Frage:
"Wann wird die
Entrückung im Bezug auf das Entrückung Trübsal geschehen?"
Antwort: Einer der kontroversesten Themen in
der Kirche ist heutzutage der Zeitpunkt der Entrückung. Die drei
gebräuchlichsten Ansichten sind “vor dem Trübsal” (die Entrückung geschieht vor
dem Trübsal), “während des Trübsal” (die Entrückung geschieht in der Hälfte des
Trübsal), und “nach dem Trübsal” (die Entrückung findet am Ende des Trübsal
statt). Eine vierte Meinung, bekannt als “vor dem Zorn”, ist eine leichte Abänderung
zur “während des Trübsal” Sichtweise.
Zunächst ist es wichtig, den Zweck der
Entrückung zu erkennen. Laut Daniel 9,27, existiert eine siebzigste “Woche” (7
Jahre) die noch nicht stattgefunden hat. Die gesamte Prophezeiung von Daniel
der siebzigsten Woche (Daniel 9,20-27) handelt von der Nation Israel. Während
dieser Zeit wendet sich Gott speziell Israel zu. Die siebzigste Woche, das
Trübsal, muss auch eine Zeit sein, in der Gott sich besonders mit Israel
auseinander setzt. Dies indiziert nicht, dass die Kirche nicht auch anwesend
sein könnte, stellt sich doch die Frage weshalb die Kirche während dieser Zeit
auf Erden sein müsste.
Die Hauptpassage über die Entrückung findet sich
im 1. Thessalonicher 4,13-18. Hier steht, dass alle lebenden Gläubigen zusammen
mit den verstorbenen Gläubigen den Herrn Jesus in der Luft treffen werden und
mit Ihm für immer zusammen sein werden. Die Entrückung bedeutet die Beseitigung
Gottes Menschen von der Erde. Ein paar Verse später schreibt Paulus (5,9),
“Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen
durch unsern Herrn Jesus Christus”. Das Buch der Offenbarung, welches
hauptsächlich von dem Zeitraum des Trübsal handelt, ist eine prophezeiende
Nachricht, wie Gott seinen Zorn währen des Trübsal über die Erden schütten
wird. Es würde inkonsequent erscheinen, dass Gott den Gläubigen verspricht,
keinen Zorn zu erleiden und sie dennoch während des Trübsal auf Erden zu
lassen. Die Tatsache, dass Gott verspricht Gläubige vom Zorn zu bewahren kurz
nach dem Versprechen sie von der Erde zu holen, scheint diese beiden Ereignisse
zu verbinden.
Eine kritische Stelle über den Zeitpunkt der
Entrückung finden wir in der Offenbarung 3,10. Hier verspricht Christus die
Gläubigen von der “Stunde der Versuchung” zu befreien, welche auf die Erde
kommt. Dies könnte zwei Dinge bedeuten: (1) Christus wird die Gläubigen während
der Versuchung beschützen, oder (2) Christus wird Gläubige von der Versuchung
befreien. Beides sind gültige Bedeutungen des griechischen Wortes, welches mit
“vor” übersetzt wird. Aber es ist wichtig zu erkennen wo vor Gläubige bewahrt
werden. Es ist nicht nur die Versuchung, sondern die “Stunde” der Versuchung.
Christus verspricht die Gläubigen vor dem Zeitraum die die Versuchungen beinhaltet,
zu bewahren, nämlich vor dem Trübsal. Der Zweck des Trübsal, der Zweck der
Entrückung, die Bedeutung des 1.Thessalonicher 5,9, und die Interpretation der
Offenbarung 3,10 fundieren den “vor dem Trübsal” Standpunkt. Wenn die Bibel
wörtlich und konsequent interpretiert wird, ist der Standpunkt “vor dem
Trübsal” die konsequenteste Interpretation.
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Liebesbriefe eines Vaters an Seine Kinder 6
Die Entrückung 2
Die Entrückung im Geistleib J.Hentschel. Nr.48
Vorwort:1Tess.; Kap.4,13-18 / 1.Kor.; Kap.15,50-55 Mein Friede sei mit euch,
Meine Kinder! Seid fröhlichen Herzens! Kommt nur mit euren Drangsalen zu MIR!
ICH weiß, ihr habt viele Drangsale. ICH habe es euch ja verheißen, daß sie
kommen. Und ihr werdet sogar die Zeit erleben, wo ihr MICH inständig bittet,
daß ICH kommen möge und ein Ende mache. Meine Kinder, nehmt die Zeit ernst! Ihr
seht die Zeichen am Himmel. Ihr seht wie sich die Menschen auf die Wissenschaft
verlassen; wie sie reden von Krieg und Kriegsgeschrei und ihr wißt, um welche
Stunde es ist. Ihr seid mitten drin in der Umwandlung der Welt, da dem Bösen
ein Ende gesetzt wird. ICH habe viele Engel jetzt auf dieser Erde, die euch
führen in der schweren Zeit. Jetzt könnt ihr noch beieinander sein und ihr
dürft euch freuen darüber, daß ICH euch belehre. Legt ab, was euch beschwert;
ihr wißt genau, was euch noch gefangen hält. ICH helfe euch, daß ihr nicht nur
der Sünde absagt, sondern aus Liebe zu MIR auch das ablegt, was keine Sünde
ist, was euch aber von MIR ablenkt und abhält bei MIR zu bleiben. Ihr wißt:
nichts Unreines kann in den Himmel kommen, nichts Unreines kann entrückt
werden. Deshalb bitte ICH euch: Tretet in die neue Schöpfung ein, die ICH euch
gebracht habe!
Ostern
ist wieder nahe, da ihr euch besinnt was Mein Opfertod, Meine Auferstehung und
Meine Himmelfahrt bedeuten. Nun, was bedeuten sie für euch? Mein Vorbild und
Beispiel soll euch sagen, daß euch das Gleiche bevorsteht. ICH habe das
Erlösungswerk vollbracht. Glaubt ihr das wirklich so, wie ihr es glauben sollt?
Wenn dem so wäre, dann würden eure Gebete anders sein als wie sie jetzt sind.
Dann wären 3
eure Gebete voll Kraft, voll
Freude, voll Danksagung! Dann wißt ihr, daß ihr erlöst seid, daß ICH am Kreuze
alles für euch vollbracht habe durch Meine Hingabe. ICH verlange auch von euch
völlige Hingabe, immerwährende Hingabe. Das ist die Voraussetzung. Sonst könnt
ihr nicht von Meinem Geiste erfüllt sein. Nur Mein Heiliger Geist gibt euch die
Gewißheit: ihr seid Meine Kinder, ihr seid keine Waisen. ICH bin treu. ICH
halte euch in den Drangsalen, denn ihr sollt in Meinem Geistigen Reiche der
Liebe bleiben. Wer kann denn entrückt werden? Wen werde ICH denn entrücken? Nur
diejenigen, welche an MICH glauben, die MICH von ganzem Herzen in sich
ersehnen! Es muß ein liebevolles Sehnen nach MIR sein. Die Meinen Willen tun,
die MIR bis zum Äußersten gehorsam sind - wie ICH als JESUS gehorsam war - die
werden umgewandelt. Was heißt denn umgewandelt? Meint ihr, wenn ICH komme, daß ICH
im Fleischleib wiederkomme? O nein. Ihr wißt, ICH komme im Geistleib. Denkt an
Meine Himmelfahrt. Meine Apostel bezeugten, daß sie MICH gesehen haben gen
Himmel fahren im verwandelten Fleischleib, im verklärten Geistleib. Und in
diesem Leib komme ICH wieder! Sichtbar für alle, die MICH lieben, für alle, die
an Meine neue Schöpfung glauben, das heißt: die MEIN BLUT, MEINE LIEBE in sich
aufgenommen haben. Zu denen werde ICH sichtbar wiederkommen.
Wenn
ICH sage: Ihr werdet umgewandelt in einem Augenblick, so habt ihr dadurch den
gläubig in MIR Verstorbenen nichts voraus, weil diese schon in ihren Geistleib
umgewandelt sind. Auch ihr werdet umgewandelt. Auch ihr bekommt euren
Geistleib. Deshalb sage ICH zu euch: Bleibt in MIR! Bleibt in MEINER LIEBE,
damit euer Fleischleib sich vergeistigt. In eurem Geistleib werde ICH euch
rufen und ihr werdet Meine Stimme vernehmen. ICH bin der gute Hirte. Meine
Schafe hören Meine Stimme. Wenn der Posaunenton erschallt, dann sollt ihr
soweit sein, daß ihr in euch Meine Stimme hören könnt. Das heißt: daß ihr
reinen Herzens seid, daß ihr frei seid von dieser Erde, daß ihr euch nicht mehr
auf das Sichtbare verlaßt, sondern auf das Unsichtbare! Ihr seid in MIR
verborgen; seid in Meinem unsichtbaren 4
Reiche, welches aber sichtbar
wird in der letzten Stunde, da ICH euch rufe. Das wird dann der Beginn der
neuen Erde sein, die Zeit, da ihr nicht mehr diesen Fleischkörper tragt,
sondern bei der Entrückung umgewandelt worden seid in Geistleiber. Satan hat
keine Macht mehr über Meine Kinder. Der Böse hat keinen Anspruch mehr an euch,
weil ihr umgewandelt, weil ihr vergeistigt seid! Das ist MEIN REICH, in dem ICH
regiere, in dem MICH Meine Kinder sehen dürfen wie ICH bin, denn ICH öffne
ihnen ihre geistigen Augen. Die Umwandlung ist etwas herrliches! Darauf sollt
ihr euch freuen! Laßt euch jetzt noch die Drangsale gefallen, denn sie bringen
euch soweit, daß ihr frei werdet vom Sichtbaren, daß ihr euch sehnt das
Reingeistige schauen zu dürfen. Erkennt es, Meine Kinder: Ihr kommt in eine ganz
neue Welt hinein. Eine Umwälzung hat begonnen, die für solche, welche nichts
von Meiner Liebe wissen wollen, sehr schmerzhaft ist. Auch die sich Christen
nennen, sich aber MIR nicht täglich hingeben, die nicht frei sind von ihrem
Eigenwillen, die nicht allein MICH in sich wirken lassen, bereiten sich
selbstverschuldete Leiden.
Setzt auch ihr euch nicht
leichtfertig darüber hinweg. Tröstet euch nicht mit falschen Hoffnungen. ICH
kann nur die entrücken, welche MICH annehmen! ICH kann nur die entrücken, die
sich selbst verleugnen, die frei geworden sind von ihrem eigenen Ich. Ja, nun
erschreckt ihr in eurem Herzen und ihr fragt: Sind wir denn soweit? Herr
schenke uns noch Zeit! Meine Kinder, es ist keine Zeit mehr! Aber ICH will euch
wieder den Weg zeigen: Ihr seid doch Glieder an Meinem Leibe wenn ihr MICH
liebt. Ihr könnt MICH nur im Glauben nehmen, nur im Glauben erfassen. Im
Glauben wißt ihr: ICH habe es vollbracht! Im Glauben wißt ihr: ICH bin gen
Himmel gefahren und so wie ICH aufgefahren bin, so komme ICH wieder!
ICH
möchte nicht nur eure Gefühle, die jetzt in der Osterzeit beim Gedenken an Mein
Leiden und Sterben in Tränen ausbrechen; nein, ICH brauche jetzt Kinder, die
MICH angenommen haben; DIE WISSEN UM WAS ES GEHT; die weder Furcht noch Angst
vor den Drangsalen haben. ICH brauche Kinder, die glauben, daß ICH sie 5
bewahre, daß sie versiegelt sind
in MIR! ICH habe in dieser Zeitwende Meinen Engeln den Auftrag erteilt, alle
Gläubigen, die MICH im Herzen wirklich aufgenommen haben, zu sammeln. Alle
Aufrichtigen, ganz gleich welcher Glaubensgemeinschaft sie angehören, - dies
will ICH immer wieder betonen - alle, welche MICH liebend in ihr Herz
aufgenommen haben, werden Meine Engel zusammenscharen. Da wird es nicht mehr
heißen: Hier ist ein Katholik, hier ist ein Protestant oder ein Anhänger dieser
und jener Glaubensgemeinschaft, sondern die Not wird euch zusammenballen! In
der Not werdet ihr nicht fragen: wo gehörst du hin? Ihr seht es euch
gegenseitig an, daß ihr Meine Kinder, daß ihr Glieder an Meinem Leibe seid!
Dann werdet ihr das Wunderbare erleben: die volle Erlösung; die Gewißheit, daß
ICH alles für euch vollbracht habe; das Bewußtsein, daß ihr frei seid! Das ist
der Segen der Notzeit. Ihr braucht euch nicht zu fürchten! ICH bin in euch! Ihr
sollt aber auch nicht in euren Gedanken im alten, adamitischen Wesen stecken
bleiben! Seid euch bewußt: Es kann nichts Unreines entrückt werden! ICH will es
euch noch einmal sagen: Ihr könnt nur entrückt werden wenn ihr MICH von ganzem
Herzen liebt und an MICH glaubt! Liebe, Glaube, das sind zwei ganz einfache
Worte, zwei schlichte Herzensregungen, in denen die ganze Seligkeit liegt.
Erfaßt dies demütig in eurem Herzen und sorgt euch doch nicht darüber, was euch
noch fehlt und ob ihr mitkommt zur Entrückung. Blickt auch nicht auf das, was
euch bedrückt, auf die Drangsale, sondern bleibt doch einmal in MIR durch euren
Glauben! Immer wieder betrübt es Mein Vaterherz, daß ihr nicht in MIR bleibt.
Ein Kind, welches in MIR bleibt, hat alle Seligkeiten, es ist jetzt und hier
schon gesegnet, daß es alle Dinge durchschaut, erforscht. Mein Kind erkennt die
Zeichen der Zeit und weiß alles, was jetzt kommt. Herrlich ist die Zeit, die
ICH für Meine Kinder herbeiführe.
Habt
keine Sorge! Seid nicht traurig, sondern seid euch allezeit bewußt, daß ICH,
der Allmächtiger, euer Vater bin! ICH bin auch die Kraft in euch. Nehmt MICH
liebend in euch auf, dann besitzt ihr MICH und Meine Kraft! Meine Kinder, seid
ihr MIR treu? Bleibt ihr in MIR? 6
Ihr wollt jetzt schon in kleinen
Kümmernissen verzagen. Es wird aber bald die Zeit kommen, da MICH jedes
einzelne von euch inniger suchen wird, weil ihr nicht mehr zusammen kommen
könnt! Ihr seht die Zeichen am Himmel. Ihr seht den Hochmut der Menschen, aber
noch mehr sollt ihr Meine Herrlichkeit, Mein vollbrachtes Erlösungswerk sehen
und VOLL FREUDE GLAUBEN, DASS IHR FREI SEID! Laßt euch nicht vom Bösen
beängstigen wenn er zu euch sagt: „ihr werdet es nicht erreichen“, - dann denkt
an Meine Gnade, die über euch waltet. Es sind Meine Vaterhände, die euch halten
und es wird kein Leid auf euch zukommen, das ihr nicht mit Meiner Hilfe tragen
könnt. Um eurer eigenen Seligkeit willen sage ICH euch: Verzweifelt nicht! ICH
sehe noch Zweifel in euren Herzen. In Meiner neuen Schöpfung hat kein Zweifel mehr
Raum, sondern nur Vertrauen, Glauben, Liebe, Hoffnung.
Ihr
sagt: es ist schwer in den Drangsalen fest zu stehen. Ja, ihr könnt es auch
nicht ohne MICH. Doch wenn ihr MICH im Herzen tragt, dann könnt ihr es. Dann
habt ihr Meine Herrlichkeiten! Der Glaube bringt euch den Sieg! Bei der
Hoffnung müßt ihr warten bis es sichtbar wird. So ihr den wahren Glauben
anwendet, habt ihr den Sieg! Deshalb glaubt! Bittet MICH um Meinen Beistand! Es
ist ja Meine Gnade, die euch hilft. Ihr dürft MICH nur immer wieder bitten, daß
ICH euch Meinen Glauben schenke. Es ist alles Meine Gnade. Bittet MICH darum
und nehmt sie dankbaren Herzens an. Wie wollt ihr sonst entrückt sein? Geistig
schon jetzt. Gewiß. Das habt ihr alle schon erlebt. Aber ICH verlange noch
mehr: Ihr sollt Meinen Glauben annehmen! Ihr sollt euch bewähren in den
Drangsalen, dann kann auch euer Leib entrückt und umgewandelt werden! Durch
euren Glauben wird die vollkommene Erlösung sichtbar. Die Zeit ist nicht mehr
fern. Meine Kinder, gebt euch MIR ernstlich hin. Glaubt MIR, eurem Vater: IHR
HABT SCHON DIE VOLLE ERLÖSUNG! ES IST EIN BEWUSSTSEINSZUSTAND! Denkt in euren
Prüfungszeiten daran, daß ICH euch freigemacht habe und haltet es fest! Dann
wird es 7
sichtbar werden gemäß eurem
Glauben. Ihr habt die Drangsale nur deshalb, damit ihr glaubensstark werdet!
Schwere Zeiten kommen über euch. Behaltet MICH in eurem Herzen! ICH sehe, wie
ihr euch sorgt und daß ihr nicht durchblicken könnt. Das aber ist immer ein
Zeichen, daß ihr nicht in MIR seid. ICH lasse dies an euch offenbar werden in
Zeiten der Prüfungen, der Krankheit, damit ihr euch mit innigem Gebet an MICH
wendet und Glauben übt. Dann sagt ihr nicht mehr ungläubig: ich sehe nichts.
Dann ist es sichtbar vor euch wie ICH, euer himmlischer Vater euch allezeit helfe
zur Reife für den Tag, an dem ICH kommen werde. Freut euch auf diesen Tag! Laßt
euch gefallen ,was über euch kommt und lernt daraus, damit ihr würdig seid MIR
entgegen zu gehen. Frei seid ihr! Frei habe ICH euch gemacht und ihr glaubt es
immer noch nicht, daß ihr frei seid! Aber die kommenden Zeiten werden es euch
zeigen wie ICH, euer Vater, euch bewahre, wenn ihr MICH liebt und in MIR
bleibt! Auch die Seelen, die abgeschieden sind und noch nicht in Meinem Lichte
wandeln, werden von Meinen Engeln geführt und belehrt. Große Freude ist unter
den Engeln. Sie loben und preisen MICH, daß ICH jetzt Meine Erdenkinder stärke
und herausziehe und sie zubereite für die neue Zeit, in der Meine Herrlichkeit
sichtbar wird. Die gesamte Erde und alles, was sie trägt, wird verfeinert,
vergeistigt. Den Menschen wird die schwere Last des Körpers abgenommen. Meine
Söhne und Meine Töchter sind vergeistigte Wesen auf der neuen Erde. Darüber
sollt ihr euch schon heute freuen. Erhebt eure Herzen und glaubt Meine
Verheißungen! MEINE VATERLIEBE BELEHRT EUCH IN DIESER ENDZEIT und beschenkt
euch mit vollkommener Liebe, mit vollkommenem Glauben, mit vollkommener Kraft!
Das bin ICH in euch! So groß ist Meine Liebe zu euch. ICH lasse euch nicht! Das
sollt ihr allezeit wissen. ICH stärke euch und heile euch, so ihr euch im
Glauben MIR zuwendet. Amen. Euer VATER JESUS. 8
Der Auferstehungsleib und die
Entrückung J.Hentschel Nr.101 Meine Kinder, werdet nur nicht unkindlich. Glaubet und
vertrauet wie ein Kind. ICH, euer Vater helfe euch. ICH bin der lebendige Gott.
Wenn ihr MICH um etwas bittet, dann sollt ihr nicht mit weinerlichem Gebet
kommen, sondern in Aufrichtigkeit, in wahrer Liebe und Demut. ICH bin der
lebendige, allmächtige Gott und kein von Menschen erd dachter Gott. Wäre diese Wahrheit
klar von euch erkannt, dann würdet ihr euch nicht unkindlich verhalten. Das
heißt: Ihr seid nicht gläubig und vertraut MIR nicht vollständig. Erkennt doch:
ICH bin allmächtig. ICH bin euer liebender Gott und Vater im Himmel. Weil ihr
diese Wahrheit nicht im Herzen festhaltet, werdet ihr wieder kleingläubig. Wer
MICH erkannt hat und MICH liebt, der weiß, daß ICH stark bin und nicht nur
helfen kann, sondern auch helfen will. ICH helfe euch und führe euch heraus aus
der Trübsal. Auch im finsteren Tal bin ICH bei euch, selbst wenn ihr von Meiner
Macht nichts bemerkt. Die Meinen preisen dennoch Meinen Jesusnamen, weil sie
wissen, daß ICH ihr Retter und Helfer bin.
Warum
fallen etliche von euch zurück in unkindliches Wesen? Weil sie sich nicht zu
MIR, dem starken, lebendigen Gott halten. ICH bin der allmächtige Gott. Naht
euch zu MIR in der Aufrichtigkeit, in der Wahrhaftigkeit eures Herzens. Dem
Aufrichtigen will ICH helfen und dem Wahrhaftigen lasse ICH sein Werk gelingen.
Wer aber in Gefühlsregungen und weinerlichem Gebet zu MIR kommt, dem fehlt der
Glaube. Solch ein Kind sollte um Stärkung des Glaubens bitten, dann erst kann
ICH ihm helfen. Wenn euch klar bewußt ist, daß ICH, euer JESUS CHRISTUS, der
allmächtige, lebendige Gott bin, dann werdet ihr weniger Tränen vergießen in
den Trübsalen und Anfechtungen, die ihr erdulden müßt. Freude, große Freude,
dürft ihr empfinden in eurem Herzen, weil ihr wißt, daß ICH in euch bin und
weil ihr erkannt habt, daß auch die Trübsale zur Stärkung des Glaubens 9
dienen. Würdet ihr MICH jederzeit
erwarten mit liebendem, sehnsüchtigem Herzen, dann ruhte auf euch in diesem
wartenden Zustand Mein Segen, der sich als reinigende Kraft an Geist, Seele und
Leib auswirkt. Im wartenden, harrenden, liebevollen Zustand auf Meine Wiederkunft,
in der Freude eures Herzens, gebt ihr MIR auch euren Leib zur Heiligung hin.
MEIN LIEBEGEIST WANDELT EUCH UM. Mein göttliches Licht durchdringt euch und ihr
nehmt im Glauben die Drangsale auf euch. Im gläubigen Aufblicken zu MIR, im
aufrichtigen Gebet um Hilfe, liegt für euch zugleich ein kräftiger Ansporn, ein
inniges Verlangen, nach vollkommener Heiligung für Geist, Seele und Leib. Ihr
habt einen neuen Lebenstrieb. In dem Zustand, da ihr MICH liebend erwartet, in
der Zeit eurer inneren Umwandlung, bekommt ihr die Vollmacht Meines Heiligen
Geistes. Meine Liebe-Weisheit, Meine Gnade gibt zur rechten Zeit. Von euch
verlange ICH nur euer gläubiges, demütiges Herz. Wer an MICH glaubt, den
lebendigen allmächtigen Gott, kann durch sein MIR hingegebenes Herz die
Vollmacht empfangen. Es ist doch alles da. Aber ihr versteht noch immer nicht,
das zu nehmen, was ICH euch biete. Wenn ihr euch im gläubigen Zustand des
Wartens auf Meine Wiederkunft befindet, - in diesem herrlichen, liebenden
Herzenszustand - dann naht sich die Fülle Meines Heiligen Geistes zu euch. Dann
vermag euer gläubiges Herz die Vollmacht Meines Heiligen Geistes aufzunehmen.
Deshalb sagte ICH zuvor: Seid nicht unkindlich, sondern seid gläubig wie ein
Kind. Glaubt MIR, dem lebendigen auferstandenen CHRISTUS. Glaubt MIR, dem
Auferstan-denen.
Als
ICH in Meinem herrlichen Auferstehungsleib bei Meinen Jüngern durch die
verschlossene Tür eintrat, da mußte ICH es ihnen erst klar machen, daß ICH
nicht nur Geist bin, sondern daß ICH in diesem Auferstehungsleib Fleisch und
Bein habe. ICH besuchte Meine Jünger nicht in einem verweslichen Leib, sondern
in Meinem Auferstehungsleib. Und ihr, Meine Söhne und Töchter, habt diesen
Auferstehungsleib schon (keimhaft) in euch, weil ICH für euch auf 10
Golgatha auch die Erlösung des
Leibes vollbracht habe. Dieser Auferstehungsleib entwickelt sich in euch, weil
ihr an Seele und Leib dauernd gereinigt, geheiligt und vergeistigt werdet durch
Meine Liebe in eurem gläubigen, festen, aufrichtigen, liebenden Herzen. DER
AUFERSTEHUNGSLEIB IST IN EUCH. Seit ICH, JESUS CHRISTUS, auferstanden bin,
haben auch Meine Söhne und Töchter Meinen Auferstehungsleib. Wenn ICH komme und
euch entrücke, dann seid ihr nicht nur Geist, dann offenbart sich an euch Mein
Auferstehungsleib. Wenn ICH dann mit euch und all den Meinen vom Himmel auf die
Erde zurückkomme, um die neue Erde aufzubauen, dann habt ihr nicht mehr euren
sündigen, gebrechlichen Leib, sondern ihr tragt den Auferstehungsleib, den ICH
auch habe. Ihr könnt euch denken, daß die ganze Erde gereinigt und verfeinert
ist, wenn ICH mit den Meinen wiederkomme. Das ist die erste Auferstehung, die
ihr Ende findet, wenn ICH wiederkomme mit Meinen Überwindern, Meinen
Entrückten.
Tausend
Jahre wird keine Krankheit unter den Meinen sein, weil sie Meinen
Auferstehungsleib tragen, der unverweslich ist. Wer diesen Leib hat, kann nicht
sterben. Der Tod wird nicht mehr sein (d.h. es wird keine gewaltsame Trennung
von Seele und Leib stattfinden – der Tod - , sondern die Menschen im Tausendjährigen
Reich werden, wenn ihre Zeit gekommen ist, samt ihrem Leib, durch einen
Willensakt bewußt in die rein geistige Schöpfungsebene hinübergehen d. Hrsg.).
An Meinen Söhnen und Töchtern wird offenbar, daß der letzte Feind, der Tod,
überwunden ist, durch Meinen Sieg auf Golgatha. ICH gebe euch diese
Belehrungen, damit ihr euch bewußt seid, welch wunderbaren Leib ihr jetzt schon
in euch tragt. Ihr seid Meine Kinder, Meine Lichtkinder. Ihr dürft jetzt
erkennen, daß ihr bei der Entrückung umgewandelt werdet und Meinen
Auferstehungsleib schon in euch habt. Selbst, wenn etliche (vor der Entrückung)
einen plötzlichen Tod oder Märtyrertod erleiden, so wird dennoch ihr Leib mit
auferstehen. ICH bin die Auferstehung und das Leben, - das ewige Leben,- wer an
MICH glaubt wird nicht sterben, er wird leben, ob er gleich stürbe. (Joh.11,25)
Versteht ihr nun 11
das Geheimnis des
Auferstehungsleibes? Der Auferstehungsleib ist in euch vorhanden, seitdem ICH
selbst auferstanden bin. So, wie ICH gen Himmel aufgefahren bin im Auferstehungsleib,
werde ICH wiederkommen, euch zu MIR ziehen und entrücken. Das geschieht, indem
ICH eure zerbrechliche Leibeshütte umwandle. Wie auch einst Mein Leib, als ICH
den Tod für alle Wesen im All erlitt, zerbrochen und in den unverweslichen
Auferstehungsleib mit vergeistigtem Fleisch und Bein umgewandelt wurde. Auch
eure gebrechliche Leibeshütte wird umgewandelt und ihr lebt dann im
unverweslichen, herrlichen Auferstehungsleib. Nun ist doch alle Furcht, alle
Angst, von euch genommen. Ihr seid Meine Kinder. Ihr gehört MIR an. Die Angst
vor den Schrecken des Todes kann nicht mehr in euch sein, wenn ihr diese Meine
Worte gläubig in euch aufgenommen habt. Ihr seid von Meiner Liebe beglückt, von
Meinem Lebenstrieb erfüllt. Die Auferstehungswahrheit, euer Sehnen nach der
Entrückung, treibt euch zum Gebet. Und weil ihr Mein Wort liebt, wollt ihr auch
danach leben. Deshalb ermahne ICH euch: Seid wachsam und betend. Haltet euren
Leib rein. Ihr besitzt jetzt die Erkenntnis, daß euer Leib kein Werkzeug der
Sünde mehr ist, sondern ein Gefäß Meiner Gnade, ein Tempel Meines Heiligen
Geistes. Die Erkenntnis geht voraus, dann folgt die Liebe-Tat. Wenn ihr MICH
liebt, fällt es euch nicht schwer, zu entsagen, zu überwinden. Dann wißt ihr:
ICH bin in euch der Überwinder. ICH helfe euch euren Leib rein zu halten, das
kostbare Gefäß Meines Heiligen Geistes.
Meine
Söhne und Töchter! Freut euch: Ihr habt Meine Herrlichkeit in euch und dürft in
der Hoffnung dieser Herrlichkeit leben. Ihr könnt euch dessen rühmen in Demut
inmitten der Läuterungszeit und der Drangsale. Hinweg ist eure Angst und eure
Furcht. Was sind all die Trübsale, die ihr zu überwinden habt im Vergleich zu
den Verheißungen, die ICH euch hier gebe? Ihr werdet nicht sterben, weil ihr
MICH liebt, weil ihr an Meine Herrlichkeit glaubt, weil ihr glaubt an den
lebendigen, allmächtigen Gott. Ihr seid durch Meine Liebe in euch 12
der ständigen Umwandlung, der
Vergeistigung fähig. Die Herrlichkeit der Braut ist groß. Gerade durch die
Trübsale, durch die Läuterungen im Schmelztiegel des Leides, werdet ihr
umgewandelt und gereinigt an Geist, Seele und Leib. Wenn ihr MICH wirklich liebt,
habt ihr kein Bedürfnis mehr nach irdischer Lust, nach irdischer Freude. Ihr
glaubt Meinem Wort und dadurch seid ihr frei von den irdischen Gebundenheiten.
Eure Freude ist groß, denn ihr erkennt und empfindet jetzt schon in euch euren
Auferstehungsleib. Wenn ICH wiederkomme und euch zu MIR ziehe oder wenn die
leibliche Hütte zerfällt, wird der Auferstehungsleib sofort sichtbar. Wer an
MICH glaubt, hat das ewige Leben und wird nicht in das Gericht kommen. Denn ICH
will die Meinen bewahren in der Stunde der Versuchung und der letzten Trübsal.
Jetzt seid ihr reif, Meine Freude in euch aufzunehmen. Diese herrliche Freude
über Meine Führungen und Segnungen. ICH führe euch immer tiefer hinein in Meine
Gottesgedanken, ICH belehre euch, so ihr wollt. So ihr euch MIR öffnet. ICH
habe euch lieb. ICH habe euch auch die Angst vor dem Antichristen genommen. Die
Zeit ist nahe, in der er sein böses Wesen treibt. Ihr braucht euch nicht zu
fürchten, daß er eurem Leib schaden könnte. Lebt in dem Bewußtsein: Der
herrliche Auferstehungsleib, den mir mein Jesus gegeben hat, ist in mir. Und
somit habt ihr keine Angst. Das Wüten des Antichristen steht nahe bevor: Was
dem voraus geht, seht ihr heute schon: Die Völker sind voll banger Ahnung der
Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen. Die Regierungen bedrohen sich
gegenseitig mit den fürchterlichsten Waffen, deren Auswirkungen sie selbst
nicht einmal kennen. Weil die Auswirkungen noch nicht voll erkannt sind, ist
die Bevölkerung erfüllt von Sorge. Und weil die wahren Christen zum Frieden
ermahnen, werden sie von den antichristlichen Mächten in Ost und West verfolgt
und getötet. Die Verfolgungen kommen über die Meinen.
Wahrlich,
ICH sage euch: Ihr braucht keine Angst und Furcht zu haben. In dem Bewußtsein:
ICH, der allmächtige Gott, bin in euch, 13
könnt ihr dem Antichristen
begegnen. Dieser Bewußtseinszustand und Meine Liebe in euch sind eure Waffen.
Ihr wißt: ICH bin der lebendige Gott und kein von Menschen erdachter Gott.
Diese Glaubensgewißheit läßt euch fest stehen in jeder Verfolgung. Ihr wißt es
bestimmt: ICH bin in euch. ICH bewahre euch. Diese Herzensgewißheit erfüllt
euch immer wieder mit Meiner Freude. Mein Heiliger Geist läßt euch
durchschauen. Dann könnt ihr nicht anders, als Meine Liebe durch euch strahlen
und selbst auf den Antichristen überströmen zu lassen. Durch die Liebe könnt
ihr dem Andrang der Verfolgung standhalten. Die Verfolgung der Christen bricht
herein. Die Diktatur kommt. Wer nicht das Mal des Antichristen an der Stirne
trägt, wird nichts kaufen und nicht verkaufen dürfen. Dies gilt für die
Christen, welche nicht das Tier aus dem Abgrund - den Antichristen - anbeten.
Es wird euch nicht schwer fallen ihn zu erkennen in seiner Geld- und Machtgier,
in seiner Gewalt, in seinem Haß und in seinem Vernichtungswahn. Er wird alles
daran setzen, euch zu Fall zu bringen. Darum ist es notwendig, daß ihr in dem
Bewußtseinszustand lebt: Ihr seid Glieder Meines Leibes. Ihr tragt euren
Auferstehungsleib in euch. Schon vor Jahren sagte ICH euch: “Ihr habt Meinen
Leib!“ Doch ihr konntet das noch nicht recht verstehen. Heute erkläre ICH es
euch, weil ihr nun aufgeschlossen seid für die ewige Wahrheit eures Gottes: Der
Auferstehungsleib eures JESUS CHRISTUS ist in euch seit jenem Tage, an dem ICH
auferstanden bin. Und der letzte Feind, der Tod, wird hinweg genommen wenn ICH
wiederkomme mit den Entrückten auf die Erde. Ja: Die Herrlichkeit der Braut ist
groß. Freut euch der hohen Berufung und lebt ganz in MIR. In Meinem Reiche hat
alles seine Zeit. ICH gebe euch die Erkenntnis und ihr liebt MICH dadurch immer
inniger. Meine Vaterliebe belehrt euch auch darüber, daß ihr Meine freien Söhne
und Töchter seid. Nicht mehr Gebundene Satans, sondern freie Kinder Gottes seid
ihr. Erkennt das in euch und lobt und dankt dafür. 14
Die vielen Drangsale, die Zeiten
der Trübsale, der seelischen Depressionen, der Einsamkeit und die
Ungerechtigkeit, welche ihr erduldet habt, dienten eurem Wachstum. Ihr wurdet
an Mein Vaterherz getrieben und ICH habe euch vom Schmutz der Sünde und aus den
Banden Satans befreit. ICH habe euch liebend in Meinen Händen gehalten und
heute noch ziehe ICH euch heraus, wenn ihr wieder gefallen seid, so ihr wollt.
Und wenn ihr wollt, dann habt ihr die Seligkeit. Ja, Meine Kinder, jetzt wollt
ihr, daß Mein Wille in euch geschehe. Und so nehmt es an im vollen Glauben:
Eure alte zerbrechliche Leibeshütte wird aufgelöst (umgewandelt), ohne daß euer
Leib verwest. Die Umwandlung geht schnell vor sich und zwar in dem Moment, wo
ICH euch rufe und zu MIR ziehe. Alle die Meinen, - von den Jüngern und Aposteln
ab - konnten MICH in ihren Trübsalen, Anfechtungen und Drangsalen loben und
Meinen Jesusnamen mit Freudigkeit preisen. Die Herzensgewißheit, daß ICH ihr
lebendiger Gott bin, das Verbundensein mit MIR, gab ihnen die Kraft zum Leiden,
Dulden und Überwinden. Aber ihr habt nun gelernt: Wenn ihr MIR treu verbleibt
und immerwährend liebend zu MIR aufschaut, dann werdet ihr den Tod weder sehen
noch schmecken. ICH habe euch den Herrlichkeits-leib, Meinen Auferstehungsleib,
gegeben, den Krankheit, Sünde und Tod nicht antasten darf, der im höchsten Maße
vollkommen ist, wie ICH, euer JESUS CHRISTUS, es selbst bin. Amen. 15
Seid ihr bereit zur Hochzeit? Das
Ende ist nahe J.Hentschel Nr.102 Vorwort: Offenbarung Johannes:19,6-9 + Kundgabe Nr. 71
Mein Friede sei mit euch. Meine Kinder, ihr gehört doch nicht zu jenen, die
ohne Hoffnung sind. Ihr seid doch voll Freude, Kraft und Siegesbewußtsein.
Erfüllt von Meinem Heiligen Geist. ICH will euch jetzt durchdringen mit Meiner
Liebeskraft. Mein Lebensgeist, Meine Lebenskraft, Mein Lebenslicht soll euren
Geist, Seele und Leib durchdringen. Ihr dürft MICH erfassen als den lebendigen,
allmächtigen Gott und Vater. Deshalb hütet euch vor Unmäßigkeit, Üppigkeit, vor
Genußsucht. Haltet eure Herzen rein. Haltet eure Leiber rein. Ihr sollt euch
nicht sorgen. Nahrungssorgen, Kleidersorgen, sonstige Sorgen und Ängste könnt
ihr fernhalten von euch durch lebendigen Glauben an MICH, euren JESUS CHRISTUS,
den allmächtigen Gott. Euren inneren Menschen will ICH stärken, umwandeln, in
Mein Ebenbild verklären. Es genügt nicht allein das Hören und erkennen Meiner
Wahrheit. Ihr sollt umgewandelt werden. Mein Wort der Wahrheit gibt euch die
Kraft zu einem reinen Lebenswandel. Mein Wort der Wahrheit durchdringt und
reinigt euch allezeit. In Meinem Wort will ICH MICH
euch
mitteilen und verbinden. Durch Mein Wort ist Mein Geist und Meine Kraft in
euch. Deshalb nützt euch allein das Hören und Erkennen Meiner Wahrheit nichts.
In Meinem Wort ist Geist und Leben. Habt ihr Mein Wort lebendig in euch
aufgenommen und lebt ihr die Liebe, dann ist Meine Kraft in euch. Mein Wort
bringt die Heiligung und die Reinheit in euch zur Entfaltung. Je mehr ihr eure
Herzen öffnet für Mein Wort der Wahrheit, je mehr ihr euch Zeit nehmt für Meine
16
Belehrungen, je mehr ihr Mein
Wort in die Tat umsetzt, um so mehr werdet ihr erneuert an Geist, Seele und
Leib. Auch euer Leib wird durchlichtet und durchstrahlt von Meiner Lebenskraft.
ICH, der CHRISTUS in euch, will zur vollen Mannesgröße in euch erstehen. Ihr
sollt in der Vollmacht Meines Heiligen Geistes, in der Vollkommenheit eures
CHRISTUS sein. Die Zeit Meines Kommens im verklärten Geistleib, im
Auferstehungsleib, ist nahe. Und es ist immer wieder Meine Gnade, daß ICH zu
euch rede und euch belehre, damit ihr nicht überrascht werdet, wenn die
Ereignisse hereinbrechen. Ihr seid nicht mehr ferne dem großen Geschehen, den
großen Umwälzungen, deshalb rede ICH zu euch. Ihr sollt die Zeichen der Zeit
erkennen und euch mit MIR verbinden. Ihr sollt MIR die Treue halten in den
Trübsalen. Meine Söhne und Töchter! Werdet nicht müde, bleibt beharrlich.
Wendet Fleiß und Ausdauer an und steht fest im Glauben in den Trübsalen. ICH
bin in euch. Ihr sollt MICH in euch erleben. ICH will MICH euch offenbaren als
allmächtiger Gott. Ihr sollt nicht nur von MIR wissen, ihr sollt MICH erleben
in euch. Ihr könnt MICH aber nur erleben, wenn ihr aufblickt zu MIR in den
Drangsalen, wenn ihr in den Trübsalen nicht müde werdet MICH dennoch zu loben
und zu preisen. Wenn ihr MICH liebt und Meinen Namen lobt und preist, habt ihr
Öl in euren Lampen. Dann besitzt ihr das Öl aus den köstlichen Oliven Meines
gesamten Wortes. Liebe ist
für
euch das gewonnene Lebenslicht aus MIR, eurem JESUS. Euch gegeben aus Gnade.
Dieses, aus Meinem Wort gewonnene Lebenslicht, Meine Liebe, durchstrahlt euren
Geist, Seele und Leib, auf daß euer Leib licht werde, strahlendes Licht ist.
Mein Licht durchdringt auch eure Seele, macht sie rein und schön. Eure
Geistleiblichkeit und dessen Lichtherrlichkeit leuchtet von innen heraus. Ihr
seid umgestaltet in den Auferstehungsleib, den ICH euch geschaffen habe. Jetzt
ist alles noch verborgen in euch. Eure Lichtgestalt wird bald sichtbar. Als
ICH, JESUS, auf Erden wandelte, haben MICH wenige als den Gottessohn erkannt.
Und wer hat MICH erkannt als die Gottheit Selbst? Die Welt 17
sah nur Meinen irdischen Leib,
aber sie sahen nicht Meinen Auferstehungsleib, SIE ERKANNTEN NICHT DIE GOTTHEIT
IN MIR. So ist es auch bei euch. Noch ist euer wahres Sein verborgen vor den
Augen der Welt. Die Welt erkennt nicht, daß ihr Meine Söhne und Töchter, Meine
Überwinder seid. Es ist noch verborgen. Aber wenn Zeit und Stunde gekommen ist,
dann wird sichtbar, daß ihr Meinen Auferstehungsleib, Meinen Herrlichkeitsleib,
tragt. Freut euch in eurem Herzen. Meine Freude gebe ICH euch. Ja: Selig ist
die Braut. Sie ist angetan mit Gerechtigkeit. Ihr seid angetan mit
Gerechtigkeit. Jetzt bin ICH im Geiste in euren Herzen. Dann komme ICH als euer
Bräutigam und lade euch zur Hochzeit, indem ICH euch die Himmel öffne und euch
einführe in Meine Himmel. Diese Zeit ist nicht mehr ferne. Liebt MICH und liebt
euren Nächsten. Habt Öl, habt Liebe in euch. Dann gehört ihr zu den Jungfrauen,
die MIR entgegen gehen, die bereit sind, MICH liebend zu umfangen. ICH komme
bald und führe die Meinen in die geöffneten Himmel. Wohl sagt ihr: Wann wird
die Hochzeit sein? Wer darf alles daran teilnehmen? Wo ist die Tür zum
Himmelssaal? Und ICH antworte euch: Die Türen öffnen sich über Golgatha. NUR
ÜBER GOLGATHA STEHT DER HIMMEL OFFEN. Wißt ihr was das heißt? Die
Brautgemeinde, Meine Söhne und Töchter, gehen ihren Weg über Trübsale,
Drangsale und Anfechtungen. Wohl euch, wenn ihr MICH auch im Leide liebt und
preist.
ICH
gab euch die Verheißung: ICH will abwischen all eure Tränen von eurem
Angesicht. Jetzt erduldet ihr noch Anfechtungen und Trübsale und habt noch
Tränen. Wohl euch, daß es so ist, denn euer Glaube wird geprüft und belohnt.
Wohl dem, der MICH bekennt vor den Menschen und Meine Liebe hineinträgt in
diese Welt und MIR die Tür öffnet in die Wohnungen dieser Welt. Dem will ICH
die Tür öffnen in Meine Himmelswelt der Auferstandenen. Nur den Überwindern,
den Demütigen, geht die Tür auf. Wißt ihr was das heißt: ICH komme und lade
euch zur Hochzeit und vereinige euch mit MIR und all den Heiligen, die euch
vorangegangen sind? Wißt ihr was das heißt: Das 18
große Halleluja ertönt, wenn ICH
unter den Meinen bin und nur reine Freude in ihren Herzen ist? Um MICH, den
Bräutigam, sind Meine Lieben in Auferstehungsleibern, in durchlichteten
Geistleibern. Durchlichtete, reine Seelen gehen durch die Türe in den
Hochzeitssaal unendlichen Freuden entgegen. Was bedeuten dem gegenüber eure
Tränen, die ihr im Erdental weint, wenn ICH euch himmlische Verheißungen gebe?
Erkennt: Mein erstes Kommen brachte der gefallenen Schöpfung die
Erlösung durch Mein Kreuz auf Golgatha. Mein zweites Kommen wird daran
erkenntlich sein, daß ICH euch und alle die Meinen um MICH versammle, mit MIR
vereinige und zur Hochzeit in Meine Himmel führe. Mein drittes Kommen wird
die Besitznahme der neuen Erde durch MICH, JESUS CHRISTUS, und die Meinen sein.
ICH will die Hütte Gottes, - Meine Hütte, Meine heilige Stadt, das himmlische
Jerusalem, - herabsenken auf die neue Erde und will allen Vater sein. Die
Vereinigung Meiner Heiligen, Meiner Auserwählten, Meiner Söhne und Töchter,
Meiner Überwinder mit MIR ist das Endziel Meiner göttlichen Liebe, die
Vereinigung Himmels und der Erde. Die Hütte Gottes ist da, wo ICH bin mit den
Meinen. Bin ICH nicht schon in euren Herzen? Empfindet ihr die Liebe als euer
eigenes oder habt ihr erkennen gelernt, daß wahre, reine Liebe nur aus MIR
allein kommt? Daß ihr nichts seid ohne MICH? Daß ihr wirklich nur ein leeres
Gefäß seid? Darin besteht der Segen der Drangsale: Ihr kommt zur
Selbsterkenntnis; ihr öffnet euch für MICH, für Meinen Lebensgeist, für Meine
Lebenskraft, für Mein Lebenslicht. Ein einziges Wort Meiner Wahrheit wirkt
durchgreifende Wunder in eurer Gesinnung und in eurem Wandel und vermag euch
umzugestalten in eine neue Schöpfung. So viel hat ein einziges Wort von MIR,
daß es euch zeigt, wie ihr wandeln dürft in Meinem Licht, wenn ihr euch öffnet,
wenn ihr es glaubt. 19
Durch die Kraft Meines Wortes
habt ihr die Heiligung und die Reinheit eures Herzens. Ihr seid MIR gehorsam
und dient MIR treu, wo ICH euch hinstelle. Ihr bekennt euch zu MIR in der
schweren Zeit der Verfolgung. ICH habe einige unter euch, die MIR in der
schweren Zeit dienen sollen, bevor sich das heilige Jerusalem auf die neue Erde
herabsenkt. Sie werden hinausgestellt von MIR als Lichter, mit Meiner Kraft
erfüllt, und werden die Herrlichkeit Meines Namens preisen. Sie werden ohne
Angst und Furcht sein. ICH weiß euch zu bewahren, die ihr hier bleibt als Meine
Zeugen. Die Andern werde ICH zu MIR ziehen, entrücken, zu MIR ziehen. Noch ist
es euch, als wenn ihr träumen würdet, aber nicht mehr ferne ist die Zeit, da
dies alles in Wirklichkeit geschieht. Wie ist nun eure Einstellung? Wohin neigt
eure Liebe? Seid ihr bereit zu Hochzeit? Seid ihr bereit, MIR die Treue zu
halten? Seid ihr beharrlich im Gebet, in der Fürbitte? Seid ihr bereit zu
helfen, zu tragen, zu dulden, zu leiden um Meines Namens willen? Einen Teil der
schweren Zeit werdet ihr noch miterleben. Seid ihr bereit? So nehmt jetzt in
euch Meine ganze Liebeskraft auf. ICH bewahre euch, so ihr wollt, so ihr euch
MIR öffnet. Haltet MIR die Treue. Haltet durch bis zuletzt. Haltet im Glauben
die Tatsache fest: Mein Lebensgeist, Meine Lebenskraft, Mein Lebenslicht
durchdringt euch an Geist, Seele und Leib. Bleibt ihr in der Liebe, in der
Demut, dann wird jedermann erkennen, daß ihr Meine Kinder, Meine Erlösten,
Meine Auferstandenen seid. Denn ihr ruht nicht mehr im Grabe der Materie, nein,
eure Seele ist erfüllt von Meinem Licht. Und dieses Mein Licht laßt leuchten.
Die
Finsternis ist so groß. Die Ungerechtigkeit nimmt mehr und mehr überhand. Wollt
ihr schlafen oder wollt ihr Meine Augen haben, die das Leid und das Elend
sehen? Wollt ihr Meine Ohren haben, die hören die Schreie der Verzweifelten,
der Einsamen? Ihr Schreien dringt zu MIR. Hört mit Meinen Ohren und geht nicht
vorüber an dem Leid der Anderen. Habt helfende, tragende Hände. Gebt. Ihr
werdet nie arm sein, denn ICH will es euch hundertfältig wiedergeben. ICH will
euren Mund salben, daß Worte der Kraft und des Trostes über eure Lippen kommen,
euch selbst vergessend und Mein Gebot erfüllend: Ihr sollt 20
MICH über alles lieben und euren
Nächsten gleich euch selbst. Oder sammelt ihr noch in eure eigene Scheune? Jede
im Verborgenen gegebene Gabe, welche die Menschen nicht sehen, die aber ICH
sehe, jedes liebende Wort, jedes tröstende Wort, will ICH euch tausendfach
vergelten in Meinem Reich. Reif ist die Ernte. wo sind die Schnitter? Gebt MIR.
Was ihr eurem Nächsten tut, das habt ihr MIR getan. Gebt MIR. Gebt reichlich
Trost den Betrübten. Schenkt gute Worte, Herzensfreudigkeit. Erweckt
Glaubenszuversicht. Ihr sollt MICH erleben als den lebendigen Gott, der Gebete
erhört. Zweifelt nicht an dem MICH-Erleben in euch. Ihr erlebt den lebendigen,
nicht den von Menschen erdachten Gott. Nur wenn ihr MICH in eurem Herzen erlebt
habt, wenn ihr durchgedrungen seid zum Glauben an die volle Erlösung, dann erst
haben eure Worte Kraft. Dann wirkt Mein Heiliger Geist in euch. Wenn ihr mit
MIR eins seid, öffnet ihr MIR die Tür in diese elende, verdorbene, vom Satan
verführte Welt. Nur so! Und ICH will euch dann die Tür in Meine Himmel öffnen.
Ihr sollt teilnehmen an der Hochzeit in Meinem Freudensaal. Es erfüllt sich
damit Mein Wort: ICH will abwischen all eure Tränen. Ihr werdet von MIR
umgewandelt, erfüllt und durchstrahlt von unaussprechlichem Lichte. Rein,
licht, ist eure Seele. Reingewaschen in Meinem Blute. Freut euch: Ihr habt
durch Meine Gnade das Vermögen erworben, daß ihr jetzt und hier schon eintreten
könnt in euren Himmel im Herzen. Ja: Mein Himmel, Meine Vaterliebe, schließt
euch ein, umfängt, durchdringt und verklärt euch. Lernt von Meinem
Lieblingsjünger Johannes: In einem Gesicht zeigte ICH ihm die Hochzeit des
Lammes. (Offbg. Kap. 19). Er durfte das große Halleluja hören. Er durfte sehen,
wie sich die Braut geschmückt hat mit Gerechtigkeit, mit Reinheit, mit
Vollkommenheit. Dies ist geschehen. Meine Liebe, das himmlische Jerusalem,
senkt sich herab auf eure Erde, in eure Herzen, auf daß ihr Frieden habt in MIR.
Auf daß ihr unaussprechliche Freuden empfindet, trotz all der Drangsale. Und
die beglückende Herzensgewißheit: JESUS ist mein starker Gott. Es wird nicht
ein Haar von meinem Haupte fallen ohne Seinen Willen. 21
Siehe, ICH stehe vor der Tür.
Empfangt MICH. Empfangt Meine Liebeskraft. Meine Worte sind Kraft und Wahrheit.
Ihr könnt nur empfangen, wenn ihr euch öffnet. ALLE MEINE WORTE WERDEN AN EUCH
VORÜBERGEHEN, WENN IHR EUCH NICHT DAFÜR GEÖFFNET HALTET. Ihr sollt immerwährend
unter Meinem Worte sein, damit ihr Kraft habt für jeden Tag. Ihr braucht Kraft,
besonders in den kommenden schweren Stunden. Ihr braucht Kraft, wenn die
Finsternis hereinbricht und nirgends Licht zu finden ist, als in eurem Herzen,
in dem ICH bin. Dann soll in euch Mein Licht scheinen. Mein Lebenslicht. Das
gewonnene Licht aus dem Quell Meines gesamten lebendigen Wortes. Mein Wort wird
euch halten, wird euch Glaubenskraft und Glaubensmut geben. Und dieses Wort,
Meine JESUSLIEBE, wird in euch sein. Haltet Mir die Treue. Es ist nicht mehr
lange, daß ihr noch Tränen vergießt. Es ist nicht mehr lange, daß ihr so viel
Leid erdulden müßt, daß ihr verachtet und verfolgt werdet.
Aber
diese Verheißung gebe ICH euch: ICH werde kommen und es werden MICH alle sehen.
ICH komme vor den Augen der ganzen Welt, ja in Gegenwart des Satans und der
falschen Propheten. Und es werden MICH auch die Heere sehen, die zum Kriege
rüsten wider Meine Christen, wider Meine Söhne und Töchter! Sie werden sehen,
wie ICH zu den Meinen komme, die sie verfolgen, die ICH aber mit Meinem starken
Arm zu MIR ziehe. Dann erst wird die Erde freigegeben werden zur Sichtung und
zur Reinigung. Ihr aber seid bei MIR. Vereint mit MIR zur Hochzeit. Ich halte
jetzt schon Meine Himmel für euch geöffnet, für euch, die ihr MICH liebt und
Meine Liebegebote befolgt. ICH führe alle Meine Gläubigen zusammen: Aus allen
Gemeinden, allen Kirchen und Sekten will ICH sie vereinen. ICH rede überall und
zu jeder Seele von Meiner Wiederkunft. ES SOLL NICHT EINES SAGEN KÖNNEN, ES HAT
NICHTS GEWUSST VON MEINER WIEDERKUNFT, UND DASS SIE SO NAHE IST. UND DIE
MENSCHEN WERDEN VON MIR REDEN UND ALLE VÖLKER WERDEN ERFAHREN, DASS MEINE
WIEDERKUNFT NAHE IST. ICH will alles tun, um die Menschen aufzurütteln, damit
sie MICH 22
suchen in ihren Herzen; daß sie Buße
tun, umkehren und Meine Liebe leben. ICH belehre euch, ihr kleine Herde, damit
ihr von den kommenden Ereignissen nicht überrascht werdet. Ihr sollt, mit MIR
vereint, Kraft haben, Licht, Glaubensmut und Glaubenskraft. Ihr sollt nicht
verwaist, nicht verlassen sein. Meine Vaterliebe redet zu euch, auf daß ihr
noch durchhaltet mit Meiner Kraft, die euch erfüllt. ICH rede eine deutliche
Sprache zu einem jeden von euch. Ihr empfindet es oft schmerzlich und möchtet
dem entgehen. Aber die Trübsale dienen euch; ihr reift heran zu dem starken
Glauben, der notwendig ist in dieser Endzeit. Wohl dem, der auch im Leide Meine
Stimme in sich vernimmt, die Stimme Meiner Liebe, Meiner barmherzigen Liebe.
Denn nur die Liebe allein ist die Siegeskraft und diese Kraft laßt durch euch
fließen. Erbarmt euch des Bruders, der Schwester. Erbarmt euch der Gefallenen.
Zieht euch nicht zurück, sondern bleibt geöffnet, laßt euch von MIR zum Dienst
am Nächsten gebrauchen. ICH will noch sammeln in letzter Stunde. ICH habe euch
lieb. Habt auch MICH lieb. Haltet aus in den Trübsalen und lebt nach Meinem
Wort, damit ihr gereinigt und geheiligt seid durch MICH, euren JESUS CHRISTUS.
Amen. 23
Die Entrückung am Ende unserer Erlösungsperiode J.Lorber:Großes
Evanelium Johannes Band 10 Kap.156,5-6 (Jesus:) ....wer da erweckt wird durch
die Posaune (berufen wird zur Kindschaft Gottes), der wird nicht erweckt zum
Tode, sondern zum Leben; wer aber den Schall der Posaune nicht wird hören
wollen, der wird auch nicht erweckt werden, sondern verbleiben in der Nacht
seines (geistigen) Grabes und in der Gefangenschaft des Meeres (der Zeit) bis
zur Zeit, in der diese ganze Erde aufgelöst wird durchs Feuer. Denn wie zu der Zeit Noahs
werden sie freien und sich freien lassen und sich gar nicht kümmern um die
Stimme Meiner Erweckten; diese werde Ich aberdann gleich in einem Augenblick
von dieser Erde entrücken und jene mit allen ihren Lieblingen dem alles
zerstörenden Feuer preisgeben, zu dessen Entstehung die dermaligen
unbußfertigen Weltmenschen selbst das allermeiste beitragen werden. Und sehet,
das wird ein letztes Gericht auf dieser (alten) Erde sein, zu dem kleine
Anfänge bald nach euch werden gemacht werden! Zudem aber müsset ihr freilich
nicht denken, daß solch ein Feuer alsogleich an allen Orten und Punkten der
Erde zugleich hervorbrechen wird, sondern gleich nur so nach und nach, auf daß
den Menschen noch immer zur Besserung Zeit und Raum gegeben wird. (Das heißt
also, daß das Feuergericht nicht sofort global den ganzen Planeten erfaßt,
sondern ein gewisser Zeitraum, eine letzte Möglichkeit zur Bekehrung besteht.
Gott tut wirklich alles, um auch der letzten Seele eine Chance zur Buße und
Umkehr zu eröffnen d. Hrsg)
Entrückung vor der Drangsalszeit?
Bibelstellen: Johannes 14,1-3
; 1.
Thessalonicher 4,13-17
; Offenbarung 3,10
;Offenbarung 22,17![]()
Müssen Christen durch die Drangsalszeit gehen? Wann kommt
der Herr Jesus, um die Seinen zu sich zu nehmen? Vor der Drangsal oder nach der
Drangsal? Wir wollen dieser wichtigen Frage einmal nachspüren und uns neu
motivieren lassen, unseren Erlöser täglich aus den Himmeln zu erwarten!
Bevor wir in das Thema einsteigen, möchte ich zwei
Wahrheiten der Schrift nennen, die ich gern als bekannt voraussetzen möchte:
Christus kommt, und die Drangsal kommt. Doch was kommt
als Erstes? Christus oder die Drangsal? Es ist Christus!
Er wird kommen und die Seinen vor der Drangsal in den Himmel
aufnehmen. Mit folgenden Argumenten möchte ich gerne darlegen, warum ich das
für die einzig mögliche Schlussfolgerung halte:
Das Buch der Offenbarung
Im Buch der Offenbarung wird die siebenjährige Drangsalszeit
ausführlich beschrieben (Off 6
–19). Wir dürfen sicher erwarten, hier klare Hinweise zu
bekommen, ob Christen diese Zeit erleben werden oder nicht:
Erwarten wir Ihn?
Wir wissen nicht, an welchem Tag der Herr Jesus kommt,
aber wir wissen, dass er kommt (Mt 25,12
). Das nur zu wissen, genügt jedoch nicht – wir sollten
ihn auch täglich erwarten (Rö 8,23
; Gal 5,5
; Phil 3,20
; 1. Thes 1,10
; Tit 2,13
; Heb 9,28
; Jud 21
; vgl. 1. Kor 1,7
)). Erwarten wir ihn nicht, dann geben wir
die Trennung zur Welt auf und werden nachlässig in unserer Arbeit für Christus
(vgl. Mt 24,48.49
). Die tägliche Erwartung des Herrn
aber …
FN 1: Die 24 (2x12) Ältesten stellen die Gläubigen des
Alten und des Neuen Testaments dar. InOffenbarung 19,6
–9, bei der Hochzeit des Lammes, ist nicht mehr von 24
Ältesten die Rede, sondern von einer Braut (das ist die Versammlung) und von
Hochzeitsgästen (die Gläubigen, die nicht zur Braut gehören; siehe Johannes 3,29
).
FN 2: Diese Ausdruckweise macht klar, dass es nicht
um entschlafene, sondern um verherrlichte Heilige geht.
Eine Entrückung vor der Drangsal
– Lehrt die Bibel das?
„Denn das
sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur
Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen;
denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels
und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in
Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und
übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit
dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thessalonicher 4:15-17).
Die obigen Bibelverse beschreiben die Entrückung der Gemeinde. Die
glückselige Hoffnung der Christen ist Christus, der sie für immer zu Sich holt,
wie Er es in Johannes 14:2-3 versprochen hat: „Im Haus meines Vaters
sind viele Wohnungen; wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um
euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite,
so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich
bin.“ Die Frage ist: Wann?
„Entrückung”
kommt vom lateinischen Wort raptus, das übersetzt hinaufgeholtheisst
und vom Verb rapere kommt, was „von einen
Ort an den anderen transportieren” bedeutet. Das griechische Original
ist harpazo, was wegreissenbedeutet.
Die
Entrückung ist der Zeitpunkt, an dem die wiedergeborenen Christen plötzlich von
der Erde weggenommen werden, um beim Herrn Jesus Christus zu sein. Den
Bruchteil einer Sekunde vor der Verwandlung der lebenden Christen findet die
Auferstehung „der Toten in Christus“ statt. Im Himmel werden
sie vor dem Richterstuhl von Christus bezüglich ihrer Belohnungen gerichtet (2.
Korinther 5:10; 1. Korinther 3:10-15), während auf der Erde diejenigen, die
zurückgelassen wurden, durch die schrecklichste Zeit in der Geschichte der
Menschheit gehen müssen, die als „Drangsal” bekannt ist (Matthäus 24:29).
Ich habe das
Thema „Entrückung der Gemeinde“ ignoriert, wann immer es mir beim Lesen begegnet
ist. Immerhin wurde mir gelehrt, dass das einzige 2. Kommen des Herrn und
Retters Jesus Christus sichtbar sein wird, mit Macht und Herrlichkeit, und dass
es keine geheime Entrückung geben wird. Einige Autoren, die ich gelesen habe,
haben die „Entrückungstheorie“ lächerlich gemacht. Ich habe wie
selbstverständlich mein stillschweigendes Einverständnis dazu gegeben.
Aber in
letzter Zeit ist mein Interesse für dieses Thema erwacht, und ich habe
herausgefunden, dass die Entrückung der Gemeinde vor der Drangsal mehr
biblische Grundlagen hat, als diejenigen, die an die Entrückung am Ende der
Drangsal glauben, zugeben wollen.
Lassen Sie
uns zuerst festlegen, auf welche Zeitperiode wir uns beziehen. Wir haben alle
schon von der „Grossen Drangsal“ gehört, zumindest diejenigen von uns, die die
Bibel lesen. Aber auch dann gibt es verschiedene Überzeugungen zu diesem Thema.
Einige sagen, dass alles bereits 70 n. Chr. stattgefunden hat, als der römische
General Titus Jerusalem und den Tempel zerstört hat. Andere glauben, dass die
Grosse Drangsal seit dem 1. Jahrhundert stattfindet. Lassen Sie uns betrachten,
was die Bibel sagt.
Die Drangsal
Die
Ölbergrede, die in Matthäus 24 und 25 aufgeschrieben ist, gibt uns die
Gewissheit, nach der wir suchen. Die Jünger haben Jesus gefragt: „Sage uns,
wann wird dies geschehen, und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des
Endes der Weltzeit sein?“ (Matthäus 24:3). Hier ist klar, dass es um
das Ende des Zeitalters geht, wonach die Jünger gefragt haben. Die Drangsal ist
eine kurze Zeitperiode von 7 Jahren, die dem „Ende der Welt“ oder des
Zeitalters vorausgeht.
Der Herr hat
den generellen Ablauf der Ereignisse der Welt von Seiner Zeit bis zum Ende
dieses Zeitalters gegeben. Er hat eine Serie von Ereignissen aufgezählt, die die
Welt charakterisieren. Falsche Lehrer, Kriege, Hungersnöte, Seuchen und
Erdbeben, die in Matthäus 24:4-7 angesprochen werden, haben stattgefunden, seit
unser Retter diese Worte ausgesprochen hat, wobei die Intensität in den letzten
100 Jahren zugenommen hat.
Die
Christenverfolgung, die in den Versen 9-13 beschrieben wird, begann fast
unmittelbar nach der Entstehung der Gemeinde an Pfingsten. Die Erfüllung dieses
Teils der Endzeitprophetie ist sehr gut dokumentiert und wird zweifelsohne in
der Zukunft mit erhöhter Härte weitergehen.
Matthäus
24:14 hat einen doppelten Bezug. Im Hinblick auf den Auftrag in Matthäus
28:19-20 bezieht sich diese Prophetie zuerst auf die Gemeinde, die der Welt das
Evangelium verkündet, angefangen in Jerusalem (Apg. 1:8). Zweitens bezieht es
sich auf das gewaltige Predigen des Evangeliums während der Drangsal durch die
144‘000 jüdischen Evangelisten (Off. 7:3-4) und die zwei Zeugen (Off. 11:3).
Jesus Christus sagt, dass das Ende erst kommen wird, wenn das Evangelium der
ganzen Welt verkündet wurde. Die definitive Erfüllung dieser speziellen
Prophetie wird erst während der Drangsal kommen, wenn der Fokus von Gott wieder
auf den Juden liegt, die verkünden, dass das versprochene Königreich Gottes auf
der Erde aufgerichtet wird.
Einige
sagen, dass es kein buchstäbliches Königreich Gottes geben wird, das auch als
1‘000 jähriges Friedensreich bekannt ist (Off. 20:1.6). Aber sie irren sich.
Apostelgeschichte 1:6 sagt: „Da fragten ihn die, welche zusammengekommen
waren, und sprachen: Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel die
Königsherrschaft wieder her?“ Wir sollten daran denken, dass Jesus
nach Seiner Auferstehung 40 Tage lang bei Seinen Jüngern war „und über
das Reich Gottes redete.“ (Apg. 1:3). Die Tatsache, dass sie den Herrn
über „das Königreich“ fragten, deutet darauf hin, dass Er sie darüber gelehrt
hat. Beachten Sie, dass Er die Frage der Jünger nicht zensiert hat. Er hat
nicht gesagt: „Wer sagt, dass es ein buchstäbliches Königreich Gottes
auf der Erde gibt?“Stattdessen hat Er geantwortet: „Es ist nicht
eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner
eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“ (Apg. 1:7). Aber jetzt bin ich
abgeschweift … Unser Thema ist es, die Drangsal festzulegen. Dann werden wir
aufgrund der Bibel bestimmen, wann die Entrückung im Bezug auf die Drangsal
stattfinden wird.
Eine einzigartige Zeitperiode
Matthäus
24:15-28 handelt von der Grossen Drangsal. Beachten Sie insbesondere die Verse
21 und 22. „Denn dann wird eine grosse Drangsal sein, wie von Anfang der Welt an bis
jetzt keine gewesen ist und auch keine mehr kommen wird. Und wenn jene Tage
nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der
Auserwählten willen sollen jene Tage verkürzt werden.“ (Matthäus 24:21-22).
Die Drangsal wird eine einzigartige Zeitperiode in der
Geschichte der Welt sein. Nichts, das zuvor stattgefunden hat, ist wie die
Drangsal. Das beweist, dass der Glaube der Preteristen, dass sich die
Prophetien von Matthäus 24 im Jahr 70 n. Chr. erfüllt haben, falsch ist.
Hitlers Holocaust war gemessen an der Zahl der ermordeten Juden schlimmer als
die Ereignisse 70 n. Chr. Jesus Christus hat vorausgesagt, dass die Drangsal
schlimmer sein wird als der Holocaust. Nicht nur für die Juden, sondern dieses
Mal wird die ganze Welt vom kommenden Gericht Gottes betroffen sein.
Ich will nicht wie ein Untergangsprophet klingen, aber
wenn wir realistisch sind, dann kommen wir zu dem Schluss, dass diese Welt
nicht auf die beste Zeit zugeht. Irgendwie spüren wir, dass etwas
Beunruhigendes über die Welt kommen wird. Kürzlich habe ich eine
Nachrichtensendung über Russland gesehen, die ihre 1991 Raketen für den
„zukünftigen Gebrauch“ getestet haben. Der Mittlere Osten wird auch weiterhin
sehr unbeständig sein und könnte jederzeit explodieren. Die Gewalt dort hat
nicht aufgehört. Der Iran äussert seine Absichten sehr deutlich. Aber ein
weltweiter Krieg ist nicht die einzige Bedrohung der Weltstabilität. Das
weltweite Wettermuster ist in Schieflage geraten, mit immer mehr starken
Taifunen, Tornados und Hurrikans. Der Abbau der Ozonschicht schreitet
unvermindert voran, mit schlimmen, zukünftigen Konsequenzen für alles Leben auf
der Erde. Erdbeben finden an verschiedenen Orten statt, wie es der Herr
vorausgesagt hat. Der Tsunami, der am 26. Dezember 2004 von einem Erdbeben
verursacht wurde und Südasien und Teile von Afrika getroffen hat, ist eine
spezifische Erfüllung Seiner Prophetie: „… und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit
bei dem Tosen des Meeres und der Wogen, da die Menschen in Ohnmacht sinken
werden vor Furcht und Erwartung dessen, was über den Erdkreis kommen
soll…“ (Lukas 21:25-26).
Ich habe
immer geglaubt, dass sich diese Prophetien erst während der Drangsal erfüllen
werden. Jetzt muss ich mich ein bisschen korrigieren. Ohne Zweifel wird die
ganze Wut der Tsunamis noch kommen, aber die Katastrophe am 26. Dezember 2004
dient als Warnung für die Welt vor dem kurz bevorstehenden Gericht Gottes, und
als Weckruf für eine schlafende Gemeinde, schlafend bezüglich den Prophetien
(Lukas 18:8; Matthäus 25:5).
Der
Verständlichkeit halber werden wir die letzten 7 Jahre dieser Welt „Drangsal“
nennen, und die zweite Hälfte dieser Periode – die letzten 3 ½ Jahre – die
„Grosse Drangsal“ (Matthäus 24:21). Das bringt uns zurück zum Buch Daniel. Wir
werden später zur Endzeitrede zurückkehren.
Daniels Prophetie der 70 Jahrwochen
Hier ist die
Erklärung, warum die Drangsal 7 Jahre dauern wird; und danach wird Jesus
Christus in Macht und Herrlichkeit zurückkommen. Die Erklärung finden wir in
Daniel 9:24-27.
Dem
Propheten Daniel wurde etwa 530 v. Chr. ein Prophetie von Gott über die Nation
Israel und ihre Hauptstadt Jerusalem gegeben. Der Prophet Daniel hat die Sünden
von Israel und seine eigenen eingestanden, als ihm der Engel Gabriel die
wahrscheinlich erstaunlichste Prophetie in der ganzen Bibel gegeben hat, die
Prophetie der „70 Jahrwochen“.
„Über dein
Volk und über deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung
ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und eine
ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagung zu versiegeln und
ein Allerheiligstes zu salben.“ (Daniel 9:24). Hier sind 70 Jahrwochen gemeint, oder 490 biblische Jahre
mit 360 Tagen pro Jahr. Wir wissen, dass die erste Hälfte dieses Verses durch
Jesus Christus bei Seinem 1. Kommen vor 2‘000 Jahren erfüllt wurde, „um der
Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu
sühnen.“ Die zweite Hälfte wird sich bei Seinem 2. Kommen
erfüllen.
„So wisse
und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau
Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen;
Strassen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit. Und nach
den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteil
werden.“ (Verse
25-26a). Nehemia hat bezeugt (Nehemia 2:1-8), dass der Erlass des persischen
Königs Artaxerxes Longimanus, die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen, am 1.
Nisan 445 v. Chr. erlassen wurde, was dem 14. März 445 v. Chr. entspricht. 69
Jahrwochen, oder 483 Jahre (173‘880 Tage) vom 14. März 445 v. Chr. bringen uns
zum 6. April 32 n. Chr., der exakte Tag, an dem Jesus Christus den Juden als
ihr Messias präsentiert wurde (Lukas 19:36-44). Der exakte Zeitpunkt Seines
triumphalen Einzuges in Jerusalem ist ein Beweis Seiner Messiasheit. Wenn Er
früher oder später in Jerusalem eingeritten wäre, hätte das bedeutet, dass Er
nicht der „Gesalbte, der Fürst“ ist. Hier haben wir ein
Beispiel, wie exakt und zuverlässig die Bibelprophetien sind. Daher können wir
sicher sein, dass sich die Prophetien, die sich auf unsere Zeit beziehen,
genauso exakte erfüllen werden, wie sie in der Bibel beschrieben sind (1.
Petrus 1:19-21).
Genauso wie
es der Engel Gabriel vorausgesagt hat, wurde der Messias„ausgerottet“,
das heisst gekreuzigt, nachdem die 69 Jahrwochen abgelaufen waren; nicht für
Sich selber, sondern für die Sünden der ganzen Welt (Johannes 3:16). Es geschah
nur fünf Tage danach. Und dann?
„Die Stadt
aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören, und
sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg
geben, fest beschlossene Verwüstungen.“ (Daniel 9:26b). Das hat sich 70 n. Chr. erfüllt, als die Römer unter
Titus Jerusalem und den Tempel verbrannt haben. 38 Jahre waren seit 32 n. Chr.
vergangen, bevor sich Vers 26b erfüllt hat, daher ist es offensichtlich, dass
sich die letzte Jahrwoche der Prophetie der 70 Jahrwochen – oder die letzten 7
Jahre - damals nicht erfüllt haben konnte. Die Uhr Gottes für Israel wurde am
Ende der 69 Jahrwochen im Jahr 32 n. Chr. angehalten. Aber die Prophetie muss
alle 70 Jahrwochen erfüllen.
Die 70.
Jahrwoche: „Und er wird mit den Vielen einen festen Bund schliessen
eine Woche lang; und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer
aufhören lassen, und neben dem Flügel werden Greuel der Verwüstung aufgestellt,
und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster
ergiesst.“ (Vers 27). Wer ist mit „er“ gemeint, der einen Bund mit
Vielen für eine Jahrwoche schliessen wird? Hier machen einige einen
Interpretationsfehler. Einige sagen, dass mit „er“ der Messias gemeint ist, der
Seinen Dienst für 7 Jahre erfüllt, der aber „in der Mitte der Woche“ getötet wurde.
Es wird geglaubt, dass die Uhr Gottes für die 70 Jahrwochen bei der Kreuzigung
gestoppt hat und beim 2. Kommen wieder beginnen und der Messias noch einmal für
3 ½ Jahre predigen wird. Dass es nach den 69 Jahrwochen eine prophetische Lücke
von etwa 2‘000 Jahren gibt, ist richtig, aber die Interpretation ist falsch.
Das liegt einerseits daran, dass das Bezugswort „er“ falsch platziert wird. Und
der „Bund“ wird falsch verstanden. Die ganze 70. Jahrwoche wird falsch
interpretiert, so dass sie zum Predigtdienst des Messias für die Juden wird.
Wer ist aber
dann dieser „er“, und was ist der „Bund“? Der „er“ in
Daniel 9:27 ist kein anderer, als „der zukünftige Fürst“, der in
Vers 26 erwähnt wird. Er ist der Antichrist, das Tier, aus dem Meer (Off. 13),
und das „kleine Horn“ aus Daniel 7:8. Jesus Christus nimmt in
Johannes 5:43 Bezug auf ihn: „Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen
kommt, den werdet ihr annehmen.“ (Johannes 5:43b). Dieser
kommende Antichrist wird von den Juden als ihr Messias angenommen. Wenn dieser
mächtige Mann auf der Weltbühne erscheint, wird er einen „Bund“ mit
den Vielen für 7 Jahre schliessen. Die „Vielen“ bezieht sich
auf die Nation Israel und andere Nationen. Da Jerusalem in der Endzeit zu„einem
Taumelbecher … und einem Laststein für alle Nationen“ werden wird
(Sacharja 12:2-3), muss dieser Bund ein Friedensbündnis für Jerusalem und den
ganzen Mittleren Osten sein. Der Mann, der in der Lage sein wird, Frieden in
diese Region zu bringen, wird von der ganzen Welt als Held angesehen werden,
und sogar noch mehr als das, er wird angebetet werden (Offenbarung 13:3,4,8).
Aber nach 3 ½ Jahren wird er „in der Mitte der Woche“ sein
wahres Gesicht zeigen. Er wird das formale Bündnis mit den Juden brechen und in
den Tempel in Jerusalem treten und die Opfer und Opfergaben aufhören lassen,
und ausrufen, dass er Gott ist (2. Thess. 2:4)! Er ist auch der „Mensch
der Sünde … der Sohn des Verderbens.” (2. Thess. 2:3).
Wir haben
gesehen, dass die 70. Jahrwoche von Daniel erst noch kommt. Gottes prophetische
Uhr für Seinen Plan für die Juden und die Aufrichtung des Königreichs wurde am
6. April 32 n. Chr. angehalten, als der Messias von den Juden abgelehnt wurde
(Johannes 1:11). Innerhalb von 2 Monaten wurde die Gemeinde an Pfingsten ins
Leben gerufen (Johannes 1:12,13; Apg. 2). Wir befinden uns jetzt in den zu Ende
gehenden Tagen der prophetischen Lücke zwischen den 69 Jahrwochen und der 70.
Jahrwoche. Die letzten 7 Jahre, um die Prophetie von Daniel 9:24-27 zu
vollenden, ruhen momentan durch die Gegenwart der Gemeinde Gottes auf der Erde
(2. Thess. 2:6-8). Die Gemeinde wird kurz vor Beginn der 70. Jahrwoche von
Daniel entrückt, weil sie während dieser Zeit auf der Erde keine Funktion mehr
haben wird (Römer 11:25).
Wir sind nun
in diesem Artikel bereit, die biblischen Beweise für eine Entrückung vor der
Drangsal (Vorentrückung) zu verstehen. Aber bevor wir dazu kommen, wollen wir
noch einmal kurz auf die Drangsal, oder eben die 70. Jahrwoche von Daniel,
blicken.
Die Drangsal wird beschrieben
Die
folgenden Bibelstellen geben andere Namen für die kommende Drangsal, die über
diese ahnungslose Welt kommen wird:
„Heult! Denn
der Tag des Herrn ist nahe; er kommt wie eine Verwüstung von dem Allmächtigen!
… Siehe, der Tag des Herrn kommt, unbarmherzig, mit Grimm und Zornglut, um die
Erde zur Wüste zu machen und die Sünder daraus zu vertilgen… Darum will ich die
Himmel erschüttern, und die Erde soll von ihrer Stelle aufschrecken, vor dem
Zorn des Herrn der Heerscharen, und zwar am Tag der Glut seines Zorns.“ (Jesaja 13:6,9,13).
„Wehe! Denn
gross ist dieser Tag, keiner ist ihm gleich, und eine Zeit der Drangsal ist es
für Jakob; aber er wird aus ihr errettet werden!“ (Jeremia 30:7).
„Er sprach:
Geh hin, Daniel! Denn diese Worte sollen verschlossen und versiegelt bleiben
bis zur Zeit des Endes.“ (Daniel 12:9).
„Denn der
grosse Tag seines Zorns ist gekommen, und wer kann bestehen?“(Offenbarung 6:17).
„Fürchtet
Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und
betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen
gemacht hat!“ (Offenbarung
14:7).
„Gleichwie
man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende
dieser Weltzeit.“ (Matthäus 13:40).
„So geh nun,
mein Volk, in deine Kammern und schliesse die Tür hinter dir zu! Verbirg dich
einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergegangen ist! Denn der Herr ist
zornig über alle Heidenvölker und ergrimmt über ihr ganzes Heer. Er hat über
ihnen den Bann verhängt und sie zur Schlachtung dahingegeben.“(Jesaja 26:20; 34:2).
„Zu jener
Zeit wird sich der grosse Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines
Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine
gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk
gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.“ (Daniel 12:1).
Warum findet die Entrückung vor der Drangsal statt?
1. „Wie in den Tagen Noahs…“
Beweis
Nummer 1 für eine Vorentrückung der Gemeinde ist die Endzeitrede von Jesus Christus.
Ich habe es zuvor nicht realisiert, aber jetzt ist es für mich klar.
„Bald aber
nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond
wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die
Kräfte des Himmels erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des
Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der
Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen
auf den Wolken des Himmels mit grosser Kraft und Herrlichkeit.“ (Matthäus 24:29-30). Das ist das herrliche 2. Kommen von
Jesus Christus. Es ist deutlich, dass Er nach der Drangsal kommen wird. Vers 31
ist auf den ersten Blick der stärkste Beweis für eine Vorentrückung: „Und
er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine
Auserwählten versammeln von den vier Windrichtungen her, von einem Ende des
Himmels bis zum anderen.“ (Matthäus 24:31).
Jetzt werden
Sie vielleicht sagen, wo jetzt hier die Vorentrückung ist? Es ist doch
deutlich, dass Jesus Christus, wenn Er aus dem Himmel herabkommt, seine Engel
gebraucht, um die Gemeinde bei Seinem 2. Kommen zu entrücken. Wie kannst du das
wegerklären, um die Vorentrückung zu erkennen?
Vor weiteren
Erklärungen, lassen Sie mich in Matthäus 24 fortfahren: „Um jenen Tag
aber und die Stunde weiss niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern
allein mein Vater. Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der
Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ (Matthäus 24:36-37). Zwei
Tatsachen können hier erkannt werden: 1.) Der Tag oder die Stunde des Kommens
von Jesus Christus kann von keinem Menschen gewusst werden. Und 2.) Sein Kommen
wird mit den Tagen von Noah verglichen. Wir müssen nicht raten, wie die Tage
von Noah waren, den die nächsten Verse, die der Herr gesprochen hat, sagen
es: „Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut assen und tranken,
heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging, und
nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die
Wiederkunft des Menschensohnes sein.“ (Matthäus 24:38-39).
„Die
Wiederkunft des Menschensohnes” in den Versen 37 und 39 beziehen sich auf die
erste Etappe Seines 2. Kommens, was das Kommen von Christus zur Entrückung der
Gemeinde in den Himmel ist, bevor die Drangsal beginnt, wie es in Johannes
14:2-3 versprochen wird.
A) Unser
Herr zählt die Zeichen auf, die Seinem 2. Kommen vorausgehen, inklusive den
katastrophalen Geschehnissen, wie internationale Konflikte, Hungersnöte,
Seuchen und Erdbeben. Und Er hat das spezifische Zeichen des„Gräuels der
Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde“gegeben. Wenn
die Menschen sehen, wie diese Dinge geschehen, dann sollten sie sicher sein,
dass Sein 2. Kommen nahe ist, in der Tat nur 3 ½ Jahre nach dem Gräuel der
Verwüstung. „Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass
er nahe vor der Türe ist.“ (Matthäus 24:33).
Aber Jesus
hat auch gesagt: „Darum seid auch ihr bereit! Denn der Sohn des
Menschen kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht meint.“ (Matthäus
24:44). Wie passen diese scheinbar widersprüchlichen Aussagen von Jesus
Christus zusammen? Jesus Christus widerspricht sich ganz bestimmt nicht. In
einem Vers sagt Er, dass wir auf die Zeichen Seines Kommens achten sollen;
einige Verse später warnt Er uns, bereit zu sein, da es kein spezielles Zeichen
für Sein Kommen gibt.
Daher müssen
wir zu der Schlussfolgerung kommen, dass unser Retter über zwei
unterschiedliche Ereignisse reden muss. Es muss zwei zukünftige Kommen geben.
Das erste Kommen verlangt kein spezifisches Zeichen, auf das man achten soll,
bevor es geschieht. Dem anderen Kommen gehen viele Zeichen voraus. Mit anderen
Worten kommt Er zuerst, um Seine Gemeinde zu entrücken. Dann, 7 Jahre später,
kommt Er, um die Grosse Drangsal zu beenden und die Juden bei Armageddon zu
retten (Offenbarung 19).
B) Die
Entrückung kann nicht am Ende der Drangsal sein, weil es in der Welt
unmittelbar vor „dem Kommen des Menschensohnes“ „business as usual” sein wir
(Vers 39) – wie in den Tagen Noahs - „essen und trinken, heiraten und
verheiraten.“ Das ist kaum die Situation während der Drangsal, wenn
Hunderte von Millionen Menschen durch Kriege, Hungersnöte, u.s.w. sterben
werden. Das Buch der Offenbarung sagt uns, dass am Ende der Drangsal Milliarden
von Menschen gestorben sein werden; die Tage von Noah waren nicht so, bevor
Noah und seine Familie in die Arche geholt wurden. Wenn Jesus in einer
ähnlichen Zeit wie die Tage von Noah kommt, wenn die Welt relativ friedlich
ist, dann muss dieses Kommen vor der Drangsal stattfinden. Darum kommt Er zu
dieser Zeit für Seine Gemeinde – in der ersten Phase Seiner Wiederkunft.
C) Das 2.
Kommen in Herrlichkeit kann von den Gläubigen, die während der Drangsal leben,
auf den Tag genau bestimmt werden. Wie? Indem sie einfach die Tagen von der
Aufstellung des Gräuels der Verwüstung zählen und es auf Daniel 12:11,12
beziehen. Aber das Kommen, das in Matthäus 24:36-44 erwähnt wird, wird
plötzlich und unerwartet sein. Dieses „Kommen des Menschensohnes“ kann nicht
das Kommen sein, das in Vers 30 erwähnt wird, wo gesagt wird, dass alle
Geschlechter auf der Erde den Menschensohn sehen werden, nachdem eine Serie von
Zeichen stattgefunden haben.
D) „Dann
werden zwei auf dem Feld sein; der eine wird genommen, und der andere wird
zurückgelassen. Zwei werden auf der Mühle mahlen; die eine wird genommen,
und die andere wird zurückgelassen. (Matthäus 24:40-41). Diese Verse
folgen unmittelbar auf den Vergleich mit Noah. Menschen werden „genommen” –
entrückt – bevor die Zeit der globalen Katastrophen plötzlich über die Welt
kommt. Das ist ein Wegnehmen der Christen in den Himmel vor der Drangsal
(Johannes 14:2-3).
Kommen wir
nun wieder zu der Sammlung „der Auserwählten“ in Matthäus 24:30-31, die keine
Entrückung der Gemeinde am Ende der Drangsal nachweist, wie es viele glauben.
Wenn das 2. Kommen stattfindet, kommt Jesus Christus mit Seinen Heiligen aus
dem Himmel auf die Erde; die Heiligen sind zu diesem Zeitpunkt seit 7 Jahren im
Himmel (Sacharja 14:5; Judas 14; Kolosser 3:4, 1. Thessalonicher 3:13, 4:14;
Offenbarung 19:14). Die Gemeinde, die Braut des Lammes, ist bereits im Himmel,
wenn der Herr in Herrlichkeit auf die Erde zurückkehrt (Offenbarung 19:7-9). Wo
auch immer der Ehemann hingeht, da geht auch Seine Frau hin.
Wer sind
dann „die Auserwählten“, die der Engel von den vier Windrichtungen her sammelt?
Markus 13:27 macht es deutlicher: „Und dann wird er seine Engel
aussenden und seine Auserwählten sammeln von den vier Windrichtungen, vom
äussersten Ende der Erde bis zum äussersten Ende des Himmels.“ Die
Bibel lässt uns nicht im Dunkeln darüber, wer die „Auserwählten“ Gottes sind.
In Jesaja 45:4 sagt Gott: „Um Jakobs, meines Knechtes, und Israels,
meines Auserwählten willen…” Daher ist es der Überrest von Israel in
den Letzten Tagen, die die „Auserwählten“ sind, die von der ganzen Erde
gesammelt werden, wenn Jesus Christus beginnt, Sein Königreich im 1‘000
jährigen Friedensreich aufzurichten. Darum sagt Gott in Jesaja voraus: „Und
ich werde aus Jakob einen Samen hervorgehen lassen und aus Juda einen Erben
meiner Berge; meine Auserwählten sollen es besitzen, und meine Knechte werden
dort wohnen.“ (Jesaja 65:9). Hesekiel macht es noch
deutlicher: „So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herr, ich will selbst mit
starker Hand, mit ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm über euch
herrschen.“ (Hesekiel 20:33). Die Sprache weist stark
darauf hin, dass die Erfüllung dieser Prophetie kurz nach der Drangsal ist.
In den
folgenden Versen von Hesekiel wird näher auf Matthäus 24:31 und Markus 13:27
eingegangen: „Und ich will euch aus den Völkern herausführen und euch
aus den Ländern sammeln, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand,
mit ausgestrecktem Arm und mit ausgeschüttetem Grimm; und ich will euch in die
Wüste der Völker führen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu
Angesicht. Wie ich in der Wüste des Landes Ägypten mit euren Vätern ins
Gericht gegangen bin, so will ich auch mit euch ins Gericht gehen, spricht
Gott, der Herr. Ich will euch unter dem Stab hindurchgehen lassen und euch in
die Bundesverpflichtungen einführen. Und ich will die Widerspenstigen und die
von mir Abgefallenen von euch absondern; ich will sie aus dem Land ihrer
Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel soll keiner von ihnen
kommen; und ihr sollt erkennen, dass ich der Herr bin.“ (Hesekiel
20:34-38).
Das Sammeln
der Auserwählten beim 2. Kommen wird auch die Auferstehung der
alttestamentlichen Heiligen beinhalten, wie es in Daniel 12:1-2 angedeutet
wird. Die erste Auferstehung und die Umwandlung der lebenden Christen bei der
Entrückung wird nur die Braut Christi, sprich die Gemeinde, beinhalten.
Beachten Sie 1. Thessalonicher 4:16: „Der Herr selbst wird… vom Himmel
herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.“ Aber
die Sammlung der auserwählten Israeliten, inklusive der verstorbenen
alttestamentlichen Heiligen, wird beim 2. Kommen von Christus nach der Drangsal
geschehen; sie werden von „den vier Windrichtungen her, von einem Ende
des Himmels bis zum anderen“ gesammelt; der Überrest von jedem Winkel
der Erde, und die verstorbenen israelitischen Heiligen vom Himmel, von wo ihre
Seelen gebracht werden.
2. Eine Entrückungslektion für die Thessalonicher
Die Briefe
des Apostels Paulus an die Thessalonicher waren seine ersten Briefe. Er hat auf
seiner zweiten Missionsreise vermutlich nur vier Wochen in Thessaloniki
verbracht. Innerhalb eines Monates hat er den Thessalonichern einige wichtige
Lehren gelehrt, inklusive der Entrückung. Die Entrückung wird in jedem Kapitel
seines ersten Briefes erwähnt (1. Thess. 1:10; 2:19,20; 3:12,13; 4:13-18;
5:1-11). Wir wollen uns hier aber die Entrückungslektion im 2. Brief an die
Thessalonicher ansehen.
Unglücklicherweise
glauben heute viele Christen nicht, dass Jesus Christus vor der Drangsal für
die Gemeinde zurückkommen wird. In der Tat warten viele Christen gar nicht mehr
auf die Rückkehr von Jesus Christus; sie sagen, dass wir jetzt im Millenium
sind, dass es von jetzt an vielleicht Tausende von Jahre dauert, bevor der
Gerichtstag kommt. Sie werden Amillenialisten genannt. Ich habe von ihrer
„Königreich jetzt“ Theologie gehört. Ich frage mich nur, wie sie das Königreich
in dieser gegenwärtigen bösen Welt ansiedeln können. Ich denke, dass Augustinus
von Hippo der Schuldige ist. Genauso wie die Nachentrückungs-Premillenialisten
scheinen es auch sie vorzuziehen, wenn Jesus Christus erst nach der Drangsal
für sie zurückkommen würde. Sind sie so neugierig auf die Ereignisse der
Drangsal, und wollen sie diese Ereignisse darum selber erleben? Vielleicht
sehen sie einfach das Licht noch nicht. Was mich noch mehr erstaunt ist, dass
einige, die die biblischen Beweise für eine Vorentrückung sehen, immer noch
Probleme haben, diese zu akzeptieren. Ich nehme an, dass es ein Fall der
„lehrmässigen Ermüdung“ ist, wenn nicht ein Ausdruck des Unglaubens. Aber ich
überprüfe mich selber. 1. Korinther 4:5 sagt: „Darum richtet nichts vor
der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht
bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird...“
Während der
apostolischen Zeit war eine Auswahl von verschiedenen Meinungen bezüglich der
Entrückung ganz einfach nicht vorhanden. Die frühe Gemeinde hat nur die
Vorentrückung gekannt, wie sie der Apostel Paulus gelehrt hat. Erst im 4.
Jahrhundert hat die Gemeinde damit begonnen, diesen Glauben zu verlassen, als
man begann, die Prophetien allegorisch zu interpretieren, und der
Amillenialismus hat durch die einflussreichen Lehren von Augustinus an
Akzeptanz gewonnen.
Die Konvertierten
in Thessaloniki haben an eine Vorentrückung geglaubt. Der 2. Brief an die
Thessalonicher wurde geschrieben, weil sie in ihrem Verständnis erschüttert
waren und in Schrecken gejagt wurden, dass der Tag des Herrn schon da ist (2.
Thess. 2:2). Paulus schrieb den Brief, um ihnen zu versichern, dass die
Gerüchte, dass der Tag des Herrn bereits begonnen hat, nur das waren, nämlich
ein Gerücht. Kapitel 2:1-2 präsentiert das Thema des Briefes:„Wir bitten
euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und
unserer Vereinigung mit ihm: Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis
erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch
ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag
des Christus schon da.“ Ein vermutlich gefälschter Brief, der gesagt
hat, dass sie jetzt in der Drangsal sind, und dass die Verfolgungen, die sie
durch ihre Feinde erlitten, ein Teil der Erfüllung der Prophetien wären, ist
zirkuliert. Aber die Verfolgungen und Bedrängnisse waren nicht der Grund, warum
sie erschüttert und erschrocken waren. Sie waren erschrocken und verwirrt, weil
sie geglaubt haben, dass sie zurückgelassen wurden! Sie wussten, dass die
Entrückung bereits stattgefunden haben muss, wenn sie sich jetzt in der
Drangsal – der 70. Jahrwoche – befanden. Und was taten sie auf der Erde? Sie
fürchteten sich deshalb sehr, weil sie vielleicht wegen einigen Sünden
ihrerseits zurückgelassen wurden, und jetzt würden sie den Antichristen und die
Drangsal erleiden müssen.
Denken Sie
darüber nach. Wenn Paulus den Thessalonichern eine Entrückung am Ende der
Drangsal gelehrt hätte, wären sie dann in ihrem Verständnis erschüttert
gewesen? Anstatt erschrocken zu sein, hätten sie sich gefreut, dass die Entrückung
jetzt nur noch 7 Jahre entfernt wäre; dann hätten sie sich jetzt schützen und
auf das 2. Kommen warten müssen. Aber das war nicht der Fall. Die gläubigen
Thessalonicher hatten Angst, weil ihnen durch den Apostel gelehrt wurde, dass
vor der Drangsal zuerst die Entrückung kommen muss, um sie vor „dem kommenden
Zorn” zu erretten (1. Thess. 1:10). Aber hier waren sie anscheinend Mitten in
der Drangsal, und ihre Füsse waren buchstäblich immer noch auf dem Boden; sie
wurden nicht hinaufgenommen. Darum waren sie so verwirrt.
Wie vorher
bereits angedeutet kam die Verwirrung über den Zeitpunkt der Entrückung im 2.
Brief an die Thessalonicher von einer Fehlinterpretation, dass„der Tag des
Christus schon da ist.“ Paulus hat sie nicht davon abgebracht zu glauben,
dass der Tag des Christus nahe ist. Warum, weil er es geglaubt hat. Er hat ein
imminentes Kommen von Christus für die Gemeinde gelehrt (1. Korinther
15:51-52). Er hat den ängstlichen Thessalonichern eigentlich gesagt: „Macht
euch keine Sorgen, glaubt den Kritikern nicht, wir sind noch nicht in der
Drangsal. Habe ich euch nicht gesagt, dass die Entrückung zuerst kommen muss?
Bei der Entrückung werden wir alle dabei sein. Wenn alle unreifen Korinther
entrückt werden, dann könnt ihr sicher sein, dass auch ihr entrückt werdet.
Einige Dinge müssen zuerst in der Welt geschehen, bevor der Tag des Herrn
beginnen kann. Und ihr werdet nicht auf der Erde sein, um diese Dinge
mitzuerleben. Ich habe euch ja gelehrt: Zuerst die Entrückung.“
Der Apostel
Paulus hat den Brüdern versichert, dass die Entrückung immer noch zukünftig
ist, jedoch imminent. Warum, weil er selber immer noch da war. Er war einer der
zwei Apostel, dem das Geheimnis der Entrückung enthüllt wurde (zusammen mit
Johannes). Die Tatsache, dass Paulus noch nicht entrückt wurde, war für die
Thessalonicher Beweis genug, dass die Entrückung (das Wegnehmen) noch nicht
stattgefunden hat. Aber er ging noch weiter und hat noch mehr enthüllt. Und was
das ist, werden wir den nächsten Teilen sehen.
3. Der Zurückhalter, der weggenommen wird, bedeutet, dass
die Gemeinde entrückt wird
2.
Thessalonicher 2:3: „Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise
verführen!“, denn vor dem Tag des Herrn „muss unbedingt zuerst
der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des
Verderbens.“ Der Abfall in der Gemeinde war schon zur Zeit von Paulus
im Gange, „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am
Wirken“ (Vers 7a). Und es würde sich verstärken, bis die ganze Welt die
Wahrheit Gottes völlig ablehnt (Matthäus 24:11; 2. Timotheus 4.3). Heute „befindet
sich die ganze Welt im Bösen“ (1. Johannes 5:19), aber unmittelbar vor
dem Start der Drangsal und etwa zu der Zeit der Entrückung werden die Welt und
die bekennenden Christen den grossen Abfall begangen haben, weil sie „der
Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der
Ungerechtigkeit.“ (2. Thessalonicher 2:12b). Seite an Seite mit dem
grossen Abfall verläuft der Aufstieg des Antichristen.
Aber das
andere Ereignis, das vor dem Tag des Herrn (Drangsal) stattfindet, ist die
Entrückung. Der Antichrist kann nicht offenbart werden, bevor sein Zurückhalter
das Werk der Zurückhaltung vollendet hat. „Denn das Geheimnis der
Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur muss der, welcher jetzt
zurückhält, erst aus dem Weg sein; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart
werden.“ (2. Thessalonicher 2:7-8a). Der Zurückhalter des Antichristen
ist der Heilige Geist. Nichts und niemand auf der Welt kann das Werk des
Zurückhaltens des Satans tun, der die Macht hinter dem Antichristen ist. Der
Heilige Geist tut das Werk des Zurückhalters seit den Tagen des Apostels
Paulus. Nur ein allmächtiges, allwissendes und allgegenwärtiges Wesen kann das
tun. Wenn der Heilige Geist in Seiner Funktion als der Zurückhalter „aus
dem Weg ist“, wird der Antichrist frei sein, um sich selber zu
offenbaren, weil es Gott jetzt erlaubt. Das Wegnehmen des Zurückhalters aus der
Welt ist das Gleiche wie zu sagen, dass die Gemeinde entrückt wird – von der Erde
weggenommen wird –, weil der Heilige Geist hauptsächlich durch die Gemeinde
wirkt und durch sie den Ausbruch des Abfalls in der bekennenden Christenheit
und in der Welt kontrolliert.
Wenn die
Gemeinde weggenommen wird, wird der grosse Abfall vollständig sein und der
Antichrist wird über die ganze Welt herrschen.
4. Die Entrückung ist die „glückselige Hoffnung”
„…damit wir
die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und
gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die
glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des grossen
Gottes und unseres Retters Jesus Christus.“ (Titus 2:12-13). Es wird von vielen angenommen, dass sich
diese Bibelstelle nur auf das herrliche 2. Kommen bezieht. Ich habe das Buch
„The Blessed Hope“ von George Ladd gelesen, der an die Entrückung nach der
Drangsal glaubt. Er hat Titus 2:13 als Beweis für eine Entrückung nach der
Drangsal genommen. Aber die Schreibweise widerspricht dieser Position. Schauen
Sie sich das an: „die glückselige Hoffnung erwarten“ ist ein
Ereignis, die Entrückung – „und die Erscheinung der Herrlichkeit von … Jesus
Christus“ ist ein anderes Ereignis. Das sind zwei unterschiedliche
Ereignisse, getrennt durch die 7 Jahre der Drangsal.
Warum wird
die Entrückung „glückselige Hoffnung“ für die Christen
genannt? Die Antwort finden wir in 1. Johannes 3:2-3: „Geliebte, wir
sind jetzt Kinder Gottes, und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein
werden; wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er
offenbar werden wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der
diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“ Der
erste und wichtigste Grund für die Entrückung ist, uns völlig
umzuwandeln. „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel, von woher wir auch
den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter, der unseren Leib der
Niedrigkeit umgestalten wird, so dass er gleichförmig wird seinem Leib der
Herrlichkeit…“ (Philipper 3:20-21). Die Entrückung ist der Zeitpunkt,
an dem die lebenden und verstorbenen Christen endlich ihren Ewigkeitskörper
erhalten (1. Korinther 15:51-54). Kein Wunder wird die Entrückung die
glückselige Hoffnung genannt.
Aber es gibt
noch einen zweiten Grund, warum die Entrückung „die glückselige
Hoffnung” ist. Diesen Grund werden wir uns im nächsten Teil dieser
Serie ansehen.
5. Die Entrückung errettet uns vor der Drangsal
Die
Entrückung der Gemeinde kann kaum eine „Hoffnung“ genannt werden, wenn sie nach
der Drangsal stattfindet. Stellen Sie es sich vor. Wenn die Entrückung nach der
Drangsal ist, wie kann dann jemand hoffnungsvoll sein, wenn er weiss, dass er
die Schwierigkeiten der Drangsal durchleben muss? Höchstwahrscheinlich wird er
sogar ermordet. Der Antichrist wird die Möglichkeit haben, die Heiligen zu
töten, wie es durch Jesus, Daniel, Johannes und andere enthüllt wurde. Die
Entrückung ist irgendwie „ruiniert“, wenn sie nach der Drangsal stattfindet.
Glücklicherweise ist das nicht der Fall. Gott hat versprochen, Seine Kinder vor
der Drangsal zu erretten, indem Er sie in den Himmel transportiert. Betrachten
Sie das Folgende:
A) „…und um seinen Sohn aus dem Himmel zu erwarten, den er aus den Toten
auferweckt hat, Jesus, der uns errettet vor dem zukünftigen Zorn.“ (1. Thessalonicher 1:10). „Denn Gott hat uns nicht zum
Zorngericht bestimmt, sondern zum Besitz des Heils durch unseren Herrn Jesus
Christus.“ (1. Thess. 5:9). Der kommende Zorn ist die Drangsal, die in
Offenbarung 6-18 ausführlich beschrieben wird. Zu dem Zeitpunkt, an dem der
erste Reiter reitet (Off. 6:1), wird die Gemeinde (Off. 2 und 3) bereits in den
Himmel transportiert worden sein (Off. 4:1).
B) Jesus
Christus an die Gemeinde: „Weil du das Wort vom standhaften Ausharren
auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der
Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht
werden, die auf der Erde wohnen. (Off. 3:10). Das ist ein Versprechen
von Jesus an die Gläubigen in Philadelphia. Wir wissen, dass Philadelphia eine
endzeitliche Gemeinde ist, die sechste von sieben Gemeinden. Die
philadelphianische Ära von Gottes Gemeinde deckt die Zeitperiode vom Jahr 1750
bis zur Entrückung ab. Das Versprechen Gottes ist klar: „Ich werde dich
bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen
wird.“ „Die Stunde“ bezieht sich auf die kurze Zeitperiode von 7
Jahren, wenn die gerechten Gerichte Gottes über die sündige Menschheit
ausgegossen werden. Wie kann jemand die Bedeutung dieser Bibelstelle falsch
verstehen? Gott wird Seine Gemeinde vor der Drangsal erretten. Und das wird
geschehen, indem Er sie in den Himmel holt: „Komm hier herauf…“ (Off.
4:1).
C) In 2.
Petrus 2:4-10 hat der Apostel vom „Gericht“ über die Welt der Gottlosen während
den Tagen von Noah und Lot gesprochen, worin Gott die Gerechten vor dem
Ausgiessen des Gerichts gerettet hat, denn „so weiss der Herr die
Gottesfürchtigen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber zur
Bestrafung aufzubewahren für den Tag des Gerichts.“ (Vers 9). Die Schlussfolgerung, die wir hier ziehen
können, ist, dass Gott Sein Eigentum – die Gottesfürchtigen – retten wird,
bevor Er es erlaubt, dass der weltweite „Tag des Gerichts“ – die Drangsal –
beginnen kann, genauso wie Er es mit Noah und Lot getan hat. Wir wissen darum,
dass die Gemeinde nicht durch die kommende Drangsal gehen wird. Gottes
Versprechen wird niemals ungültig. Das sollten wir glauben; wie könnten wir es
auch nicht glauben?
Dennoch
argumentieren Einige, dass es für die unzähligen Menschen, die in den vergangenen
Jahrhunderten durch den Märtyrertod gestorben sind, nicht fair wäre, wenn Gott
uns von den kommenden Leiden bewahren würde. Und für sie gibt es keinen Grund,
warum wir dem gleichen Schicksal entkommen sollten. Das ist vielleicht
Macho-Denken, aber nicht biblisch. Wer sind wir, um Gott zu hinterfragen? „Sollte
der Richter der ganzen Erde nicht gerecht richten?“ (1. Mose 18:25b).
Gott ist gerecht, das steht ausser Zweifel. Wir sollten dankbar sein, dass wir
den zusätzlichen Segen der Errettung durch die Entrückung vor dem kommenden
Zorn haben.
6. Die Lehre der Imminenz
Der
renommierte Bibellehrer William Barclay hat gesagt, dass der Apostel Paulus
falsch lag, als er behauptet hat: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis:
Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune
wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir
werden verwandelt werden.“ (1. Korinther 15:51-52). Barclay
hat gesagt, dass Paulus einen Fehler gemacht hat zu glauben, dass Jesus
Christus jeden Tag kommen könnte. „Die Weisen haben nicht immer recht“, hat
Barclay gesagt. Aber lag Paulus falsch im Glauben, dass das Kommen des Herrn
für die Gemeinde imminent war? Natürlich nicht. Jesus Christus hätte im 1.
Jahrhundert kommen können. Denken Sie daran, dass der Gemeinde kein spezielles
Zeichen gegeben wurde, um das Näherkommen der Entrückung anzuzeigen. Jesus
Christus hat einfach versprochen: „So komme ich wieder und werde euch
zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ (Johannes 14:3). Der
Herr hat die Jünger immer wieder gewarnt, dass sie bereit sein sollen, weil Er
jederzeit kommen kann (Lukas 12:34-40, 21:34-36; Markus 13:32-37; Matthäus
24:36-44).
Gegen die
Lehre der Imminenz wird das Argument hervorgebracht, dass Jesus Christus nicht
kommen kann, bis sich die Bedingungen dieser Welt bis zu dem Punkt
verschlimmert haben, an dem es für die Menschheit möglich ist, sich selber von
der Erdoberfläche auszulöschen, wie es Jesus in Matthäus 24:21-22 angesprochen
hat, und dass diese Zeit erst nach fast 2‘000 Jahren gekommen ist. Ich glaube,
dass dieses Argument die Imminenz des Kommens von Jesus Christus für die
Gemeinde nicht zerstört. Denken Sie an den Turmbau von Babel. Gott selber
unterschätzt die Menschen nicht. „Und der Herr sprach: Siehe,
sie sind ein Volk, und sie sprechen alle eine Sprache, und dies ist [erst] der
Anfang ihres Tuns! Und jetzt wird sie nichts davor zurückhalten, das zu tun,
was sie sich vorgenommen haben.“ (1. Mose 11:6). Wie wir gesehen haben, hat nur
der Zurückhalter den Antichrist daran gehindert, auf der Weltbühne aktiv zu
werden. Wenn Gott entschieden hätte, den Zurückhalter zu der apostolischen Zeit
wegzunehmen, dann hätten die Zustände der Welt durch das „Genie“ der Menschen
so werden können, wie sie jetzt sind; nichts hätte den Menschen daran hindern
können, sehr schnell Wege und Mittel zu entwickeln, sich selbst innerhalb einer
siebenjährigen Zeitperiode zu vernichten. Wenn die 70. Jahrwoche erst einmal
begonnen hat, müssen sich alle Prophetien, die diese Zeitperiode betreffen,
erfüllen, egal wann in den letzten 20 Jahrhunderten sie begonnen hätte. Heute
sind wir genau in dieser Situation; darum ist die Entrückung imminenter als jemals
zuvor.
Das ist ein starker Beweis für die Richtigkeit der
„Entrückungstheorie“. Die Lehre der Imminenz kann nur für die Vorentrückung
angewandt werden, die unerwartet wie ein Dieb in der Nacht kommen wird. Ein
Dieb gibt seinen potentiellen Opfern keine Zeichen. Die Entrückung, die
imminent ist, erfordert keine Zeichen. Sie wird zu einem Zeitpunkt geschehen,
an dem sie die Menschen der Welt – inklusive vielen Christen – am wenigsten
erwarten. Die Imminenz kann sich nicht auf das herrliche 2. Kommen beziehen,
weil diesem Kommen von Jesus Christus spezifische Zeichen vorausgehen werden.
Von den zwei Etappen des 2. Kommens ist nur die erste
Etappe – die Entrückung der Gemeinde – imminent. Jesus, Paulus, Petrus und
Johannes haben die Imminenz gelehrt. Darum ist die Lehre einer imminenten
Entrückung wahr, weil Jesus und Seine Apostel sonst Lügner wären.
7. Das Buch der Offenbarung porträtiert es
Obwohl ich
denke, dass die vorangehenden logischen, biblischen Beweise für die
Vorentrückung unangreifbar genug sind, biete ich hier den handfestesten Beweis
an: das Buch der Offenbarung.
Das Buch der
Offenbarung ist nicht so geheimnisvoll, wie es gewöhnlich angenommen wird.
„Apokalypsis“ ist eine Enthüllung. Es ist die Offenbarung von Jesus Christus
(Off. 1:1), was bedeutet, dass es ein Buch über die Person Jesus ist, Seine
Gottheit, Sein Zeugnis und über Sein 2. Kommen und die Ereignisse danach. Die
zukünftigen Ereignisse, die zum Aufrichten des Königreiches führen, werden in
diesem Buch in expliziten Details dargelegt.
Von allen
Büchern der Bibel hat nur die Offenbarung einen speziellen Segen für die
Leser: „Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie
hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.“ (Off.
1:3). Hier ist wieder die Imminenz. Der Segen wird am Ende des Buches
wiederholt:„Siehe, ich komme bald! Glückselig, wer die Worte der Weissagung
dieses Buches bewahrt!“ (Off. 22:7).
Die
Offenbarung wurde durch den Apostel Johannes etwa im Jahr 96 n. Chr.
geschrieben. Diese Tatsache allein sollte die Behauptungen der Preteristen
abtun, die sagen, dass sich die Ereignisse in diesem Buch bis zu Kapitel 19 auf
die Zerstörung von Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. beziehen. Ich folge der
futuristischen Interpretation dieses Buches genauso wie der wörtlichen. Die
wörtliche Interpretation erlaubt die allegorische oder symbolische
Interpretation, wenn es der Text und Kontext diktieren. Aber ansonsten nehmen
wir die primäre, dem gesunden Menschenverstand entsprechende, gewöhnliche und wörtliche
Bedeutung der Worte, die von Johannes gebraucht wurden.
Seit dem 4.
Jahrhundert hat Augustinus das theologische Denken der Kirchen bestimmt. Seine
Lehren sind nur wegen der allegorischen Methode der Interpretation auch
weiterhin die Basis für eine amillenialistische Annäherung an die Prophetie
geblieben. Wir können den Schaden gar nicht wirklich erkennen, die das dem
bekennenden Christentum und der Welt im Allgemeinen zugefügt hat. (Der
Antisemitismus kann zum Beispiel darauf zurückverfolgt werden). Die Offenbarung
zu vergeistlichen hat dazu geführt, dass unzählige Seelen nicht an das kommende
1‘000 jährige Friedensreich von Gott geglaubt haben. Sie haben auch die
Warnungen Gottes des Gerichts in Offenbarung 22:18-19 wegspiritualisiert: „Fürwahr,
ich bezeuge jedem, der die Worte der Weissagung dieses Buches hört: Wenn jemand
etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von
denen in diesem Buch geschrieben steht; und wenn jemand etwas wegnimmt von den
Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom
Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem
Buch geschrieben stehen.“ Ich kann nicht verstehen, wie das
irgendjemand auf eine andere Art und Weise interpretieren kann, als auf die
wörtlich. Natürlich bedeutet der Ausdruck „von den Worten des Buches dieser
Weissagung wegnehmen“ nicht, buchstäblich unsere eigene Abschrift der
Offenbarung zu drucken, in der diese Worte weggelassen werden, oder einige
Teile der letzten Seiten der Bibel wegzulassen. Die Bedeutung von „wegnehmen“
muss sein, nicht zu glauben, was die Worte in ihrer klaren Sprache sagen.
Amillenialisten sagen zum Beispiel, dass das 1‘000 jährige Friedensreich nur in
Offenbarung 20:1-7 erwähnt wird, und dass es darum nicht wahr ist, dass es ein
1‘000 jähriges Friedensreich geben wird. Das bedeutet es, von den Worten des
Buches der Offenbarung wegzunehmen. Wir sollten die Warnung besser beachten. Es
besteht kein Zweifel, dass der Gott, der nicht lügen kann (Titus 1:2), meint,
was Er sagt und sagt, was Er meint. Es ist etwas Schreckliches, die Offenbarung
wissentlich abzulehnen.
Wenn wir dem
Fluss der Ereignisse, die in der Offenbarung beschrieben werden, folgen, können
wir deutlich erkennen, dass die Entrückung der Gemeinde vor der Drangsal
stattfindet. Die Gliederung der Offenbarung wird in Kapitel 1 Vers 19
gegeben: „Schreibe, was du gesehen hast, und was ist, und was nach
diesem geschehen soll.“ Das Buch ist also in 3 Teile gegliedert: 1.)
Die Dinge, die du gesehen hast, 2.) die Dinge, die sind, und 3.) die Dinge, die
nach diesem geschehen werden. „Nach diesem“ ist in Griechisch „meta tauta“. Das
ist wichtig, um den Zeitpunkt der Entrückung im Buch der Offenbarung
herauszufinden. Wir werden im weiteren Verlauf dieser Serie sehen, warum.
A) Die Entrückung beendet das Gemeindezeitalter und führt
die Drangsal ein
Der Ausdruck
„Drangsal“ kommt von Offenbarung 3:10: „Weil du das Wort vom standhaften
Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde
der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht
werden, die auf der Erde wohnen.“ Eine weitere Lektion aus dem
Griechischen ist hier, dass die Präposition „vor“ – „vor der Stunde der
Versuchung“ – ek ist, was „vor“ bedeutet. Den philadelphianischen Gläubigen,
genauso wie alle anderen gläubigen Überreste von Thyatira bis Laodizea wird
versprochen, dass sie vor der Zeit der Drangsal gerettet werden und nicht
während oder am Ende der Drangsal. Mit anderen Worten werden sie kurz vor dem
Beginn der Drangsal von der Erde evakuiert.
„Die Dinge,
die zu gesehen hast“ bezieht sich auf die Vision von Johannes von Jesus Christus (Off.
1:8-20). „Die Dinge, die sind“ sind die Botschaften an die
sieben Gemeinden (Kapitel 2 und 3), welche mit dem ganzen Gemeindezeitalter
korrespondieren. „Und was nach diesem geschehen soll“ bezieht
sich auf die Drangsal und die Ereignisse danach (Kapitel 4 bis 22).
Offenbarung
2 und 3 beinhalten das Gemeindezeitalter von Pfingsten bis zur Entrückung. Offenbarung
4:1 ist der Punkt im Ablauf der Ereignisse, an dem die Gemeinde entrückt wird.
Beachten Sie: „NACH DIESEM…“ Nach was? Natürlich nach dem Gemeindezeitalter,
das in den Kapiteln 2 und 3 beschrieben wird. Es ist das gleich „meta tauta“,
wie in Off. 1:19. „Nach diesem schaute ich, und siehe, eine Tür war
geöffnet im Himmel; und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir
reden gehört hatte, sprach: Komm hier herauf, und ich will dir zeigen, was nach
diesem geschehen muss!“ Hier haben wir ein doppeltes „meta tauta“, so
dass die Leser der Offenbarung verstehen, dass sie von hier an über Ereignisse
lesen, die nach der Entrückung stattfinden, das heisst, „nach diesen Dingen der
Gemeinde“.
In der
Vision wird Johannes in den Himmel geholt. Er ist der Repräsentant der
Gemeinde, die am Ende des Gemeindezeitalters und vor dem Start der Drangsal in
den Himmel entrückt werden. Die Sprache von Offenbarung 4:1 ist sehr ähnlich
mit dem Entrückungstext aus 1. Thessalonicher
4:16-17. Die Leute, die sagen, dass sich
diese Bibelstelle in 1. Thessalonicher auf die Rückkehr von Jesus Christus auf
die Erde bezieht, liegen ganz einfach falsch. Beachten Sie, dass das Ereignis,
das beschrieben wird, ein Treffen „in der Luft“ ist. Wir kommen dann nicht
hinunter auf den Ölberg. Stattdessen gehen wir in den Himmel hinauf. „Komm
hier herauf“, sagt Jesus. Wir kehren mit dem Herrn der Herren und dem
König der Könige 7 Jahre später auf die Erde zurück (Off. 19), nachdem die
Drangsal, die in den Kapiteln 6 bis 18 beschrieben wird, zu Ende ist (Das Buch
wurde chronologisch geschrieben, mit einigen Rückblenden oder Zwischenspielen
oder Einschüben).
Aufgrund des
Kontextes bedeutet der Befehl „Komm hier herauf“, in den
Himmel zu kommen. Wir wissen auch, dass die zwei Zeugen in den Himmel entrückt
werden: „Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen
sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf,
und ihre Feinde sahen sie.“ (Off. 11:12). So wird auch die Gemeinde,
wenn der Zeitpunkt kommt, den Befehl hören: „Komm hier herauf!“ (Off.
4:1).
B) Die Gemeinde ist im Himmel, während auf der Erde die
Drangsal wütet
Die Kapitel
4 und 5 stellen dar, was geschehen wird, wenn wir bei der Entrückung in den
Himmel kommen. Freuen wir uns nicht darauf? Ich verstehe, dass einige
aufrichtige und gottesfürchtige Menschen von der Idee, in den Himmel zu gehen,
zurückgeschlagen werden. Während so vielen Jahren wurden wir mit der
unorthodoxen und bilderstürmerischen Lehre bombardiert, dass „niemand in den Himmel
geht!“ Was für eine Tragödie. Uns wurde gewissermassen gelehrt, der Bibel nicht
zu glauben, weil die Bibel nicht lehrt, dass Menschen in den Himmel gehen
können. Es war Joseph Goebbels, der Propagandaminister von Hitler, der einmal
gesagt hat, dass wenn eine Lüge permanent wiederholt wird, die Menschen dazu
tendieren werden, ihr zu glauben. Etwas Ähnliches ist mit unserer Sicht des
Himmels geschehen. Teilweise wurden wir in die Irre geführt zu glauben, dass
Menschen nicht in den Himmel gehen, weil die Worte der Bibel nicht wörtlich
genommen wurden. Und vielleicht auch aus dem Wunsch heraus, anders als die
abtrünnige Christenheit zu sein, waren wir nur zu willig, zu glauben, dass
niemand in den Himmel geht.
Lassen Sie
mich jetzt eine Bibelstelle direkt aus einem Entrückungstext zitieren, die
beweist, dass Menschen tatsächlich in den Himmel gehen: „Denn wenn wir
glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die
Entschlafenen durch Jesus MIT IHM FÜHREN.“ (1. Thessalonicher 4:14). Ob
das bedeutet, dass Gott die verstorbenen Christen in den Himmel oder aus dem
Himmel bringt, ist jetzt nicht wichtig. Der Punkt ist, dass Menschen den Himmel
betreten, weil Jesus in den Himmel hinauffuhr (Apg. 1:9-11).
Und die
Offenbarung zeigt die Gemeinde auch, wie sie nach der Entrückung Gott im Himmel
in Offenbarung 4:1 preist. Gott hat in der Vision die Herrlichkeit von Gott
gesehen: „Und rings um den Thron waren 24 Throne, und auf den Thronen
sah ich 24 Älteste sitzen, die mit weissen Kleidern bekleidet waren und auf
ihren Häuptern goldene Kronen hatten.“ (Off. 4:4). Ich glaube, dass
diese 24 Ältesten Menschen sind, und keine Engel, weil Engel nie Kronen tragen.
Das Gericht für die Belohnungen muss zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sein,
weil diese Menschen bereits mit Kronen belohnt wurden. „Und sie sangen
ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und
seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott
erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und
Nationen, und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott,
und wir werden herrschen auf Erden. (Off. 5:9-10). Die Erlösten, die
zu diesem Zeitpunkt in den Himmel entrückt werden, schauen nach vorne auf die
Rückkehr von Jesus Christus auf die Erde, wenn sie mit Ihm zu herrschen
beginnen. Wie deutlich das ist!
Während die
Gemeinde im Himmel Gott anbetet, wütet unten auf der Erde die Drangsal. Das
wird graphisch in den Kapiteln 6 bis 18 beschrieben.
C) Nach der Drangsal kehrt Christus mit Seiner Gemeinde
zurück
„Und nach
diesem hörte ich eine laute Stimme einer grossen Volksmenge im Himmel, die
sprach: Hallelujah! Das Heil und die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht
gehören dem Herrn, unserem Gott!“ (Off. 19:1). Die Hochzeit des Lammes mit
Seiner Braut, der Gemeinde, wird im Himmel stattfinden (Verse 7-8), und danach
werden sie auf die Erde zurückkehren. Aber zuerst müssen der Bräutigam und die
Braut ihre Feinde vernichten: „Und ich sah den Himmel geöffnet…“ In
der Offenbarung ist die Tür des Himmels zwei Mal geöffnet. Zuerst in 4:1, um
die Gemeinde bei der Entrückung zu empfangen. Und das zweite Mal, um Christus
und Seine Gemeinde – jetzt Seine Frau – auf die Erde zurückkehren zu
lassen. „…und siehe, ein weisses Pferd, und der darauf sass, heisst
‚Der Treue und der Wahrhaftige‘; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft
er.“ (Off. 19:11) (Bei der Entrückung wird der Herr nicht
auf einem weissen Pferd reiten, Apg. 1:9-11). „Und die Heere im Himmel
folgten ihm nach auf weissen Pferden, und sie waren bekleidet mit weisser und
reiner Leinwand. Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor,
damit er die Heidenvölker mit ihm schlage, und er wird sie mit eisernem Stab
weiden; und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes, des
Allmächtigen. Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen
geschrieben: ‚König der Könige und Herr der Herren.‘“ Das ist das 2.
Kommen von Jesus Christus in Macht und grosser Herrlichkeit. Er kommt mit
Seiner Frau, der Gemeinde. Kein Wunder sagt Judas: „…Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen
heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten…“ (Judas 14b-15a).
Nach dem
Gericht der Nationen (Matthäus 25:31-46) wird die 1’000 jährige Herrschaft
beginnen. Der Herr wird nicht allein über die Welt herrschen, denn„wir
werden herrschen auf Erde.“ (Off. 5:10). „…und so werden wir
bei dem Herrn sein allezeit.“ (1. Thessalonicher 4:17).
D) Noch mehr Beweise der Vorentrückung aus der
Offenbarung
Diejenigen,
die die Entrückung in Kapitel 4 Vers 1 nicht sehen können, fordere ich heraus,
die Gemeinde während der Drangsal auf der Erde zu suchen. Denken Sie daran,
dass die Drangsal in den Kapiteln 6 bis 18 beschrieben wird. Ich weiss, dass
diejenigen, die an die Entrückung am Ende der Drangsal glauben, schnell auf die
„Frau“ aus Offenbarung 12 hinweisen werden. Lassen Sie uns diese Bibelstelle
anschauen: „Und ein grosses Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, mit
der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füssen, und auf ihrem Haupt eine
Krone mit zwölf Sternen.“ (Offenbarung 12:1).
Nur weil das
falsche religiöse System der Drangsal in Offenbarung 17 „Frau“ und „Hure“
genannt wird, schlussfolgern dadurch viele, dass die Frau in Kapitel 12 die
wahre Gemeinde ist. Aber sie irren sich. Wie wir es bereits durch so viele
biblische Beweise gesehen haben, wird die Gemeinde nicht durch die Drangsal
gehen. Die offensichtliche Wahrheit ist, dass die Frau in Offenbarung 12 nicht
die Gemeinde ist. Sie ist ISRAEL. Der Beweis? In 1. Mose hat der Patriarch Josef
genau das geträumt, was in Offenbarung dargestellt wird: „Er hatte aber
noch einen anderen Traum, den erzählte er seinen Brüdern auch und sprach: Seht,
ich habe wieder geträumt, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne
beugten sich vor mir nieder!“ (1. Mose 37:9). Das beweist, dass die
Frau in Offenbarung 12 die Nation Israel ist. „Und sie war schwanger
und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt” (Off. 12:2) bezieht sich
auf den Messias, der in Israel zur Welt kam. „Und sie gebar einen Sohn,
einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird; und ihr
Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron” (Vers 5), das ist Jesus
Christus, der in den Himmel aufgefahren ist. Der „Ort der Sicherheit“ für diese
Frau, der in den Versen 6 und 14 angesprochen wird, wird von denjenigen, die an
die Entrückung am Ende der Drangsal glauben, oft so ausgelegt, dass die
Gemeinde während der Drangsal auf der Erde ist. „Und die Frau floh in
die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort
1 260 Tage lang ernähre (…) Und es wurden der Frau zwei Flügel des grossen
Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann an ihren Ort, wo sie
ernährt wird eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem
Angesicht der Schlange.“
Es ist
unbestreitbar, dass ein Überrest von Israel während einer Periode von 3 ½
Jahren vor dem Zorn des Satans beschützt werden wird. Die Frage ist, ob mit
diesem gläubigen Überrest die Juden oder die Gemeinde gemeint sind? Die Antwort
wird vom Herrn Jesus selber in Matthäus 24 gegeben. Als Er vom Beginn der
Grossen Drangsal gesprochen hat, war Seine Anweisung an die JUDEN: „Dann
fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist; wer auf dem Dach ist, der steige nicht
hinab, um etwas aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, der kehre
nicht zurück, um seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangeren und den
Stillenden in jenen Tagen! Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch
am Sabbat geschieht.“ (Matthäus 24:16-20).
Das ist die
gleiche Flucht, von der in Offenbarung 12:14 gesprochen wird. Es sind die
Juden, nicht die Gemeinde, die in die Berge fliehen müssen, wo ein spezieller
Platz für sie vorbereitet ist (wahrscheinlich Petra). Beachten Sie, dass sich
Jesus Sorgen macht, dass ihre Flucht an einem Sabbat stattfinden könnte. Die
Juden halten das Sabbat-Gesetz, die Gemeinde nicht. Während sich der Gläubige
Überrest von Israel an ihrem Rückzugsort befindet, befindet sich die Gemeinde
im Himmel und bereitet sich auf ihre Rückkehr auf die Erde vor, um mit Jesus
Christus für 1‘000 Jahre auf der Erde zu herrschen.
Können wir
die Gemeinde während den 7 Jahren der Drangsal auf der Erde finden? Wenn ja,
dann müssen Sie ihre Erwähnung in Offenbarung 6 bis 18 finden. Ich habe es
versucht, aber ich habe sie in diesen 13 Kapiteln nicht gefunden.
In
Offenbarung 1 bis 3 wird 19 Mal „Gemeinde“ oder „Gemeinden“ erwähnt. Die
Gemeinde wird erst in Offenbarung 22:16 wieder erwähnt, und das nur im
Rückblick. In Offenbarung 19 wird die Gemeinde, die im Himmel ist, Braut und
Ehefrau des Lammes genannt. (Die Gemeinde wird in der Bibel nie eine „Frau“
genannt, was ein weiterer Punkt bezüglich Offenbarung 12 ist.)
In den
Briefen an die 7 Gemeinden gibt es die Aussage: „Wer ein Ohr hat, der
höre, was der Geist den Gemeinden sagt“, um die Leiter und Mitglieder
der Gemeinde zu ermahnen. In Kapitel 13 wird diese Aussage der Ermahnung
abgeändert und dem neuen Gegenstand und der neuen Situation anzupassen:„Wenn
jemand ein Ohr hat, der höre.“ (Vers 9). Die Gemeinde ist nicht mehr
auf der Erde, und der Heilige Geist ist mit ihr gegangen. Die Heiligen der
Drangsal – sowohl Juden als auch Heiden – werden hier angesprochen. Beachten
Sie die düstere Warnung: „Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht
er in die Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs
Schwert getötet werden. Hier ist das standhafte Ausharren und der Glaube der
Heiligen.“(Vers 10). Die Heiligen der Drangsal werden angewiesen, mit
Glaube und Geduld auszuharren. Es ist viel besser, jetzt ein Gläubiger zu sein
und in den Himmel entrückt zu werden, als später zu glauben und die Drangsal
ertragen zu müssen. Zu dieser Zeit wird eine Stimme Himmel sagen: „Darum
seid fröhlich, ihr Himmel, und die ihr darin wohnt!“ – was die
Gemeinde betrifft, weil Gott ihr die Drangsal erspart hat – aber: „Wehe
denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer“, – was die
Zurückgelassenen betrifft – „denn der Teufel ist zu euch herabgekommen
und hat einen grossen Zorn, da er weiss, dass er nur wenig Zeit hat.“ (Off.
12:12). Wo wollen Sie zu diesem Zeitpunkt lieber sein?
Ein weiterer
biblischer Beweis, dass die Gemeinde während der Drangsal nicht auf der Erde
sein wird, ist Offenbarung 7: „Nach diesem“, nachdem Johannes gesehen hat, wie
die 144‘000 jüdischen Diener Gottes versiegelt wurden: „Nach diesem sah
ich, und siehe, eine grosse Schar, die niemand zählen konnte, aus allen
Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und
vor dem Lamm, bekleidet mit weissen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren
Händen. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem
Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm!“ (Off. 7:9-10). Das
sind Neuankömmlinge im Himmel. Johannes weiss nicht, wer sie sind. Einer der
Ältesten im Himmel fragt ihn: „Wer sind diese, die mit weissen Kleidern
bekleidet sind, und woher sind sie gekommen?“ (Vers 13). Beachten
Sie die Antwort von Johannes: „Herr, du weisst es“ (Vers 14).
Wenn diese Menschen Teil der Gemeinde wären, dann wüsste es Johannes. Der
Älteste klärt ihn weiter auf: „Das sind die, welche aus der grossen
Drangsal kommen; und sie haben ihre Kleider gewaschen, und sie haben ihre
Kleider weiss gemacht in dem Blut des Lammes.“ (Vers 14). Diese
Menschen sind während der Drangsal gläubig geworden. Sie werden für ihren
verspäteten Glauben den Preis des Martyrertodes bezahlen. Ich kann mir
vorstellen, dass zu ihnen auch Menschen gehören, die durch das Zeugnis von
Gemeindemitgliedern, die sie mit dem Evangelium oder der Entrückungstheorie
„belästigt“ haben, glauben werden. Für sie wird „zu sehen ist zu glauben“ in
„nicht zu sehen ist zu glauben“ abgeändert. Mit anderen Worten werden sie
glauben, wenn ihre christlichen Verwandten, ihr Bekanntenkreis und ihre Freunde
weg sind und nirgends auf der Erde gefunden werden können. „Diese
Menschen haben tatsächlich die Wahrheit gesagt.” Sie werden
schliesslich realisieren, dass die Errettung auch während der Drangsal noch
möglich sein wird. Es wird jedoch eine schreckliche Zeit für die Gläubigen
sein. Ich ziehe es vor, JETZT ein Gläubiger zu sein.
Ist es wichtig, den Zeitpunkt der Entrückung zu kennen?
Jetzt, da
wir gesehen haben, dass die Entrückung vor der Drangsal stattfindet, macht es
da irgendeinen Unterschied? Diesbezüglich habe ich einige nicht so positive
Antworten von Menschen erhalten, mit denen ich diese „Entdeckung“ zu teilen
versuchte. Jemand hat gesagt, dass es nicht wichtig ist zu wissen, wann die
Entrückung im Bezug auf die Drangsal stattfindet. Ob sie vor oder nach der
Drangsal stattfindet, so sagte er, sollte keinen Unterschied machen. Was
wichtig ist, ist „den Dienst zu tun“ (in gewissem Sinne ist das wahr). Ein
Freund hat gesagt, dass es „lediglich eine intellektuelle Übung“ ist,
herauszufinden, wann in der Abfolge der Endzeitereignisse die Entrückung
stattfinden wird. „Es ist nicht von dringlicher Wichtigkeit“, hat ein lokaler
Gemeindeältester gesagt. Sie haben ihre Gründe für solche gleichgültige
Antworten auf die Entrückungsfrage, aber etwas kann ich aus ihren Aussagen
ableiten: Sie glauben nicht, dass Jesus Christus jeden Moment kommen könnte.
Wenn sie es täten, würden sie diese Worte nicht sagen.
Wie ist es
denn nun? Ist es wichtig, den Zeitpunkt der Entrückung zu kennen? Macht es im
Leben eines Christen einen Unterschied, zu wissen, dass die Entrückung vor der
Drangsal stattfindet und imminent ist?
Als Erstes
wird von uns Christen erwartet, dass wir am 2. Kommen des Herrn interessiert
sind. Ein Christ, der es nicht ist, ist verdächtig. „Wenn ihr nun mit
Christus auferweckt worden seid, so sucht das, was droben ist, wo der Christus
ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach
dem, was auf Erden ist.“ (Kolosser 3:1-2). Als Beispiel haben wir die
Jünger von Jesus, die sehr daran interessiert waren, den Zeitpunkt des 2.
Kommens zu wissen, als die den Herrn gefragt haben: „Sage uns, wann
wird dies geschehen…?“ (Matthäus 24:3).
Die
Errichtung des Königreich Gottes auf der Erde ist eine fundamentale Lehre der
Bibel. Wenn wir der Anweisung gehorchen und mit einem aufrichtigen Herz
beten: „Dein Reich komme“, werden wir interessiert sein, alle Dinge
zu wissen, die mit diesem Königreich zu tun haben, so weit sie uns Gott
enthüllt, inklusive der biblischen Lehre, wann die Entrückung in der Serie der
vorausgesagten Ereignisse stattfinden wird.
Nicht von
dringlicher Wichtigkeit? Die liebevolle Warnung von Jesus Christus hat etwas
dringliches (Matthäus 24:36-44; Markus 13:32-37; Lukas 12:34-40, 21:34-36). Es
ist sehr wichtig zu wissen und zu verstehen, dass wir eifrig darauf hoffen
sollen, dass Er uns zu Sich holt (1. Korinther 1:7). Wenn wir so unachtsam sind
zu glauben, dass der Herr am Ende der Drangsal für uns kommen wird, dann gibt
es in der Tat keinen Sinn der Dringlichkeit in uns, weil wir „wissen”, dass
Jesus zumindest die nächsten 7 Jahre nicht kommen wird. Das ist die Lehre des
„mein Herr säumt zu kommen“ (Matthäus 24:48), welche uns in die Gefahr der
Unachtsamkeit in Bezug auf die Vorbereitung für das unerwartete Kommen von
Jesus Christus bringt. Wenn andererseits jemand weiss, dass der Herr jeden Tag
kommen könnte (die Lehre der Imminenz), dann stellt er sicher, dass er
jederzeit bereit ist. „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat,
reinigt sich, gleichwie auch Er rein ist.“ (1. Johannes 3:3). Die
Realisierung, dass Christus jeden Augenblick kommen könnte, ist für jeden
Christen der grösste Motivationsfaktor, ein heiliges Leben zu führen. Es ist
interessant zu wissen, dass eine „Krone der Gerechtigkeit“ für diejenigen
reserviert ist, die die Lehre der Entrückung lieben (2. Timotheus 4:8).
Wie nahe sind wir?
Seit den
Tagen von William Miller gab es viele „Enttäuschungen”. Sind wir heute in einer
anderen Situation? Nähern wir uns wirklich dem Ende des Zeitalters? Denken Sie
daran, dass die Jünger Jesus die Frage gestellt haben: „WANN?“ Und der Herr hat
geantwortet. Er hat Zeichen gegeben, die auf Sein 2. Kommen in Herrlichkeit
hinweisen. Und wir wissen, dass die Entrückung mindestens 7 Jahre zuvor
stattfinden wird.
Es gab eine
Begebenheit in den Evangelien, als die Juden ein Zeichen vom Himmel verlangten.
Der Herr hat ihnen dann gesagt: „Er aber antwortete und sprach zu
ihnen: Am Abend sagt ihr: Es wird schön, denn der Himmel ist rot! und am
Morgen: Heute kommt ein Ungewitter, denn der Himmel ist rot und trübe! Ihr
Heuchler, das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen, die Zeichen der
Zeit aber nicht!“ (Matthäus 16:2-3).
Diese
religiösen Führer konnten die Zeichen der Zeit nicht erkennen, weil sie nicht
an Jesus und die Bibel glauben wollten. Heute sind wir mit einer ähnlichen
Situation konfrontiert. Verschliessen wir unsere Augen auch vor der Wahrheit?
Sehen wir nicht, dass die Bühne vorbereitet wurde und sich die
Endzeitprophetien erfüllen können? Natürlich können wir nicht mit Gewissheit
wissen, wann genau die 70. Jahrwoche (Drangsal) beginnen wird. Aber es wurde
uns versprochen, dass wir den ungefähren Zeitpunkt kennen können.Beachten
Sie: „Nein, Gott, der Herr, tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis
seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.“ (Amos 3:7). Wenn
Gott etwas mit Israel vorhat, schickt Er Propheten, um das Volk zu warnen.
Heute gibt es keine Propheten mehr, darum müssen wir uns an die Schriften der
Propheten halten.
Aber der
grösste Prophet von allen, der Herr Jesus Christus, gibt ein weiteres Zeichen,
das übernatürlich ist. Es ist das Zeichen der modernen Nation Israel.„Von
dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und
Blätter treibt, so erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn
ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Türe ist. Wahrlich, ich
sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis dies alles geschehen ist.“(Matthäus
24:32-34). Der Feigenbaum ist ein Symbol für Israel (Hosea 9:10). Das Gleichnis
scheint demnach zu enthüllen, dass die Generation, die die Wiedergeburt der
Nation Israel (1948) miterlebt hat, nicht vergehen wird, bis der Messias
zurückkehrt. Die Tatsache, dass Israel zurück im Mittleren Osten ist, ist ein
sicheres Zeichen, dass die Prophetien bezüglich des Königreiches wie auch des
Gericht Gottes über die Nationen jetzt erfüllt werden können.
Überdies hat
der Herr im Lukasevangelium eine Aussage gemacht, deren Bedeutung für mich
glasklar ist: „…und auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit
bei dem Tosen des Meeres und der Wogen (…) Wenn aber dies anfängt zu geschehen,
so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht.“ (Lukas
21:25b, 28). Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 ist ein klares
Zeichen der Nähe der Erlösung. Erlösung für die Juden, wenn sie schliesslich
ihren Messias erkennen und gerettet werden (Jeremia 30:7; Daniel 12:1), und
Erlösung für uns Christen, wenn wir in den Himmel entrückt werden (Off. 4:1; 1.
Thess 4:15-17; Off. 5:8-10; Römer 8:23). Ich werde an ein altes Lied erinnert,
in dem es heisst: „Wir sind fast da!“ So nahe sind wir an der
Entrückung und dem herrlichen 2. Kommen von Jesus Christus.
Unser Herr
sagt: „Ich bin der leuchtende Morgenstern.” (Off. 22:16b).
Obwohl die Welt bald in ihre dunkelste Stunde eintreten wird, „die
Stunde der Versuchung“ (Off. 3:10), schauen wir freudig auf „das
Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der
Morgenstern aufgeht…“ (2. Petrus 1:19b). Die Entrückung ist das
Ereignis, bei dem der leuchtende Morgenstern – unser Erlöser – am Himmel
erscheinen wird, um uns zu Sich zu holen (Johannes 14:3), wenn es in der Welt
immer noch dunkel ist (die siebenjährige Drangsal beginnt), bevor die Sonne
aufgeht. Dann wird bei Seinem 2. Kommen in Herrlichkeit die Sonne der Gerechtigkeit
aufgehen.
Es ist Zeit, die Ersatztheologie zu ersetzen
Bevor ich
zum Schluss komme, möchte ich noch einige Worte zur Ersatztheologie sagen. Sie
besagt, dass alle Versprechen Gottes für die Juden aufgehoben wurden und auf
die Gemeinde übergegangen sind, weil die Juden Jesus Christus abgelehnt haben.
Und wann immer das Wort „Israel“ in der Bibel erwähnt wird, wenn es um die
Versprechen Gottes geht, müssen wir es nur in „Gemeinde“ abändern, um die
richtige Bedeutung zu erhalten; und „Jerusalem“ bedeutet dann „Himmel“. Diese
Falschbehandlung des Wort Gottes ist ein entscheidender Grund, warum so viele
Leute nicht in der Lage sind, die Wahrheit der Entrückung der Gemeinde zu
sehen.
Wenn wir
verstehen, dass Gottes Plan für Israel von Seinem Plan für die Gemeinde
abweicht, dann ist es für uns klarer, dass die Gemeinde entrückt werden muss,
bevor die Prophetie der 70 Jahrwochen von Daniel 9:24-27 ihre Vollendung finden
kann. Die Gemeinde muss von der Erde evakuiert werden, damit sich die
Prophetien Gottes für Israel während den letzten 7 Jahren, der „Zeit der
Drangsal für Jakob“ (Jeremia 30:7), erfüllen können.
Wenn die
Bibel „Israel“ sagt, dann meint sie auch Israel, und nicht die Gemeinde. Die
alttestamentlichen Propheten wussten nichts über das Kommen für die Gemeinde.
Obwohl sie einige Hinweise auf eine Zeitspanne hatten, die wir als
Gemeindezeitalter bezeichnen, war die Gemeinde selber für sie ein Geheimnis,
„verborgen“ in Gott (Kolosser 1:26).
Zu sagen,
dass das Gemeindezeitalter der grosse Einschub im Plan Gottes für Israel ist,
minimiert die Wichtigkeit der Gemeinde nicht. In Römer 9-11 wird alles erklärt.
Auf der anderen Seite nimmt die Ersatztheologie Gottes Versprechen für Israel
weg, was eine falsche Interpretation der Botschaft der Bibel ist. Die reine
Wahrheit ist, dass die Gemeinde die Braut von Jesus Christus ist, und Israel
wird ganz gewiss alle Versprechen erhalten, die ihnen gemacht wurden, vom
abrahamitischen Bund über den mosaischen Bund bis zum Bund mit David und mit
Maria. Lassen Sie uns den letzten Bund betrachten: „Und der Engel
sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.
Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären; und du sollst ihm
den Namen Jesus geben. Dieser wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt
werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er
wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende
haben.“ (Lukas 1:30-33).
Es ist
ausserhalb des Rahmens dieses Artikels, das Königreich Gottes zu diskutieren.
Ich mache diesen letzten Punkt nur, um die Tatsache zu unterstreichen, dass
sich die Prophetien für die Endzeit wörtlich erfüllen werden, genauso wie sich
die Prophetien bezüglich des 1. Kommens von Christus wörtlich erfüllt haben.
Nur wenn wir die Prophetien der Bibel wörtlich betrachtet, werden wir
verstehen, dass das 2. Kommen von Jesus Christus in zwei Etappen ablaufen wird:
Zuerst die imminente Entrückung der Gemeinde, und dann mindestens 7 Jahre
später die herrliche Erscheinung bei Seiner Rückkehr auf die Erde. Ich hoffe,
dass die 7 Beweise, die wir in dieser Artikelserie angeschaut haben, für alle
genügen, die bislang einige Zweifel hatten.
Für die
Leser, die Jesus Christus noch nicht als ihren Herrn und Retter angenommen
haben, sind nachfolgend einige Bibelstellen aufgelistet. Die Erlösung ist kein
kompliziertes Thema:
1. Römer
3:23
2. Römer
6:23
3. Römer
5:8-10
4.
Apostelgeschichte 3:19
5. Epheser
2:8
6. Römer
10:9,10,13
7.
Apostelgeschichte 2:38
Wir sehen
uns bei der Entrückung (Nehmen Sie das wörtlich).
Von Edgar Meneses
R.V. in K. Ihre Anfrage betrifft die Entrückung gem. 1. Thess. 4, 13 ff.
Sie schreiben, aus ihrer Jugendzeit kommen sie aus Darbisten-, später
Baptistenkreisen, in denen die Betrachtung des Begriffs „Entrückung“ immer eine
große Rolle spielte. Man ist der Meinung, dass mit der Entrückung die
Menschheitsgeschichte praktisch zu Ende sei.
Was sagen nun hierüber die Lorberwerke aus?
Antwort:
Die Lorberwerke künden
viel von der Wiederkunft Jesu Christi, auch von seinem Kommen in den Wolken des Himmels, doch von
einer Entrückung „ihm
entgegen auf den Wolken in die Luft“, wie es Paulus [in] 1. Thess. 4, 13 ff.
verheißt, wissen sie nichts. Es ist wohl einmal von einer Entrückung die Rede
(Gr. Ev. X 156, 5), die aber erst bei dem letzten Feuergericht am
Ende des 1000jährigen
Reiches stattfinden soll, von dem [in] Offenb. 20,9 die Rede ist. Hören wir
nun, was Paulus über die Entrückung 1. Thess. 4, 13 ff. schreibt:
(Im Original ist hier die Menge Übersetzung zitiert, ich zitiere die
Bibelstelle aus der Schlachter 2000, Anm. d. Verf.)
13 Ich will euch aber, Brüder,
nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig
seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, daß
Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch
Jesus mit ihm führen. 15 Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir,
die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den
Entschlafenen nicht zuvorkommen; 16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl
ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom
Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. 17
Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt
werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir
bei dem Herrn sein allezeit.
Paulus macht
diese Voraussage auf Grund eines Wortes des Herrn. Es ist aber ein solches
Herrenwort zu dieser Frage nicht überliefert, sodass er möglicherweise auf eine
persönliche Offenbarung Bezug nimmt. Ferner hat
man den bestimmten Eindruck, dass Paulus die Hoffnung beseelte, er dürfe die
Auferstehung der Gläubigen bei der Wiederkunft Jesu und die Entrükkung noch
selbst miterleben. Die Verbreitung solcher Hoffnungen im ersten
Jahrhundert, die oft die Frage wachriefen, weshalb der Herr noch immer nicht
komme, ist wohl aus der damaligen Endzeiterwartung erklärlich
(1. Kor. 15, 51 ff.; 2. Thess. 1, 7; 1. Petr. 1, 13; 5, 4; Hebr. 10, 37).
Pfarrer O. Feuerstein schreibt
in seinem aufschlußreichen Büchlein Die
Auferstehung des Fleisches:
Gott hat diese irrige
Erwartung zugelassen, weil sie damals dazu beitrug, dass die Christenheit wach
blieb in Erwartung ihres Herrn und Vaters. In allen Jahrhunderten war seither
diese Naherwartung der Wiederkunft des Herrn lebendig. Es waren immer die
eifrigsten und ernstesten Christen, die meinten, die Wiederkunft Christi sei
jetzt unmittelbar nahe. Paulus hat
sich übrigens später korrigiert. Er kam gegen Schluss seines Lebens
zur Erkenntnis, dass er noch vor der Wiederkunft Christi sterben werde. Er
schreibt deswegen an die Korinther (2. Kor. 5, 8), er habe jetzt Lust, aus dem
Leibe auszuwandern und gegenwärtig bei dem Herrn zu sein. Wie Paulus „Lust
hatte abzuscheiden, um bei Christus zu sein“ (Phil. 1, 23), oder wie er (2.
Kor. 5, 8) glaubt, dass er bei seiner Auswanderung aus dem Leib „gegenwärtig
beim Herrn ist“, so musste er dies auch von seinen im Glauben an den Herrn
gestorbenen Gemeindegliedern erwarten. Konnte er da wohl noch glauben, dass sie
bei einer der Zukunft vorbehaltenen Wiederkunft Jesu wieder in ihren verwesten
Leichnamen als Entschlafene aus dem Grabe auferstehen und verwandelt dem Herrn
entgegengerückt werden in die Luft, um bei ihm zu sein, nachdem sie schon als
Verwandelte – „als aus dem Leib ausgewanderte“ – bewusst fortlebende
Geistpersonen beim Herrn waren?
Wenn wir wissen, dass der Mensch
nach dem Tode weiterlebt, je nach dem Zustand seiner Liebe und seiner Werke,
so werden wir uns doch fragen müssen, was es mit derAuferstehung der in den Gräbern
Liegenden bei der Wiederkunft Jesu in den Wolken des Himmels, bei der Stimme
des Erzengels, beim Schall der Posaunen für eine Bewandtnis hat.
Wie die
Wiederkunft Jesu eine geistige sein wird, so sind auch die damit
zusammenhängenden Beschreibungen geistige Entsprechungsbilder. In der
materiellen Welt muss alles umhüllt sein, damit das innerste Göttliche nicht
verunreinigt werden kann. So ist auch das göttliche Wort durch den
Buchstabensinn wie in eine Wolke eingehüllt, in welcher der innere und
himmlische Sinn oder die Herrlichkeit des Herrn verborgen ist. Schon im alten
Testament verstand man unter der Wolke die Gegenwart des Herrn. Sie bedeckte
das Bundeszelt, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Hütte des Stifts, weil
– die Wolke sich darauf niedergelassen hatte (2. Mose 16, 10; 34, 5; 40,
34-38).
Will der Herr uns rein Geistiges verkünden, so kann Er das nur mittels des
äußeren Wortes auf dem Wege gleichnishafter Entsprechungsbilder. So sind unter
den Engeln mit den Posaunen große göttliche Offenbarungen zu verstehen, die das
Gotteswort der Bibel wieder neu erschließen, wodurch die im Geiste tot
gemachten Menschen gleichsam aus den Gräbern ihrer Nacht erweckt und dem Herrn
geistig entgegengerückt werden.
„In der Zeit
der Drangsal wird nach Matth. 24, 29 ff. die Sonne (der Gottesgeist der Liebe
und Gnade) sich verfinstern und der Mond (das Verstandeslicht) dadurch seinen
Schein verlieren. Die Sterne (alte Erkenntnisse) werden vom Himmel fallen
(zunichte werden) und die Kräfte der Himmel (alle göttlichen Kräfte in der
Welt) werden in Erschütterung geraten. Dann aber wird das Zeichen des Menschensohnes (das
Kreuz als Zeichen der aufopfernden Liebe) am Himmel (vor dem Geist des
Menschen) erscheinen. Alle Weltvölker werden wehklagen und den Menschensohn in
den Wolken des Himmels (neuen Offenbarungen) mit großer Macht und Herrlichkeit
kommen sehen“ (Grdfr. S. 551).
Luk. 17, 31 ff. hören wir noch: „Wer auf dem Dache ist, steige nicht
hernieder (wer ein wahres Verständnis hat, bleibe in demselben). Wer auf dem
Felde (der Erkenntnisfreiheit) sich befindet, wende sich nicht nach alten
Truglehren um. Wo zwei in einer Mühle mahlen (das gleiche tun), in einem Bette
schlafen (das gleiche Glaubensbekenntnis haben), wird der wahre Glaube in der
Tat angenommen, der andere nicht“ (IX 70).
So
wird Jesus in
seiner urgöttlichen
Persönlichkeit auch niemand richten. Das Gericht bereiten sich die Menschen selbst
in ihrem Verhalten dem göttlichen Wort gegenüber. „Wer meine Worte hört und
glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht ins
Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich,
wahrlich ich sage euch: Es kommt die Stunde und sie ist schon jetzt, dass die
Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören und die sie hören werden,
werden leben“ (Joh. 5, 24 u. 25).
Die
Lorberschriften wissen jedoch auch von einer leiblichen Wiederkunft Jesu. Dabei wird
Er aber nicht mehr in einem von einem Weibe gebildeten Fleischleib
wiederkommen, sondern in seinem verklärten Geistleib. „Dieser
Leib bleibt verklärt, so wie ich als Gott von Ewigkeit, und so benötige ich
nimmerdar eines zweiten Leibes“ (IX 94, 2). Wenn ein großer Teil der Menschen
Ihn in den Wolken des Himmels, in seinem göttlichen Wort erkannt und erlebt
haben wird: „Dann werde Ich auch hie und da persönlich und leibhaftig sichtbar
(im verklärten Geistleib) zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und nach
Meiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und dafür auch den vollen und
lebendigen Glauben haben werden“.
Und zur letzten Frage: Wie wird das Endgericht für die Sünder, die
Ungläubigen, die geistig Toten, für die, welche überhaupt keine Christen sind,
aussehen? Wie sieht, abgesehen von dem irdischen Gericht, das sich die Menschen
selbst bereiten, bei denen das göttliche Gericht aus?
Da gibt uns Paulus eine wunderbare Schau des göttlichen Heilsplans, der
sehr zum Nachdenken anregt: „Gott hat die ganze Menschheit in Ungehorsam fallen
lassen, um Erbarmen an allen zu üben. O welch eine unermeßliche Größe der
Gnadenfülle, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes. Wie gar unbegreiflich sind
seine Gerichte und unerforschlich seine Wege. Denn wer hat des Herrn Sinn
erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm zuvor etwas gegeben,
wofür ihm Vergeltung zuteil werden müßte? Ja, von ihm und durch ihn und zu ihm
sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“ (Röm. 11, 32-36 Menge.)
Entrückung
(erstellt: Okt. 2013)
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·
2. Religionsgeschichtliche Analogien
o 2.2. Hellenistisch-römische Welt
o 6.3. Entrückung weiterer atl. Figuren
o 6.5. Entrückung der Glaubenden
1. Phänomen
Der Begriff “Entrückung”
bezeichnet die Ortsveränderung eines Menschen auf übernatürliche Weise. Dabei
handelt es sich um ein ausgesprochen komplexes Phänomen, das der biblischen
Überlieferung wie auch allen Religionen der alten Welt gleichermaßen vertraut
ist.
Im Hintergrund aller
Entrückungsvorstellungen steht das altorientalische →Weltbild, das vertikal strukturiert ist. Die Welt der Menschen
befindet sich unten, die der Götter oben. Zwischen beiden
Wirklichkeitsbereichen, die vor allem durch den Gegensatz von Vergänglichkeit
und Unvergänglichkeit, Zeitlichkeit und Zeitlosigkeit, Sterblichkeit und
Unsterblichkeit gekennzeichnet sind, gibt es eine dynamische Beziehung. Die
Bewohner der göttlichen Welt besuchen die Welt der Menschen; Menschen wiederum
vermögen kraft übernatürlicher Hilfe und unter bestimmten Umständen in die
göttliche Welt aufzusteigen.
Ein solcher Grenzübertritt
kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: befristet oder endgültig, vor dem Tod
oder nach dem Tod, in voller Leiblichkeit oder in ekstatischer Loslösung der
→ Seele vom Körper, in Form einer Reise durch die jenseitigen Räume oder
in Form einer zielgerichteten Versetzung an einen bestimmten Ort. Bei alledem bleibt
der betroffene Mensch nicht unverändert: Befristete Entrückungen gehen mit
einer zeitweiligen Adaption an die göttliche Wirklichkeit einher, die bei der
Rückkehr wieder aufgehoben wird; endgültige Entrückungen sind mit Verwandlung
und Erlangung der Unsterblichkeit verbunden.
Um das Phänomen auch
begrifflich möglichst präzis zu erfassen, empfiehlt sich die folgende
Unterscheidung (Lohfink):
·
Entrückung: Die Ortsveränderung erfolgt als eine
leibliche Aufnahme in die göttliche Welt. Sie hat in der Regel endgültigen
Charakter und wird aus der Perspektive der Hinterbliebenen dargestellt.
·
Himmelsreise: Die Ortsveränderung betrifft allein
die Seele, die sich in der Ekstase oder im Tod vom Leib ablöst. Sie findet in
der Regel während eines begrenzten Zeitraumes statt und wird aus der
Perspektive dessen dargestellt, der die Reise erlebt.
Eine solche Kategorisierung
bleibt indessen schematisch. Beide Vorstellungskreise überlagern einander
vielfach. Sie lassen sich auch nicht einfach auf die Bereiche atl.-jüd. und
griech.-hellen. Religiosität verteilen. In der jüd.-christl. Tradition etwa
begegnen Himmelsreisen häufig in voller Leiblichkeit; gleichzeitig wird jedoch
auch von einer Aufnahme der Seele im Tod erzählt. Die röm. Kaiserapotheose
wiederum folgt eher dem Modell der Entrückung. Insofern hat diese
Unterscheidung lediglich pragmatischen Charakter, um das Material einigermaßen
zu gliedern. Jede einzelne Überlieferung ist im Blick auf ihre jeweilige
Motivkonstellation gesondert zu untersuchen.
Vom Übergang in die göttliche
Welt ist noch einmal eine besondere Form wunderbarer Ortsveränderungen zu
unterscheiden, bei der die Entrückten auf der Erde verbleiben. Sie werden
lediglich von einem Ort an einen anderen versetzt. Solche Entrückungen oder
Translokationen haben ihre eigene Faszination und berühren sich eng mit
verbreiteten Märchenmotiven.
2. Religionsgeschichtliche Analogien
Ihre ältesten Beispiele findet
die Vorstellung von der Entrückung eines sterblichen Menschen in die Welt der
Götter in der Literatur → Mesopotamiens; diese Traditionen wirken vor
allem auf die atl.-jüd. Überlieferung ein. Die hellen.-röm. Religion bildet
unabhängig davon eigene Formen aus, die wiederum die frühjüd.-christl.
Entrückungsvorstellungen beeinflussen. Der Islam schließlich nimmt die
biblischen Überlieferungen insgesamt auf und setzt mit der Entrückung des
Propheten einen neuen Akzent.
2.1. Alter Orient
Die altorientalische Literatur
kennt eine ganze Reihe von Entrückungserzählungen, die vorzugsweise in der
archaischen Zeit angesiedelt sind. In religionsgeschichtlicher Hinsicht stellen
sie eine wichtige Bezugsgröße für die alttestamentlichen Entrückungserzählungen
dar (Schmitt).
endgültige Entrückung
·
König Ziusudru (Sumerischer Flutbericht aus Nippar);
Utnapischtim (11. Tafel des assyr.-babylon. Gilgamesch-Epos); Xisuthros
(griech. Babyloniaca des babylon. Priesters Berossos): Der Held der Flutsage
wird nach überstandener Katastrophe unter Umgehung des Todes zu den Göttern
entrückt und mit Unsterblichkeit beschenkt.
befristete Entrückung
·
Adapa, der sterbliche Sohn des Gottes Ea
(sumer.-akkad. Mythos): Adapa wird in den Kreis der Götter aufgenommen,
versäumt es jedoch, Unsterblichkeit zu erlangen; er kehrt, ausgestattet mit
jenseitiger Weisheit, wieder nach Eridu zurück.
·
Etana, der König von Kisch (sumer. Königslisten): Der
kinderlose Etana steigt mit Hilfe eines Adlers zum Himmel auf, um das Kraut des
Gebärens zu erlangen; danach lebt er auf der Erde weiter und begründet eine
Dynastie.
·
Enmeduranki, König in der Sonnenstadt Nippar (assyr.
Ritualtext): Enmeduranki erhält Zutritt zur Versammlung der Götter, um in die
Kunst der Zukunftsschau eingeweiht zu werden; zurückgekehrt wird er zum
Ahnvater der Orakelpriester.
·
Utuabzu, einer der sieben Urzeitweisen (assyr.
Beschwörungsserie bit meseri): Utuabzu, der als siebenter Urzeitweiser dem
siebenten Urkönig Enmeduranki zugeordnet ist, steigt in den Himmel empor; aus
dieser Entrückung speist sich seine Weisheit.
Es liegt nahe, dass gerade
jene Überlieferungen über den siebenten Urkönig und den siebenten Urzeitweisen
Modellcharakter für die Figur des biblischen Urvaters → Henoch, des siebenten nach Adam (Gen 5,21-24; Jud 14), hatten. In der Figur Henochs macht sich das frühe
Judentum die altorientalischen Entrückungsvorstellungen zu eigen und verbindet
damit alle Überlieferungen von der Offenbarung jenseitiger Weisheit sowie der Etablierung
grundlegender Kulturgüter.
2.2. Hellenistisch-römische Welt
Der Dualismus von Leib und
Seele führt in der Tradition griech. Denkens dazu, den Übergang eines
Sterblichen in die Welt der Götter auf plausible Weise zu lösen: Allein die
Seele, die selbst göttlichen Ursprungs ist, steigt auf (Bousset); eine
Verwandlung des Leibes aber ist dann nicht mehr erforderlich. Dennoch gibt es
auch die Vorstellung einer Entrückung in voller Leiblichkeit, die nicht nur
Halbgötter wie Herakles, sondern auch herausragende Menschen wie Romulus
betrifft. Im folgenden können hier aus der Fülle des Materials (Hönn) nur
wenige prominente Beispiele genannt werden.
Entrückung
Abb. 1 Entrückung des Herakles, 5. Jh. v. Chr.
Romulus (Livius, Ab urbe condita I 16; Plutarch,
Romulus 27-28; Plutarch, Numa 2; Aurelius Victor, De viris illustribus II 13):
Während einer Volksversammlung auf freiem Felde wird Romulus im plötzlichen
Unwetter den Blicken des Volkes entzogen und entrückt. Daraufhin huldigt ihm
die Versammlung als einem Gott. Später berichten Zeugen seine Erscheinung vom
Himmel her.
·
Herakles (Apollodor, Bibliotheca II 7,7): Herakles
wird von dem Scheiterhaufen, den er selbst errichtet hat, in einer Wolke und
unter Donnergrollen in den Himmel aufgenommen; dort wird ihm die
Unsterblichkeit verliehen.
·
Apollonios von Thyana (Philostrat, Vita Apollonii VIII
30): Am Tempel der Diktynna wird Apollonios zunächst von den Wächtern
überwältigt und gebunden, um Mitternacht jedoch auf wundersame Weise wieder von
seinen Fesseln gelöst und im Inneren des Tempels entrückt.
·
Kaiserapotheose: Die römische Kaiserapotheose ist nach
den älteren Vorbildern eines Romulus oder Herakles als Entrückung in den Himmel
konzipiert (Bickermann). Unmittelbar vom Scheiterhaufen fährt der Cäsar auf,
wobei er sich eines Wagens, eines Adlers oder Greifen als Gefährt bedient.
Zeugen bestätigen im Prozess der Konsekration vor dem Senat, den Flug
beobachtet zu haben.
Himmelsreise
·
Mysterienfrömmigkeit: In den Mysterienkulten erlangen
die Mysten im Zustand der Ekstase Zutritt zur Welt der Götter und sehen dort
unaussprechliche Geheimnisse.
·
Volksfrömmigkeit: Es entspricht einer verbreiteten und
in der Literatur wie auch in Grabinschriften vielfach belegten Vorstellung,
dass sich die Seele im Tode vom Leib ablöst und wieder in die Welt der Götter,
die als ihre Urheimat verstanden wird, zurückkehrt.
Auf die frühjüd.-christl.
Vorstellungswelt nehmen diese Traditionen insofern Einfluss, als dass nun
Himmelsreisen in voller Leiblichkeit und die ekstatische Schau der himmlischen
Welt nebeneinander stehen; je nach Kontext können Entrückungen zu Lebzeiten wie
auch aus dem Tod heraus das Thema sein. Für die jüd. Literatur betrifft das vor
allem Figuren wie Henoch, Melchisedek, Abraham, Mose, Elia, Jesaja oder Esra. Für
die christliche Literatur treten nach dem Vorbild des → Paulus oder des
Sehers Johannes vor allem die zahlreichen Entrückungen oder ekstatischen
Erlebnisse der apokryphen Apostelakten und der späteren hagiographischen
Tradition in den Mittelpunkt, unter denen die Aufnahme der Gottesmutter in den
Himmel die prominenteste ist (Shoemaker). Die Himmelfahrt Jesu beweist ihre
Besonderheit dadurch, dass der Entrückung die → Auferstehung in eine neue
Form von Leiblichkeit hinein vorausgeht.
2.3. Islam
Der Koran geht mit der
Entrückungsvorstellung sehr sparsam um. Angedeutet werden lediglich die
Entrückung Henochs und Jesu; die Entrückung Elias wird übergangen. Von einer
Entrückung Mohammeds berichtet erst die nachkoranische Überlieferung im
Anschluss an zwei sehr vage und offene Aussagen im Koran selbst.
·
Idris / Henoch (Sure 19,56-57; 21,85-86): Beide Suren
konstatieren knapp, Henoch sei “an einen hohen Ort erhoben” bzw. “in die Barmherzigkeit Gottes
aufgenommen” worden.
·
Isa / Jesus (Sure 3,55; 4,157-158): Die erste Stelle
gebraucht die Terminologie von “aufnehmen und erhöhen”, die zweite spricht
davon, dass Gott ihn “zu sich erhoben” habe.
·
Mohammed (Sure 17,1): Mohammeds berühmte Nachtreise
“vom heiligen Anbetungsplatz zum fernsten”, gedeutet auf eine nächtliche Entrückung
von Mekka nach Jerusalem, hat ausdrücklich das Ziel, “ihm von unseren Zeichen
einige zu zeigen”. Im Licht von Sure 53,2-18 hat die Koranexegese und spätere
Legende dies als den Ausgangspunkt einer Gottesbegegnung verstanden und zu
einer weiteren Entrückung bzw. zu einer regelrechten Himmelsreise vom Felsen
des Tempelplatzes aus gestaltet (van Ess; Buckley).
Bedeutung hat die Entrückung
Mohammeds vor allem für den Anspruch auf den “Haram asch Scharif / Tempelplatz”
in Jerusalem als das drittwichtigste Heiligtum der islamischen Welt. In der
persischen Malerei ist sie zudem vielfach dargestellt worden.
3. Terminologie
Für den Entrückungsvorgang
wird eine differenzierte Terminologie gebraucht. Entscheidend für den
Sprachgebrauch ist, ob aus der Perspektive der Zurückbleibenden oder aus der
Perspektive des Entrückten selbst berichtet wird. Folgende Termini finden
vorzugsweise Verwendung:
·
ἁρπάζω, harpázō und
Komposita / לקח l-q-ḥ
/ rapio, rapior: rauben, hinwegreißen
·
λαμβάνω, lambánō und
Komposita / לקח l-q-ḥ:
nehmen, annehmen, aufnehmen
·
μεθίστημι, methístēmi und
Komposita: versetzen
·
ἀφανίζω, aphanízō:
entschwinden, unsichtbar werden
Häufig wird notiert, dass die
Entrückung “von den Menschen weg” und “zu den Göttern / in den Himmel” erfolgt
sei. Eine Reihe von weiteren Termini setzt - je nach Kontext - noch einmal
besondere Akzente:
·
σκεπάζω, skepázō:
verbergen (Sir 48,12); δι-ίστημι, di-ístēmi:
sich entfernen (Lk 24,51); ἀναφέρομαι, anaphéromai:
hinaufgebracht werden (Lk 24,51); ἐπαίρομαι, epaíromai:
erhoben werden (Apg 1,9); πορεύομαι, poreúomai: gehen
(Apg 1,10.11) uam.
·
ἀναχωρείν πρὸς τὸν θεόν, anachōreín prós
tón theón: zu Gott hinaufgehen (Josephus, Ant IV 326) uam.
Je nach Art der Bewegung kommt
im Sprachgebrauch ein gewaltsames Moment (rauben, hinwegreißen) oder ein eher
technischer Ausdruck (entschwinden, versetzt werden) zum Zuge. Stereotypen
Charakter hat auch die Wendung, dass der Entrückte “nicht mehr gefunden wurde /
οὐχ ηὑρίσκετο; oὐch hēurísketo” (z.B. Gen 5,24).
4. Motive
Zu den Erzählungen von
Entrückung und Himmelsreise gehört ein Arsenal von Motiven, aus dem alle
Erzähler schöpfen. Diese Motive werden in verschiedenen Kombinationen
zusammengefügt.
Als Ort der Entrückung kommt
dem Berg eine besondere Bedeutung zu; seine buchstäblich herausragende Eignung
für den Empfang prophetischer Offenbarungen empfiehlt ihn zugleich für den
Aufbruch in die himmlische Welt. Im Anschluss an Herakles sowie im Kontext der
Apotheose erfolgt die Entrückung häufig von einem Scheiterhaufen aus. Sie kann
aber auch wie im Falle des Apollonios ganz allgemein an einem heiligen Ort
stattfinden. Handelt es sich um den Beginn einer Himmelsreise, dann befindet
sich der Reisende oder Visionär meist auf einem Ruhebett.
Unter den Begleitumständen der
Entrückung begegnen vor allem Naturgewalten wie Donner, Blitzstrahl, Erdbeben,
Feuer oder Wettersturm. Nahezu unverzichtbar erscheint die Wolke, die den
Entrückten den Blicken des Publikums entzieht. Daran wird bereits deutlich,
dass ihre Funktion nicht die eines Fahrzeuges ist. Die Wolke verhüllt und
verbirgt, weil der Übergang in die göttliche Wirklichkeit ohnehin nicht mehr
wahrgenommen werden könnte.
Die Art der Entrückung oder
Reise kann auf ganz unterschiedliche Weise dargestellt werden. Gelegentlich
wird das Geschehen in unpersönlicher Form geschildert (“er wurde
hinweggerissen”) oder auf abstrakte Weise dargestellt (durch den Geist, von
Winden getragen). Ansonsten sind es in der Regel →Engel, die den entsprechenden Protagonisten ergreifen und
emporheben. Adler, Opfertaube, Pferd oder Wagen fungieren als ganz real
gedachte Transportmittel.
Breiten Raum nimmt die
Schilderung der jenseitigen Welt ein, sofern es sich um eine Himmelsreise
handelt. Hier entfalten die Erzählungen eine immer bunter und phantasievoller
ausgemalte Kosmologie. Zielpunkt ist der Thron Gottes, den ein wohl geordneter
Hofstaat umgibt. Auf dem Weg dahin passiert der Reisende verschiedene Himmel
und ihre Bewohner oder besucht Heils- und Straforte.
Im Falle der Entrückung gehört
eine Bestätigung vom Himmel her zu den unverzichtbaren Motiven, die meist als
→ Epiphanie des Entrückten selbst erfolgt. Im Falle einer
Himmelsreise kehrt der Entrückte wieder auf die Erde zurück und teilt seiner
Sippe bzw. der jeweils maßgeblichen Zielgruppe mit, was er im Jenseits erfahren
hat.
Schließlich gehört es zum
festen Motivbestand, dass nach erfolgter Entrückung ein neuer → Kult bzw. ein neuer Kultort entsteht. Vor allem im
hellenistischen Denken sind Versetzung in die göttliche Welt und Vergöttlichung
eng miteinander verbunden. In der jüd. Überlieferung kann etwa am Ort der
Entrückung Henochs der urzeitliche Opferkult für den einen Gott seinen Anfang
nehmen. Jesus wird in der lukanischen Himmelfahrtserzählung von den Jüngern
erst nach seiner “Hinaufnahme” angebetet.
5. Kritik
Gerade weil die Vorstellung
von Entrückung und Himmelsreise in der Antike weit verbreitet war, wurde sie
auch häufig zum Gegenstand der Kritik oder des beißenden Spottes. Namentlich
die politisch instrumentalisierte Form der Kaiserapotheose forderte zu einer
entsprechenden Polemik heraus. Zahlreich sind bereits in der Antike jene
Stimmen, die das Geschehen der Entrückung zu entmythologisieren versuchen oder
eine spiritualisierende Deutung vorlegen. In diesem Zusammenhang hat auch die
Satire ihren Ort, deren bekannteste Beispiele die folgenden sind:
·
Aristophanes (5. Jh. v. Chr.), Der Frieden: In dieser
Komödie steigt der Bauer Trygaios auf dem Rücken eines Mistkäfers in den Olymp
auf und befragt den Göttervater Zeus nach dem Grund des nicht endenden Krieges.
·
Seneca (1. Jh. n. Chr.), Apocolocynthosis / Die
Verkürbissung des Kaisers Claudius: Mit dieser bitterbösen Satire macht Seneca
deutlich, was er sowohl von Claudius als auch von der propagandistisch
eingesetzten Kaiserapotheose hält.
·
Lukian von Samosata (2. Jh. n. Chr.), Der Tod des
Peregrinus: Lukian demaskiert den kynischen Philosophen Peregrinus Proteus als
einen Scharlatan; dessen öffentlich inszenierte Selbstverbrennung persifliert
er als Apotheose und spottet damit zugleich über die Leichtgläubigkeit des
Volkes.
Wo immer das Entrückungsschema
aufgenommen und literarisch gestaltet wird, ist man sich seiner Doppelbödigkeit
bewusst: Grundsätzlich steht die Möglichkeit einer Versetzung in die göttliche
Welt nicht in Frage; dennoch nimmt man nicht ausnahmslos alles, was erzählt
oder propagiert wird, für bare Münze.
6. Biblische Belege
Die biblischen Prototypen für
die Entrückungsvorstellung sind Henoch und →Elia. An ihre Geschichte schließt sich im frühen Judentum
eine umfangreiche Literatur an, die namentlich Henoch nun auch zum Heros von
Himmelsreisen macht. Weitere alttestamentliche Figuren kommen hinzu -
Entrückung und Himmelsreise machen Schule. In diesem Kontext entstehen die
Schriften des Neuen Testaments, die mit der Henochtradition und den
vielfältigen Entrückungsvorstellungen des frühen Judentums vertraut sind.
Insofern gehören die “zwischentestamentlichen” jüdischen Erzählungen sehr viel
mehr zur biblischen Tradition als in den Bereich religionsgeschichtlicher
Analogien.
Auch das rabbinische Judentum
hat eine Reihe von Entrückungserzählungen hervorgebracht: Das betrifft etwa den
breit überlieferten → Midrasch von der Jenseitsreise des Mose (Krupp) oder die
Erzählungen vom Aufstieg der Adepten in die himmlische Thronwelt im Kontext der
Hekhalot-Mystik (Idel, Ego), die beide eine besondere Linie der Henochtradition
aufnehmen. Das gilt auch für die zahlreichen Erzählungen von Himmel- und
Höllenfahrten im Bereich der christlichen → Apokryphen.
In den neutestamentlichen
Schriften setzt die Erzählung von der “Himmelfahrt” oder “Erhöhung” Jesu einen
neuen Impuls. Ihr korrespondiert jene Vorstellung, nach der die Glaubenden bei
der → Parusie dem wiederkommenden Kyrios entgegen entrückt
werden. Die ekstatische Entrückung des Paulus hingegen oder die verschiedenen
Belege für Entrückungen in Form von Translokationen gehen auf atl.-jüd.
Traditionen zurück.
6.1. Entrückung Henochs
Die Entrückung Henochs (Gen 5,24) stellt den ältesten Haftpunkt für die biblische
Entrückungsvorstellung dar. Sie gehört zu den Erweiterungen im Sethitenstammbaum
(Gen 5,3-32), der Henoch an siebenter Position aufführt (Gen 5,21-24). Dabei verfährt der Autor sehr zurückhaltend: Henoch
habe “mit Gott gelebt” (MT) bzw. “Gott gefallen” (LXX), weshalb Gott ihn auch
“versetzt (לקח l-q-ḥ
/ μετατίθημι, meta-títhēmi)”
habe, so dass er “nicht mehr war” (MT) bzw. “nicht mehr gefunden wurde” (LXX).
Was hier nur andeutend gesagt wird, hat die Phantasie späterer Rezipienten
stark angeregt: Sir 44,16 nennt Henoch ein “Beispiel der Umkehr”; SapSal
4,10-11 deutet seine Entrückung als Akt der Bewahrung; Hebr 11,5 sieht in ihm ein Vorbild im Glauben; 1Klem 9,3
betont seinen Gehorsam; vor allem aber wird er nun aufgrund seiner Entrückung
zum Offenbarungsempfänger und Künder himmlischer Weisheit par excellence, wovon
vor allem das Erste und Zweite Henochbuch handeln.
Entrückung Henochs
·
Gen 5,24: reflektiert in Sir 44,16; 49,14; SapSal 4,10-11; Jub 4,23; LAB 1,16; TestIsaak
4,2; Philo, Mut 4,34; Abr 3,17; Josephus, Ant I 85; IX 28; Hebr 11,5; 1Klem 9,3; dazu breit belegt in der Väterliteratur
·
1Hen 70,1-4: Entrückung Henochs zum Menschensohn und
zum Herrn der Geister auf den Wagen des Geistes; 1Hen 81,5-6: Ankündigung der
endgültigen Entrückung Henochs
·
2Hen 1a,1: Erwähnung der Entrückung; 2Hen 36,2 und
2Hen 55,1-2: Ankündigung der endgültigen Entrückung Henochs; 2Hen
64,1-5+67,1-3: endgültige Entrückung; 2Hen 68,1-3: zusammenfassendes Referat
von Henochs Himmelsreise und Entrückung
·
3Hen bzw. die Traktate der Hekhalotmystik setzen die
Entrückung und Erhöhung Henoch-Metatrons bereits voraus.
·
VitHen 5,17: Der Midrasch vom Leben Henochs erzählt
Henochs Entrückung analog zu derjenigen Elias im Wettersturm und mit einem
feurigen Gespann.
Himmelsreisen Henochs:
Die Erzählungen changieren
immer wieder zwischen Traumvision und realer Bewegung, wenngleich die Vision
“im Geist” überwiegt.
·
1Hen 1,2: eine Vision; 1Hen 12,1: Reise zum Strafort
der gefallenen Engel; 1Hen 13,7-9: Vision im Schlaf; 1Hen 14,2: Vision im
Schlaf; 1Hen 14,8-25+15,1-2: Entrückung in das himmlische Heiligtum; 1Hen
17,1-36,4: Himmelsreise; 1Hen 37-71 “Bilderreden” auf der Basis von 3 Visionen,
in 1Hen 39,3 als Entrückung an das Ende des Himmels geschildert; 1Hen 71,1-17:
Himmelsreise im Geist; 1Hen 72,1-82,3: Visionen, die in 1Hen 81,5 jedoch als
reale Reise beschrieben werden; 1Hen 83,91: Traumvisionen vom Bett aus (1Hen
85,3 “die Vision meines Lagers”)
·
2Hen 3,1-38,3: Henoch unternimmt in Begleitung zweier
Engel eine Reise durch die sieben Himmel zum Thron Gottes; 2Hen 21,5:
Entrückung Henochs vom Rand des siebenten Himmels aus vor das Angesicht Gottes;
2Hen 68,1-3: zusammenfassendes Referat von Henochs Himmelsreise und Entrückung
·
Jub 4,21: Henoch hält sich sechs Jubiläen lang bei den
Engeln Gottes auf und schreibt alles nieder, was er sieht.
Aus der Aufnahme des frommen
Patriarchen wird in der frühjüd. Literatur eine Karriere Henochs zum obersten
Engel und einflussreichsten Funktionsträger in der Thronwelt Gottes, der vor
seiner endgültigen Installierung noch einmal zurückkehrt und auf Erden ausführlich
von seinen jenseitigen Erfahrungen berichtet. Auf diese Weise tritt er als
Weisheitslehrer der Menschheit in Erscheinung.
6.2. Entrückung Elias
Abb. 2 Entrückung des Elia,
Speculum Humanae Salvationis, um 1360.
Die spektakuläre Entrückung Elias
(2Kön 2,1-18) ist in frühjüd. Zeit ganz in den Schatten von
Henochs Entrückung zurückgetreten (Wright). Bemerkenswert sind die Szenerie des
Wettersturmes, das feurige Gespann als Transportmittel und die Weitergabe des
prophetischen
2Kön 2,1-18: reflektiert in Sir 48,9.12;1Makk 2,58; 1Hen 93,8; ApkEsra 7,6; (LAB 48,1); VitProph 21,12;
Josephus, Ant IX 28; dazu breit belegt in der VäterliteraturCharismas an den
Schüler Elisa. Darauf ist im Verlauf der Rezeptionsgeschichte immer wieder
angespielt worden.
·
koptApkElia: Von einer Entrückung ist in dieser kopt.
Schrift (3. Jh.), die sich in Gestalt einer prophetischen Rede über die Endzeit
und den Antichristen präsentiert, nur andeutungsweise die Rede: Elia und Henoch
treten gegen den Antichristen auf, werden getötet und wieder zum Leben erweckt
(koptApkElia 34-35 bzw. 4,7-19); dass sie schließlich noch einmal
“herabkommen”, um den Antichristen endgültig zu töten (koptApkElia 42 bzw.
5,32), setzt ihre zwischenzeitliche Entrückung voraus. Unverkennbar nimmt dieser
Passus Bezug auf Apk 11,3-14.
·
hebrApkElia: In dieser hebr. Schrift (3.-6. Jh.)
begibt sich Elia in Begleitung des Erzengels Michael auf eine Himmelsreise und
erhält dabei Offenbarungen über die Endzeit und den Messias.
Elia, den kämpferischen Propheten,
hat man stärker mit den Konflikten der Endzeit in Verbindung gebracht als mit
der Übermittlung von Offenbarungswissen. Seine Himmelsreise in der hebrApkElia
bleibt singulär.
6.3. Entrückung weiterer atl. Figuren
Auf dem weiten Feld der
frühjüdischen Literatur begegnet man immer wieder Schriften, die über die
biblischen Vorgaben hinaus von Entrückungen oder Himmelsreisen erzählen (Segal,
Himmelfarb). Besonders aufschlussreich sind dabei die folgenden Beispiele:
Adam
·
latLAE 25,1-29,1: Nach der Vertreibung wird Adam noch
einmal von Michael auf einem Wagen in das Paradies entrückt, wo Gott zu ihm
spricht.
·
grLAE 32-37: Adams Geist fährt in der Stunde seines
Todes auf und wird von einem Lichtwagen in Empfang genommen; seinen Körper aber
bringen Engel zum Acherontischen See und danach in das Paradies.
Melchisedek
·
2Hen 72,5.8-10: Der auf wunderbare Weise geborene
Melchisedekknabe (2Hen 71-72) wird von dem Erzengel Michael “in Ewigkeit” in
das Paradies Eden entrückt.
Abraham
·
TestAbr: Abraham unternimmt vor seinem Tod eine
Himmelsreise. Auf dem Cherubenwagen steigt er in Begleitung des Erzengels
Michael auf, sieht die Sünden der ganzen Welt und beobachtet Abel als Richter
über die Sünder. Zurückgekehrt nimmt der Todesengel seinen Geist bzw. seine
Seele von ihm. Engel tragen daraufhin die Seele Abrahams zu Gott
·
ApkAbr 15,1-30,1: Dieser Abschnitt im zweiten,
apokalyptischen Teil der Schrift (9-32) berichtet davon, wie Abraham auf dem
rechten Flügel einer Opfertaube bis zum Thron Gottes reist. Dort wird ihm eine Schau
der ganzen Welt, von Himmel und Erde, gewährt. Nachdem er auch Adam und Eva,
Sünder und Gerechte sowie die geschichtlichen Ereignisse der künftigen Zeit
gesehen hat, kehrt er wieder zurück.
Isaak
·
TestIsaak 5-8: Isaak unternimmt in Begleitung eines Engels
eine Himmelsreise, auf der er verschiedene Straforte besucht, zum Thron Gottes
gelangt und schließlich von Serpahim und Cherubim wieder zurückgebracht wird;
daraufhin nimmt Gott seine Seele zu sich, die auf “dem heiligen Wagen” in den
Himmel aufsteigt.
Levi
·
TestLevi 2,5-5,7: Levi wird im Traum entrückt, sieht
verschiedene Himmel, gelangt vor den Thron Gottes und wird dort als Priester
installiert. Mit verschiedenen Aufträgen ausgestattet kehrt er wieder zur Erde
zurück.
Mose
·
Dtn 34,5-6: Die Aussage, dass niemand Moses Grab kenne “bis auf
den heutigen Tag”, hat die Vermutung aufkommen lassen, Mose sei in Wahrheit
entrückt worden. Nach Josephus, Ant IV 326, verhüllt eine Wolke den Abschied
des Mose; die Nachricht von seinem Tod habe nur der Vermutung einer Entrückung
entgegenwirken sollen. Kirchenväter wie Hieronymus und Augustin plädieren für
Moses Entrückung. SiphreDtn zu 34,5 kolportiert die Auffassung, Moses sei nicht
gestorben, sondern stehe vor Gott und verrichte den priesterlichen Dienst; der
Midrasch ha-gadol parallelisiert die Entrückung des Henoch, Mose und Elias.
·
2Bar 59,3-11: Gott zeigte Mose auf dem Sinai auch alle
Dinge dieser und der jenseitigen Welt - worin bereits der Gedanke einer Vision
himmlischer Räume anklingt.
·
AssMos: Diese fragmentarische Schrift, die man nach
den Hinweisen in der Väterliteratur als “Assumptio Mosis” bezeichnet hat, entbehrt
gerade des Schlusses, der eine Entrückung enthalten haben könnte.
·
Gedulat Mosche / Moses Größe: In diesem kleinen
mittelalterlichen Midrasch, der in vielen verschiedenen Fassungen verbreitet
ist (Krupp), wird eine ausführliche Reise des Mose durch die Hölle und das
Paradies vorgestellt.
Esra
·
4Esra 14,9: Ankündigung der Entrückung Esras; 4Esra
14,49-50: Entrückung Esras (nur in den nichtlat. Versionen)
·
ApkEsr: Esra, der um die Offenbarung der Geheimnisse
Gottes bittet, wird in dieser griech. Apokalypse in den Himmel erhoben, sieht
das Geschick der Gerechten wie der Sünder, argumentiert mit Gott und erhält
Offenbarungen über den Tag des Gerichts.
Baruch
·
2Bar 13,3; 25,1; 76,2: An diesen drei Stellen wird die
Entrückung Baruchs angekündigt; 2Bar 44,2; 46,1; 78,5; 84,1 sprechen hingegen
von seinem Tod.
·
3Bar: In dieser kleinen Apokalypse, die griech. und
slav. überliefert ist, bereist Baruch den Himmel und sieht dabei Heils- und
Gerichtsorte.
Jesaja
·
AscJes: Nach einem Bericht über das Martyrium des Propheten
(AscJes 1-5) ist der zweite, gnostisch beeinflusste Teil einer Himmelsreise
Jesajas vorbehalten, die sein Geist im Zustand der Ekstase unternimmt.
Hiob
·
TestHiob 52,1-12: Hiobs Seele wird von dem Erzengel
Michael in Empfang genommen und durch himmlische Wagen zu Gott eskortiert.
Entrückungen werden auch gern
zum Abschluss von Erscheinungsberichten erwähnt: Gott selbst oder seine Boten
steigen wieder auf in die himmlische Welt.
·
z.B. Gen 17,22; Gen 35,13; Ri 6,21-22; Ri 13,20-21; Lk 2,15
·
z.B. Jub 32,20; 4Bar 3,13; Tob 12,20-22; TestAbr 4 und 8
Insgesamt ist das Material
noch sehr viel umfangreicher - vor allem mit Blick auf seine Fortwirkung in die
rabbin. und christl. Literatur hinein. Eine vollständige Sammlung und
Aufarbeitung steht noch aus.
6.4. Entrückung Jesu
Die Erzählung von der
“Himmelfahrt” Jesu, die eine Art Scharnier zwischen beiden Teilen des
lukanischen Doppelwerkes darstellt, speist sich aus dem Motivarsenal jüd. und
hellen. Entrückungserzählungen. Erzählstrategisch wird sie schon früh
anvisiert: In der Verklärungsszene reden Mose und Elia mit Jesus über seinen
“Ausgang (ἔξοδος, éxodos)” in
Jerusalem (Lk 9,31); am Beginn des Weges zur → Passion wird diese
Zielangabe dann von Lukas mit dem Begriff der “Hinaufnahme (ἀνάλημψις, análēmpsis)”
Jesu präzisiert (Lk 9,51); ebenso scheint Lk 13,34-35 auf die bevorstehende Entrückung Jesu zu zielen
(Zeller). Im Rückblick spielt Lukas noch einmal auf die Entrückung als einen
der beiden Eckpunkte des Weges Jesu an (Apg 1,21).
·
Lk 24,50-53: Die Entrückung erfolgt im dichten Zusammenhang mit
der Graberzählung und den Erscheinungsberichten als Abschluss des lukanischen
Ostertages (Lk 24,1-53). Der Auferstandene scheidet im Segensgestus; die
Zurückbleibenden beten ihn an.
·
Apg 1,3-12: Die Entrückung erfolgt nach einer Zeitspanne von 40
Tagen, in denen sich der Auferstandene “sehen lässt” und seine Schüler
unterweist. Zwei Gottesboten interpretieren die Entrückung durch den Verweis
auf die Parusie - er werde “wiederkommen auf dieselbe Weise, wie ihr ihn habt
hingehen sehen.”
·
Mk 16,19: Im sekundären Markusschluss (Mk 16,9-20) nimmt diese kurze Notiz noch einmal auf die lkn.
Erzählung Bezug - Jesus sei in den Himmel aufgenommen worden und habe sich zur
Rechten Gottes gesetzt.
Abb. 3 Himmelfahrtsmoschee
Imbomon auf dem Ölberg, Jersalem.
Als Ort der Entrückung wird
der Ölberg bei Jerusalem genannt (Lk 24,15 / Apg 1,12). Stilgemäß verhüllt eine Wolke den Abschied (Apg 1,9). Zielpunkt ist die Welt Gottes (“der Himmel”). Die
Terminologie umschreibt das Geschehen variantenreich: er entfernte sich von
ihnen, er wurde in den Himmel aufgehoben, er wurde emporgehoben, er ging in den
Himmel, er wurde hinaufgenommen. Über die verdoppelte und zugleich
spannungsreiche Erzählung ist viel diskutiert worden. Die Lösung liegt in der
literarischen Strategie des Lukas (Lohfink): Am Ende seines Evangeliums schafft
er mit der “Himmelfahrtserzählung” ein eindrucksvolles Schlussbild mit Segen
und Anbetung im sachlichen Kontext der Osterbotschaft; zu Beginn der
Apostelgeschichte dient die vierzigtägige Phase fortgesetzter Erscheinungen und
Unterweisungen hingegen der Vorbereitung der → Gemeinde, wobei die
“Himmelfahrtserzählung” nun mit dem Ausblick auf die Parusie zur Initialzündung
eines neuen Weges wird.
Lukas ist der einzige, der den
Übergang des Auferstandenen zu Gott in Gestalt einer Entrückungserzählung
darstellt. Die Sache selbst wird ansonsten durch eine differenzierte und
facetteneiche Terminologie angedeutet. Die wichtigsten sprachlichen
Alternativen sind - mit einigen Varianten - die folgenden: “Erhöhung” (Phil 2,9; Apg 2,33; 5,31 u.ö.), “Verherrlichung” (zahlreich bei Joh als
Synonym für das Kreuzesgeschehen), “Sein bzw. Sitzen zur Rechten Gottes” (Röm 8,34; Kol 3,1; Hebr 1,3; 12,2 u.ö.), “Hingehen zum Vater” (Joh 8,14; 13,3; 14,12.28 u.ö.), “Eingehen bzw. Aufgenommen
werden in die Herrlichkeit” (Lk 24,26; 1Tim 3,16; 1Petr 1,21;Hebr 2,9 u.ö.). Ursprünglich bilden die Auferweckung zu
einer neuen Wirklichkeit und die damit verbundene “Erhöhung” als Zuordnung zu
Gott eine Einheit. Auch für Lukas bleibt dieser Zusammenhang grundsätzlich in
Geltung.
Die lkn. Erzählung bildet den
Abschluss einer Erscheinung des Auferstandenen. Theologisch betrachtet ist das
ihr einzig angemessener Kontext. Lukas will keine Reise im Sinne einer
Ortsveränderung erzählen, auch wenn sich sein Sprachgebrauch traditionell an
einem vertikal strukturierten Weltbild orientiert. Vielmehr versucht er, den
Grenzübertritt zwischen verschiedenen Wirklichkeitsbereichen darzustellen. Der
Auferstandene erscheint seinen Schülern bereits aus einer anderen Wirklichkeit
heraus, in die er sich während der 40 Tage (Apg 1) auch immer wieder zurückzieht. Die
Himmelfahrtserzählung hat damit den Charakter einer vorläufig letzten, mit
besonderen Akzenten versehenen Ostererscheinung.
Apg 1,10-11 bringt im Zusammenhang der Entrückung Jesu
dezidiert die Parusieerwartung zur Sprache (vgl. dazu 1Thess 1,10). An diese Erwartung haben sich in der frühen
Christenheit schon von Anfang an neue, weitergehende Erwartungen geknüpft; sie
kreisen um eine Entrückung der Glaubenden dem Parusiechristus entgegen.
6.5. Entrückung der Glaubenden
Im Zusammenhang der
frühchristlichen Parusieerwartung bildet sich die Überzeugung aus, dass eine
Entrückung in die Welt Gottes nicht nur das Privileg weniger ausgewählter
Gerechter sei. Möglicherweise regt dazu schon der Sprachgebrauch einiger
Psalmen an, die von der “Aufnahme” des Menschen an seinem Ende bei Gott
sprechen (Ps 49,16; Ps 73,23-24) - jedoch offen lassen, worin eine solche Aufnahme
besteht. An diesem Punkt wird die frühchristliche Erwartung konkret: Die
Glaubenden werden bei der Parusie in die Auferstehungswirklichkeit hinein
versetzt, um dort auf unmittelbare Weise “mit Christus” zu sein.
1Thess 4,17: Die Glaubenden, die bei der Parusie noch am Leben
sind, werden “in den Wolken” dem Parusiechristus entgegen “entrückt (harpázō)”.
Sie haben darin den bereits Verstorbenen nichts voraus, weil diese schon
unmittelbar zuvor auferweckt worden sind (1Thess 4,13-17).
Lk 17,34-35 / Mt 24,40-41: Die Entrückung bei der Parusie trifft nur die
Glaubenden; zwei werden an ein und demselben Ort sein - der eine wird
“mitgenommen (παραλαμβάνω, paralambánō)”,
der andere aber “zurückgelassen (ἀφίημι, aphíēmi)”
werden.
Apk 11,11-12: Mose und Elia treten als Zeugen gegen den Antichrist
auf; sie werden getötet, nach dreieinhalb Tagen wieder auferweckt und zu Gott
entrückt - sie “steigen auf (αναβαίνω, anabaínō)”
in den Himmel in einer Wolke, begleitet von einem Erdbeben.
* Apk 12,5: Das messianische Kind jener Frau, die mit der Sonne
bekleidet ist, wird zu Gott entrückt (harpázō).
Paulus will in 1Thess 4,13-17 die Gemeinde hinsichtlich der bereits
Verstorbenen beruhigen: Der Entrückung geht zunächst die Auferweckung voraus.
Dazu liefert er in 1Kor 15,50-53 eine wichtige Ergänzung: Die bei der Parusie
noch Lebenden werden “verwandelt” werden, während die Verstorbenen bereits
durch ihre Auferweckung ganz unmittelbar Anteil an der neuen Wirklichkeit des
Parusiechristus erhalten. Auf diese Weise erklärt sich auch die Vorstellung von
der Entrückung “in den Wolken in die Luft dem Kyrios entgegen”.
Der kleine Doppelspruch aus
der Logienquelle steht bei Lukas und Matthäus im Kontext ihrer Endzeitreden,
genauer in einem Abschnitt über die Parusie (Lk 17,22-37 / Mt 24,37-41). Er betont die Plötzlichkeit dieses “Tages” und die
Unkalkulierbarkeit von Annahme und Zurückweisung. Von einer vorausgehenden
Auferweckung wie bei Paulus ist in diesem eher gleichnishaften Zusammenhang
keine Rede.
Die alte Überlieferung vom
Auftreten der beiden anonymen “Zeugen” in Apk 11,3-13 nimmt deutlich erkennbar die Erinnerung an zwei
prominente alttestamentliche Figuren auf. Ihre Fähigkeiten deuten auf Mose und
Elia hin; ihre “Wiederkehr” am Ende der Zeit scheint eine frühere Entrückung
vorauszusetzen. In koptApkElia 34-35 bzw. 4,7-19 findet sich ein Paralleltext,
der vermutlich von Apk 11,3-13 abhängig ist und beide Zeugen ausdrücklich als
Henoch und Elia benennt. Interesse verdient, dass ihrer neuerlichen Entrückung
zu Gott, die sichtbar und stilgemäß erfolgt, ihre Auferweckung vorausgeht. In
der Entrückung beider Zeugen spiegelt sich die generelle Rehabilitierung und
Aufnahme der verfolgten Propheten bei Gott.
Das Messiaskind in Apk 12,5 wird durch die Entrückung zu Gott vor den
Nachstellungen des Drachen gerettet, der es als Konkurrenten erkennt und
verfolgt. Die Geburt Jesu, die Bedrohung der Kirche und ihre Hoffnung auf den
erhöhten Christus werden hier in mythischer Bildsprache verdichtet.
6.6. Entrückung des Paulus
Im Kontext der sogenannten
“Narrenrede” (2Kor 11,1-12,13) kommt Paulus auf eine bemerkenswerte religiöse Erfahrung
zu sprechen, für deren Beschreibung er sich der Entrückungsterminologie
bedient. Allerdings lässt er die Form der Entrückung offen: Er sei “entrückt (harpázō)”
worden (2Kor 12,2.4), wisse indessen nicht, ob “im Leib” oder “außerhalb
des Leibes”. Insgesamt erfolgt diese kurze Reminiszenz durch den Gebrauch der
dritten Person auffällig distanziert und zurückhaltend. Vermutlich schneidet
Paulus das Thema auch nur deshalb an, weil ihm seine Gegner die “Zeichen eines
Apostels” (2Kor 12,12) abzusprechen versuchen.
·
2Kor 12,2-4: Paulus wird bis in den im dritten Himmel bzw. bis in
das Paradies entrückt.
Die ungewöhnliche Zeitangabe
“vor 14 Jahren” stellt sicher, dass es hier nicht um die Damaskusvision gehen
kann. Ziel der Entrückung ist der dritte Himmel bzw. das Paradies; eine solche
Lokalisierung des Paradieses als eines Heilsortes in den Himmeln ist auch aus
anderen frühjüd. Schriften bekannt (2Hen 8,1; grLAE 37,5; 40,1). Alle
inhaltlichen Details verschweigt Paulus komplett und verweist lediglich auf
“unaussprechliche Worte”, die er gehört habe. Diese Lücke füllt dann später die
apokryphe Apokalypse des Paulus (4. / 5. Jh.).
6.7. Translokationen
Auch die innerweltliche
Versetzung eines Menschen auf übernatürliche Weise gehört dem Vorstellungskreis
der Entrückung an, wobei häufig die gleiche Terminologie Verwendung findet.
·
1Kön 18,12: Obadja befürchtet, dass der Geist des Herrn Elia an
einen anderen Ort entrücken könnte.
·
2Kön 2,16: Die Prophetenschüler rechnen mit einer Entrückung
des Elia durch den Geist des Herrn auf irgendeinen Berg oder in irgendein Tal.
·
Ez 3,12.14: Der Geist des Herrn versetzt den Propheten zu den
Exulanten am Fluss Kebar; in Ez 11,1 und Ez 43,5 versetzt er ihn an das Tor und in den inneren
Vorhof des Tempels. Visionäre Versetzungen des Ezechiel “im Geist” werden
in Ez 8,1-3 und Ez 11,24 berichtet.
·
AddDan 14,33-39: Der Prophet Habakuk wird von einem
Engel des Herrn am Haupthaar ergriffen und aus Judäa nach Babylon versetzt, um
Daniel in der Löwengrube Speise zu bringen.
·
Lk 4,5.9 / Mt 4,5.8: Ob auch in der Versuchungsgeschichte an eine
Translokation gedacht ist, wenn der Diabolos Jesus auf einen Berg oder zur
Tempelzinne “führt / (ἀν)άγω, (an)agō”
bzw. “mitnimmt / παραλαμβάνω,paralambánō”,
lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Eine Translokation ist auch für Mk 1,12 zu vermuten.
·
Apg 8,39-40: Der Geist des Herrn entrückt (harpázō)
Philippus nach der Taufe des Eunuchen, woraufhin Philippus in Aschdod
“gefunden” wird.
·
Apk 17,3 / Apk 21,10: Der Seher Johannes wird “im Geist” in die Wüste bzw.
auf einen hohen Berg versetzt.
Solche Translokationen finden
sich zahlreich sodann in den apokryphen Apostelakten und in der Hagiographie.
Das prominenteste Beispiel im Bereich des Islam stellt die nächtliche
Entrückung Mohammeds von Mekka nach Jerusalem an die “ferne Kultstätte” dar
(Sure 17,1).
Literaturverzeichnis
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
Lexikonartikel
·
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Abbildungsverzeichnis
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Abb. 1 Entrückung des Herakles, 5. Jh. v. Chr.
Staatliche Antikensammlung München, Wikimedia Commons
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Abb. 2 Felsendom, im Hintergrund russ. Himmelfahrtskirche auf dem
Ölberg.
Foto C. Böttrich 2013
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Abb. 3 Entrückung des Elia, Speculum Humanae
Salvationis, um 1360.
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Abb. 4 Himmelfahrtsmoschee Imbomon auf dem Ölberg,
Jersalem.
Foto C. Böttrich 2013