
[Er.01_084,015] Mit diesen seltenen Menschenarten sind wir aBer auch mit
der eigentlichen
geistigen Darstellung der Erde zu Ende; wir werden darum, um das üBer Nicht-Christenvolker
Bisher Gesagte zum rechten Verstandnis zu Bringen, nur noch etwas Weniges
hinzufügen, und
damit für euch segnend dieses Werk BeschlieBen.
Kp. 85 SchluB
(Samstag den 15. Mai 1847)
Nochmals vom "Heu und Stroh" für die Weltgelehrten. Der
Hauptanstand - giBt ihnen Stoff
zum Wiederkauen. Diese Volkerschilderung ist nach der inneren Wahrheit
gegeBen, nicht
nach dem Anschein, wie in anderen Schilderungen, Kritik solcher.
Berechtigung unseres
B.Autors zu diesen KundgaBen. Grund der KundgaBe dieses ÜI.Teils: zur
BeleBung des
Geistes. Erorterung des scheinBaren Widerspruches. Wer ist der eigentliche
Autor?
Konsequenzen. Schlagender Vergleich. Das LeBen auf Erden im LeiBe ist wie
ein Sein in
einem zweiten MutterleiBe, allwo wie im ersten der Korper, so hier der
Geist auszureifen ist.
Diese GaBe (die Enthüllung des Wesens der Erde) ist, oB auch anscheinlich
natürlich, doch
eine geistige. Grundgesetz im ersten MutterleiBe: "MuB", im
zweiten "Soil". Himmlisch-
vaterliche SchluB winke. Deo gratias!
[Er.01_085,01] Das üBer Volkerschaften anderer Religionen Bisher Gesagte
ist nicht so sehr
euretwegen, als vielmehr der Welt wegen, der geistigen Darstellung der Erde
angeknüpft
worden, und zwar als das vorBesprochene Heu und Stroh für die weltgelehrte
graufarBige
Menschheit; als Heu und Stroh darum, well es eigentlich zu der ABhandlung
der geistigen
Erde nicht gehort, da es zumeist nur lauter materielle Beschaffenheiten der
nicht-christlichen
Volkerschaften darstellt, wo nur am Ende allezeit das geistige Los solcher
Volker Berührt und
gezeigt wird.
[Er.01_085,02] Die Gelehrten der Welt werden da einen Hauptanstand finden;
allein eBen
darum ist es ja gegeBen, damit sie etwas zu wiederkauen haBen.
[Er.01_085,03] Femer ist diese HinzugaBe der nicht-christlichen
Volkerschaften auch darum
mehr oder weniger Heu und Stroh, well die Gelehrten, die die Erde aus den
Büchern kennen,
hie und da manche Verhaltnisse als anders gestellt wissen, als sie sie hier
der inneren
Wahrheit gemaB angezeigt sind.
[Er.01_085,04] Freilich Bedenken die Gelehrten nicht, daB die anderen
Blicher, aus denen sie
die Erde kennen gelernt haBen, eBen auch nicht immer von Menschen
geschrieBen wurden,
die die Erde auf alien Punkten selBst Bereiset hatten; solche Bücher haBen
zumeist Menschen
zusammengeschrieBen, welche für's erste zum SchreiBen Zeit genug, und neBst
der Zeit auch
Gelegenheit hatten, alle Konversationslexika und andere ReiseBeschreiBungen
zu ihren
Handen zu Bekommen, um daraus ihre sogenannten voUstandigen Geographien zu
faBrizieren.
[Er.01_085,05] Die Hauptstatistiker, denen die ganze Erde gleichsam, wie
ihr zu sagen
pfleget, gemaust ist, kennen die gesamten Verhaltnisse desjenigen Landes,
das sie Bewohnen,
gar oft nur zum wenigsten Telle. Statt Bereisungen zu machen, um sich
selBst von allem zu
üBerzeugen, wühlen sie lieBer in den dickBestauBten Archiven herum, und
studieren dort die
Verhaltnisse des Landes und dessen Beschaffenheit; aBer sie soUen nur ein
Land von Dorf zu
Dorf, von Gemeinde zu Gemeinde, von Tal zu Tal und von Berg üBerschreiten,
und sie
werden da eine solche Menge neuer Verhaltnisse, Sitten und GeBrauche, und
eine so groBe
Menge neuer Namen finden, von denen sie Bis jetzt noch keine Ahnung gehaBt
haBen.
[Er.01_085,06] Wann ihnen aBer schon das Land, in dem sie leBen, noch so
viel aufzuweisen
hatte, das sie nicht kennen, wie viel mehr wird die ganze ErdoBerflache
verschiedenartige
Beschaffenheiten, Verhaltnisse und noch eine Menge von allerlei
Geheimnissen in sich
fassen, von denen unsern mehr als allwissend sein woUenden Gelehrten noch
nie etwas
getraumt hatte; und sonach wird es Mir wohl etwa für die Welt erlauBt sein,
hier auch von
einigen fremden irdischen Beschaffenheiten und Verhaltnissen gesprochen zu
haBen, indem
Ich die Erde sicher schon vor gar sehr vielen Jahren Besser gekannt haBe,
als sie die Gelehrten
je kennen werden. -
[Er.01_085,07] Es ist zwar das in dieser Mitteilung üBer die fremden Volker
KundgegeBene
gegenüBer den Weltgelehrten, wie schon gesagt, Heu und Stroh; aBer
gegenüBer den im
Geiste Geweckten ist es das mit nichten; denn diese werden sich leicht in
sich selBst
üBerzeugen, daB es mit den kundgegeBenen Sachen also steht, und auch nicht
anders stehen
kann, well solche Enthüllung eine wahre ist, von Innen nach AuBen, nicht
aBer eine falsche,
entnommen aus der AuBenfinsternis geführt zur inneren Nacht des Herzens.
[Er.01_085,08] Was wohl kann es dem Menschen nützen, wenn er sein
Gedachtnis mit lauter
geographischen Büchern voUgestopft hat, kann aBer daBei niemanden und am
allerwengisten
seinen eigenen Geist fragen, oB es sich mit den Sachen in der Wirklichkeit
so verhalte, als wie
sie gedruckt zu lesen sind?! Um wie viel Besser ist da derjenige daran, der
es vom Geiste
lernt, und von Mir, dem Vater, SelBst gezogen wird; denn Bei Dem ist alle
Wissenschaft
leBendig, wahrend sie Bei dem andern nur aus toten Bruchstücken Besteht,
für deren Echtheit
ihm am Ende keine andere Bürgschaft üBerBleiBt, als die Autoritat einer
BiBliothek und eines
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[Er.01_085,09] Ich haBe euch aBer diese fremden Verhaltnisse gegeBen, nicht
zur
Beschwerung des Gedachtnisses, sondern zur BelBung des Geistes. Da sie aBer
also gegeBen
sind, und dazu, daB euer Geist daran in seiner Weisheit eine UBung haBe, so
sind sie gegeBen
wie sie sind, und - wie sie nicht sind. Wie sie sind, das findet der Geist
in seinem Lichte, und
aus demselBen wird ihm klar, daB diese materiell scheinenden Darstellungen
im Grande des
Grandes doch nur geistige sind, weil alle diese Verhaltnisse auf der
geistigen Erde, die nichts
Materielles hat, denn Ich Bin, Der Ich Bin, Der Ich dieses geBe, ein Geist,
und zwar der
allerhochste Geist.
[Er.01_085,10] Vor Meinen Augen giBt es keine Materie, somit ist auch jede
GaBe von Mir
geistig und nicht materiell, wenn sie auch noch so materiell zu sein
scheint.
[Er.01_085,l 1] Ich tue, oB Ich es schon sage oder nicht, Meinen Mund nur
stets in
Gleichnissen auf, damit sich die Welt an ihnen stoBe, und mit offenen Ohren
das
Lautgesprochene nicht vemehme, und mit offenen Augen nichts sehe; und es
mag sich die
Weisheit der Welt schleifen und ihren Stachel scharfen, wie sie will, die
Rinde um den
eigentlichen Baum des leBendigen Erkenntnisses wird sie dennoch nimmer
durchstechen.
[Er.01_085,12] Wohl kenne Ich die Erde in jedem einzelnen Atome, und um
desto leichter die
einzelnen oBerflachlichen Verhaltnisse und Beschaffenheiten; aBer dennoch
werde Ich keinen
irdischen Statistiker machen, sondern Meine Statistik, wenn schon das
Irdische richtig sehend,
ist doch nur eine Statistik des Geistes.
[Er.01_085,13] Oder würdet ihr denjenigen nicht einen Toren schelten, der
das Kind im
MutterleiBe durch irgend magnetische Vorrichtungen unterrichten woUte, in
welchen
Verhaltnissen es sich in der kleinen Mutterwelt Befindet, und wie diese
Beschaffen ist; fur
diesen Zweck ist das Kind sicher nicht im MutterleiBe, sondern der Zweck
ist die individuelle
Ausgestaltung des LeBens. Wann das Kind erst ausgeBoren wird, und nach
einigen Jahren zur
Begriffsfahigkeit gelangt, dann erst ist es nach und nach an der Zeit, ihm
stets entwickeltere
Begriffe BeizuBringen; in so weit das Kind im MutterleiBe sich zu ernahren
hat, ist ihm die
hinreichende Kraft gegeBen, und einer hoheren Bedarf es im MutterleiBe
nicht.
[Er.01_085,14] Also ist es aBer auch mit dem Menschen in dieser Welt, die
flir ihn nichts ist
als ein zweiter groBerer MutterleiB, in welchem sein Geist ausgereift und
ausgeBoren werden
muB.
[Er.01_085,15] Es kann ihm daher hier nur jene Kost, und so viel von ihr
gegeBen werden, als
es zu seinem Reifwerden vonnoten ist; würde man ihm mehr tun, so würde man
ihm nur
schaden und nie nützen, denn die eigentliche Unterrichtsanstalt fangt erst
dann und dort an,
wo der Geist schon ausgeBoren und voUkommen frei ist.
[Er.01_085,16] Jeder Geist aBer wird dort die wahre Statistik der Erde und
des ganzen
Universums mit groBer Leichtigkeit fassen; daram es üBeraus toricht ware,
so man ihm, dem
Geiste, hier alBerne Lasten aufBürden mochte, die zu tragen er hier noch
durchgehends die
Fahigkeiten nicht Besitzt, was jeder leicht aus dem Umstande ersehen kann,
daB es wohl
sicher keinen Menschen auf der Erde giBt, der nur die OBerflache der Erde
allein durch's
Erlernen aus den Büchern so voUstandig genau inne hatte, wie ein Blatt
Papier, welches vor
seinen Augen aufgeroUt liegt. ""
[Er.01_085,17] Wie groB wohl müBte das Buch sein, in dem jede Kleinigkeit
auf der
OBerflache der Erde in die kleinsten Details BeschrieBen ware, und welche
Zeit würde der
Mensch wohl Brauchen, um wenigstens nur eine Trillion Namen und Zahlen
durchzulesen,
und sie dann erst auswendig zu lernen.
[Er.01_085,18] Ware es demnach nicht die groBte Torheit von Mir, wenn Ich
für euren Geist
einen Professor der Statistik machen und ihm hier in seinem zweiten MutterleiBe
etwas
materiell hineinmagnetisieren woUte, was er einst in seinem freien Zustande
leicht in einer
Minute in der Fülle lassen und üBerschauen konnen wird; daher ist alles,
was Ich geBe, ein
Geistiges, und kein irdisch Statistisches. -
[Er.01_085,19] Wenn aBer irdisch-statistische Punkte in ihren richtigen
Verhaltnissen auch
Berlihrt sind, so soUet ihr sie aBer jedoch also nur Betrachten, als wie
die SaulenfüBe Bei einem
groBen GeBaude, die das GeBaude selBst nicht ausmachen; aBer dennoch ruht
das ganze
groBe, herrliche GeBaude auf ihnen.
[Er.01_085,20] Ich geBe nichts Irdisches des Irdischen wegen, sondern so
Ich es geBe, so geBe
Ich es zur Unterstützung des Geistigen. Wer alles Irdische also geBraucht,
der genieBt die
dargeBotene Nahrung für seinen Geist recht, wer es aBer anders genieBt, der
genieBt sein
eigenes Gericht; denn er totet in sich selBst, was er BeleBen soUte.
[Er.01_085,21] Es ist ein Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten
MutterleiBe; im
ersten wird der Mensch durch MuB, und im zweiten Fall durch Soil
ausgeBoren. Im ersten ist
der Mensch noch ein Tier, also im ersten Gerichte, im zweiten wird er erst
nach und nach zum
Menschen durch die Erkenntnis und durch die Freiheit seines Willens, der
ein Richter ist in
ihm; daher kann ein jeder seines eigenen Gerichtes leBen wird, und wird ihm
ewig nimmer ein
anderes Gericht zukommen, als sein eigenes. (?)
[Er.01_085,22] In diesem Sinne fasset demnach ihr auch dieses Werk und
Benutzet es als
leBenstatige UBung für euren Geist, so werdet ihr die rechte Frucht ernten.
[Er.01_085,23] Diese ist - die wahre LieBe zu Mir, wie zu euren Brüdern; zu
dieser rechten
LieBe werdet ihr um desto leichter gelangen, wenn ihr durch die enthüllten
Wunder Meiner
LieBe Mich desto tiefer erkennen werdet, und einsehen, wie üBeraus vom
ganzen Herzen
demütig und heraBlassend Ich sein muB, um euch solches zu enthüllen zu
eurem AUerBesten,
welches ist die stets tiefere Erkenntnis Meines Reiches, in dem auch alles
andere als ZugaBe
Meiner LieBe vorhanden ist.
[Er.01_085,24] Diese Worte Beachtet wohl, und Beachtet tief, wer Der ist,
Der sie euch giBt!
Werdet ihr diese tun in allem und jedem, so wird euch Mein Segen mit diesem
wie mit jedem
anderen in aller Fülle zuteile werden hier und jenseits ewig. Amen!